ProA- und ProB-Rückblick
Der Anfang ist gemacht
Die Saison ist längst gestartet, ein Fünftel aller Spiele sind in der ProA und ProB bereits ausgetragen worden. Dabei zeichnen sich verschiedene Dinge ab: In beiden Ligen setzt sich jeweils ein Leistungstriumvirat ab, eine ausgeglichene Verfolgertruppe aus dem Mittelfeld bläst zur Aufholjagd und im Tabellenkeller sieht es für einige Teams recht düster aus – der Monatsrückblick.
Von Dennis Klammer (dk), Martin Vogel (mv) |
05.11.2009 | |
ProA: Bayreuth, Cuxhaven und Karlsruhe führen die Liga an
(mv). Auch in dieser Saison ist der BBC Bayreuth ganz vorne mit dabei. Die letztjährigen Drittplatzierten stehen noch ohne Punktverlust an der Tabellenspitze und zeigten vor allem beim 122:100 gegen den USC Heidelberg ihre Offensivpower: 91 Punkte erzielen die Franken im Schnitt, so viele wie kein anderes Team der zweiten Liga – und das, obwohl mit Jaivon Harris nur ein BBC-Spieler in den Top20 der besten Scorer der ProA steht (15,3 PpG, Platz 20).
Hinter den Franken stehen punktgleich die Teams der Cuxhaven BasCats und die BG Karlsruhe. Die Mannschaft von der Nordseeküste, vor zwei Jahren erster ProA-Meister, musste sich bis dato nur Bayreuth am vierten Spieltag geschlagen geben. Karlsruhe dagegen unterlag den Kirchheim Knights am gleichen Spieltag. Jedoch können die Badener auf einen Mann ganz besonders zählen: Als am vergangenen Wochenende bei Science City Jena das Spiel auf der Kippe stand, nahm sich Ex-Nationalspieler Rouven Roessler ein Herz und drückte eine Sekunde vor Spielende eiskalt aus acht Metern ab. Der Dreier saß, Karlsruhe hatte mit 81:80 gewonnen und Roessler einmal mehr einen Gamewinner eingenetzt. Als Belohnung wurde der Flügelspieler (19,3 PpG, 5 RpG, 4 ApG) von der ProA zum „Spieler des Monats Oktober“ gekürt.
Hinter diesen Teams beginnt ein breites Mittelfeld: Mit je vier Siegen und zwei Niederlagen stehen die Giants Nördlingen, die Saar-Pfalz Braves aus Homburg, die Chemnitz 99ers und die Kirchheim Knights eng beieinander. Während die Nördlinger unter ihrem neuen Coach Alexander Biller in den ersten vier Partien wieder auf ihren alten Helden Osvaldo Jeanty zurückgreifen konnten (12,8 PpG), macht bei den Braves Rückkehrer Whit Holcomb-Faye ebenfalls einen guten Job: Mit 20,8 PpG ist er einer der besten Korbjäger in der ProA.
Eine jeweils ausgeglichene Bilanz von je drei Siegen und ebensovielen Niederlagen haben die Aufsteiger der Crailsheim Merlins und der UBC Hannover Tigers sowie der FC Bayern München. Die Bayern haben sich kürzlich wegen unüberbrückbarer Differenzen von ihrem Head Coach Georg „Schorsch“ Kämpf getrennt. Der Übungsleiter hatte einen Prozess vor dem Arbeitsgericht gegen sein Team angestrengt, da ihm nach seiner Auffassung ein Freizeitausgleich zugestanden werden müsste. Unter seinem Nachfolger Michael Schwarz schaffte das Team im letzten Spiel einen 78:77-Sieg bei den GiroLive Ballers Osnabrück. Mit Robert Maras haben die Münchener zudem einen der besten Rebounder der Liga (8,8 RpG).
Die Teams aus Heidelberg, Osnabrück und Jena bilden den Beginn des Tabellenkellers. Alle drei Mannschaften stehen mit zwei Siegen bei vier Niederlagen auf den Rängen 11 bis 13, wobei auffällt, dass alle drei Teams je ein Spiel mit nur einem Punkt Unterschied abgeben mussten: Heidelberg unterlag am ersten Spieltag Cuxhaven mit 84:85, die beiden anderen Mannschaften mussten ihre Niederlagen am letzten Spieltag hinnehmen: Jena gegen Karlsruhe (80:81), Osnabrück gegen München (77:78).
Während der USC Freiburg sich noch mit einem Sieg und fünf Niederlagen knapp vor den Abstiegsrängen halten kann, stehen die ETB Wohnbau Baskets Essen und der TV Langen noch ohne Sieg da. Bei den Essenern kommt Veteran Gerrit Terdenge (kam von Bundesligist LTi Giessen 46ers) nicht richtig in Tritt, bis dato stehen nur 9,3 Punkte und 4,5 Rebounds für den 34-Jährigen zu Buche. Noch einmal anders die Situation in Südhessen: Bei den Langenern spielt mit Alonzo Hird (17,8 PpG, 11,8 RpG) sogar der effektivste Akteur der Liga, allerdings ist der US-Amerikaner auch der einzige Langener, der es auf einen zweistelligen Effektivitätswert bringt – und das ist derzeit noch nicht genug für die ProA. Spätestens am 19.12. gibt es aber nur noch ein Team in der Liga, das sieglos dasteht – dann treffen nämlich die Langener auf Essen.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 33, Gary Tucker (Jena)
Rebounds: 17, Dima Rastatter (Chemnitz)
Assists: 12, Whit Holcomb-Faye (Homburg)
Steals: 6, Mark Dorris (Cuxhaven)
Blocks: 6, Edward Seward (Bayreuth)
Effektivität: 39, Anthony Slack (Hannover)
ProB: Würzburg, Rhondorf und Herten an der Spitze
(dk). Im oberen Tabellendrittel der ProB spielen vor allem drei Teams in ihrer eigenen Liga: Würzburg, Rhöndorf und die Löwen aus Herten. Alle drei Mannschaften sind bisher ungeschlagen; das wird sich jedoch spätestens am 14. November ändern, wenn die Baskets aus Franken den Hertenern einen Besuch in der heimischen Rosa-Parks-Halle abstatten.
Für den Erfolg der Mannschaften zeichnen verschiedene Faktoren verantwortlich. In Würzburg überzeugt in erster Linie Dominik Schneider mit 13,4 Punkten sowie sechs Rebounds im Schnitt. Beim 40-Punkte-Kantersieg gegen Weißenhorn legte der 24-Jährige, der aufgrund von Foultrouble nur 20 Minuten spielte, starke 20 Punkte auf. Auch bei den Dragons aus Rhöndorf trägt vor allem ein Mann sein Team auf seinen Schultern: DeUndrae Spraggins. Der Point Guard glänzt derzeit mit 20,3 Punkten pro Spiel und konnte bereits eine 30-Punkte-Gala in seinen Lebenslauf schreiben. Derzeit liegt er nach Scoring-Maschine Jackson Capel aus Stahnsdorf und dem Licher Ronell Wooten (der bisher grandiose 22 Offensiv-Rebounds gesammelt hat) auf Platz drei der Punktesammler-Bestenliste. Die Wurfanteile werden auch in naher Zukunft an Spraggins gehen, da Rhöndorf mit einer Verletzungsmisere zu kämpfen hat: Neben Fabian Thülig, Nick Larsen und Chris Rojik fällt auch Jonas Wohlfarth-Bottermann nach einer Bänderdehnung im linken Fußgelenk erneut aus.
Anders sieht es hingegen bei den Hertener Löwen aus. Vier verschiedene Spieler konnten sich bisher die Topscorer-Krone aufsetzen. Zwar ist der US-Amerikaner Ahmad Smith (17,8 PpG, 8,2 RpG, 7,3 ApG) der überragende Leiter des Erfolgs, dennoch tritt die Mannschaft sehr ausgeglichen und variabel auf. Dies zeigte auch der Pokal-Sieg gegen den ProA-Ligisten ETB Essen, in dem gleich fünf Spieler zweistellig punkteten.
Das Spitzentrio wird verfolgt von der Urspringschule aus Ehingen und Breitengüßbach. Auch diese Teams können bisher eine positive Bilanz aufweisen und sich in den Windschatten der Anführer hängen. Ehingen wird von ihrem Guard-Duo, Josh Wilson und Cornelius Adler, angeführt. Zusammen legen die beiden gut 31 Punkte pro Partie auf und konnten bei ihrer einzigen und knappen 66:65-Niederlage gegen ausgeglichene Stahnsdorfer nicht viel ausrichten.
Hinter Breitengüßbach, die mit Maurice Stuckey, Erik Land und dem ehemaligen Quakenbrücker Paul Johnson drei offensivstarke Korbjäger in ihren Reihen haben, folgt ein ausgeglichenes Mittelfeld, das von Nürnberg angeführt wird, jedoch als erster Club seinen Trainer entließ. Seit letzter Woche lenkt nun der ehemaligen Bundesliga-Profi Derrick Taylor die Geschicke des Teams, das ihm mit einem 115:80-Sieg über Wolfenbüttel einen hervorragenden Einstand bescherte. Doch die deutliche Niederlage (91:78) gegen Rhöndorf dämpfte die Stimmung bereits. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis sich beide Seiten aneinander gewöhnt haben.
Einen kleinen Negativtrend müssen die Weißenhorner verzeichnen. Nach einem starken Saisonbeginn verbuchte die Aufsteiger zuletzt zwei Niederlagen in Folge und finden sich im Tabellenmittelfeld wieder. Das Team um Veteran Mirko Soyer (16,5 PpG) und Flügel Johannes Betz (18 PpG) spielt derzeit mit einer kleinen Rotation und wird sich in den nächsten Begegnungen dem Abgang Richtung Tabellenkeller entgegensetzen.
Die neugegründeten Skyliners aus Frankfurt und Stahnsdorf könnten trotz ihrer Bilanzen (beide 3-3) unterschiedlicher kaum sein. Frankfurt besticht durch Ausgeglichenheit und zeigt Teambasketball; in Stahnsdorf hängt alles von Jackson Capel ab, der mit knapp 26 Punkten pro Spiel den Alleinunterhalter mimt. Dahinter folgt der talentierte Sajmen Hauer mit 12,5 Punkten pro Begegnung, der nach und nach mehr Einsatzzeit und Vertrauen vom Trainer bekommt. Zuletzt legte er 25 Punkte und sechs Assists aufs Parkett. Auch hier ist noch Luft nach oben vorhanden.
In Leverkusen lautet das Motto derweil: „Leverkusen sucht den Super-Zwilling“. Tom Spöler erweist sich als besserer Ballfänger (9 RpG), Ben hingegen erfreut sich mehr am Punkten (15 PpG). Zusammen legen die Rotschöpfe 25 Punkte und 15 Rebounds pro Begegnung auf und wollen sich für höhere Aufgaben empfehlen.
Im Tabellenkeller bzw. im Duell der Nordlichter hat derzeit der SC Rist Wedel knapp die Nase vorn. Der Meister der 1. Regionalliga Nord hat mit Peter Huber-Saffer einen Koloss unterm Korb, der zurzeit für durchschnittlich 16 Punkte und acht Rebounds gut ist. Die Hamburger gewann die Partie gegen Wolfenbüttel knapp mit 73:71 nach Verlängerung. Souverän ist das noch nicht; die oberste Prämisse ist aber eh der Klassenerhalt.
Dicht dahinter folgt das Farmteam aus Braunschweig, das aufgrund der hohen Ein- und Auswechselfrequenz kaum Einspielzeit bekommt, Aufsteiger Rasta Vechta und Lich. Vechta konnte bisher zwei Siege für sich verbuchen und gewöhnt sich an das Niveau in der zweiten Liga. Lich weiß den zweitbesten Scorer in seinen Reihen (Wooten), Erfolg bringt das aber bisher noch nicht. Die Schlusslichter kommen aus Wolfenbüttel und aus Speyer. Die verletzungsgeplagten Herzöge aus Wolfenbüttel erhielten gleich zum Beginn der Saison eine Hiobsbotschaft: Leistungsträger Henje Knopke erlitt einen dreifachen Bänderriss und wird bis auf weiteres Fehlen. Auch die Niedersachsen fahren mittlerweile eine kleine Rotation auf, Verletzungspech sei „Dank“.
Die rote Fahne halten die BIS Baskets Speyer aktuell in der Hand. Das wird sich aber bald ändern, da Speyer nachgerüstet hat: Mit Brendan Campbell und Igor Simin wird dem Abwärtstrend entgegenzuwirken sein. Simin feierte in seinen beiden Einstandsspielen bereits 23 Punkte im Schnitt, und auch Campbell legte gegen Herten 23 Zähler auf. Das verspricht Spannung und macht Lust auf mehr - genau wie beim Rest der Liga.
Bisherige Saisonbestleistungen:
Punkte: 39, Jackson Capel (Stahnsdorf)
Rebounds: 18, Benny Charles Anthony (Wolfenbüttel)
Assists: 13, Willis Gardner (Frankfurt)
Steals: 6, Claude-Didier Njoya Nken (Braunschweig)
Blocks: 6, Robinson Louisme (Nürnberg)
Effektivität: 38, Benny Charles Anthony (Wolfenbüttel)



von RUN & GUN 08.11.09 um 20:58:38
Nicht schlecht was die Würzburger da abliefern.
Folgende Zeilen jetz bitte nicht so ernst nehmen :-):
Die Würzburger steigen noch in dieser saison in die proA auf, und schaffen es, sich nächste saison in der proA zu etablieren. Nach 3 Jahren ist die mannschaft mit ihren Leistungsträgern gereift und schafft den sprung in die 1. Bundesliga. Auch dank der finanziellen Sicherheit, die der Club aktuell ja schon geniesst. Und plötzlich kommt ein großer Blonder aus den USA rüber, der drüben seine Karriere beendet hat und nichts lieber tun würde, als für seinen "alten" Verein, damals noch DJK S. Oliver Würzburg, aufzulaufen! Würzburg wird deutscher Meister 2014!! :-)
von Albanischer Panzer 09.11.09 um 17:02:20
es wird sooo kommen hoffentlich:-)
Baskets steigen dieses jahr auf
und dann sehen wir weiter
2014 Deutscher Meister :D:D