Top-Four-Turnier

Hoffnungen und Enttäuschungen

Urspring sicherte sich am Wochenende das Double, indem es die Deutsche Meisterschaft der JBBL und NBBL gewann. Doch nicht nur die Schelklinger sorgten für Begeisterung bei Zuschauern und Experten. Das Turnier bot eine gute Gelegenheit, eine neue Generation deutscher Basketballtalente unter die Lupe zu nehmen. CROSSOVER war für Euch dabei und berichtet von Überfliegern und Abgestürzten.

Von Peter Bieg
 18.05.2011 |

Das NBBL- und JBBL-Final Four in Ludwigsburg war nicht nur ein Kräftemessen der besten Mannschaften der deutschen Nachwuchsbundesligen. In den Halbfinal- und Finalspielen am vergangenen Wochenende standen sich auch einige der talentiertesten deutschen Basketballer der Jahrgänge 1992, 1993, 1994 und 1995 gegenüber.

CROSSOVER hat für Euch mit Experten gesprochen, alle Spiele ausgiebig beobachtet und sich ein Bild von der nächsten Generation deutscher Basketballer gemacht. An dieser Stelle findet Ihr eine kurze Vorstellung aller Spieler, die beim Turnier einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben oder nicht in der Lage waren, hohe Erwartungen zu bestätigen. Die vorliegende Auswahl und die jeweiligen Beschreibungen beziehen sich dabei ausschließlich auf die während des Top Four in Ludwigsburg gezeigten Leistungen.

Ebenso ist es bei einer Auswahl logisch, dass bestimmte Spieler nicht berücksichtigt wurden, obwohl sie durchaus beachtliche Einzelleistungen hingelegt haben. So sicherte sich Robin Missa (IBBA Berlin, Center, 2,05 Meter) in seinem einzigen Spiel in Ludwigsburg beachtliche 19 Rebounds. Sein Offensivspiel (8 Pkt) ist allerdings kaum der Rede wert, weshalb hier nicht näher auf diesen Spieler eingegangen wird. Ähnlich verhält es sich bei Jörg Dippold (TSV Tröster Breitengüßbach, Small Forward, 1,95 Meter, 27.09.1992), der zwar zwei Mal (25 Pkt/4 Dreier im Halbfinale, 17 Pkt/3 Dreier im Finale) seine Fähigkeiten als Scorer demonstrierte, allerdings insgesamt zu eindimensional erschien, um eingehender vorgestellt zu werden. Die Urspringschüler Malik Müller (Guard, 1,90 Meter, 24.01.1994), Kenneth Ogbe (Point Guard, 1,92 Meter, 16.11.1994) und Kalidou Diouf (Center, 2,00 Meter, 31.08.1994) zeigten allesamt vielversprechende Leistungen, werden aufgrund ihres Alters allerdings in den kommenden Jahren noch genügend Aufmerksamkeit in der NBBL erhalten.

JBBL

Nico Jacobi
(IBBA Berlin, Guard, 1,87 Meter, 09.07.1995)

Jacobi hatte aufgrund der knappen Niederlage seines Teams im Halbfinale gegen den späteren Champion aus Urspring nur einen Auftritt beim Final Four, den er für 13 Punkte und neun Rebounds nutzte. Der Berliner präsentierte sich als sehr kampfstark, scheute zu keiner Zeit die Übernahme von Verantwortung und versuchte bis zuletzt, seine Mannschaft ins Finale zu führen. Seine Wurfquote war dabei klar ausbaufähig, dennoch hinterließ der untersetzte Flügelspieler einen guten Eindruck. Für einen Flügelspieler ist Jacobi mit 1,87 Metern allerdings recht kurz geraten, auch Schnelligkeit und Athletik lassen viel Luft nach oben.

Tarek Vierhuve
(IBBA Berlin, Point Guard, 1,82 Meter, 15.03.1995)

Vierhuve war noch vor Jacobi der auffälligste Berliner Spieler. Trotz muskulärer Probleme spielte sich der bissige Point Guard in den Vordergrund, versuchte das Spiel seiner Mannschaft zu lenken, in der Verteidigung gegen die Guards aus Urspring Druck aufzubauen und selbst zu punkten. Vierhuve ist schnell, mit einem passablen Wurf ausgestattet und ebenso wie sein Mannschaftskollege Jacobi mit einer gesunden Portion Aggressivität auf dem Feld unterwegs. Im Halbfinale erzielte er 17 Punkte, darunter zwei Dreier).

Zaire Thompson
(Team Alba Urspring, Point Guard, 1,83 Meter, 24.10.1995)

Ursprings Aufbauspieler Zaire Thompson kam im Halbfinale gegen Berlin zwar nur auf zehn Zähler, machte aber dennoch einen beachtlichen Job als Lenker seines Teams. Die offizielle Größenangabe von 1,83 Metern dürfte dabei allerdings etwas geschönt sein. Der schnelle, ballsichere und mit einer guten Übersicht ausgestattete Thompson überzeugte auch mit einem zielsicheren und recht sauberen Sprungwurf, den er mit Vorliebe direkt aus dem Dribbling aus der Mitteldistanz an den Mann brachte. Im Finale kam er auf 18 Punkte (2 Dreier) und sicherte Urspring gemeinsam mit Center Gavin Schilling den Meistertitel. Aufgrund der dünn besetzten Bank der Süddeutschen bekam Thompson kaum Pausen und schaffte es dennoch, nur wenige Fehler zu machen.

Gavin Schilling
(Team Alba Urspring, Center, 2,04 Meter, 10.11.1995)

31 Punkte und 19 Rebounds, 32 Punkte und 9 Rebounds – das sind die Zahlen, die Ursprings Gavin Schilling im Halbfinale bzw. Finale des Top Four für seine Mannschaft aufs Parkett brachte. Der erst 15-jährige gehörte dabei zu den spektakulärsten Spielern überhaupt und begeisterte die Zuschauer in der Rundsporthalle ein ums andere Mal mit krachenden Dunkings. Schilling ist für sein Alter herausragend athletisch, verfügt über einen großen, breiten und bereits recht muskulösen Körper. Es gab keinen Spieler in seiner Altersklasse, der dem Center paroli bieten konnte. Dabei machte Schilling seine Punkte – oftmals trotz Foul – nicht nur durch beeindruckende Dunkings aus dem Stand heraus, sondern zeigte bereits die Fähigkeit, von beiden Seiten des Zonenrandes mit sich entwickelnden Bewegungen zu punkten. Sowohl am offensiven als auch am defensiven Brett war der Urspringer nur selten vom Rebound abzuhalten und sobald Schilling den Ball in der Zone erst einmal erhalten hatte, waren Urspring die Punkte so gut wie sicher.

In der Verteidigung agierte der athletische Riese eher zurückhaltend und war stets darauf bedacht, keine unnötigen Fouls zu kassieren. Nach anfänglichen Schwächen stabilisierte sich Schilling auch an der Freiwurflinie und zeigte eine erfreulich gute Mechanik bei seinem Wurf. Bereits in diesem Jahr wäre Gavin Schilling auch in der höheren Altersklasse für jedes Team eine echte Alternative unter dem Korb gewesen.

Robert Zinn
(BBA Ludwigsburg, Point Guard, 1,94 Meter, 22.02.1995)

Der 16-jährige Robert Zinn war der Kopf einer Ludwigsburger Mannschaft, die um ein Haar vor eigenem Publikum den deutschen Meistertitel errungen hätte. Im Finale unterstrich Zinn, der für einen Point Guard über eine hervorragende Größe verfügt, mit 14 Punkten (2 Dreier), sechs Rebounds und sechs Assists seine Vielseitigkeit. Was Zinn jedoch vor allem von den meisten seiner Altersgenossen abhebt, ist seine Übersicht, die für einen Teenager bereits sehr ausgereift ist. Immer wieder fand der U16-Nationalspieler seine Teamkollegen aus dem Pick-and-Roll und bereitete mit klugen Pässen leichte Körbe vor.

Zinns Wurf ist weder besonders schön noch besonders schnell, fand den Weg in den Korb aber dennoch recht häufig – im Halbfinale kam Zinn auf 23 Punkte inklusive drei getroffener Drei-Punkt-Würfe. Für einen Spieler auf den kleinen Positionen sind Schnelligkeit und Athletik eher durchschnittlich. Dennoch ist Zinns Kombination von Fähigkeiten und Anlagen sehr vielversprechend.

Stefan Ilzhöfer
(BBA Ludwigsburg, Small Forward, 1,95 Meter, 22.03.1995)

Ilzhöfer lieferte im Halbfinale 17 Punkte (4 Dreier), im Finale waren es nur noch 9 (3 Dreier). Die Zahlen deuten es bereits an: Bei dem groß gewachsenen Ilzhöfer handelt es sich um einen sehr guten Werfer mit einem schnellen, sauberen Schuss aus der Distanz. Doch auch mit einer guten Grundschnelligkeit, Beweglichkeit und einem guten Spielverständnis wusste der Flügelspieler zu gefallen. Ilzhöfer ist kein wilder Schütze, liest das Spiel gut, trifft bereits oft die richtige Entscheidung und sieht den besser postierten Nebenmann. In der Offensive muss das Spiel des 16-Jährigen allerdings variantenreicher werden. Sein Zug zum Korb sah nicht schlecht aus, aber allzu oft hoffte der Ludwigsburger auf den Wurf von außen.

Tobias Heintzen
(BBA Ludwigsburg, Power Forward, 1,94 Meter, 24.01.1995)

Heintzen war bei der Finalniederlage gegen Urspring bester Werfer seines Teams (15 Pkt, 2 Dreier, 7 Rebounds) und auch im Halbfinale präsentierte sich der kräftige Vierer brandgefährlich (23 Punkte).

Dabei ist es nicht unbedingt sein Scoring, das Heintzen zu einem interessanten Spieler macht. Der Ludwigsburger war der einzige Spieler, dem es gelang, Gavin Schillings Kreise zumindest einigermaßen einzuschränken. Hierzu setzte er seinen muskulösen Körper geschickt ein und versuchte den Urspringer konsequent zu fronten. Heintzen ist ein Arbeiter, der unermüdlich läuft, Blöcke für seine Mitspieler stellt und sich ganz in den Dienst seines Teams stellt. Zwar bleibt abzuwarten, wie weit sich Heintzen körperlich wie spielerisch noch entwickeln kann und auf welcher Position in den kommenden Jahren wird spielen können; in Ludwigsburg gehörte er aber ohne Zweifel zu den effizientesten Spielern.

NBBL

Dennis Schröder
(Junior Phantoms Braunschweig/Wolfenbüttel, Point Guard, 1,81 Meter, 15.09.1993)

Dennis Schröder von den Phantoms Braunschweig/Wolfenbüttel sorgte am ersten Spieltag des Top Four Turniers wohl für die meisten „Ahs“ und „Ohs“ bei den anwesenden Zuschauern. Der nur 1,81 Meter große Point Guard erinnert, was Spielanlage und Physiognomie angeht, an Rajon Rondo von den Boston Celtics. Dünn, langarmig, schnell, beweglich, athletisch, stark am Ball, mit einem guten Zug zum Korb und einem Näschen für Steals. Im Gegensatz zu Rondo präsentierte sich Schröder allerdings auch aus der Distanz als gefährlich und zeigte einen respektablen Sprungwurf.

An der Seite von NBBL-MVP und Power Forward Daniel Theis konnte aber auch Schröder mit 31 Punkten (drei Dreier), sechs Assists und fünf Steals die knappe Halbfinal-Niederlage gegen Breitengüßbach nicht verhindern. Denn trotz aller Dunkings, Dribblings, No-Look-Pässe und Körpertäuschungen, mit denen es Schröder gelang, die Zuschauer zu bezaubern, war er nicht in der Lage, sein Team gegen eine keinesfalls überlegene Breitengüßbacher Mannschaft in der Crunchtime zum Sieg zu führen. Zwar traf Schröder in dieser Phase wichtige Würfe, im dritten Viertel war vom Wirbelwind aber fast gar nichts zu sehen.

Nichtsdestotrotz hat der erst 17-jährige, ProB-erfahrene Schröder gezeigt, dass er in der kommenden Saison zu den dominierenden Spielern der NBBL gehören kann. Dann muss er allerdings ohne Big Man Daniel Theis auskommen, der aus Altersgründen nicht mehr in der NBBL spielberechtigt ist. Außerdem sollte er sich eine bessere Arbeitseinstellung in der Verteidigung aneignen, denn mit seiner Angewohnheit, nahezu ausschließlich mit gespielter Teilnahmslosigkeit auf Steals zu lauern, ohne den Gegenspieler unter Druck zu setzen, sorgte Schröder für Stirnrunzeln bei den anwesenden Coaches.

Daniel Theis
(Junior Phantoms Braunschweig/Wolfenbüttel, Center, 2,05 Meter, 04.04.1992)

Theis wurde im Rahmen des Turniers zum MVP der diesjährigen NBBL-Saison gewählt, was bereits einiges über die Leistungsfähigkeit des jungen Big Man aussagt. Im Halbfinale gegen Breitengüßbach kam der 2,05 Meter-Mann auf 16 Punkte, 13 Rebounds und drei Blocks. Der 19-jährige ist für seine Körpergröße sehr agil, ein exzellenter Rebounder, verfügt über eine gute Sprungkraft und einen technisch sauberen Sprungwurf.

Obwohl Theis zu Spielbeginn einen Dunk ins Gesicht von Nationalmannschaftskollege Philipp Neumann einstecken musste, entschied er das Duell unter dem Korb klar für sich und hatte mit einem schönen Alley-Oop nach Zuspiel von Schröder und einem Block, bei dem Theis den Ball sogar mit zwei Händen fangen konnte, auch selbst einige „Highlight-Plays“. Für sein Alter präsentierte sich der Führungsspieler bereits sehr souverän, traf zumeist gute Entscheidungen, wenngleich er zu Spielbeginn sehr nervös wirkte und im Lauf der Partie zwei Airballs produzierte.

Ob als Power Forward oder moderner Center mit Wurf: Theis wird seinen Weg machen und sich höchstwahrscheinlich zu einer fest Größe im deutschen Basketball entwickeln.

Philipp Neumann
(TSV Tröster Breitengüßbach, Center, 2,10 Meter, 20.02.1992)

Philipp Neumann gehört zu den derzeit am meisten diskutierten Nachwuchsbasketballern Deutschlands, wurde Anfang des Jahres in Trier zum MVP des NBBL-All Star Spiels gewählt, erhält bei den Brose Baskets Bamberg ab und an bereits Einsatzzeit in der Beko BBL und steht sogar auf den Zetteln einiger NBA-Scouts.

All das hielt den baumlangen Center nicht davon ab, vor den Augen von Nationaltrainer Dirk Bauermann, ein miserables Turnier zu spielen. Im Halbfinale gegen Braunschweig/Wolfenbüttel durfte der 2,10 Meter große Spieler mit sechs Punkten und fünf Fouls vorzeitig auf der Bank Platz nehmen, bei der Finalniederlage gegen Urspring reichte es immerhin zu acht Punkten, sieben Rebounds und drei Blocks.

Neumann schien die Bindung zu seinem eigenen Team ebenso zu fehlen, wie die Fähigkeit, über die rechte Seite zum Korb zu gehen. Seine – zumeist erfolglosen Korbversuche – gab es nur in zwei Varianten zu sehen: Entweder nahm Neumann Sprungwürfe aus der Mitteldistanz oder er zog über die linke Seite zum Korb, verzögerte den Wurf und versuchte dann abzuschließen. Seine Körpersprache war zumeist negativ, im Finalspiel schrie er einen seiner Mitspieler nach einem missglückten Pass ins Gesicht. Natürlich ist es auf der Center-Position mit am schwierigsten, ein Spiel an sich zu reißen, da die Abhängigkeit von den Zuspielen der Teamkameraden sehr hoch ist.

Dennoch enttäuschte Neumann als Führungsspieler ebenso wie als hoch gehandeltes Talent. Im Halbfinalspiel waren die stärksten Güßbacher Phasen jene, in denen der foulbelastete Center auf der Bank saß.

Ole Wendt
(Paderborn Baskets, Point Guard, 1,90 Meter, 05.10.1992)

20 Punkte (zwei Dreier), sechs Assists und vier Steals – so liest sich die Stat-Line von Point Guard Ole Wendt aus dem Halbfinalspiel um die NBBL-Krone gegen den Erzrivalen aus Urspring. Zwar konnte auch Wendt die deutliche Niederlage seiner Paderborner gegen die Schelklinger nicht verhindern, er selbst lieferte auf der Aufbauposition allerdings ein überragendes Halbfinale ab.

Im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Lars beeindruckte Ole Wendt nicht nur durch einen sicheren Distanzwurf – den er in einem Fall aus vollem Lauf als Pull-Up-Jumper aus dem Fastbreak einnetzte – sondern auch als Spielgestalter, Verteidiger und mit starken Drives zum Korb. Wendt zeigte seinen kompletten Werkzeugkasten und war der mit Abstand beste Spieler auf Paderborner Seite. Die Bereiche Kraft und Athletik wird der Ostwestfale noch enorm verbessern müssen, um auf höchstem Niveau eine ähnlich tragende Rolle spielen zu können. Was seine spielerischen Fähigkeiten angeht, präsentierte sich Wendt gemeinsam mit seinem Gegenspieler Mario Blessing (Alba Urspring) als am weitesten entwickelter Aufbauspieler des Turniers.

Lars Wendt
(Paderborn Baskets, Shooting Guard, 1,90 Meter, 05.10.1992)

Lars Wendt gelangen in seinem einzigen Auftritt in Ludwigsburg nur magere fünf Punkte (1 Dreier). Der Shooting Guard versuchte vergeblich, in einen Wurfrhythmus zu kommen und wurde vom Nationalmannschaftskollegen und Urspringschüler Kevin Bright über die meiste Zeit zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Lars Wendt muss seinem Spiel mehr Variabilität verleihen, um die nächste Stufe seiner basketballerischen Entwicklung zu erreichen und präsentierte sich zu eindimensional.

Mario Blessing
(Team Alba Urspring, Point Guard, 1,85 Meter, 10.01.1992)

Als Kopf der Mannschaft führte Mario Blessing die Urspringschule zur Titelverteidigung. Der ProB-erfahrene Juniorennationalspieler, dem in dieser Saison mit dem Team Urspring/Ehingen das Erringen der Meisterschaft und der Aufstieg in die ProA gelang, hatte zu (fast) jeder Zeit alles im Griff, was auf dem Spielfeld passierte.

Ausgestattet mit toller Übersicht, klasse Ballhandling, schnellen Füßen und einem sauberen Wurf setzte Blessing immer dann Akzente für Urspring, wenn es nötig war oder bediente den besser postierten Nebenmann. Außerdem wusste der Denker und Lenker mit einer vorbildlichen Einstellung auf dem Feld zu gefallen, kommunizierte hervorragend mit Schiedsrichtern und Mitspielern. Mit seinen 19 Jahren gehörte Blessing zu einer Handvoll echter Profis, die in Ludwigsburg ihr Können zeigten und bereits in den kommenden Jahren für höhere Aufgaben bereit sein werden.

Julius Wolf
(Team Alba Urspring, Power Forward, 2,01 Meter, 26.01.1993)

Mit einem Double-Double (15 Punkte, 10 Rebounds) vor den Augen seines großen Bruders und amtierenden NCAA-Champions Enosch (Enosch Wolf gewann den Titel in diesem Jahr mit den Connecticut Huskies) zeigte Julius Wolf einmal mehr, dass in den wichtigen Spielen auf ihn Verlass ist.

Was den Power Forward dabei auszeichnet, sind eine sehr gute Grundausbildung und eine große Vielseitigkeit: Mit Reichweite bis zur Dreierlinie, sehr guter Arbeit beim Rebound, einem nicht zu unterschätzenden Zug zum Korb, einigen feinen Moves in Brettnähe und einer spürbaren Präsenz und Ruhe bringt der 18-jährige viel Rüstzeug mit, um als Basketballer erfolgreich zu sein.

Auf Monsterdunks oder verrückte Bewegungen lässt Wolf die Zuschauer vergebens warten. In den stärksten Phasen seiner Mannschaft spielte er aber eine ganz wichtige Rolle. Für sein Alter ist der Vollblutbasketballer bereits sehr abgebrüht. Wolf wird auch im kommenden Jahr eine verlässliche Konstante im Spiel der Schelklinger sein.

Kevin Bright
(Team Alba Urspring, Small Forward, 1,98 Meter, 07.09.1992)

Kevin Bright spielte in aller Stille ebenfalls eine Schlüsselrolle im Team Urspring und darf mit Fug und Recht als der am weitesten entwickelte Spieler des Turniers bezeichnet werden. In der ProB bereits die gesamte Saison hinweg Leistungsträger für den Meister und ProA-Aufsteiger Urspring/Ehingen, bestach Bright am Wochenende vor allem durch Abgeklärtheit, Ruhe und Souveränität. Wenn es nötig war – so etwa in der Schlussphase des Finalspiels – schaltete Bright einen Gang höher und punktete fast nach Belieben. Davon abgesehen verteidigte er mit schnellen Beinen und viel Druck die Flügelspieler des Gegners und strahlte Gefahr aus, wenn es nötig war.

Bright ist ein hervorragend ausgebildeter Flügelspieler mit allen Tools, dem völlig zu recht eine Zukunft als Bundesligaspieler vorhergesagt wird. Ob und wann er es schafft, sich auch auf europäischem Top-Niveau zu etablieren, hängt auch davon ab, ob es ihm gelingt, einen echten Killerinstinkt zu entwickeln.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von rajonrondo9 18.05.11 um 14:38:29


Ole Wendt muss sich im bereich athletik deutlich berbessern?? hab ich das richtig gelesen ?
Daniel Theis ist 100 mal besser als Phillip Neumann !



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