Staiger nach Berlin, Fassler nach Jena
Von Thomas Käckenmeister |
22.01.2010 |
Die Spatzen pfiffen es unter der Woche bereits lautstark von den Dächern: Nationalspieler Lucca Staiger, der kürzlich sein College Iowa State verließ (Crossover berichtete), wird bis zum Ende der Saison 2011/12 bei Alba Berlin unter Vertrag stehen.
Der 21-Jährige wird am Wochenende aus den USA zurück in seine Heimat nach Ulm reisen. Im Laufe der kommenden Woche wird er dann in Berlin erwartet.
In den USA hat die Entscheidung des 21-Jährigen viel Kritik hervorgerufen. Staiger gehörte zu den Stützen im Team von Iowa State und stand im Schnitt 26,5 Minuten pro Spiel auf dem Parkett (9,4 Punkte pro Partie). Greg McDermott, Head Coach der Cyclones, zeigte sich "enttäuscht" und warf Staiger vor, er habe hinter dem Rücken der Mannschaft seinen Abschied geplant. Texas Tech Head Coach Pat Knight, Gegner von Iowa State im ersten Spiel ohne Staiger am Mittwoch (71:78), nannte die Entscheidung des Deutschen "egoistisch". Das gleiche warf ESPN-Journalist Andy Katz dem Guard vor.
Staiger begründetet seinen Abschied damit, es habe sich eine "Gelegenheit" ergeben, "in meiner Heimat professionellen Basketball zu spielen". In den USA wird spekuliert, ob der Jungnationalspieler wegen des Geldes nach Deutschland zurückkehrt. Offensichtlich war Staiger aber mit seiner Rolle im Team von Iowa State unzufrieden. Alba Berlin hat er mit seinem Interesse offenbar überrascht
"Wir freuen uns sehr, Lucca Staiger für unser Programm gewonnen zu haben", sagt Berlins Sportdirektor Henning Harnisch. "Die Verpflichtung war so nicht geplant, denn wir wollten, dass Lucca die College-Saison zu Ende spielt und erst zur kommenden Saison nach Berlin kommt. Aber dadurch, dass er bereits jetzt zu uns stößt, haben wir die Möglichkeit, ihn ohne Zeitdruck in unser System zu integrieren. So kann Lucca sich in Berlin einleben und bis zur nächsten Saison an unsere Spielweise herangeführt werden."
Derweil wechselt der 21-jährige Oskar Fassler zu Science City Jena in die ProA. "Oskar hat sich in den vergangenen drei Jahren enorm reingehängt und als Spieler stark entwickelt", bekundet Albas Cheftrainer Luca Pavicevic. "Im Laufe dieser Saison hat er den Wunsch geäußert, den Verein zu wechseln, um in einem Team, in dem er eine zentrale Rolle spielt, seine Qualitäten unter Beweis stellen zu können."


