Albert-Schweitzer-Turnier
Zwei Stars von morgen
Nikolaos Pappas und Mangisto Arop waren zwei der herausragenden Spieler des diesjährigen Albert-Schweitzer-Turniers in Mannheim. Der Grieche Pappas wurde zudem noch MVP. Doch wer sind die beiden?
Von Sven Schaffer |
11.04.2008 | |
Jungstar mit Ambitionen
Das griechische Spiel lief vor allem über Nikolaos, genannt Nikos, Pappas. Mit 21,2 Punkten, 6,7 Rebounds und 2,2 Steals pro Spiel lieferte der Guard ein universell starkes Turnier ab und führte die Hellenen zum Titelgewinn.
?Uns fehlen unsere beiden besten Center?, beschreibt Pappas, der Teil der kleinen griechischen Sieben-Mann-Rotation von Trainer Georgias Vlassopoulos war. Seinen Coach lobt Pappas dabei in höchsten Tönen: ?Er gibt uns das Selbstvertrauen, was wir benötigen. Er ist sehr wichtig für unser Spiel.?
Dabei kam Pappas fast ohne Spielpraxis nach Mannheim. ?In Griechenland ist es als junger Spieler schwer, an Einsatzzeiten zu kommen?, so Pappas. Er steht im Kader des ULEB-Cup-Teams von Panellinios Athen und wird in Kürze einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Hauptstädtern unterschreiben. Minuten auf dem Parkett sind aber gering, denn Training mit der ersten Mannschaft geht vor Einsätzen im Nachwuchsteam.
?Natürlich habe ich Übungseinheiten auf sehr hohem Niveau, aber ich will natürlich spielen?, sagt Pappas. Bereits zweimal durfte der 1,94 Meter große Guard im ULEB-Cup ran, erzielte gegen CEZ Nymburk sogar zwei Punkte. Daran erinnert sich Pappas natürlich gerne: ?Eine großartige Erfahrung für mich.? Dennoch hat der 17-Jährige noch viel Arbeit vor sich.
So manche bescheinigten dem nicht ganz austrainiert wirkendendem Griechen die allerbeste Defense; das weiß auch er: ?Bei der Europameisterschaft im Sommer werden wir auch in der Verteidigung so stark sein, wie ich mir das vorstelle. Da wollen wir dann den Titel.?
Aus dem Sudan nach Kanada
Der 1,97 Meter große Mangisto Arop hatte entscheidenden Anteil am überraschenden kanadischen Erfolg bei der Jubiläumsausgabe des Albert-Schweitzer-Turniers (50 Jahre; Anm. d. Red.). Mit seinen langen Armen fischte der athletische Flügelspieler einen Rebound nach dem anderen (mit deren elf pro Partie bester Rebounder des Turniers) und glänzte mit spektakulären Offensivaktionen (im Schnitt 20,5 Punkte).
?Er ist enorm wichtig für unser Team?, sagt Trainer Greg Francis. ?Er hat gelernt, nicht nur sich zu verbessern, sondern auch der Mannschaft zu helfen.? Mit einem finalen fünften Rang wurde dies eindrucksvoll belegt.
Vor zwei Jahren gewann Kanada nur ein Spiel ? das Duell um den 15. Platz gegen China. ?Damals hatte das Team nur Talent, jetzt sind wir eingespielt?, beschreibt es Arop. Das nicht ohne Grund, denn seit einem Jahr hat der kanadische Verband die NEDA gegründet, ein Programm für Kanadas größte Talente, die über zwei Jahre zusammenleben und trainieren. ?Für mich und meine Mitspieler eine unglaubliche Erfahrung, aber es hilft uns sehr. Es macht uns stärker?, findet Arop.
Dabei war der Weg zum Basketball eher über Umwege. Eigentlich habe er Fußballer werden wollen, sagt er. So, wie sein großer Bruder. Mit neun Jahren zog Mangisto Arop aus dem Sudan zu seinen Verwandten nach Kanada. ?Ich habe es dann noch zwei Jahre mit Fußball versucht, hatte aber mehr Spaß am Basketball.?
Ein Glück für Team Kanada, das bei der nächsten U19-WM mit Arop angreifen will. ?Das ist unser Ziel?, sagt er. ?Dafür waren die Erfahrungen in Mannheim sehr wichtig.?



von Crossover 30.05.2012 um 09:55:11
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