Top-Four-Turnier

Champion gefunden

Ein Wochenende voller Spannung und Emotionen endet mit einem hochdramatischen NBBL-Finale. Alba Berlin wird zum ungeschlagenen Nachwuchs-Meister gekrönt.

Von Maximilian Selow; Fotos: Peggy Stahnke
 12.05.2009 |

9. Mai 2009, Berlin. Sonderlich schön mutet sie nicht an, die Sömmeringhalle im Berliner Stadtteil Charlottenburg, die von Ausrichter Alba Berlin und Central Hoops auserkoren wurde, als Austragungsort des NBBL Top Four 2009 zu dienen. Knarrende Türen, vermodert riechende Toiletten und Wassertropfen, die in regelmäßigen Abständen von der Tribünen-Decke dröppeln, wirken nun einmal im ersten Moment nicht besonders einladend.

Aber prestigeträchtig, das ist sie allemal. Hier begann die große Geschichte von BBL-Primus Alba Berlin, hier holte Meistertrainer Svetislav Pesic mit dem Korac-Cup den ersten internationalen Meistertitel nach Deutschland und hier sollte es nun, so erhofften es sich zumindest die Verantwortlichen, auch mit der ersten Meisterschaft für Albas Jungvögel klappen.

Dabei standen die Vorzeichen nicht allzu schlecht. Als einzige der vier Turniermannschaften waren die Albatrosse ungeschlagen in das Top Four eingezogen und konnten sich dem Heimvorteil und der lautstarken Unterstützung der eigenen Fans sicher wägen.

An diesem Samstagnachmittag um 13:30 Uhr gilt es für das Team von Henrik Rödl jedoch erst einmal, das Finale zu erreichen und dafür den TSV Tröster Breitengüßbach auszuschalten.

Rivalität ohne Brisanz

Ein Matchup mit besonderer Bedeutung: Das Juniorenteam der Berliner Albatrosse gegen das Farmteam der Brose Baskets Bamberg. Eine Rivalität, die in der Bundesliga seit Jahren Bestand hat und sich nun auch auf dem Nachwuchsparkett niederschlagen sollte.

Was jedoch im Vorfeld viel versprach, wendet sich zu Beginn des Spiels schnell zu einer eindeutigen Angelegenheit: Ein abgeklärt und konzentriert wirkendes Alba-Team kommt gegen die emotional aufgeladenen Breitengüßbacher schneller in die Partie. Alba stellt hinten die Zone zu und verhindert so, dass Güßbachs Center Erik Land ins Spiel gebracht wird. Als Niels Giffey nach vier Minuten seinen zweiten Dreier im Korb versenkt, liegt der TSV bereits mit 13:4 hinten und muss seine erste Auszeit nehmen.

Unter den wachsamen Augen von Brose-Baskets-Geschäftsführer Wolgang Heyder, der eigens aus Bamberg angereist war, findet Breitengüßbach nach dem Berliner Blitzstart besser ins Spiel, während Alba seine Chancen in Korbnähe zu leichtsinnig vertendelt und das Momentum der ersten Minuten nicht aufrecht erhalten kann. Tröster kämpft sich auf einen Punkt heran.

Gerade als das Spiel für die Mannschaft von Henrik Rödl zu kippen droht, reißt Flügelspieler Nico Adamczak das Spiel an sich, trifft zwei Dreier in Folge und bringt das Publikum in der Sömmeringhalle zurück ins Spiel. Die Intensität nimmt zu, vor allem in der Verteidigung, sodass Alba den Güßbachern keinen Raum zum Atmen lässt. Ein weiterer Adamczak-Jumper aus der Mitteldistanz markiert das 34:21. An jeder Aktion ist der Swingman nun beteiligt, profiliert sich als Anführer. Mit einem komfortablen 36:24 geht Berlin in die Halbzeitpause.

Die Konzentration behält Alba auch nach der Unterbrechung und macht dort weiter, wo sie im zweiten Viertel aufgehört hatten. Die starke Defense und ein überragender Adamczak löschen das letzte Selbstvertrauen der Güßbacher aus. Wenzel erzielt mit einem Dreipunktespiel das 52:33, Breitengüßbachs Ulrich Hirmke antwortet mit einem Airball. Das Spiel ist entschieden. Was dann folgt, ist Garbage Time. David Villarzu stopft den Ball kurz vor Ende spektakulär zum 70:46 durch die Reuse. Die Halle jubelt: „Finale, oho!“

Sichtlich gelöst betritt Hendrik Rödl nach dem Spiel den VIP-Bereich, um die Glückwünsche der DBB-Funktionäre entgegen zu nehmen. Die Pflicht ist für Alba erfüllt, morgen soll die Kür folgen. „Jetzt freuen wir uns aufs Finale“, sagt Rödl.

Auf Seiten der Breitengüßbacher hagelt es Kritik – und zwar an Head Coach Volker Stix. Nicht jedoch von Manager Heyder, sondern von den mitgereisten Eltern der Spieler, die der Meinung sind, dass Bambergs Assistenztrainer das Spiel „vercoacht“ und fragwürdige Spielerwechsel vorgenommen hätte, die letztendlich zur Niederlage und zum Nicht-Erreichen des Endspiels geführt haben sollen. Ein Vorwurf, gegen den sich Stix später noch wehren sollte.

Während sich U18-Nationalcoach Kay Blümel im Foyer mit einigen Zuschauern unterhält, herrscht vor der Halle gute Stimmung. Rund 150 Fans des Team Alba Urspring stimmen sich auf das bevorstehende zweite Halbfinale ihrer Mannschaft ein. Im Gegensatz dazu wirkt die Fangruppe der Paderborn Baskets verschwindend klein. Trotz der großen Entfernung hat scheinbar das halbe Urspring-Basketballinternat den Weg vom baden-württembergischen Schelklingen nach Berlin gemacht, um ihre Mannschaft auf der Mission zum Three-Peat, also dem dritten Titelgewinn in Folge, anzutreiben.

Point Guard gesucht, Stuckey vermisst

Dabei müssen die Urspring-Schüler jedoch auf ihren vielleicht wertvollsten und besten Spieler, Maurice Stuckey, verzichten, der sich im Training einen doppelten Bänderriss zuzog und so verletzt ausfällt. Ein Verlust, so ist sich Head Coach Felix Czerny sicher, der von Ursprings Stars Kevin Bright und Akeem Vargas aufgefangen werden kann.

Trotz lautstarker Anfeuerung durch die eigene Fankurve kommt das Team Urspring nur mit Mühe in Schwung, wirkt in den ersten Minuten fast schon arrogant und hadert mehr mit den Entscheidungen der Schiedsrichter als mit dem eigenen Spiel. Paderborn hingegen kämpft ab der ersten Sekunde um jeden Ballbesitz, geht dahin, wo es weh tut und motiviert sich selbst. Die Baskets-Bank versucht mit „Defense“-Rufen die Ungleichheit in der Größe der Fanlager auszugleichen.

Alex Cesnovar trifft zweimal aus der Distanz. Nach einem verpassten Dreier von Kevin Bright holt sich Center Justin Raffington den Rebound und macht das Dreipunktespiel – Urspring ist nach fünf Minuten mit 11:4 in Front. Nach einer Auszeit geht Paderborn zu einer aggressiven Press-Verteidigung über und frustriert die Urspring-Guards um Felix Engel und Akeem Vargas. Bälle werden freigeschlagen und immer wieder sind die Paderborner auf dem Parkett, erkämpfen sich trotz körperlicher Unterlegenheit einen Ball nach dem anderen.

Die Arbeit in der Verteidigung wird belohnt. In der Offensive fallen die Distanzbomben der Baskets und Urspring wird nervös, beginnt vorne den Ball wegzuwerfen. Kevin Bright kann sich überhaupt nicht ins Geschehen einbringen, Akeem Vargas wirkt geschockt. Urspring ist nach dem ersten Viertel mit 19:12 im Rückstand.

Plötzlich zittern auch die Nerven: Erst nach sieben verpassten Freiwürfen in Folge punktet Urspring wieder von der Linie. Den Fans ergeht es ähnlich. Nach einem Offensivfoul von Julius Wolf gehen sie verbal auf die Schiedsrichter los und sorgen mit „Ihr seid so lächerlich“-Gesängen kurz vor der Halbzeitunterbrechung für Kopfschütteln in der Halle.

Nach der Pause wirkt Paderborn müde und kann in der Defensive nicht mehr die gleiche Intensität an den Tag legen wie noch in der ersten Halbzeit. Urspring kämpft sich zurück und dank eines Dreiers von Mario Blessing zur Viertelpause auf 32:35 heran.

Doch was dann folgt, ist die Privatshow des Lars Wendt. Der Backup-Guard der Paderborn Baskets läuft heiß, trifft einen Dreier nach dem anderen und das in spektakulärer Art und Weise. Nach seinem zweiten Distanzschlag in Folge stellt sich der Flügelspieler provokativ vor die Fans der Urspringschule, wedelt mit den Armen und fordert sie mit dem Zeigefinger am gespitzten Mund zum Leise-sein auf. Die Halle jubelt. Wendt wird beim Distanzwurf gefoult und versenkt drei Freiwürfe. Ein weiterer Dreier der Nummer 7 gibt Urspring den Rest. Mit zwei weiteren Freiwürfen wenige Sekunden vor Ende des Spiels besiegelt er höchstpersönlich Ursprings Schicksal und macht damit jede Comeback-Hoffnung der Schelklingener zu nichte. Paderborn siegt mit 63:52.

„Ich mag solche Spiele. Da spiele ich immer am besten“, gab Wendt nach seiner 25-Punkte-Galavorstellung zu Protokoll.

Paderborn wird seiner Rolle als Geheimfavorit gerecht, gewinnt mit seinem unglaublichen Einsatz und Enthusiasmus die Sympathien in der Halle und steht im Finale. Ursprings Traum vom Three-Peat hingegen ist zerplatzt. Zu leichtsinnig ging das Team von Coach Czerny in die Partie und wurde folgerichtig von einem unberechenbaren Baskets-Kollektiv bestraft. Der verletzte Superstar Maurice Stuckey muss trösten.

Wiedergutmachung

Am Sonntag geht es für die vier Teams früher los. Während um 9:00 Uhr noch einige Spieler im gegenüber der Halle gelegenen Hotel verschlafen durch die Flure wandern, bereiten sich Breitengüßbach und das Team Alba Urspring bereits auf das für 11 Uhr angesetzte Spiel um den dritten Platz im Turnier vor.

Die Internatsschüler wirken im Warmup deutlich konzentrierter und auch die Fans haben ihre Lautstärke heruntergeschraubt. Für Urspring gilt es, wenn nicht den Titel, so doch wenigstens einen Platz auf dem Podium zu sichern.

Mit einem 10:0-Start kommt Czernys Team in die Partie und überrumpelt die noch etwas müde wirkenden Güßbacher. Mit zahlreichen Dreiern und angeführt von einem am Vortag noch so enttäuschenden Point Guard Daniel Schmidt, der zweimal aus der Distanz trifft, findet der TSV Mitte des ersten Viertels jedoch wieder zu alter Stärke und es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch.

Der 17-jährige Kevin Bright versucht Verantwortung für sein Team zu übernehmen, kann jedoch auch nicht verhindern, dass sich Güßbach kurz vor der Halbzeitpause mit zwei Dreiern von Steffen Walde und einem Korbleger von Erik Land auf 33:26 absetzt. Zu groß sind die Löcher in Ursprings Verteidigung.

Nach der Unterbrechung kommt das Team von Head Coach Czerny zurück, wirkt wieder konzentrierter und kommt durch Akeem Vargas kurz vor Ende des dritten Viertels zum Ausgleich. Trotzdem gerät das Team allmählich in Foulprobleme. Ein ums andere Mal schicken die Big Men Justin Raffington und Nevylle Richter die Güßbacher an die Linie.

Im vierten Viertel wird Daniel Schmidt seiner Rolle als Team-Leader des TSV gerecht, streut erst einen Dreier ein und erhöht zweimal hintereinander per Layup auf 53:44. An dieser Stelle verliert das Team Urspring nach dem schmerzhaften Ausscheiden am Vortag wohl endgültig die Lust, wirkt nun unkonzentriert und nicht mehr engagiert genug, um sich noch einmal aufzuraffen.

Ein krachender Dunking von Daniel Leithner zum 57:48 führt die Entscheidung bei. Schmidt trifft seine Freiwürfe, sichert seinem Team den 60:50-Sieg und somit die Bronze-Medaille und bewahrt Head Coach Volker Stix vor erneuter Kritik.

Der richtet nämlich nach dem Spiel vor der Sömmeringhalle auf einer Bank stehend seine ganz eigene Pressekonferenz im Umkreis der Spieler und Elternschaft aus. Zu den Entscheidungen, die er am Vortag getroffen habe, würde er weiter stehen, gibt Stix zu verlauten.

„Außerdem haben die Spieler die Fähigkeit bewiesen, nach einem Rückschlag zurückzukommen und das ist das wichtige. Nicht nur in Bezug auf den Sport, sondern auch in Bezug auf das Leben“, sagt Stix und gewinnt so doch noch den Applaus der Eltern. Auch, wenn einige Leute in den hinteren Reihen trotzdem den Kopf schütteln.

Die Schelklingener stehen nach dem Match betreten am Spielfeldrand, beobachten Alba bei der Vorbereitung aufs Finale und fragen sich wahrscheinlich, was falsch gelaufen ist an diesem Wochenende. Der Verlust von Maurice Stuckey war letztendlich doch nicht zu kompensieren. Mit der extrem löchrigen Defense und einem Kevin Bright, der ein rabenschwarzes Wochenende erwischte, konnte es nicht einmal für einen Platz unter den besten Drei reichen.

Bevor das Finale beginnen kann, müssen erst einmal die Auszeichnungen verteilt werden. DBB-Ehrenpräsident Roland Geggus bedankt sich für die tolle Saison und überlässt dann den Preisträgern das Parkett: Bester Rookie der Saison wird Alexander Blessing vom FC Bayern München. Der 15-Jährige erzielte im Schnitt 4,5 Punkte und 2,5 Assists für die Bajuwaren. Der Bonner Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann blockte 3,3 Würfe pro Spiel, sammelte im Schnitt 12,1 Rebounds ein und wird somit zum Most Valuable Defender. Maik Zirbes, der nicht aus Trier angreist war, wird Most Valuable Player. Mit 23,5 Punkten und 11,4 Rebounds war er der überragende Spieler der NBBL-Saison. Zu guter Letzt wird der Coach des Jahres ausgezeichnet und der, wie sollte es anders sein, kommt vom ungeschlagenen Heimteam Alba Berlin: Henrik Rödl bekommt nach diversen Auszeichnungen als Spieler auch den ersten Award für seine Leistung als Head Coach.

Endspielatmosphäre

Mit einer halben Stunde Verspätung geht es dann auch endlich in das mit Spannung erwartete Finale. Die Sömmeringhalle ist mit rund 2.100 Zuschauern fast ausverkauft und begrüßt eine handvoll Ligaprominenz, darunter auch Alba-Guard Julius Jenkins. Es wird laut, als die Spieler vorgestellt werden, ein Trommlerinnen-Quintett sorgt für die richtige Atmosphäre, danach folgt die deutsche Nationalhymne.

Nach dem Tipoff legt Paderborn los und versucht sofort die Stimmung aus der Halle zu nehmen. Durch David Riemer, Henrik Schinke und Martin Schmeling gehen die Baskets sofort mit 8:0 in Führung. Das Team von Head Coach Artur Gacaev kommt mit unglaublicher Energie in die Partie und stiehlt den Albatrossen vor heimischer Kulisse die Show. Nach einem Ole-Wendt-Layup steht es Mitte des ersten Viertels 16:8 für Paderborn.

Die Berliner bleiben jedoch dran, verteidigen zunehmend aggressiver und erkämpfen sich dank ihrer Physis immer wieder zweite Chancen unter dem Korb, die Rödls Team im Spiel halten. Paderborn hingegen verblüfft nach der Sensation am Samstag erneut mit einer Mischung aus guten Einzelaktionen und stark herausgespielten Distanzbomben. Dieses Spiel ist einem Finale würdig.

Nachdem Alba sich auf fünf Punkte heranarbeitet, übernimmt wieder Lars Wendt für Paderborn, erzielt ein Dreipunktespiel und schickt im nächsten Angriff einen Dreier nach – 33:24 für das Gacaev-Team. Wieder ist Paderborn bei jedem freien Ball einen Schritt schneller, wacher und den Tick aggressiver.

Albas Point Guard Konstantin Klein hat sich am Mittelfinger verletzt und läuft nun mit einem dicken Tape herum. Joshiko Saibou übernimmt seine Spielmacheraufgaben und hält die Berliner im Spiel.

Zur Halbzeit steht es nach einem von Defensive bestimmten zweiten Viertel 29:37. Die Zwillingsbrüder Lars und Ole Wendt zeichnen dabei schon zusammen für 17 Punkte ihres Teams verantwortlich. Niels Giffey kommt auf sechs Punkte und zwei Rebounds.

Alba kommt entschlossen und hochmotiviert aus der Kabine. Nico Adamczak, der am Samstag im Halbfinale noch so groß auftrumpfte, will bisweilen nicht viel gelingen. Stattdessen ist es Giffey, der sich ein Herz fasst und vorangeht. Als die Albatrosse nach einem Dunk von Robert Hülsewede und einem Schmeling-Korbleger mit 35:48 in Rückstand geraten, übernimmt Giffey das Spiel, punktet in zwei aufeinanderfolgenden Angriffen per Mitteldistanzwurf und Dreier. Die Halle ist wieder dabei, Alba auf acht Punkte an die Baskets herangerückt und Henrik Rödl „tanzt“ an der Seitenlinie, versucht die Defensive seines Teams zu dirigieren.

Lars Wendt liefert per Dreier die spektakulären Antworten und erzielt das 44:56. Die Stars beider Teams nehmen nun die Partie in ihre Hände. Es wird zunehmend ruppiger, sowohl Konstantin Klein als auch Brian Wenzel müssen zeitweilig nach harten Fouls behandelt werden.

Im vierten Viertel ist das Match von Spannung nicht mehr zu überbieten. Sebastian Fülle und Giffey bringen Alba auf vier Punkte heran und die Halle zum Kochen. Mit zwei Freiwürfen verkürzt der Alba-Superstar auf zwei Punkte, doch einmal mehr ist Lars Wendt zur Stelle und antwortet mit einem ebenso spektakulären, wie seltenem Vier-Punkte-Spiel, als Saibou ihn beim Dreipunktwurf foult und danach mit fünf Fouls auf der Bank platznehmen muss.

Giffey gibt nicht auf, bringt Alba mit zwei Dreipunktespielen mit 67:65 in Führung und wieder ist es Lars Wendt, der mit einem Dreier eine Minute vor Schluss die Führung der Baskets wiederherstellt. Der gefoulte Steven Monse gleicht das Spiel 50 Sekunden vor Ende aus.

Lars Wendt fordert den Ball, bekommt ihn auch und steigt zum dreizehnten Mal in der Partie zum Distanzwurf hoch, doch diesmal guckt der Ball in den Korb und fällt wieder heraus. Giffeys Wurf auf der Gegenseite nimmt ein anderes Schicksal – sein Ball rutscht mit 17 verbleibenden Sekunden auf der Uhr durch das Netz, bringt Alba mit 71:68 in Front und lässt die Halle explodieren.

Nachdem Robert Hülsewede noch einmal auf drei Punkte verkürzen kann, geht Giffey acht Sekunden vor Ende an die Linie, bleibt ganz cool und entscheidet das Spiel - 75:70.

Alba Berlin ist Deutscher Meister, das Publikum feiert Henrik Rödl und ihren „M-V-P“ Niels Giffey, der mit 32 Punkten und sechs Rebounds der überragende Spieler des Finales war. Sektkorken fliegen und einige Fans stürmen das Spielfeld, um mit der Mannschaft den Sieg zu zelebrieren. Der Paderborner, allen voran der tragische Held Lars Wendt (23 Punkte), trotten enttäuscht vom Spielfeld.

„Der Titel ist die Krönung einer unglaublichen Saison“, sagt Head Coach Rödl nach dem Spiel. Und tatsächlich: Alba wird als erstes Team der jungen NBBL-Geschichte zum ungeschlagenen Meister. Eine Marke, die vor ihnen nicht einmal das überragende Urspringteam erreicht hatte.

So geht es also zu Ende, das NBBL Top Four Turnier 2009 in der Charlottenburger Sömmeringhalle. Ein Wochenende, dass Fans und Funktionären gleichermaßen Spaß gemacht haben sollte und das unter Beweis gestellt hat, wie weit der deutsche Basketballnachwuchs mittlerweile, nach drei Jahren NBBL, gekommen ist. Wenn dieses Turnier eines bewiesen hat, dann, dass es sie gibt, die neue Generation von deutschen Basketballtalenten, die unser Nationalteam auch nach dem Abgang eines Dirk Nowitzkis in der internationalen Spitze halten könnten. Die NBBL und die nun im nächsten Jahr startende Jugendbasketballbundesliga (JBBL) sind die ersten beiden richtigen Schritte zur Ausbildung dieser vorhandenen Talente. Ihre Qualität haben die Nachwuchsbasketballer an diesem Wochenende unter Beweis gestellt.

Und wer weiß es schon? Vielleicht werden wir das ein oder andere Talent ja in ein paar Jahren nicht mehr in einer morschen Sömmeringhalle, sondern in einer der 29 hochmodernen US-amerikanischen Basketballarenen sehen.




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Bone Collector 13.05.09 um 08:48:59


Das Spiel war der Hammer und ich war dabei.
Alter und diese Wendt Zwillinge sind sowas von gut.



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