Bayern-Pleite in letzter Sekunde
Von Björn Lehmkühler |
17.04.2011 |
"Das hätte Hitchcock nicht besser schreiben können", kommentierte Thorsten Schröder, Geschäftsführer der Paderborn Baskets, das letzte Saisonspiel seiner Mannschaft. Diese hatte soeben in der ausverkauften "Maspernhölle" einen sensationellen 84:82-Erfolg gegen den ProA-Meister FC Bayern München errungen.
Und in der Tat war die Schlussphase an Spannung kaum zu überbieten. 23,9 Sekunden vor dem Ende hatte Bayern-Aufbau Jonathan Wallace die Mannschaft von Nationaltrainer Dirk Bauermann mit 80:82 in Führung gebracht. Doch im Gegenzug brachte Paderborns Point Guard Kejuan Johnson die Halle zum toben, indem er rund acht Sekunden vor dem Schlusspfiff den Ausgleich erzielte - mit Foul!
Den Freiwurf vergab Johnson im Anschluss, jedoch holte er seinen eigenen Offensivrebound, verpasste den Wurf zur Führung allerdings erneut. Beim Rebound war dann Youngster Ole Wendt zur Stelle, doch auch er verwandelte aus nächster Nähe nicht. Sein Fehlwurf landete jedoch nicht bei den Bayern sondern in den Händen von Baskets-Guard Martin Samarco, der 0,1 Sekunden vor Schluss den Siegtreffer erzielte, sogleich schreiend sein Trikot vom Leib riss und es jubelnd in die Fankurve warf. Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr.
Bester Mann auf Seiten der Baskets war zweifellos Center Ben Spöler, der wohl eines der besten Spiele seiner Karriere absolvierte und gegen namhafte Konkurrenten wie Aleksandar Nadjfeji, Darius Hall und Robert Maras auf 22 Punkte und zehn Rebounds kam. Dabei punktete er sowohl per Dreier als auch durch kluge Postmoves und aggressive Aktionen in Korbnähe. Zeugnis dieser Aggressivität Spölers waren seine vierzehn Freiwurfversuche, von denen er elf verwandelte.
Neben Spöler konnte mit Power Forward Benjamin Fumey (18 Pkt, 5-10 FG) ein weiterer Deutscher überzeugen. Die drei starken US-Amerikaner Johnson, Samarco und Draleon Burns punkteten ebenfalls allesamt zweistellig, fielen jedoch auch durch ihre miese Wurfauswahl auf und verbuchten zusammen nur 2-15 von jenseits der Dreierlinie. Für den FC Bayern, der zuvor nur ein Spiel verloren hatte, traf Darius Hall (17 Pkt, 5 Reb) am besten.


