ProA- und ProB-Rückblick

Serienkiller und endlose Spannung

Gleich einige Serien rissen im vergangenen Monat in der ProA. Mal waren es Sieges-, mal Niederlagenserien, demnach war das Reißen dieser Strähnen mal mehr, mal weniger gern gesehen. Einige Serien haben aber auch weiterhin Bestand. Derweil gab es in der ProB Punktefestivals, spannende Duelle und Dreikämpfe sowie erfreuliche Tendenzen zu bestaunen. Das alles fasst der Monatsrückblick zusammen.

Von Dennis Klammer (dk), Martin Vogel (mv)
 03.12.2009 |

(mv). Es dauerte lange, aber irgendwann musste auch die Siegesserie des BBC Bayreuth ein Ende finden. Am elften Spieltag gelang es den Kirchheim Knights mit einem starken letzten Viertel, den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer zu besiegen. 64:71 leuchtete am Ende von der Anzeigetafel der Oberfrankenhalle. Dennoch behalten die Wagnerstädter weiterhin die Spitzenposition in der ProA und liegen entspannt auf Aufstiegskurs.

Der erste Verfolger, die Cuxhaven BasCats hätten ihrerseits an der Tabellenführung schnuppern können, wenn sie sich nicht am achten Spieltag einen Ausrutscher gegen die Saar-Pfalz Braves erlaubt hätten. Aufgrund der 81:90-Niederlage reicht es für die Niedersachsen nur für den zweiten Rang, punktgleich mit der BG Karlsruhe. Die BG wiederum unterlag dem badischen Rivalen USC Freiburg knapp mit 66:67, als ein Wurf von Rouven Roessler mit der Schlusssirene nicht den Boden des Netzes fand. Die weitere Entwicklung der Karlsruher hängt nun von den Aussagen der Ärzte ab: Beim 83:72-Sieg über Essen mussten sowohl Roessler als auch Marco Grimaldi das Feld verletzungsbedingt verlassen. Ohne diese beiden Akteure dürfte es für das Team von Dr. Ivan Vojitko deutlich schwerer werden.

Mit „Favoritenschreck“ Kirchheim, der mit dem Sieg in Bayreuth eine drei Spiele andauernde Niederlagenserie beendete, den Chemnitz 99ers und den Saar-Pfalz Braves befinden sich gleich drei Mannschaften mit jeweils sechs Siegen hinter den Topteams in Lauerstellung. Nach zwischenzeitlich fünf gewonnenen Spielen in Folge mussten die Braves zuletzt wieder zwei schmerzhafte Niederlagen hinnehmen, als es zunächst gegen Osnabrück und dann gegen Bayreuth nichts zu holen gab.

Hinter dieser Verfolgergruppe steht derzeit ein aus vier Teams bestehendes Mittelfeld: Die UBC Hannover Tigers glichen ihre Bilanz nach dem 0-3-Saisonstart mit drei Siegen in Folge wieder aus, um in den darauffolgenden zwei Auswärtspartien zu verlieren und in den dazwischen befindlichen Heimspielen zu gewinnen.

Auch die Crailsheim Merlins benötigen offenbar die Unterstützung ihrer heimischen Fans, um erfolgreich zu sein: Zu Hause sind die Zauberer eine Macht, gewannen alle fünf Begegnungen vor eigenem Publikum. In der Fremde dagegen sind die Mannen von Ingo Enskat die personifizierte Harmlosigkeit: 0-5 sieht die Bilanz in des Gegners Hallen aus.

Der USC Heidelberg ist derzeit eines der heißesten Teams der zweiten Liga: Die Siegesserie steht bei drei gewonnenen Partien in Folge, zwei Mal netzte Guard Jibril Hodges dabei 37 Punkte ein.

Das letzte Team des Mittelfeldes ist der FC Bayern München, der die Wahl von Uli Hoeness zum neuen Präsidenten des Gesamtvereins aber mit einer deutlichen 67:83-Niederlage in Hannover begrüßte.

Hinter den Münchenern liegt der USC Freiburg (4-6): Die Breisgauer schafften es, ihren schlechten Saisonbeginn mit fünf Niederlagen in Folge dank einer vier Spiele andauernden Siegesserie wieder herumzudrehen und dabei unter anderem das bereits angesprochene Spiel in Karlsruhe für sich zu entscheiden.

Letztes Jahr standen die Giants Nördlingen nach zehn Spieltagen mit vier gewonnenen Spielen und sechs Niederlagen da. Dieses Jahr auch. Der Unterschied? Vor einem Jahr spielten die Bayern noch in der BBL, in dieser Spielzeit gehen sie eine Klasse tiefer an den Start. Ob sich Trainer Alexander Biller die Saison so vorgestellt hat, darf bezweifelt werden.

Die GiroLive Ballers Osnabrück hingegen haben auf das schwache erste Saisondrittel reagiert und sich von ihrem Head Coach Dragan Torbica getrennt. Für ihn übernahm der erst 22 Jahre alte (!) Schweizer Marco Simic, der zuletzt als Co-Trainer von Derrick Taylor beim Nürnberger BC arbeitete, das Ruder bei den Niedersachsen. Offenbar keine schlechte Entscheidung: Nach zwei absolvierten Partien steht Simic weiterhin ohne Niederlage als Cheftrainer in Osnabrück da.

Sind die Crailsheim Merlins zu Hause eine Macht, lässt Science City Jena vor heimischem Publikum einige Wünsche offen. Während die Auswärtsbilanz mit je drei Siegen und Niederlagen ausgeglichen ist, mussten sich die Thüringer bei allen vier Heimspielen ihrem jeweiligen Gegner geschlagen geben.

Auch die ETB Wohnbau Baskets sind noch ohne Sieg in der Sporthalle „Am Hallo“, haben allerdings auch bis dato nur ein Spiel gewinnen können. Nachdem gegen Kirchheim nur ein Punkt fehlte, feierten die Essener gegen Nördlingen ihren ersten Saisonerfolg. Danach aber setzte es gleich wieder weitere Niederlagen, die Bilanz steht bei 1-9. So sieht sie auch beim TV Langen aus. Die Südhessen konnten nach acht verlorenen Spielen zum Anfang der Saison gegen Crailsheim einen deutlichen 99:75-Sieg für sich verbuchen. Dennoch mussten die Giraffen danach eine Hiobsbotschaft verdauen: Point Guard Kai Barth verletzte sich am Knöchel und wird für einige Wochen ausfallen. Für ihn wird Achmadschah Zazai zum Team stoßen. Der Deutsch-Afghane aus der Talentschmiede des TuS Lichterfelde spielte zuletzt für die Artland Dragons in der BBL.

Bestmarken:
Punkte: 39, Walt Baxley (Homburg)
Rebounds: 13, Daniel Dörr (Crailsheim)
Assists: 13, Scott Freymond (Kirchheim)
Steals: 5, Lyndale Burleson (Heidelberg)
Blocks: 4, Robert Maras (München)
Effektivität: 43, Jibril Hodges (Heidelberg)

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Teil 1: Serienkiller und endlose Spannung
Teil 2: ProB: Es bleibt spannend



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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von Cabalios 07.12.09 um 23:31:18


der headcoach der osnabrücker ist 22!!!! jahre?! ich musste das eben 3mal lesen um nicht zu denken ich hätte mich verguckt.



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