NBBL-Rückblick
Reise nach Jerusalem
Die Playoff-Plätze scheinen in diesem Jahr heißer begehrt denn je. Nur wenige Teams können sich wirklich von der Masse abheben. Der Rest ist in einem heftigen Kampf um die verbleibenden Playoff-Plätze verwickelt.
Von Maximilian Selow |
21.01.2009 | |
Division Nordwest: Oldenburg mit Zwischenspurt
?Noch ist nicht aller Tage Abend!? - Diese Devise wird Head Coach Thomas Glasauer seinen Junior Baskets aus Oldenburg wohl mit in die Saisonhalbzeitpause gegeben haben, nachdem sein Team nach den ersten sechs Spieltagen der Saison mit einer Bilanz von zwei Siegen aus sechs Spielen eher die Möglichkeit der Relegation als die des wiederholten Playoffeinzugs vor Augen hatte. Tatsächlich scheinen sich die Oldenburger dank eines initialzündenden Sieges gegen die Köln 99ers wieder auf die Erfolgsspur begeben zu haben, fertigten sie neben dem Kellerteam aus Quackenbrück doch auch den Tabellenführer und bis zu jenem Zeitpunkt ungeschlagenen Nachwuchsclub aus Paderborn ab. Lediglich eine Niederlage gegen die Metropol Baskets Ruhr trübt das Bild des perfekten Monats. Mit einer augeglichenen Bilanz (5-5) sind die Oldenburger nun wieder mittendrin im Rennen um die Playoffs, die in einer im mittleren Tabellenabschnitt eng beieinanderliegenden Division Nordwest hart umkämpft sein werden.
Die Bayer Giants Academy, die Spielgemeinschaft Bonn/Rhöndorf, und die Metropol Baskets Ruhr werden in diesem Kampf sicherlich das ein oder andere Wörtchen mitzureden haben. Während die Leverkusener mit ihrem immer besser werdenden Center Marvin Kruchen, der gegen die Young Dragons aus Quackenbrück mit 16 Punkten und 19 Rebounds ein starkes Double-Double auflegte, sich lediglich den Phoenix Hagen zu schlagen geben musste, punkteten die Bonner, angeführt vom weiterhin überragenden 18-jährigen Jonas Wohlfahrt-Bottermann (19,5 PpG, 8,5 RpG), vor allem gegen die Kellerteams der Division. Das Team der Metropol Baskets Ruhr musste sich nach seinem hervorragenden Saisonstart zwar sowohl Paderborn und Bonn als auch Leverkusen zu schlagen geben. Sie sind mit ihrer ausgeglichenen Bilanz von jeweils fünf Siegen und fünf Niederlagen immer noch im Playoff-Geschäft.
Von solchen Sorgen gänzlich unberührt zeigen sich weiterhin die Paderborn Baskets, deren Bilanz nur ein Ausrutscher gegen die Junior Baskets aus Oldenburg trübt. Davon abgesehen marschierte das Team um Robert Huelsewede und Co. weiterhin großen Schrittes in Richtung Endrunde und fegte seine Gegner dabei weiterhin ein ums andere Mal aus der Halle. Für die Metropol Baskets setzte es dabei eine 20-Punkte-Niederlage; die Young Dragons mussten dagegen ?nur? eine 14-Punkte-Schlappe hinnehmen.
Hinter ihnen bewegen sich die Phoenix Hagen Juniors fast ebenso ungefährdet. Gegen die Leverkusener knackten die Feuervögel die 100-Punkte-Marke und fügten ihrem Gegner wie im Vorbeigehen einen 34-Punkte-Rückschlag zu, für den vor allem die an diesem Tag sensationell auftretenden Yannik Opitz (26 Punkte) und Filip Marjanovic (21 Punkte) verantwortlich zeichneten. Mit einer Bilanz von sieben Siegen und drei Niederlagen sind sie der ärgste Verfolger der Paderborner.
Abgeschlagen und auf dem sicheren Weg in die Relegation sind hingegen die Young Dragons aus Quakenbrück, die in zehn Spielen sieglos blieben, als auch die Köln 99ers, denen nicht einmal ein 44-Punkte-Spiel von Lead-Guard Milan Obradovic zum dritten Saisonsieg verhelfen konnte.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 44, Milan Obradovic (Köln 99ers)
Rebounds: 19, Marvin Kruchen (Bayer Giants Academy)
Assists: 10, Felix Fuhrmann (Team Bonn/Rhöndorf)
Steals: 9, Milan Obradovic (Köln 99ers)
Blocks: 6, Jonas Wohlfahrt-Bottermann (Team Bonn/Rhöndorf)
Effektivität: 42, Jonas Wohlfahrt-Bottermann (Team Bonn/Rhöndor
Division Nordost: Alles geht noch
In der Division Nordost - so zeichnet es sich mehr und mehr ab - wird der geneigte Nachwuchsbasketballfan wohl bis zum letzten Spieltag warten müssen, um ein klares Bild von der Playoff-Situation zu bekommen. Mit Ausnahme der Albatrosse aus Berlin, die weiterhin ungeschlagen an der Spitze der Liga thronen und ihren Anspruch auf diesen Platz mit Siegen gegen die Berliner Mitkonkurrenten auch eindrucksvoll untermauerten und dem mit einem Sieg und neun Niederlagen hoffnungslos abgeschlagenen Mitteldeutschen Basketballclub sind sechs Teams in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die verbleibenden drei Playoff-Plätze verwickelt, in dem keine Fehler erlaubt sind.
Mit einem Zwischenspurt hat sich in dieses Rennen wieder der Bramfelder SV eingeschaltet, der nach nur einem Sieg in den ersten sechs Spielen dank des neu erstarkten Marc Liyanage drei der folgenden vier Partien gewinnen konnte. Der Power Forward schenkte nicht nur den Central Hoops 20 Punkte ein, sondern setzte mit einer 30-Punkte-Partie, inklusive vier von acht getroffenen Distanzwürf, gegen die IBBA noch das Sahnehäubchen drauf. Die gewaltige Schusskraft des 18-jährigen Deutschen bekamen auch die Wölfe aus Weißenfels zu spüren, die mit ansehen mussten, wie der Zwei-Meter-Schlacks fünf seiner zwölf Distanzwürfe im Korb unterbrachte.
Bremerhaven, die Spielgemeinschaft aus Braunschweig und das Göttinger Nachwuchsteam mussten sich jeweils mit zwei Siegen und zwei Niederlagen zufrieden geben, die keinem der Teams den nötigen Auftrieb geben konnten, um sich vom Feld abzusetzen. Die Eisbären bezwangen zwar Bramfeld überraschend, mussten sich allerdings Braunschweig und der IBBA geschlagen geben, während Braunschweig selbst an Göttingen und dem Bramfelder SV verzweifelte.
Das Göttinger Nachwuchsprogramm ließ die Punkte in Berlin liegen und gab somit den Central Hoops die einzige siegreiche Partie des Spielmonats. Ebenso konnte die Internationale Basketballakademie nur einen einzigen Sieg gegen die Bremerhavener Eisbären einfahren, den sie maßgeblich ihrem serbischen Swingman Nino Valentic, der 35 Punkte und 14 Rebounds auflegte, zu verdanken hatten. Die beiden ?zweitklassigen? Hauptstadtteams konnten die Form nach jeweils guten Anfängen zu Saisonbeginn nicht halten und sind so nun auch nur zwei von vielen Teams, die um die Playoff-Teilnahme kämpfen müssen.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 35, Nino Valentic (IBBA Berlin)
Rebounds: 21, Serge Lopez Nunez (Central Hoops Berlin)
Assists: 8, Tobias Welzel (Team Göttingen)
Steals: 8, Vukan Veljovic (Bramfelder SV)
Blocks: 8, Enosch Wolf (Team Göttingen)
Effektivität: 43, Felix Neumann (Mitteldeutscher BC)
Division Mitte: Breitengüßbach setzt sich ab
?Ausgeglichene Teamleistung? heißt das Erfolgsrezept des Nachwuchsteams des TSV Tröster Breitengüßbach. Ob Erik Land, Dirk Dippold, Daniel Schmidt, Niklas Jungbauer oder Daniel Leithner, immer ist es ein anderer Breitengüßbacher, der hervorsticht und seinen Anteil dazu leistet, dass Tröster nach zehn Spieltagen mit nur einer Niederlage auf dem Konto an der Spitze der Division Mitte steht und als Favorit in die Schlussphase der Hauptrunde geht.
Überraschender ist es, dass Trösters engster Verfolger das in den letzten beiden Jahren viel gescholtene Kellerkind aus Frankfurt ist. Die Eintracht hat sich, angeführt von ihrem erst 17-jährigen Power Forward Filmore Beck, zu einem der Favoriten in der Division Mitte entwickelt und mit sieben Siegen aus zehn Spielen hervorragende Chancen, den zweiten Platz zu verteidigen. Diesen Schluss ließ nicht zuletzt der beeindruckende Blowout-Sieg gegen den Mitfavoriten MTV Kronberg zu, der dank 33 Punkten von Beck mit 94:45 abgefertigt wurde.
Im Mittelfeld spielten sich zuletzt die Nachwuchsbasketballer vom Funkwerk Jena, sowie die Gießener 46ers in den Fokus. Mit jeweils drei Siegen aus den letzten vier Spielen - unter anderem bezwangen beide Mannschaften das TBB Junior Team um Nachwuchs-Center Maik Zirbes ? sind sowohl die Thüringer als auch die Hessen wieder mit guten Karten ins Playoff-Geschäft eingestiegen.
Die angesprochenen Trierer hingegen verloren nicht nur an Boden, sondern vielleicht auch ein Stück weit ihre Favoritenrolle. Wieder einmal musste sich das Team in Abwesenheit ihres Star-Spielers Zirbes einem eigentlich unterlegenen Konkurrenten geschlagen geben und kam selbst mit ihrem Center an Bord nicht über ein 56:62 gegen Jena hinaus. Zurecht besteht die Frage, wie tief das Team in die Playoffs vordringen kann, wenn der komplette Fokus der gegnerischen Abwehr auf Zirbes gerichtet ist.
Die Playoff-Chancen des MTV Kronberg fallen hingegen weiterhin von Spieltag zu Spieltag. Nach zwei Siegen zum Start der Saison, konnte das Team um Top-Aufbau Yannick Schicktanz bisher nur im Vergleich mit den Kellerteams der Division glänzen. Dabei ist das Potential im Team durchaus vorhanden: Sowohl Schicktanz als auch sein Teamkamerad Roman Moschny wissen jeden Spieltag durchaus zu überzeugen. Einzig und allein der Mangel an guten Rollenspielern verwehrt dem MTV derzeit rosigere Saisonaussichten.
Weit abgeschlagen und bereits jetzt außer Konkurrenz um die Playoff-Spots sind die Franken Hexer und der in den letzten Jahren noch so dominante TV Langen. Beide Teams konnten bis dato nur einen Erfolg einfahren und dürften sich jetzt bereits mental auf die Relegation vorbereiten.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 33, Filmore Beck (Eintracht Frankfurt)
Rebounds: 18, Kilian Dietz (tbb Junior Team)
Assists: 10, Daniel Schmidt (TSV Tröster Breitengüßbach)
Steals: 6, Yannik Reitschmidt (46ers Juniors)
Blocks: 6, Maik Zirbes (tbb Junior Team)
Effektivität: 36, Maik Zirbes (tbb Junior Team)
Division Süd: Urspring weiter auf der Überholspur
So wie Alba Berlin die Macht im Norden ist und seine Division nach Belieben dominiert, so ist die Schelklinger Urspringschule im Süden der haushohe Favorit, der seinen Kontrahenten im Süden terrorisiert. Dabei erwischte es am siebten Spieltag selbst den hartnäckigen Verfolger aus Ulm, der eine 25-Punkte-Schlappe hinnehmen musste, für die maßgeblich Ursprings neuer Go-to-Guy Maurice Stuckey mit 25 Punkten und acht Assists verantwortlich zeichnete.
Von der zu erwartenden Niederlage gegen Urspring abgesehen blieben die Ulmer auf der Erfolgsspur und gewannen, angeführt von ihren Twin-Towers Alexander Heide und Nemanja Kekic, ihre Partien gegen Ludwigsburg/Tübingen, Speyer und den Newcomer-Team Kurpfalz. Mit nur einem Fleck auf ihrer sonst makellosen Bilanz sollte die erste Playoff-Teilnahme der Ulmer gesichert sein.
Um die verbleibenden beiden Plätze - so zeichnet es sich nach zehn Spieltagen ab - werden sich aller Voraussicht nach der FC Bayern München, das Basket-College Rhein-Neckar und das Basketballinternat Speyer streiten. Während das Basket-College nur noch zwei Siege aus den verbleibenden vier Spielen benötigt, um den Einzug in die Endrunde perfekt zu machen, werden Speyer und München vielleicht schon am kommenden Spieltag im direkten Aufeinandertreffen für eine erste Vorentscheidung um die Vergabe des vierten Playoff-Platzes sorgen. Im Dezember behielten die Bayern mit drei Siegen in vier Spielen die Oberhand, darunter auch ein überzeugender Punktgewinn im Aufeinandertreffen mit dem Basket-College, an dem wieder einmal Münchens Star-Swingman Tobias Korndoerfer maßgeblich Anteil nahm. Auf der anderen Seite geriet das doch so gut ins Rollen gekommene Basketballinternat Speyer wieder ins Stottern, geschuldet vor allem der Tatsache, dass Topscorer Simon Schmitz an drei der letzten vier Partien seines Teams nicht teilnehmen konnte. Ohne ihn präsentierten sich die Basketballinternatler schwerfällig.
Die SG Ludwigsburg/Tübingen, die BG Karlsruhe und das Junior Team Kurpfalz liegen im Keller der Division vergraben und werden sich ebenfalls auf die Relegation vorbereiten müssen. Immerhin konnte Liga-Neuling Team Kurpfalz gegen die SG Ludwigsburg/Tübingen auch den ersten NBBL-Sieg feiern.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 41, Michael Baumer (BG Karlsruhe)
Rebounds: 16, Kevin Luyeye (BiS Speyer)
Assists: 11, Simon Schmitz (BiS Speyer)
Steals: 9, Johannes Götz (Junior Team Kurpfalz)
Blocks: 5, Jermaine Julian Lippert (FC Bayern München)
Effektivität: 41, Danilo Barthel (Basket-College Rhein-Neckar)



von Crossover 17.05.2012 um 10:45:53
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