Sneaker Ranking Herbst 2009

Von Christian Gerne
 17.09.2009 |

Nachdem die neue Saison bei den meisten von uns kurz bevor steht und mich zahlreiche E-Mails mit Anfragen zu aktuellen Schuhempfehlungen erreicht haben, habe ich mich entschlossen, wieder einmal ein aktuelles Ranking aufzustellen.

Bei dem Ranking haben zahlreiche Faktoren eine Bedeutung. Neben Dämpfung, Gewicht, Komfort und Preis/Leistung, sind auch Verarbeitung und Flexibilität im Hinblick auf die Einsatzbereiche der Schuhe in die Bewertung eingeflossen.

Alle Schuhe wurden in der Halle getestet. Eine Aussage über die Verwendung auf Freiplätzen kann daher nicht getroffen werden, zumal einige dieser Performance-Schuhe für den Außeneinsatz nicht wirklich geeignet sind.

Platz 1: Mein Favorit in diesem Jahr ist ganz klar der Nike Zoom LeBron Soldier III. Während der letzte Playoff-Schuh des „Kings“ im Vergleich zu seinem Vorgänger eher ein Rückschritt war, hat Nike mit diesem Model neue Maßstäbe gesetzt.

Die größte Stärke des Soldier III liegt sicher in seinem Gesamtkonzept. Während jeder Schuh Stärken und Schwächen aufweist, so muss man bei diesem Modell lange nach Letzteren suchen. In jeder Bewertungskategorie kann der Soldier III mit Topwerten punkten.

Doch betrachten wir die Kategorien im Einzelnen:

Obwohl beim Soldier III seitens Nike auf das bewährte Flywire-Material zur Gewichtsreduktion verzichtet wurde, gehört der Schuh eindeutig zu den Leichtgewichten unter den Basketballschuhen. Bei der Dämpfung setzt Nike auf die bisher bewährte Zoom-Technologie, die in Form von zwei getrennten Dämpfungskissen im Vorderfußbereich und an der Hacke des Schuhs in die Sohle eingearbeitet sind. Gerade diese dünne, aber auch durchaus für schwerere Spieler geeignete Sohle ist eines der Highlights des Schuhs. Während dicke, schwammige Dämpfungselemente oftmals das Gefühl für den Boden beeinträchtigen, vermittelt der Soldier III eine gute Nähe zum Untergrund. Dieser Punkt kombiniert mit seinem geringen Gewicht, verpasst dem Schuh eine extreme Wendigkeit.

Auch in punkto Komfort und Passform muss sich der Soldier III nicht verstecken, im Gegenteil. Die enge Schnürung und die beiden Schnallen fixieren den Schuh eng am Fuß. Beim Innenfutter hat Nike einen idealen Konsens zwischen Komfort und Gewicht gefunden.

Ein klares Plus gibt es auch im Bereich Preis/Leistung. Den Soldier III gibt es dank zahlreicher Rabattaktionen schon ab knapp 90 Euro im Handel und selbst die regulären 120 Euro sind für einen Schuh dieser Klasse angemessen.

Sucht man ein Manko, so sollte man vielleicht die Klettverschlüsse erwähnen. Nicht, dass diese nicht greifen würden, im Gegenteil. Beim Schnüren des Schuhs neigen sie dazu, sich in den Schnürsenkeln zu verhaken. Eine echte Schwachstelle? Nein, wohl eher ein Schönheitsfehler, der aber erwähnt werden sollte. Der Zoom Soldier III eignet sich vor allem für die Positionen Eins bis Drei. Für Spieler, die im Post zuhause sind, dürfte der Schuh im Knöchelbereich zu wenig Stabilität bieten. Hier gibt es aber andere Modelle, die eher für diese Position ausgelegt sind. 

Platz 2: Fast auf Augenhöhe direkt hinter dem Zoom Soldier III landet der Nike Zoom Kobe IV. Der vierte Signature-Schuh des Laker-Guards verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Der einzige Grund: Der Soldier III ist auf mehreren Positionen einsetzbar, während der Kobe IV aufgrund seiner Höhe sich eigentlich nur für Guards eignet.

Der von Eric Avar designte Low-Cut-Schuh ist ein absolutes Leichtgewicht. Nicht zuletzt ist dafür die im Oberschuh des Kobe IV verarbeitete Flywire-Technologie mitverantwortlich. Gepaart mit der dünnen, aber bewährten Zoom-Dämpfung bildet der Schuh eine knapp 370 g leichte Einheit. Obwohl der Schuh niedrig ist, bietet er auch bei extremen Bewegungen einen erstaunlich guten Halt. Dies liegt unter anderem auch an der engen Passform des Schuhs.Ähnlich wie der Spitzenreiter des Rankings schmiegt sich der Kobe IV geradezu an den Fuß an.

Im Preis/Leistungsvergleich schneidet der Kobe IV minimal schlechter ab, als sein Konkurrent auf Platz eins. Mit 100 bis 130 Euro ist der Schuh, obwohl er ebenfalls ein Meilenstein ist, etwas zu teuer.

Platz 3: Auf dem Bronze Rang findet sich mit dem Nike Air Max Spot Up ein Schuh für große und schwere Spieler. Der Schuh, welcher auch von Dirk Nowitzki gespielt wird, setzt auf puristisches Design ohne viel Schnickschnack.

Seine Stärke liegt eindeutig im Air-Max-Dämpfungselement im Fersenbereich. Die stabile Luftkammer federt auch die Landung von schweren Spielern optimal ab. Der hohe Schaft und die bis nach oben reichende Schnürung verleihen dem Spot Up Stabilität und bietet einen guten Schutz im Bereich der Knöchel.

Die Perforation im vorderen Bereich des Schuhs, sowie an der Zunge und den Knöcheln, sorgt für eine gute Belüftung. Schwächen zeigt der Spot Up lediglich im Bereich der Ferse. Hier wirkte die Verarbeitung bei den getesteten Schuhen etwas billig, was aber nicht unbedingt Einfluss auf die tatsächliche Qualität haben muss.

Neben der Dämpfung sticht beim Air Max Spot Up eindeutig der Preis ins Auge. Für 89,90 Euro und dank zahlreichen Rabattaktionen auch schon günstiger, ist der Spot Up das Beste, was man für wenig Geld auf den Positionen Vier und Fünf bekommen kann.

Platz 4: Der Nike Hypermax belegt im Ranking den vierten Platz und ist in meinen Augen ein reiner Center-Schuh.

Der Hypermax ist eine Weiterentwicklung des Hyperdunks, der im vergangenen Jahr auf dem Markt für Performance-Schuhe richtungweisend war. Übernommen wurde dabei die Flywire-Technologie des Oberschuhs, die für die notwendigen Einsparungen beim Gewicht sorgt.

Bei der Dämpfung setzt Nike auf das Air-Max-System, welches auch bei den schwersten Jungs noch für die gewünschte Abfederung sorgt. Hier liegt jedoch auch ein Nachteil des Schuhs. Leider hebt die stabile Sohle den Gewichtsvorteil, der im Bereich des Oberschuhs erzielt wurde, wieder auf. Der Schuh wirkt daher etwas schwer, weshalb ich ihn eher als Center-Schuh einstufen möchte, da es für die Flügelpositionen leichtere Alternativen (z.B. den Hyperize) gibt.

Für die beim Hyperdunk oftmals kritisierte Stabilität im Knöchelbereich sorgt bei seinem Nachfolger eine Klettschnalle, die zusätzlichen Halt geben soll. Mit Preisen zwischen 110 und 140 Euro ist der Hypermax kein Schnäppchen. Wer günstige Alternativen sucht, wird über kurz oder lang beim drittplatzierten Air Max Spot Up landen.

 

Anmerkung: Das Ranking umfasst nur eine bestimmte Auswahl an getesteten Schuhen. Es gibt sicher auch andere Schuhe, derselben oder einer anderen Marke, die eine Chance auf einen Platz unter dieser Top 4 verdient hätten.

Mit Spannung erwarte ich, wie in den kommenden Monaten der TS Bounce Commander von Adidas, der LeBron VII von Nike oder der Melo M6 aus dem Hause Jordan sich im Praxistest beweisen werden. Der ein oder andere Schuh hat sicher eine berechtigte Chance, sich im kommenden Ranking einen Spitzenplatz zu sichern.

Bilder: Nike



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Kommentare

(10 Kommentare bisher)

von Dickson 17.09.09 um 18:26:38


wieso tauchen denn der hyperize und der zoom bb3 net im ranking auf.
einen der beiden muss ich mir nämlich zulegen...



von Treffnix 17.09.09 um 18:33:54


Du machst bei beiden nichts falsch, auch wenn sie nicht im Ranking auftauchen. Ich wollte hier für alle Positionen, die nach meiner Meinung besten Schuhe aufzählen.



von Bamboocha_8 17.09.09 um 21:04:43


Ich hab mal ne Frage zur Zoom-Technologie.
Momentan spiele ich mit einem Zoom BB 2, mit welchem ich sehr zufrieden bin. Doch da ich Plattfüsse habe, sollte ich mit meinen speziellen Sohlen spielen. Wenn ich jetzt aber die Sohle vom Schuh rausnehme, hat er ja dann keine Zoom-Dämpfung, oder? Ist die Zoom-Dämpfung in der Schuhsohle oder im Schuh selbst?
Und noch eine Frage: Der Hypermax ist der Nachfolger des Hyperdunk. Ist dann der Hyperize auch eine Weiterentwicklung des Hyperdunk, einfach für die Position 1-3?



von Treffnix 17.09.09 um 23:12:14


Die Zoom Technologie ist nicht in der Einlagesohle sondern in dem Teil darunter verbaut. Du kannst also ruhig Deine eigenen Einlagesohlen verwenden. Der Hyperize ist wie Du richtig erkannt hast auch eine Weiterentwicklung des Hyperdunks, wie Du schon sagst eher für die 1-3 aber auch ein 4er könnte damit spielen. Die Hauptunterschiede zum Hyperdunk liegen in der dünneren Zunge und statt dem Lunar Schaum wird im Vorderfuß Lunar Lite Schaum verwendet, der anscheinend noch mehr Gewicht einspart. Ob der Lunar Lite Schaum sich jedoch im Hinblick auf seine Haltbarkeit vom Lunar Schaum unterscheidet (wir erinnern uns: nach mehrmaligem Tragen blieb der Schaum beim Hyperdunk dauerhaft eingedrückt)kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe Nike hat diesen Makel behoben.



von Bamboocha_8 18.09.09 um 16:37:26


Vielen Dank für die Antwort :)



von arne wernitzsch 21.09.09 um 13:45:40


Der Zoom Soldier III sind der absolute Burner! Er ist nicht einer der besten Schuhe, die ich je tragen durfte, sondern der beste! Leider kaum noch in den typischen Basketballer-Schuhgrößen in Deutschland zu finden. Meine Nummmer 2 ist der Jordan True Flight. Das absolute Highlight ist die Passform. Der Schuh schmiegt sich noch sanfter an den Fuß an als beim Zoom Soldier. Auch Performancetechnisch hat der Schuh einiges auf dem Kasten. Das Preis/Leistungsverhältnis ist top (bei www.kickz.com 85 - 100 ?). Meine 3 ist der Kobe IV. Er hat auch schöne Passform und eine ebenso gute Sohle. Kostet aber auch ein wenig mehr.
Wer Interesse an einem guten, günstigen Schuh hat, ist bei dem Adidas Pro Model (gibs als high oder low) immer noch am besten aufgehoben. Große Auswahl gibt es auf www.eastbay.com
Soweit mein kleines Sneakerranking...



von Joerg86 21.09.09 um 16:06:03


ich habe mir vor kurzem dem "Nike Air Max Spot Up" zugelegt.
ich bin 184cm groß und spiele zumeist auf der 1 oder 2. ich bin also grade etwas schockiert, dass der schuh eher für die großen positionen geeignet ist, da ich mich nicht sooo intensiv über den schuh informiert habe (okay er ist dirk und ja er ist groß...)

hab bis jetzt 2mal trainiert und finde ihn okay.

denkt ihr, dass er langfristig nachteilhaft für einen guard sein könnte (antrittschnelligkeit, wendigkeit usw...)? oder is das für mich, als ein amateursportler, nicht so gravierend?



von Treffnix 21.09.09 um 20:56:13


@ Joerg86: naja ein Basketballschuh macht Dein Game nicht besser oder schlechter und spielen kann man letztenendes mit jedem Schuh. Manche sind eben für bestimmte Positionen besser geeignet. Ich persönlich spiele auch gern mal nen Guard Schuh auf der 3 oder der 4. Das wichtigste ist letztenendes das der Schuh was taugt und qualitativ gut verarbeitet ist.



von rob 25.09.09 um 11:47:39


Also ich spiele mit dem Zoom Kobe IV, meine Position ist F/C...



von Lemms 26.09.09 um 12:24:58


Jörgi mach dir mal keine sorgen ;) Kumpel (Pro B) und Ich Bezirksliga rocken beide den Schuh, er auf der 2-3 mit 1,90 und ich auf der 1-2 mit 1,83. No Problem!

Ist der beste Schuh den es jemals gab! Jedenfalls für diesen Preis :)

Mit dem Schuh kannst du nix verkehrt machen.



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