DVD-Rezension
Spiel, Streit und Spannung
Die NBA Finals 2010 zwischen den Los Angeles Lakers und Boston Celtics haben gezeigt, dass der Basketball in der nordamerikanischen Profiliga oftmals über das Fünf-gegen-Fünf hinausgeht. Auch die DVD „Die größten Rivalitäten & Überraschungserfolge, Folge 1“ stellt dies mit Blick auf die jüngere Playoff-Geschichte unter Beweis.
Von Manuel Baraniak |
30.06.2010 | |
Wohl niemand hatte Kobe Bryant geglaubt, als der Shooting Guard der Los Angeles Lakers vor Beginn der NBA Finals gegen die Boston Celtics zu Protokoll gegeben hatte, das Duell mit dem keltischen Rekordmeister sei nichts besonderes. Schließlich würden sich die beiden Traditions-Franchises 2010 zum zwölften Mal im Endspiel gegenüber stehen. Nachdem die Kalifornier letztlich nach sieben Spielen ihren 16. Titel feiern konnten und auf eine Meisterschaft zu den Celtics aufgeschlossen hatten, gab Bryant in der Talk-Runde bei Jimmy Kimmel einen Tag nach dem Gewinn seines fünften Rings auch trocken zu, dass er schlicht gelogen habe.
Denn schließlich sind solche Rivalitäten, wie sie zwischen den Lakers und Celtics bestehen, das Salz in der Suppe der nordamerikanischen Profiliga. Das stellt auch die im März 2008 produzierte und im Mai 2010 erschienene DVD „Die größten Rivalitäten & Überraschungserfolge, Folge 1“ zur Schau. Neben Rivalitäten der jüngeren Playoff-Geschichte stehen dabei auch, wie der Name schon verrät, die Erfolge von Außenseitern, sowie individuelle Glanzleistungen während des letzten NBA-Jahrzehnts im Mittelpunkt.
Da die beiden Finalduelle der Celtics und Lakers nach Produktionsende stattfanden, fehlt diese Rivalität auf der Silberscheibe. Doch der NBA-Fan wird auf den 80 Minuten entschädigt, bei denen der Zuschauer gleich zu Beginn durch eingefangene Emotionen zu Spielbeginn und die Atmosphäre in den Arenen eintauchen kann.
Dennoch ist eine Rivalität, in der auch die Los Angeles Lakers inbegriffen waren, die auf der DVD im Mittelpunkt steht. Scott Pollard, der zwischen 1999 und 2003 das Trikot der Sacramento Kings getragen hatte, klärt auf: „Die Rivalität zwischen Sacramento und den Lakers begann wie jede andere Rivalität. Die Nähe zueinander, man spielt öfter gegeneinander, und wenn man ein Team so oft sieht, entwickelt sich eine Rivalität. Man kennt die Spieler. Man mag sie nicht.“
Die beiden kalifornischen Franchises trafen ab dem Jahr 2000 dreimal in Folge in den Playoffs aufeinander. Den Höhepunkt stellten dabei die Western Conference Finals 2002 dar, als die Kings nach einer regulären Saison mit 61 Siegen den amtierenden Meister in ein siebtes Spiel zwangen – nur um nach Verlängerung zu verlieren. Wer hat dabei nicht noch den Drei-Punkte-Wurf von Robert „Big Shot Rob“ Horry (Foto) im Gedächtnis, als der Forward der Lakers mit der Sirene in der vierten Partie die Serie ausgleichen konnte, dank „eines der besten Pässe, die ich während meiner Karriere gemacht hatte“ vom Gegenüber Vlade Divac.
Auch zwischen den Detroit Pistons und Miami Heat schien sich Mitte des Jahrzehnts eine Rivalität zu entwickeln, als die beiden Mannschaften 2005 sowie 2006 im Finale der Eastern Conference aufeinander trafen. Hatte die Franchise aus Florida zunächst nicht nur für eine Partie Dwyane Wade verloren, sondern auch die Serie nach sieben Partien, gelang den Heat im Jahr darauf die Revanche und in den anschließenden NBA Finals sogar der Gewinn des Titels – den Shaquille O'Neal bei seiner Ankunft in South Beach versprochen hatte.
Noch öfter trafen in der jüngsten Vergangenheit die Dallas Mavericks und San Antonio Spurs in der Endrunde aufeinander; ein weiteres Male auch in den diesjährigen Playoffs. Behielten die Spurs noch 2001 und 2003 die Oberhand, zogen die Mavs mit Avery Johnson als Head Coach – dessen Trikot unter der Hallendecke des Alamo Dome in San Antonio hängt – nach einem 4-3 in die NBA Finals 2006 ein. Unvergessen dabei Dirk Nowitzkis Korbleger trotz Fouls von Manu Ginobili.
Nicht nur auf Grund dieser Rivalität der beiden Texaner ist die DVD ein „Muss“ für jeden Nowitzki-Fan; auch wenn jene Anhänger mit Wehmut auf die restlichen beiden Kapitel blicken müssen. Denn im angesprochenen Finale 2006 riss Dwyane Wade nach einer 2-0-Führung der Texaner den schon sicher geglaubten Ring von den Fingern Nowitzkis (Foto) und Co. Von etwaigen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter wird auf dem Silberling aber nicht gesprochen. In der anschließenden Spielzeit gelang dann den Golden State Warriors eine der größten Überraschungen der NBA-Playoff-Geschichte, als die Kalifornier – nach zwölfjährigen Endrundenabstinenz – die an Nummer eines gesetzten Mavs ausschalteten, die zuvor einen Franchise-Rekord von 67 Siegen in der Hauptrunde aufgestellt hatten. Alle Nicht-Mavericks-Anhänger dürfen dabei in den Genuss kommen, in das gelbe Meer der „We believe“-Anhänger der Warriors einzutauchen.
Neben dem Überraschungserfolg der Detroit Pistons in den Finals 2004 gegenüber die mit Stars gespickten Los Angeles Lakers (Kobe Bryant, Shaquille O’Neal, Karl Malone und Gary Payton) und nach der Wade-Gala 2006 schließt die DVD mit drei weiteren individuellen Bestleistungen. Da wäre zum einen das Scoring-Duell zwischen Vince Carter und Allen Iverson in der zweiten Playoff-Runde 2001, als die Philadelphia 76ers die Toronto Raptors mit 4-3 aus der Endrunde warfen. Gleich drei 50-Punkte-Spiele sollten die NBA-Fans hierbei bestaunen können. Zum anderen wird der Zuschauer noch Zeuge von LeBron James’ Auftritt in Spiel fünf der Eastern Conference Finals 2007, als der Swingman der Cleveland Cavaliers die Pistons im Alleingang bezwang und die letzten 25 Zähler seiner Mannschaft erzielte.
Fazit
Jeder, der sich das vergangene Jahrzehnt der nordamerikanischen Profiliga und deren Highlights der Playoffs noch einmal vergegenwärtigen möchte, dem sei die DVD „Die größten Rivalitäten & Überraschungserfolge, Folge 1“ ans Basketballerherz gelegt. Statt Analysen stehen hier vielmehr die Emotionen, Gefühle und spielentscheidenden Momente im Mittelpunkt, die Rivalitäten und Überraschungserfolge noch intensivieren. Stimmen der beteiligten Spieler runden den Silberling ab
Daten zur DVD
Format: Anamorph, PAL, Widescreen
Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Griechisch
Laufzeit: 1 Stunde, 20 Minuten
Region Code: 2 (auf allen in Europa gekauften DVD-Player abspielbar)
Die DVD gibt es hier bei amazon zu kaufen.
Kürzlich erscheinen ist bei Clear Vision noch:
„All Access – mit Ahamad Rashad“, unter anderem mit Aufnahmen vom NBA All-Star Game 2007, unterwegs mit den Phoenix Suns, Ray Allen und der Arbeit an seinem Sprungwurf, ein Blick auf Pat Riley und sein Training während der NBA Finals 2006 sowie dem Besuch der Houston Rockets in China






von Ana.Lyzer 24.07.10 um 21:30:49
Müssen Anzeigen nicht eigentlich auch als solche gekennzeichnet werden?!
von Tomrock 24.07.10 um 21:42:45
Es gibt einen Unterschied zwischen Anzeige und Rezension.