Streetball
Team Fusion verteidigt Titel
Beim europäischen Streetball-Turnier Quai 54, das am vergangenen Wochenende in Paris stattfand, verteidigte das französische Team "Fusion" seinen Titel gegen die Sean Bell All Stars aus New York. Das deutsche Team Jons Session schied nach großem Kampf im Viertelfinale aus. Die Eindrücke vom Quai54 2009.
Von Marcos Garcia |
30.06.2009 | |
Die französische Hauptstadt erlebte am vergangenen Wochenende wieder Streetball der Extraklasse beim Quai54. Die Organisatoren haben es erneut geschafft, das Niveau des wohl besten internationalen Streetball-Turniers Europas weiter zu heben. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen gaben sich über 5.000 Besucher die Ehre, darunter so klangvolle Namen wie Ludacris, Usher, welche das Publikum mit einem Überraschungskonzert verzückten, oder Fußball-Star Karim Benzema (Olympique Lyon).
Am Samstag, dem ersten Turniertag, war bereits das hohe Level dieses Turniers zu erkennen – die meisten Teams hatten Profis oder Halbprofis am Start. Für eine der größten Überraschungen sorgte das von Jon Mbimba trainierte Deutsche Team Jons Session, das mit folgenden Spielern an den Start ging:
| Joel Mondo | (Köln 99ers, BBL, 23 Jahre, 183 cm) |
| Andrej Mangold | (Telemotive München, Regionalliga, 22 Jahre, 190 cm) |
| Edwin Ofori Attah | (1. Div. Shorter Hawks US College, 25 Jahre, 194 cm) |
| Dia Soliman | (Aachen, Regionalliga, 28 Jahre, 195 cm) |
| Raed Mostafa | (Köln 99ers, BBL, 24 Jahre, 202 cm) |
| Benjamin Fumey | (Valparaiso University, USA, 22 Jahre, 205 cm) |
| Jermain Raffington | (BBC Bayreuth, ProA, 24 Jahre, 206 cm) |
| Björn Schoo | (Köln 99ers, BBL, 28 Jahre, 213 cm) |
Im fünften Achtelfinalspiel des ersten Tages traf das im Kern aus Kölner Spieler bestehende Team auf Gunz, die französische Mannschaft, gegen die man im Vorjahr bereits in der ersten Runde ausgeschieden war. Jon, Trainer des Teams, kündigte kurz vor Spielanpfiff an, dass man dieses Jahr heiß auf eine Revanche sei und so legten seine Jungs auch gleich los wie die Feuerwehr.
Angeführt von Björn Schoo, der das Spiel am Brett an beiden Enden dominierte, begann sich Jon‘s Session langsam abzusetzen. Insbesondere Spielmacher Andre Mangold wusste da mit seiner physischen Spielweise zu überzeugen und ließ sich nicht durch die harte Gangart der Franzosen in der Defense beeindrucken. Edwin Offori Attah erwies sich als eine sichere Bank von der Dreierlinie, die Truppe aus Deutschland lief nie Gefahr, das Spiel noch aus der Hand zu geben. Somit gelang dem deutschen Team die größte Überraschung mit einem 37:31-Sieg gegen einen der sechs Titelfavoriten.
Dieser erste Tag brachte weitere interessante Spiele: So debütierten beispielsweise Teams aus Italien (Summer Coffee League) und Japan (Rising Suns) am Quai 54. Beide Mannschaften wurden zwar in dieser ersten Runde eliminiert (gegen Shest Hustlers und La Relève), aber beide zeigten große Qualitäten auf dem Asphalt des Playgrounds beim Stade George Carpentier im 13. Arrondissement. Die Italiener präsentierten sich als sehr vielseitige und technisch starke Basketballer, denen es leider etwas an Athletik fehlte. Die Japaner hingegen wussten durch tolles Ballhandling und ein paar fantastische Distanzschützen zu beeindrucken, waren alles in allem aber einfach zu klein (der größte Spieler des Teams maß 1,98 Meter), um gegen diese starke Konkurrenz mitzuhalten.
Auch das britische Team Midnight Session überzeugte bei seinem ersten Auftritt und schaltete ohne nennenswerte Probleme das Pariser Team ANSB-Ballers, welches sich über die Qualifikation am vorherigen Wochenende einen Startplatz gesichert hatte. Ansonsten brachte der erste Tag die Favoritensiege von Fusion, bespickt mit französischen Erstligaspielern, gegen MLV und von Sean Bell All Stars aus New York, das mit einigen Playground-Legenden aus dem ‚Big Apple’ antrat, knapp gegen die Lions aus Lyon.
Am Sonntag spielte Jons Session gleich im ersten Viertelfinale um den Einzug in die Runde der letzten Vier gegen die hochmotivierten Shest Hustlers, welche eine Revanche der Vorjahresniederlage im Halbfinale gegen das New Yorker Team anstrebten. Dementsprechend starteten die Franzosen auch stark ins Spiel, während beim deutschen Team deren Referenz im Inside-Game Björn Schoo schnell in Foulprobleme geriet (drei Fouls innerhalb einer Minute) und so speziell die Defensivarbeit geschwächt wurde. Trotzdem gelang es Jons Mannschaft dranzubleiben dank Distanzwürfen von Attah und mehrerer inspirierter Aktionen von Raed Mostafa. Aber am Ende musste man sich mit 40:31 geschlagen geben.
Trotzdem darf man von einem erfolgreichen Turnier sprechen. Im Gegensatz zum Vorjahr schaffte es das Team von Jon Mbimba, Begründer des Germany’s Reality Check, der am 11. Und 12. Juli in Köln stattfindet, in den zweiten Turniertag auf Kosten eines der Favoritenteams und hinterließ einen guten Eindruck. Der Coach selbst zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden mit seinem Team: „Unsere großen Spieler, insbesondere Björn, hatten früh Foulprobleme, weswegen wir in der Zone stark geschwächt waren. Dennoch bin ich sehr zufrieden und hoffe, dass wir im nächsten Jahr um den Finaleinzug mitspielen können“, hoffte Mbimba.
In den weiteren Viertelfinalpartien waren die Engländer Midnight Session dem physischen Spiel von La Relève klar unterlegen, Rien á Foutre hatte gegen Titelverteidiger Fusion praktisch nichts entgegenzusetzen, während die Sean Bean All Stars das südfranzösische Team Hood Mix deutlich besiegte. In den Halbfinalspielen zeigte sich Fusion weiter sehr souverän und gewann klar gegen La Relève, während das New Yorker Star-Ensemble gegen Shest Hustler eine Höchstleistung abliefern musste, um nach einem dramatischen Spielende den Finaleinzug zu sichern.
Nach dem Dunk Contest, bei dem Kevin Goldenchild seinen Titel auf gewohnt spektakuläre Weise verteidigte, und einem pompösen Auftritt von Ludacris, der am Ende sogar noch von Usher unterstützt wurde, kam es zum Traumfinale zwischen dem französischen All-Star Team Fusion und Sean Bean All Stars aus der Metropole am Hudson River. Bei den Lokalmatadoren zeigten insbesondere Mamoutou Diarra und Steed Tchicamboud großartige Leistungen, während bei dem New Yorkern vor allem Kareem Reid aka ‚Best Kept Secret of New York’ oder ‚Big Game Reid’ zu glänzen wusste. Zur Halbzeit führten die Amerikaner noch mit drei Punkten, aber in der zweiten Hälfte spielte Mamoutou Diarra wie entfesselt – unter anderem zehn Punkte in Folge –, erspielte für sein Team einen klaren Zwanzig-Punkte-Vorsprung (Endergebnis: 74:51) und sicherte seiner Mannschaft den Back-to-Back Titelgewinn am besten Quai54-Turnier der Geschichte.
Bilder vom Turnier (Team Jons Session)










von KingHandlez 02.07.09 um 11:32:09
Ich war selbst vor Ort und muss sagen, es lohnt für dieses großartige Tunir nach Paris zu fahren. Die Spiele sind auf so hohem Niveau und trotz sehr harter Defense mangelt es nicht an Highlights. Wirklich tolle Spieler die man dort bestaunen kann.
Nur den Dunk-Kontest hatte ich mir etwas besser vorgestellt. Es waren quasi nur 2 Spieler die duelliert haben (Golden Child und The Video Game), aber nur Golden Child wusste zu überzeugen.
Ansonsten herrschte dort eine tolle Atmosphäre, nur die Hitze machte zumindest einem zu schaffen.
von BigB1989 29.06.10 um 02:00:34
gibts auch nen artikel über das event von 2010?
von Tomrock 29.06.10 um 10:28:19
Es ist nicht ausgeschlossen, dürfte aber noch etwas dauern.
Fest steht jedenfalls, dass Team Fusion auch in diesem Jahr gewonnen hat. Sie sicherten sich den Three-Peat nach einem 52:43-sieg im Finale über das Team Dirty South aus Atlanta.
von BigB1989 30.06.10 um 02:22:56
und wie haben die deutschen abgeschlossen?
von Tomrock 30.06.10 um 09:24:10
[crossover-online.de]