Albert-Schweitzer-Turnier

Jugendstil in Mannheim

In der Woche nach Ostern wird Mannheim zum Mekka für Talent-Scouts, Basketball-Insider, Agenten und Fans. Beim 25. Albert Schweitzer Turnier vom 3. bis 10. April werden sich die besten Talente der Jahrgänge 1992 und jünger aus gleich vier Kontinenten messen und um den Turniersieg kämpfen. Jugendbasketball der Spitzenklasse ist dabei ebenso garantiert wie eine unvergleichliche Atmosphäre mit gleich zwei deutschen Teams.

Von Peter Bieg
 02.04.2010 |

Mit Argentinien, Australien, Brasilien, Japan, China, Neuseeland und den USA sind gleich sieben nichteuropäische Mannschaften bei der inoffiziellen U18-Weltmeisterschaft auf deutschem Boden am Start.

Die Auswahlen aus Brasilien und Japan nehmen erstmals am Albert Schweitzer Turnier teil und werden ein hochklassiges Teilnehmerfeld komplettieren.

Auf europäische Teams wird das Publikum in den beiden Spielhallen (US Sports Arena und MWS-Sporthalle am Herzogenried) nicht verzichten müssen: Frankreich, Titelverteidiger Griechenland, Israel, Italien, Kroatien, Spanien und die Türkei werden alles daran setzen, dass der Titel in Europa bleibt.

Aus Deutschland sind dieses Mal gleich zwei Mannschaften am Start: Die U18 von Bundestrainer Kay Blümel, die sich in Mannheim auf die im Juli folgende U18-Europameisterschaft in Litauen vorbereitet, und die U17 von Bundestrainer Frank Menz, die sich vor der WM im eigenen Land (die U17 Weltmeisterschaft findet von 02. bis 11. Juli in Hamburg statt) mit den älteren Nachwuchs-Korbjägern der AST-Teilnehmer misst.

In diesem Jahr feiert das nach dem Arzt, Missionar und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer benannte Turnier ein besonderes Jubiläum: Im Jahr 2010 wird der Wettbewerb zum insgesamt 25. Mal ausgetragen.

Seine Premiere feierte das „AST“ bereits im Jahr 1958. Seitdem ist es, im Abstand von zwei Jahren, ein Pflichttermin im Kalender eines jeden Basketballexperten. Aufgrund von weltpolitischen Ereignissen wie dem Golfkrieg oder Anpassungen an die Wettbewerbe der FIBA wurde dieser Zwei-Jahres-Rhythmus allerdings nicht immer exakt eingehalten, so dass auch schon einmal ein oder zwei Jahre mehr zwischen den Auftritten der Stars von morgen lagen. Mittlerweile hat sich das Albert Schweitzer Turnier zum größten und bestbesetzten Basketball-Turnier der Welt für Junioren entwickelt.

Basketballinteressierten aller Altersgruppen kann ein Besuch in den beiden Spielhallen nur wärmstens empfohlen werden. Neben vielen ungemein talentierten und leidenschaftlich kämpfenden jungen Spielern erwartet jeden Zuschauer eine einzigartige Atmosphäre ohne Schnick-Schnack. Selbst Ehrengäste wie Detlef Schrempf oder gestandene NBA-Scouts verfolgen die Spiele von den gleichen Bänken aus wie Mannheimer Gymnasiasten.

Schon so mancher NBA-Star hat die große Basketball-Bühne in Mannheim zum ersten Mal betreten. Spieler wie Vince Carter, Dirk Nowitzki oder Magic Johnson waren damals ebenso hungrige Siebzehnjährige wie die in diesem Jahr für ihre Nationen auflaufenden Teenager.

In den vergangenen Jahren zeigte sich allerdings mehr und mehr, dass es gerade im Jugendbasketball auf funktionierendes Mannschaftsspiel mindestens so sehr ankommt wie auf überragendes individuelles Talent. So halten die USA – wie sollte es anders sein – noch immer den Rekord mit insgesamt zehn Turniersiegen.

Die Amerikaner hatten in den vergangenen Jahren allerdings immer häufiger das Nachsehen. Der letzte Titel der US-Boys aus dem Jahr 1996 (damals mit Vince Carter und Jermaine O‘Neal) liegt schon 14 Jahre zurück. Neben Titelverteidiger Griechenland und den Franzosen im Jahr 2006 konnten auch die Türkei (2004), erneut Griechenland (2002) und Jugoslawien (2000) den US-Boys mit einer Mischung aus Mannschaftsspiel und Talent einen Strich durch die Rechnung machen.

Auch in diesem Jahr gehen die USA nicht als Top-Favorit ins Rennen. Durch zahlreiche, im gleichen Zeitraum angesetzte Highschool-Turniere werden die Nordamerikaner nicht in Bestbesetzung auflaufen können.

Neben den traditionell sehr starken Mannschaften aus Griechenland, Spanien oder Argentinien wird in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Türkei zu richten sein: Sollte Enes Kanter (Jg. 92, Center, 2,08 Meter), der bereits beim AST vor zwei Jahren die Auszeichnung zum talentiertesten Spieler abräumte, für sein Heimatland auflaufen, gehören die Türken automatisch zu den ganz großen Favoriten, da der bullige Brettspieler von Gleichaltrigen kaum zu verteidigen ist.

Foto: Sebastian Küster

Die endgültigen Kader der beiden deutschen Teams stehen zwar noch nicht fest, die Aktionen folgender Spieler werden Einheimischen aber schon jetzt mit Nachdruck ans Herz gelegt:

In der deutschen U18-Auswahl laufen mit Kevin Bright (Urspringschule) und Patrick Heckmann (USC Mainz) zwei je 1,96 Meter große Flügelspieler auf, die vor allem in Sachen Scoring und Athletik hervorstechen. Außerdem verfügt die U18 mit Philipp Neumann (Breitengüßbach/Bamberg) über einen Center-Spieler, der mit 2,10 Meter Länge und starkem Einsatz zu den dominierenden Spielern des Wettbewerbs gehören könnte. Seine Leistungen in den vergangenen Monaten waren ebenso konstant wie stark.

Bei der U17-Auswahl wird Malik Müller als einziger Spieler des 1994er Jahrgangs dabei sein. Der 1,85 Meter große Guard der Urspringschule wird dabei aber nicht nur aufgrund seiner 16 Lenze für Aufsehen sorgen: Bullig, schnell, dribbel- und wurfstark wurde Müller als einziger Deutscher vor wenigen Tagen sogar zur Teilnahme am „Jordan Classic“ eingeladen, um sich am 17. April mit den besten amerikanischen Highschool-Spielern messen zu dürfen.




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
5.00
(5 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(0 Kommentare bisher)

von Crossover 30.05.2012 um 09:54:49


Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?