Top-Four-Turnier
Der Pokal bleibt in Bamberg
Den Brose Baskets Bamberg ist die Verteidigung des BBL-Pokals gelungen. In einem umkämpften Finale gegen Braunschweig mussten die Franken bis zur letzten Sekunde zittern. Den dritten Rang sicherten sich die Artland Dragons durch einen Kantersieg über Frankfurt.
Von Joshua Wiedamnn |
03.04.2011 | |

Spiel um Platz 3: Dragons überrumpeln Skyliners
Am frühen Nachmittag standen sich die beiden Verlierer vom Samstag, Frankfurt und Quakenbrück, im Spiel um Platz drei gegenüber. Bei den Skyliners saß DaShaun Wood in zivil auf der Bank (Skyliners-Coach Herbert: „DaShaun hat sich unter der Woche eine leichte Rückenzerrung zugezogen und heute Nacht wieder Schmerzen“), während Dragons-Coach Stefan Koch auf alle Akteure zurückgreifen konnte.
Vor zunächst rund 2.500 Zuschauern ließ die Truppe aus dem Artland ihrem Kontrahenten nur ein Viertel lang eine Chance. Trotz der Extrabelastung am Vortag gegen Bamberg machte Quakenbrück den frischeren Eindruck und setzte mit einem 16:0-Lauf im zweiten Viertel den entscheidenden Stich. Auf Frankfurter Seite lief ohne Topscorer Wood wenig zusammen, so dass die Partie quasi schon beim Halbzeittee zugunsten der Dragons entschieden war (52:34). Schon nach dem Seitenwechsel rotierten beide Trainer viel durch, an der Überlegenheit der Dragons änderte dies aber nichts: Quakenbrück schaukelte die Partie problemlos nach Hause und ging letztlich mit einem klaren 90:56-Erfolg vom Parkett.
Finale: Bamberg rettet Titel ins Ziel
Bamberg gegen Braunschweig - so hieß die Endspiel-Paarung. Im Laufe der BBL-Saison waren die beiden bisherigen Aufeinandertreffen an die Franken gegangen (74:71 sowie 68:55). Die zentrale Frage vor dem Finale lautete aber, inwiefern Bamberg die Strapazen vom Overtime-Sieg gegen Quakenbrück überwunden haben würde.
Zu Beginn der Begegnung schienen die Phantoms tatsächlich von der längeren Regenerationsphase und müden Bamberger Beinen zu profitieren. Überraschenderweise mit 2,21-Meter-Hüne Nick Schneiders in der Startformation, legten die Niedersachsen los wie die Feuerwehr (0:7). Die Gastgeber fingen sich jedoch schnell und kamen vor allem durch einige erfolgreiche Schnellangriffe ins Rollen. Braunschweig hingegen agierte nun zunehmend ideenloser gegen die starke Defensive der „Brösels“ und konnte besonders das eigene Zonenspiel - im Halbfinale gegen Frankfurt noch ein Schlüssel zum Erfolg - kaum etablieren. Mit einem Tip-Dunk zum 17:10 für Bamberg schloss Tibor Pleiß das erste Viertel ab.
Wer nun aber glaubte, dass Braunschweig bereits aufstecken würde, irrte sich. Coach Sebastian Machowski schien in der Viertelpause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft startete mit einem hohen Energielevel in die zweiten zehn Minuten. Phantoms-Forward Jason Cain setzte mit einem spektakulären Dunk über Tibor Pleiß ein Ausrufezeichen. Spätestens als Braunschweig zur 19:21-Führung einnetzte, war die Partie wieder völlig offen. Es entwickelte sich nun ein defensivorientiertes Spiel, in dem Bamberg (wie schon am Vortag) nicht die gewohnte Dominanz aufbauen konnte und stattdessen zunehmend mit der Schiedsrichter-Leistung haderte. Nach einem stark Schrittfehler verdächtigen Dribbling und anschließenden Dreier in letzter Sekunde durch Phantoms-Guard Uros Duvnjak ging Bamberg mit einem knappen 36:35 in die Halbzeitpause.
Hatte es schon in der ersten Hälfte ein offensiv eher mäßiges Spiel gegeben, blieb die Partie auch in der zweiten Halbzeit arm an erfolgreichen Offensivaktionen. Braunschweig tat sich nun schwer gegen die Bamberger Defensive, blieb durch den Kampf und Offensiv-Rebounds aber im Rennen. Bamberg kam ebenfalls nicht ins Laufen und schnitt sich durch Ballverluste oder Unachtsamkeiten öfter ins eigene Fleisch. Das intensive Halbfinale gegen Quakenbrück schien nun tatsächlich an den Kräften des Meisters zu zehren.
Bis in die Schlussphase stand das Spiel auf Messers Schneide: Mehr als ein, zwei Zähler Vorsprung konnte sich keines der beiden Teams nun erarbeiten. Auf Seiten Bambergs setzten nun vor allem die Bankspieler Kyle Hines und Reyshawn Terry Akzente, wohingegen für die Phantoms die Routiniers Marcus Goree, der unermüdlich am Brett arbeitete, und LaMarr Greer nun das Heft in die Hand nahmen. Nach einem unsportlichen Foul durch Braunschweigs Kyle Visser und einen anschließenden Distanztreffer von Anton Gavel konnten sich die „Brösels“ auf 67:63 absetzen; Braunschweig konterte umgehend mit einem Dreier durch US-Guard Kevin Hamilton.
Mit einer Ein-Punkt-Führung der Franken ging es in die letzte Minute. Zunächst vergab Predrag Suput die Gelegenheit, den Vorsprung der Brose Baskets zu erhöhen, dann hüpfte auf der anderen Seite ein Korblegerversuch durch Goree wieder vom Ring. Mit zwei Freiwürfen erhöhte Bambergs Brian Roberts auf 69:66. Der Versuch, die Partie doch noch in die Verlängerung zu schicken, misslang LaMarr Greer mit Ablauf der Spieluhr.
Bamberg holte damit den ersten von zwei möglichen Titeln der Saison; gleichzeitig gelang den Franken die Titelverteidigung im Pokalwettbewerb. In einem umkämpften, aber hochspannenden Finale stach auf Seiten des Titelgewinners kein Akteur wirklich heraus. Für Braunschweig bot erneut Kevin Hamilton mit 20 Zählern eine starke Leistung.



von DL 05.04.11 um 11:39:06
Bei einer Freiwurfverteilung von 34:10 für Bamberg ist wohl kaum davon zu sprechen, dass Bamberg mit den Schiedsrichtern zu haderen hatte.