Top-Four-Turnier

Jenkins dominiert Finale

Alba Berlin ist zum sechsten Mal Pokalsieger. Im Finale gegen die Telekom Baskets Bonn senden die Berliner dank Julius Jenkins' 25 Punkte eine deutliche Botschaft an die Ligakonkurrenz.

Von Text: Jens Möller; Blog: Thomas Käckenmeister; Fotos: Sebastian Eickhoff
 01.03.2009 |

Der neue Pokalsieger heißt Alba Berlin. Vor mehr als 6.600 Zuschauern in der Color Line Arena in Hamburg siegen die Berliner mit 69:44 gegen Bonn in der Neuauflage des letztjährigen Meisterschaftsfinales. Ein letztlich deutlicher Sieg, dabei liefern sich beide Teams zu Beginn einen harten, ausgeglichenen Kampf.

Die erste Ansage im Spiel kommt von Albas Center Adam Chubb. Gleich im ersten Angriff punktet er gegen Ken Johnson, den anscheinend unbezwingbaren Bonner Hühnen aus dem Halbfinale. Berlin lässt sich von der Athletik der Bonner nicht beeindrucken. Das Duell ist sehr physisch, es wird mehr verteidigt als kombiniert. Johnson findet doch ein Block-Opfer (Ansu Sesay), Chubb räumt auf der Gegenseite gleich zwei Mal einen Spieler in Magenta ab.

Am Brett wird alles abgeräumt

Offensiv gibt es dagegen kaum schöne Aktionen, wenig Punkte fallen zu Beginn. Bonn führt nach den ersten zehn Minuten mit 12:10. Johannes Strasser versenkt nach Wiederbeginn einen Dreipunktewurf, doch dann reißt der Faden bei den Baskets. Beide Trainer haben ihre Spieler angewiesen, jeden freien Wurf am Brett gnadenlos durch ein hartes Foul zu verhindern. Das hat größeren Einfluss auf die Bonner, die aus dem Feld einfach keinen Rhythmus mehr finden.



Auf der Gegenseite läuft dagegen Julius Jenkins heiß: Im Pick-and-Roll schüttelt er Gegenspieler Arthur Kolodziejski ab, steigt hoch und trifft für drei Punkte. Immer wieder geht der Ball nun in die Hände von Jenkins. Neun Zähler in Folge macht der US-Guard in dieser Phase, weder Kolodziejski noch Winsome Frazier können ihn im Eins-gegen-Eins halten. Alba führt nach diesem Lauf mit 26:17. Jenkins lässt dem fünfzig Sekunden vor der Pause einen weiteren Dreier folgen. Berlin geht mit 14 Zählern Vorsprung in die Kabine. Bonn hat in der ersten Halbzeit nur fünf seiner 22 Wurfversuche getroffen.

Das Blockmonster erwacht

Auch im dritten Viertel fällt den Baskets in der Offensive nicht viel ein. Dagegen haben die Berliner jetzt auch Glück. Sasa Nadjfeji trifft mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Notdreier. Dass Alba den Vorsprung nicht vergrößern kann, liegt nun an Ken Johnson, der die Zone wieder zum Sperrgebiet erklärt. Wie aus dem Nichts taucht der 2,10-Meter-Mann immer wieder auf und blockt die Albatrosse, insgesamt vier Mal in diesem Viertel. Dazu trifft er vorne sicher einige Male aus der Halbdistanz.

Berlin hat das Spiel jedoch unter Kontrolle. An den Brettern dominieren die Berliner. Das Rebound-Verhältnis lautet am Ende des Spiels 40:20 für Alba. Bonns Spielmacher E.J. Rowland trifft im Fastbreak trotz Foul, und aus den Boxen in der Arena dröhnt der Klassiker ?Give me hope, Johanna?. Nach drei Vierteln liegt Berlin 45:35 in Front. Die Bonner agieren aber weiter unglücklich. Brandon Bowman ist ein Totalausfall heute, er verstrickt sich immer wieder in Einzelaktionen, die in der Alba-Defensive ersticken.

Jenkins dominiert

Jenkins hat auf der Gegenseite weiterhin nicht genug: Per Dreipunktewurf trifft er zum 51:39. Immanuel McElroy wird im Fastbreak gefoult und legt den Ball trotzdem akrobatisch in den Korb (53:39). Fünf Minuten vor dem Spielende führt Berlin mit 17 Punkten (56:39). Die mitgereisten Alba-Fans beginnen schon zu feiern.

Bonn gelingt nun nichts mehr, der wie Bowman sehr schwache Winsome Frazier begeht einen Schrittfehler. Im Gegenzug spielen die Albatrosse Casey Jacobsen schön auf dem Flügel frei; der US-Guard trifft den Dreier, und es sind drei Minuten vor dem Ende 20 Punkte Vorsprung. Der Rest ist Schaulaufen für Berlin. Alba gewinnt am Ende deutlich mit 69:44 gegen Bonner, die in der Offensive einen schlechten Tag erwischten. Julius Jenkins ist mit 25 Punkten und sechs Rebounds der Mann des Spiels. Für Bonn sammelt Ken Johnson 13 Punkte. Das geizige BBL-Scouting rechnet dem Center aber nur fünf Blocks zu, es waren deutlich mehr. Bonn trifft als Team nur 29 Prozent aus dem Feld, viel zu wenig gegen diesen Gegner.


Stimmen zum Spiel

Michael Koch, Trainer der Bonner: ?Für uns ist der zweite Platz etwas ehrenhaftes. Wir haben uns ins Pokalfinale gekämpft, gestern eine tolle zweite Halbzeit gespielt. Heute hat uns ein bisschen was gefehlt. Mit unserer Wurfquote hatten wir hier nichts zu holen.?

Luka Pavicevic, Trainer der Berliner: ?Ich gratuliere meinen Spielern. Wir trainieren hart und viel, aber wir machen auch viele Pausen. Morgen haben meine Spieler kein Training.?

Hier der Live-Blog zum Nachlesen:




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Kommentare

(8 Kommentare bisher)

von mkay 02.03.09 um 09:20:29


man, war das eklelig. der hat jeden 3er getroffen!

aber MVP: ken johnson :)



von almaen 02.03.09 um 10:17:46


ALBA: 3 schwere Spiele in vier Tagen. Das nötigt Respekt ab. Ich hätte vorher auf Bonn getippt.



von Ana.Lyzer 02.03.09 um 18:57:03


Ja, 3 Spiele sind nicht übel, aber trotzdem soll der Pavicewitz mal aufhören rumzuheulen, das ist ja echt nicht auszuhalten... Alba wird immer benachteiligt, immer! Wie traurig...



von jordan 02.03.09 um 21:36:45


DA IST DAS DING!!! Glückwunsch an die ALBA-Spieler und an Pavicevic plus Kollegen.

Evtl. trifft man sich im Finale wieder, doch Berlin zeigte ihre Klasse in wichtigen Spielen eindrucksvoll. Playoffs wir kommen!

@ Ana.Lyzer

Pavicevic bitte und nich irgendwas mit einem "witz" ;) .



von justuskoch 02.03.09 um 22:40:36


ich hab 7 blocks von johnson gezählt...
naja dümmer is das das zwiener trotz 20 pkt führung nich spielt...



von mkay 02.03.09 um 22:50:06


auf jeden Fall.. ich habe sogar 8 bei Johnson gezählt, Frazier hatte auch 2..
Schweinerei

wenigstens konnte herber spielen ^^.. aber echt bitter, dass die Nationalspieler auf der Bank versauern



von Ana.Lyzer 03.03.09 um 18:40:05


@jordan

achso, vielen Dank für die Information. Kann ja nicht alles wissen...



von jordan 03.03.09 um 18:54:34


@ Ana.Lyzer

Kein Problem!



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