ProA- und ProB-Rückblick
Attraktionen und Sensationen
Vergessene Trikots, eine 50-Punkte-Show, ein Karrierende wegen eines Jobs als Feuerwehrmann und zwei deutsche Nachwuchskräfte bei neuen ProA-Teams. Derweil fährt Henje Knopke in der ProB Achterbahn, der Nürnberger Basketball lebt wieder und Ehingen gewinnt trotz null Punkten im ersten Viertel.
Von Dennis Klammer (dk), Martin Vogel (mv) |
14.01.2010 | |
(mv). Im letzten ProA-Rückblick musste noch auf die erste Niederlage des BBC Bayreuth hingewiesen werden, und auch heute kann nur auf das 64:71 gegen Kirchheim verwiesen werden, wenn es um Schlappen der Franken in der laufenden Saison geht. Denn seit diesem Ausrutscher sind die Wagnerstädter wieder in der Spur, sackten vier Siege in Serie ein - und das trotz des Abgangs von Power Forward Adam Baumann. Der US-Amerikaner, der in nur etwas mehr als 23 Minuten 14 Punkte und knapp fünf Rebounds pro Spiel erzielte, ging zurück in seine Heimat, um Feuerwehrmann zu werden.
Ärgster Verfolger Bayreuths sind die Cuxhaven BasCats: Zwar erlaubte sich das Team von der Nordseeküste zwei Niederlagen mehr als der Tabellenführer, doch drei ungefährdete Siege über Crailsheim, Essen und Freiburg sorgten dafür, dass die Katzen auch weiterhin auf dem zweiten Aufstiegsplatz stehen. Von dort abgefallen ist, trotz des Sieges gegen Cuxhaven, die BG Karlsruhe. Drei Niederlagen in Folge musste das Team um Superstar Rouven Roessler zuletzt hinnehmen, zuletzt unterlag die Truppe von Dr. Ivan Voijtko gegen Bayreuth und München gleich zweimal mit zwei Pünktchen Unterschied.
Hinter der BG lauern jetzt bereits die Chemnitz 99ers, die am nächsten Spieltag auf Karlsruhe treffen werden. Mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen sind die Sachsen mit ordentlich Rückenwind unterwegs, entschieden zuletzt das Ost-Derby gegen Jena für sich und lauern nun sogar auf den Sprung auf Platz drei.
Mit den Hannover Tigers und dem FC Bayern München bilden zwei Großstadtclubs den Beginn des Ligamittelfeldes, wobei letztere beim Auswärtsspiel in Jena für Aufsehen sorgten: Der ruhmreiche FC Bayern hatte nämlich vor Beginn der Auswärtsfahrt den Trikotkoffer an der Säbener Straße stehen gelassen, sodass die Münchener in den Trikots des Regionalligisten Höhenbalance Baskets Jena antreten mussten. Dazu kam es zu einem lautstarken Disput zwischen Trainer Michael Schwarz und Center Robert Maras auf der Auswechselbank und zu allem Überfluss zu einer deutlichen 62:81-Niederlage.
Während die Crailsheim Merlins auch weiterhin auswärts keinen Blumentopf gewinnen (acht Niederlagen, null Siege), aber zu Hause eine Macht sind (sieben Siege, null Niederlagen), müssen die GiroLive Ballers Osnabrück darum bangen, auch in der nächsten Saison eine Heimstatt zu haben. Die Niedersachsen können in ihrer derzeitigen Halle keinen Parkettboden, wie er ab diesem Sommer in der ProA vorgeschrieben ist, verlegen. Nun beginnt bei den Ballers die Suche nach einer Lösung. Diese Probleme kennt Zweitliga-Urgestein USC Heidelberg nicht. Das einzige Problem, das Head Coach Thorsten Daume hat, ist die Frage, wie er seine Offense am Laufen hält. Bei jedem der sieben Saisonsiege erzielten die Heidelberger mindestens 95 Punkte. Bleibt der Universitätssportclub unter dieser Punktezahl, gewann in dieser Spielzeit bis dato immer der Gegner.
Zwei Mal lag in den letzten Wochen der Fokus bei den Saar-Pfalz Braves ganz uneingeschränkt auf dem Topscorer: Zuerst erlegte Guard Walt Baxley die Chemnitz 99ers fast im Alleingang, als er 50 Punkte (10/15 2FG, 5/8 3FG, 15/16 FT) erzielte. Zwei Spieltage später war dann der Scheinwerfer auf Maik Zirbes gerichtet. Das Center-Talent markierte bei seinem Debüt für die Homburger direkt 20 Punkte, was nicht nur fünf mehr sind, als er bis dato in 14 Einsätzen für TBB Trier in der BBL insgesamt erzielen konnte, sondern auch die meisten seines Teams beim 94:77 über den TV Langen. Die Kirchheim Knights dagegen schafften es, wie eingangs bereits erwähnt, dem BBC Bayreuth die erste Saisonniederlage beizubringen und auch die direkten Konkurrenten aus Hannover und München zu besiegen, mussten sich aber Chemnitz geschlagen geben.
Mit gehörigem Abstand folgen die Teams der Giants Nördlingen und von Science City Jena. Nachdem die als BBL-Absteiger in die ProA gekommenen Nördlinger acht Partien in Folge abgaben, trennte sich das Management von Head Coach Alexander Biller, der erst in der Sommerpause aus Lich gekommen war. Offenbar keine schlechte Entscheidung: Im ersten Spiel nach der Biller-Entlassung gab es unter Interimscoach Zoltan Nagy ein 112:99 beim UBC Hannover. Man darf gespannt sein, wie es unter dem neuen Trainer Andras Zsoldos, wie Nagy ein Ungar, weitergehen wird. Bei Jena sorgte die Verpflichtung von Kevin Wysocki, der auf Leihbasis aus Braunschweig nach Thüringen kam, für Aufsehen. Der 22-Jährige sorgte gleich mit 20 Zählern beim Sieg über Bayern München für einen guten Einstand.
Bei den ETB Wohnbau Baskets Essen war nach drei Siegen in Serie zum Jahresausklang eigentlich Hochstimmung angesagt, doch gelang es der Truppe aus der europäischen Kulturhauptstadt 2010 nicht, den Schwung mit ins neue Jahr zu nehmen. Stattdessen unterlag das Team gegen Heidelberg und in Cuxhaven, bleibt aber dank des besseren direkten Vergleiches mit dem USC Freiburg auf einem Nichtabstiegsplatz. Die Freiburger begannen das neue Jahr nämlich, wie sie das alte beendeten: mit Niederlagen. Sechs Mal mussten die Breisgauer in letzter Zeit mit hängenden Köpfen vom Parkett schleichen und rutschten so wieder mitten in die Abstiegszone.
Das Tabellenschlusslicht bildet aber auch weiterhin der TV Langen. Die Südhessen konnten allerdings in den letzten fünf Spielen zwei weitere Erfolge zu ihrem ersten Saisonsieg hinzufügen. Verzichten muss Cheftrainer Fabian Villmeter aber in Zukunft auf die Dienste von Achmadschah Zazai. Der 1,75 Meter große Point Guard verlässt das Team wieder, nachdem Kai Barth sich von seiner Bänderverletzung im Knöchel erholt hat.
Tabelle nach dem 15. Spieltag
| # | Team | Spiele | S | N | Punkte |
| 1 | Bayreuth | 15 | 14 | 1 | 29 |
| 2 | Cuxhaven | 15 | 12 | 3 | 27 |
| 3 | Karlsruhe | 15 | 10 | 5 | 25 |
| 4 | Homburg | 15 | 9 | 6 | 24 |
| 5 | Chemnitz | 15 | 9 | 6 | 24 |
| 6 | Kirchheim | 15 | 8 | 7 | 23 |
| 7 | Hannover | 15 | 8 | 7 | 23 |
| 8 | München | 15 | 8 | 7 | 23 |
| 9 | Crailsheim | 15 | 7 | 8 | 22 |
| 10 | Heidelberg | 15 | 7 | 8 | 22 |
| 11 | Osnabrück | 15 | 7 | 8 | 22 |
| 12 | Nördlingen | 15 | 5 | 10 | 20 |
| 13 | Jena | 15 | 5 | 10 | 20 |
| 14 | Essen | 15 | 4 | 11 | 19 |
| 15 | Freiburg | 15 | 4 | 11 | 19 |
| 16 | Langen | 15 | 3 | 12 | 18 |
Saisonbestmarken
Punkte: 50, Walt Baxley (Homburg)
Rebounds: 18, Dewayne Richardson (Karlsruhe) <
Assists: 13, Whit Holcomb-Faye (Homburg)
Ballgewinne: 6, Mark Dorris (Cuxhaven)
Blocks: 6, Edward Seward (Bayreuth)
Effektivität: 46, Walt Baxley (Homburg)



von Crossover 30.05.2012 um 08:36:17
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