Basketball in Deutschland

Gutes tun mit Basketball

Mit dem orangefarbenen Leder öffnet der Verein Basketball Aid Herzen und Geldbörsen.

Von Florian Middelkamp
 04.03.2010 |

Jörg Lorenz strahlte über beide Ohren. Das breite Grinsen des ehemaligen Basketball-Bundesligaspielers und heutigen „orangefarbenen Engels“ hatte anlässlich des Beko BBL Allstar Days im Bonner Telekom Dome mindestens zwei Gründe: Soeben hatte Steffen Hamann den Stand von Basketball Aid besucht und das Grinsen galt der Kamera. Die Freude über die Anteilnahme des prominenten Berliner Aufbauspielers sollte auch wirklich jeder auf dem Foto mitbekommen.

Fast ein Dutzend Helfer, alle in blauen T-Shirts mit orangefarbenem Schriftzug, verkauften Tombola-Lose und T-Shirts, gaben Auskünfte und klapperten mit den Spendenbüchsen. Und der zweite Grund für die große Zufriedenheit an diesem Tage: Der Zuspruch für die Hilfsorganisation war enorm groß. Am Ende des Tages freute sich das Team mehr als 1.800 Euro, viele Besuche von prominenten Basketballspielern und Trainern, die zum Fotoshooting vorbeikamen, sowie über Basketballfans aus der ganzen Republik, die sich am Infostand von Basketball Aid informierten.

Doch damit nicht genug: Am gleichen Wochenende fand in Wedel der Zweitligaspieltag statt. Die norddeutsche Basketballszene sammelte nach großem Engagement von Ex-Bundesligaspieler Jens Kujawa und den Helfern von Basketball Aid über 2.500 Euro für die kleinen Patienten des Hamburger Kinderkrebszentrums.

Noch vor einem Jahr galt Basketball Aid außerhalb der Hauptstadt als nahezu unbeschriebenes Blatt. Bis sich der Vorstand um Gründer Marco Bulla entschloss, die Organisation bundesweit auszubauen, zählte sie gerade 20 Mitglieder. Ein Jahr später gab es bereits Veranstaltungen in Leverkusen, Frankfurt, Düsseldorf, Karlsruhe und Hamburg. Die Spendensumme, die bundesweit zusammengetragen werden konnte, beläuft sich im Jahr 2009 auf insgesamt 25.000 Euro.

Mit dem Motto „Dein Herz schlägt orange“ stößt die Organisation in den Basketballhochburgen Deutschlands auf sehr viel positives Feedback. Rapide stieg die Anzahl namhafter Mitglieder. Unter anderem entschlossen sich der Deutsche Basketball Bund (DBB), der Berliner Radiosender Kiss FM, Deutschlands größte Basketballmagazine Basket und Five sowie das Online-Portal Crossover-Online.de, die Hilfsorganisation auf ihrem Weg zu unterstützen.

Zu all diesen Partnern reihten sich populäre Basketballer: Rekordnationalspieler Patrick Femerling machte als Schirmherr den Anfang. Es folgten sein Frankfurter Kollege Pascal Roller und auch „Streetball-Legende“ Paul Gudde, die sich dafür stark machen, den krebskranken Kindern mit Hilfe des orangefarbenen Leders Mut zu machen.

"Basketball Aid verbindet den Sport mit sozialem Engagement für krebskranke Kinder. Das unterstütze ich als Sportler und Familienvater natürlich sehr gerne", ließ Patrick Femerling Anfang 2009 in einem Interview verlauten.

Im November 2009 durchbrach die gemeinnützige Organisation die Schallmauer von 100 Mitgliedern und gewann mit den Deutsche Bank Skyliners aus Frankfurt den ersten BBL-Mannschaftspartner. Wenige Tage später zog die Deutsche Bank als erstes Firmenmitglied nach.

"Anfang 2009 haben wir mit 20 Mitgliedern begonnen, Spendenaktionen auch außerhalb von Berlin zu initiieren. Jetzt haben wir in ganz Deutschland mehr als fünf Mal so viele Mitglieder. Und mit der Deutschen Bank ein weltweit agierendes Unternehmen mit an Bord zu haben, ist eine großartige Entwicklung", kommentierte Basketball Aid-Vorstandsmitglied Andreas Steffen die Partnerschaft mit den Basketballern vom Main.

Jedoch beschränken sich die "orangefarbenen Engel" nicht nur auf das Anwerben von Mitgliedern. Im November 2009 veranstalteten Sie zum dritten Mal die "Basketball Aid Charity Party" im Herzen von Berlin. Bei der Feierei bis in die frühen Morgenstunden stand natürlich der gute Zweck im Vordergrund. Eingeheizt von DJ D-Tale und fetzigen Housetunes von "Phases of Life" stieg der Spendenerlös auf 5.000 Euro. Unter dem Partyvolk waren auch Alba Berlins Basketballer Adam Chubb, Phillip Zwiener und Nationalaufbauspieler Steffen Hamann vertreten.

Seit Ende letzten Jahres streckt Basketball Aid nun auch die Fühler bei eBay aus. In Kooperation mit den Basketballmagazinen Five und Basket versteigert die Hilfsorganisation basketballerische Unikate aus der BBL und NBA, wie zum Beispiel Schuhe von Shawn Marion, ein Schweißband von Allen Iverson oder ein handsigniertes Nationaltrikot von Emeka Okafor für den guten Zweck.

Der Beko BBL Allstar Day 2010 in Bonn war das perfekte Spektakel, um den Basketballfans in Deutschland zu demonstrieren, wie vielversprechend sich Basketball Aid im Laufe des letzten Jahres entwickelt hat.

Vorstandsmitglied Bernd Kater hatte sich mit zahlreichen Vertretern der Szene verabredet, um für ein Engagement in dem gemeinnützigen Verein zu werben. So meldeten sich aktive und ehemalige Spieler, Trainer und Manager sowie zukünftige Helfer aus vielen Vereinen, die von der Charity-Organisation Wind bekommen hatten. Groß war das Interesse, den Verein künftig unterstützen zu wollen. Der Mut und das komplett ehrenamtliche Engagement von Basketball Aid, Spendenaktionen auch außerhalb der Hauptstadt zu mobilisieren, wurden belohnt. Ideen und gute Beispiele, wie man mit einem Basketball Herzen und Geldbörsen für einen wirklich guten Zweck öffnet, gibt es mittlerweile genug.

Wer Basketball Aid unterstützen möchte, wird am besten Mitglied – entweder persönlich oder mit der gesamten Firma. Wie das geht, steht auf der Website www.basketball-aid.de.

Und wer mal live mit dabei sein möchte, notiert sich zum Beispiel den 25. März. Da startet in Frankfurt die 2. Basketball Aid Charity Party. Karten gibt es unter: basketballaid@konvoi.info.




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von Crossover 05.02.2012 um 07:14:47


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