Top-Four-Turnier

Demonstration von Stärke

Am Ende eines gelungenen Basketballwochendes feierten die Fans vom Team Alba Urspring sowohl das JBBL-als auch das NBBL-Team bei der Siegerehrung in Ludwigsburg. "U1L", was für "Urspring, one love" steht, skandierten die mitgereisten Anhänger. Beide Teams aus Schelklingen hatten beim Top4 verdientermaßen ihre Konkurrenz für sich entschieden und den Status des Internats noch einmal verfestigt.

Von Johannes Hübner
 17.05.2011 |

Die Halbfinalspiele

Im ersten Halbfinale des Turniers standen sich die IBBA Berlin und das Team Alba Urspring gegenüber. Es wurde schnell klar, welche Spieler auf beiden Seiten den Takt vorgaben. Bei den Urspringschülern war dies ganz klar Gavin Schilling, der gleich die ersten 14 Zähler seines Teams erzielte. Bei den Berlinern war Tarek Vierhuve der Dreh- und Angelpunkt. Anfang des zweiten Viertels stand es 18:10 für die Mannschaft aus Ursrping, doch im in diesem Abschnitt konnte sich das Team aus der Bundeshauptstadt durch eine Pressverteidigung, die den Internatsspielern erstaunliche Schwierigkeiten bereitete, zurück ins Spiel kämpfen. Zur Halbzeit (27:24) war alles wieder ausgeglichen und Schilling hatte bereits 18 Punkte auf seinem Konto. In der zweiten Halbzeit ging das intensiv und gut geführte Spiel weiter und es entwickelte sich in der Schlussphase ein kleiner Krimi. Schilling, der bis zur Schlussphase fast jeden Freiwurf verworfen hatte, versenkte jetzt zumeist wenigstens einen seiner zwei Versuche, sodass die Berliner im letzten Angriff die Chance zum Sieg hatte. Vierhuve bekam den Ball und zog zum Korb, doch die Verteidigung sank gut ab und zwang den Point Guard zum Fehlwurf. Urspring verwandelte noch Freiwürfe zum 58:54-Endstand und zog durch einen überragende Gavin Schilling (31 P, 19 R) ins Finale ein.

Im zweiten Halbfinale trafen mit Ludwigsburg die Lokalmatadoren auf die Underdogs der Bayer Giants aus Leverkusen. Die Rollenverteilung war klar und beide Teams wurden dieser Rolle auch mehr als gerecht. Die Ludwigsburger wurden vom Publikum getragen und waren von Anfang bis Ende das deutlich bessere Team. Die Schwaben kamen durch viele Steals oft zu einfachen Punkten und lagen bereits zur Halbzeit mit 54:23 in Front. Das Spiel war bereits zu diesem Zeitpunkt entschieden und am Ende bekamen noch die Bankspieler ihre Chance sich zu präsentieren. Die Hausherren hatten in Robert Zinn (23 P, 6 A, 5 R), Tobias Heintzen (23P) und Stefan Ilzhöfer (17P) ein Trio, welches an diesem Tag zu gut für die Underdogs aus Leverkusen war.

In der Konkurrenz der NBBL gab es bereits im ersten Halbfinale zwar nicht das beste, zumindest aber das spektakulärste Spiel zu sehen. Vor allem die erste Halbzeit war sehr mitreißend und auf Seiten der Braunschweiger zog Dennis Schröder die Zuschauer in seinen Bann. Schröder wirbelte die Defense der Breitengrüßbacher durch gekonnte Drives durcheinander und setzte seine Mitspieler perfekt in Szene. Daniel Theis war es dann, der nach einem spektakulären Block hinten, vorne von Schröder für einen krachenden Alley-Oop bedient wurde. Philipp Neumann, Nationalmannschaftskollege von Theis, antwortete mit einem Dunk gegen den MVP der diesjährigen NBBL-Saison. Ansonsten blieb der Center aber extrem blass, was den Braunschweigern zu einer deutlichen 42:30-Halbzeitführung verhalf. In den zweiten 20 Minuten kippte das Spiel aber zugunsten der Franken. Schröder tauchte im dritten Viertel etwas unter und bei den Breitengrüßbachern schwang sich Jörg Dippold (25P) auf, der Matchwinner zu werden. Dies war auch nötig, da Neumann sechs Minuten vor Ende durch ein unnötiges Offensivfoul bereits wegen fünf geahndeten Regelwidrigkeiten auf die Bank musste. Am Ende zogen die Franken durch ein 76:72 in das Endspiel der NBBL ein, obwohl Dennis Schröder mit 31 Punkten, sechs Assists und fünf Steals eine klasse Partie ablieferte.

In einem sehr kampf- und verteidigungsintensiven Spiel zwischen den beiden Erzrivalen aus Paderborn und Urspring erwischten die Paderborner den besseren Start. Durch einen 8:0-Lauf im ersten Viertel sicherte sich die Mannschaft von Artur Gacaev eine 20:12-Führung nach dem ersten Spielabschnitt. Vor allem Ole und Lars Wendt waren zu Beginn durch teils extrem schwere Würfe in Erscheinung getreten. Trainer Felix Czerny legte seinen Schützlingen wohl vor allem die Verteidigung nahe und bekam zur Pause (22:28) mehr Intensität zu sehen. Der NBBL-Champ erwischte dann den besseren Start und das Momentum kippte immer mehr zugunsten der Urspringschüler. Ole Wendt stemmte sich vor allem gegen diese drohende Wende, doch ein 12:2-Lauf durch Dreier von Malik Müller und Kevin Bright brachte drei Minuten vor dem Ende (64:52) die Vorentscheidung. Ein starkes Spiel lieferte Mario Blessing für die Schelklinger, der wenig Fehler machte und durch eine bedachte Wurfauswahl hervorstach. Mit einem am Ende zu deutlichen 73:53-Erfolg sicherte sich Ursrping zum vierten Mal in fünf Jahren das Finalticket.

Die Finale

Im JBBL-Finale standen sich mit Alba Urspring und der BBA Ludwigsburg zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Über 40 Minuten wurde ein intensives Spiel auf hohem Niveau geboten. Beide Team starteten konzentriert und suchten den Erfolg durch gute Verteidigung und geordneten Angriff, was einen verdienten 17:17-Zwischenstand nach den ersten zehn Minuten zur Folge hatte. Urspring kam durch einen 7:0-Lauf etwas besser in Fahrt, doch Tobias Heintzen, der schon ein starkes Halbfinale ablieferte, brachte die BBA mit zwei Drei-Punkte-Würfen in Folge wieder in Schlagdistanz. Ludwigsburg war jetzt in Fahrt gekommen und durch Buzzer Beater von Stefan Ilzhöfer gingen die Hausherren sogar beim Stand von 35:28 zum Pausentee.

Die Schelklinger gaben sich aber nicht auf und Gavin Schilling, der in der ersten Halbzeit nicht gewohnt dominant war, zeigte jetzt sein wahres Gesicht und leitete mit zwei Dunks, einer davon mit Foul, einen Lauf seines Teams ein. Danach übernahm sein Partner auf der Eins, Zaire Thompson, mit zwei Dreiern in Serie (42:42). Kurz vor Ende des dritten Viertels geriet Ludwigsburg, durch die vierten Fouls von Heintzen und Zinn, ein wenig in Probleme. Das hochklassige Spiel blieb aber bis zur letzten Sekunden umkämpft, auch weil bei den Schwaben Johannes Joos einen guten Tag erwischte. Am Ende war auch diese Begegnung dramatisch und es setzte sich in Person von Thompson und Schilling die individuelle Klasse durch. Der Aufbau drehte durch zwei Korberfolge das Spiel (67:66), ehe Schilling mit einem "And1" eine Minuten vor Schluss erneut die Führung brachte (70:68). Mit 30 Sekunden auf der Uhr zwangen die Hausherren den späteren deutschen Meister fast zu einem Acht-Sekunden-Regelverstoß, doch Urspring brachte den Ball noch über die Mittellinie und in die Hände seines Centers, der das 72:68 erzielte und den Sieg klar machte. Gavin Schilling (32 P, 9R) war erneut überragend und bekam wichtige Hilfe von Thompson (18P), während bei den Vizemeistern Robert Zinn (14 P) und Tobias Heintzen (15 P) die besten Akteure waren.

Den Schlussstrich unter das Wochenende zogen dann die Teams von Alba Ursrping und dem TSV Breitengrüßbach im Finale der NBBL. Urspring legte los wie die Feuerwehr und ging mit 12:1 in Führung, auch drei Blocks von Center Philipp Neumann konnten den Fehltstart seines Teams in der Anfangsphase nicht verhindern. Dies lag auch daran, dass der TSV in der Offensive nur zu Sprungwürfen kam und Neumann nicht unter dem Korb anspielen konnte. Die Begegnung wurde relativ schnell sehr einseitig und Mitte des zweiten Viertels stand es bereits 22:7 für die Schelklinger, die in Kalidou Diof die richtige Waffe in der Defense gegen Neumann fanden. Immer wieder verweigerte der Center Neumann, sich eine gute Position zu erarbeiten, und in der Offensive setzte Diof auch ein paar Stiche. Das Spiel schien zur Halbzeit (29:15) schon in eine klare Richtung zu verlaufen.

Im dritten Viertel erstickte das Team Alba Urspring durch einen 7:0-Start fast jegliche Hoffnung der Zuschauer auf ein spannendes NBBL-Finale 2011. Durch zwei Dreier in Serie sorgte Malik Müller für eine deutliche Führung seines Teams. In der Folge stemmten sich die Breitengrüßbacher noch gegen die Niederlage, aber Phillipp Neumann erwischte auch am zweiten Tag dieses Wochendes keinen guten, während Mario Blessing sein Team souverän als Aufbau anführte. Julius Wolf war mit 15 Punkten und zehn Rebounds der bestimmende Akteur dieses Finales. Das Endergebnis war mit 68:57 sogar enger, als es das Siel vermuten ließ und die Spieler des Internats feierten den vierten Titel in fünf Jahren. Die Talentschmiede kann damit auf ein überraus erfolgreiches Jahr zurückblicken, denn dem NBBL- und JBBL- Titel gesellt sich noch noch der Gewinn bei "Jugend trainiert für Olympia" und der Titel in der ProB hinzu. Nicht nur dieses Wochenende in Ludwigsburg, welches eine sportlich faire Veranstaltung war und nur teilweise durch unglückliche Entscheidungen der Schiedsrichter kurz getrübt wurde, sondern die gesamte Saison waren eine Demonstration von Stärke des Teams aus Urspring.

Zum Schluss noch die jeweiligen Gewinner der Auszeichnungen der JBBL und NBBL in der Saison 2010/11.

JBBL

Bester Rookie: Franz Leonhardt/ BiG Chemnitz
Verteidiger des Jahres: Kevin Jefferson/ CYBEX Bayreuth
Trainer des Jahres: Andreas Aust/ Bayer Giants Leverkusen
MVP: Ismet Akpinar/ Piraten Hamburg

NBBL

Bester Rookie: Mauricio Marin/ IBBA Berlin
Verteidiger des Jahres: Besnik Bekteshi/ BBA Ludwigsburg
Trainer des Jahres: Hakim Attia/ Junior Phantoms Braunschweig/ Wolfenbüttel
MVP: Daniel Theis/ Junior Phantoms Braunschweig/Wolfenbüttel




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
5.00
(3 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von classic 17.05.11 um 10:32:59


Eine großartige Veranstaltung und ich hoffe, dass man weiter darauf aufbauen kann, so dass wir vielleicht irgendwann eine eigene "March Madness" daraus machen könnte.



von Kwio 17.05.11 um 14:36:49


Leverkusens Aufbauspieler hat sich innerhalb der Woche verletzt aber es war klar das man dazu hier nichts findet...



von rajonrondo9 17.05.11 um 18:24:46


Es ist bitter, dass ein Verein ohne EIGENE Jugendarbeit 2 mal deutscherMeister wird!!



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?