In Your Face

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

In der neuesten Ausgabe der Diskussionsrubrik "IN YOUR FACE" von Crossover widmen wir uns der Frage, ob der Beko BBL-Auftritt des FC Bayern München bisher ein Erfolg für die Bayern ist.

Von Peter Bieg, Thomas Käckenmeister
 07.02.2012 |

Trotz Mittelmaß klingeln die Kassen
von Thomas Käckenmeister

Aller Anfang ist schwer, auch für den FC Bayern in der Aufstiegssaison 2011/2012. Die Basketballer des deutschen Vorzeigevereins stehen an der Grenze zwischen Playoffs und Niemandsland der Tabelle. Heimstark, aber mit viel Auswärtspech in der Hinrunde – sportlichen Erfolg schreibt man anders.

Das mag sicherlich auch der Verletzungsmisere geschuldet sein, die die Münchner mit Je’Kel Foster, Ruben Boumtje-Boumtje, Bastian Doreth und zuletzt Jan Jagla verkraften mussten. Ob andere BBL-Teams solche Rückschläge derart gut verkraftet hätten, wie es der aktuelle Tabellenstand des FCB widerspiegelt, darf angezweifelt werden.

Während es also auf dem Parkett durchwachsen hergeht, klingeln aber die Kassen. Erlöse aus dem Fan-Artikelverkauf, der dritthöchste Schnitt alles BBL-Teams (5.849 Zuschauer bei Heimspielen) und anhaltende Medienpräsenz – nicht nur auf Sport1, sondern z.B. auch in der ARD (Dirk Bauermann, Demond Greene und Steffen Hamann waren in einer Samstagabend-Show zu Gast) oder durch der Sprungwurftorjubel eines Bastian Schweinsteigers – sorgen für eine weitreichende Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Der wirtschaftliche und mediale Erfolg kann sich sehen lassen; allerdings verpufft dieser, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt. Nach Eurocup-Aus und Pokal-Nichtqualifikation sind deshalb die Playoffs Pflicht!

Ein Märchen aus ferner Zukunft
von Peter Bieg

Das Auftreten von Bayern München in der Beko BBL als Erfolg zu bezeichnen, ist mehr als mutig. Sicher, die Fans in Deutschland dürfen fast allsamstäglich um 20 Uhr live erleben, wie Bauermanns Buben die nächste Auswärtspleite einheimsen oder mit biederem Basketball im Schneckentempo auch mal einen Heimsieg einfahren.

Dennoch lassen die Millioneninvestitionen von Ober-Bayer Uli Hoeneß in Sachen Rendite arg zu wünschen übrig. Der angepeilte Playoff-Platz ist längst nicht sicher und die enorme Medienpräsenz tut dem Klub dabei nicht gut.

Basketballdeutschland darf auf allen Kanälen miterleben, wie vermeintliche „Raketen“ nicht oder nur auf Sparflamme zünden: Sharrod Ford absolvierte kein einziges Liga-Spiel, bevor er sich aus Bayerns Hauptstadt verabschiedete, Jan Jagla (Foto) sucht selbst noch nach der Zündschnur, um endlich ein Punktefeuerwerk abbrennen zu können. Mit College-Star Ben Hansbrough verabschiedete sich vor einigen Wochen ein Spieler, der sich offenbar nicht genau genug über die Bauermannsche „Spielkultur“ informiert hatte.

Stattdessen schleppt Steffi Hamann weiterhin Bälle über die Mittellinie und trägt dazu bei, dass die Erfolgsstory des FC Bayern bisher nicht mehr ist, als ein Märchen aus ferner Zukunft.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Fabi321 07.02.12 um 16:18:57


Könntet ihr mal ein in your face über doping in der nba machen? Würd mich interessieren was die crossover gemeinde dazu sagt.

[undergroundsportsnetwork.net]



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