NBBL Playoffs
Mission: Langen
Die NBBL-Playoffs haben begonnen und 16 Teams wollen nach Hessen. Wer es bis zum Top Four nach Langen schafft, spielt um die Meisterschaft. Crossover schaut nach, wie der Weg bisher verlief.
Von Maximilian Selow |
21.03.2008 | |
Achtelfinale Nord
Alba Berlin vs. Phoenix Hagen Juniors (2-1)
(77:86, 103:60, 74:62)
So hatte sich das Albas Head Coach Hendrik Rödl ganz sicherlich nicht vorgestellt, als er sich mit Ende der regulären Saison in die Vorbereitungen für den Anlauf auf das Final Four begab. Im Achtelfinale wartete auf sein Team der nominell leichteste Gegner im Norden, die Phoenix Hagen Juniors, die den hohen Erwartungen vor Saisonbeginn nicht gerecht werden konnten und erst dank einer heißen Phase zu Saisonende eher schlecht als recht auf die Playoff-Plätze kletterten.
Das Momentum, das sich Hagen in den letzten Wochen jedoch aufgebaut hatte, wurde für Rödls Albatrosse im ersten Spiel der Achtelfinalserie zum Verhängnis, als Hagen, angeführt von Point Guard Yannick Opitz, mit harter Defense und Kämpferherz die Partie mit 86:77 für sich entschied und den Heimvorteil der Berliner entführte.
Unter reichlich Druck stehend, reisten die Albatrosse eine Woche später in Hagen zum Rückspiel an und meldeten sich eindrucksvoll mit einer 40-Punkte-Packung zurück, in der sie den Willen der Feuervögel früh brachen, einen Ballverlust nach dem anderen provozierten und letztendlich im vierten Viertel noch einmal die Schrauben in der Verteidigung anzogen und das Team von Head Coach Dietmar Günther am Ende bei 60 Punkten hielten.
Zum Entscheidungsspiel in Berlin fand Hagen zwar zur Topform zurück und gestaltete die Partie bis ins dritte Viertel hinein noch einmal offen, musste sich jedoch am Ende den von einem überragenden Thomas Schoeps angeführten Albatrossen geschlagen geben und den Traum von einem zweiten Final Four in Folge ad acta legen.
Oldenburg Junior Baskets vs. IBBA Berlin (0-2)
(54:57, 62:72)
Für die erste Sensation in den Playoffs sorgte die Internationale Basketballakademie Berlins, für die es in der ersten Runde galt, die mit Heimvorteil ausgestatteten Junior Baskets aus Oldenburg aus dem Rennen zu werfen. Eine Aufgabe, die angesichts der Heimstärke der in der Saison zu Hause ungeschlagenen Oldenburger fast aussichtslos schien.
Doch die Playoffs schreiben bekanntlich ihre eigenen Gesetze: Die Berliner Guard-Riege negierte auf fremdem Hallenboden den Vorteil der Oldenburger auf den großen Positionen in einem von Physis geprägten ersten Serienspiel mit viel Penetration zum Korb, die für Oldenburgs All-Star Azeez Oladimeji (Foto) mit reichlich Zeit auf der Bank endete. Von Foul-Problemen geplagt kam Oladimeji auf lediglich 25 Minuten Spielzeit und fand auch in seiner Zeit auf dem Platz nicht zu seinem Rhythmus. Die starke erste Halbzeit reichte den Berlinern letztendlich zum knappen, aber verdienten 57:54-Sieg.
Auf das Aufbäumen der Oldenburger wartete man eine Woche später vergeblich. Mit dem Rücken zur Wand stehend und ohne den angeschlagenen Milan Obradovic spielend, gelang den Junior Baskets in der Bundeshauptstadt nur wenig. Der starken Leistung von Berlins Nationalspieler Nico Adamczak, der mit 22 Punkten und zwölf Rebounds herausragte, hatte bei den von schlechter Wurfausbeute geplagten Junior Baskets nur der wieder erstarkte Oladimeji (16 Punkte und 13 Rebounds) etwas entgegenzusetzen, der es zwar schaffte, erneute Foul-Probleme zu vermeiden, nicht aber die Niederlage und das Ausscheiden seines Teams abzuwenden.
Für die IBBA kommt es im Viertelfinale nun zum Stadtduell mit den Albatrossen.
Bramfelder SV vs. Bayer Giants Junior Academy (2-0)
(80:79, 94:75)
Für den Bramfelder Sportverein lautete das Ziel vor Beginn der Achtelfinalserie mit den Bayer Giants den vielleicht besten Spieler der Saison, den Österreicher Florian Trmal (Foto) , irgendwie in den Griff zu bekommen. Der Flügelspieler dominierte nicht nur mit 20,6 Punkten und 14,5 Rebounds pro Partie, sondern führte auch ein in der Tiefe nicht sonderlich stark besetztes Leverkusener Team auf einen respektablen dritten Platz in der schweren Nordwest-Division.
Im ersten Spiel der Serie ?hielten? die Hamburger Trmal bei 28 Punkten und 14 Rebounds, indem sie den Österreicher in Foul-Probleme und damit zu nur 21 Minuten Spielzeit zwangen. Den Verlust ihres Go-to-Guys konnten die Leverkusener dabei kaum kompensieren, verloren das zweite und dritte Viertel deutlich und scheiterten im letzten Spielabschnitt mit ihrer Schlussoffensive, sodass die Bramfelder die Partie mit 80:79 für sich entscheiden und damit als einziges Team im Norden ihren Heimvorteil wahren konnten.
Im Rückspiel war es dann die eisenharte Verteidigung des Bramfelder Sportvereins, die Trmal lediglich sechs Punkte erzielen ließ und ihn, ebenso wie sein Team damit de facto ausschaltete. Die starken Leistungen von Simon Michaelis (30 Punkte) und Malte Schwarz (18 Punkte, 10 Assists) egalisierten die überraschend gute Performance von Leverkusens Marvin Kruchen (22 Punkte, 17 Rebounds) und reichten somit zu einem 94:75-Sieg und zum Einzug ins Viertelfinale.
SG Bonn/Rhöndorf vs. Central Hoops Berlin (2-1)
(69:71, 87:80 OT, 68:65)
Die vielleicht spannendste Serie der bisherigen Playoffs sah zwei Teams, die sich Spiel um Spiel bis zur Schlusssirene bekämpften und damit für massig Adrenalin-Ausschüttung bei Spielern und Fans sorgte.
Wie Alba Berlin und die Oldenburger Junior Baskets musste auch die stark favorisierte Spielgemeinschaft Bonn/Rhöndorf durch den Verlust der ersten Partie auf ihren in der regulären Saison hart erkämpften Heimvorteil verzichten. Grund dafür war ein Rollenspieler der Hooper aus Berlin: Der erst 15-Jährige Martin Bogdanov nutzte die vergebene Chance der SG am Spielende und versank den Buzzerbeater zum 71:69-Sieg der Berliner und damit zur Riesensensation.
Zurück in Berlin war es den Central Hoops dann vorbehalten, kurz vor Schluss der Partie mit drei Punkten führend, die Überraschung perfekt zu machen und den Favoriten aus Bonn/Rhöndorf schon früh aus dem Rennen zu werfen, doch die Gäste fanden in Bastian Winterhalter ihren eigenen Helden. Der versenkte mit neun Sekunden auf der Uhr den Dreier, der sein Team in die Verlängerung rettete, wo sich die Spielgemeinschaft am Ende mit 87:80 durchsetzen konnte.
Im Entscheidungsspiel war es dann die überragende Ganzfeld-Presse der Berliner, die das Spiel bis zu Beginn des vierten Viertels offen hielt, bis die Spielgemeinschaft in den letzten zehn Minuten der Partie ihren knappen Vorsprung mit einer konzentrierten Leistung über die Zeit retten konnte.
Den Schrecken aus Berlin überlebt, stehen für die SG nun härtere Aufgaben an, denn der Weg nach Langen führt über den starken Bramfelder SV.
Achtelfinale Süd
Team Urspring vs. BBLZ Mittelhessen (2-1)
(83:84, 86:54, 105:75)
Zu einem Aufeinandertreffen zweier zum Schluss der Hauptrunde strauchelnden Giganten kam es im ersten Achtelfinale des Südens. Während Urspring sein letztes Spiel verlor, musste der von Verletzungen gebeutelte BBLZ sich gleich in drei seiner letzten vier Spiele geschlagen geben.
Mit Beginn der Playoffs wollten die Titelverteidiger aus Schelklingen jedoch den Schalter wieder umlegen und mit gewohnt dominanten Vorstellungen den Einzug in die nächste Runde schnell klar machen. Dabei hatte das Team von Head Coach Ralph Junge aber wohl nicht mit Benjamin Lischka gerechnet, der nicht nur 34 Punkte und zwölf Rebounds auflegte, sondern auch vier Sekunden vor Ende den entscheidenden Dreier zum 84:83 verwandelte, auf den die Urspringer keine Antwort mehr fanden und ihren Heimvorteil abgeben mussten.
Der Schock der Schelklingener hielt jedoch nicht lange an, denn im zweiten Spiel der Serie machten Christian Standhardinger (Foto) und Co. auf fremdem Grund früh klar, dass die Serie wieder ausgeglichen werden wird. Den ersten Spielabschnitt entschieden die Gäste mit 28:6 für sich, sahen von dort an nicht mehr zurück und spielten am Ende, angeführt von einem überragenden Standhardinger (37 Punkte, 22 Rebounds), einen lockeren 86:54-Sieg heraus.
Wo man in der zweiten Partie aufgehört hatte, machte man im Entscheidungsspiel der Serie weiter. Eine erneut frühe Führung wurde dabei mit relativ großer Leichtigkeit in eine 30-Punkte-Packung umgewandelt.
Der amtierende Meister geht nun gestärkt und auch gewarnt als Topfavorit mit großen Schritten in Richtung Final Four weiter.
MTV Kronberg vs. BC Rhein-Neckar (2-0)
(104:49, 79:53)
Momentum ist im Basketball alles, und das hatte der MTV Kronberg schon vor Beginn der Playoffs viel. Mit vier Siegen in Folge rollte Kronberg in die Postseason und machte seine Dominanz gleich im ersten Spiel der Serie gegen das Basket-College Rhein-Neckar klar.
Mit 104:49 setzten die tief besetzten Kronberger im Auftaktspiel ein Zeichen und machten die Kräfteverhältnisse in der Serie von Beginn deutlich. Nach einem ersten Viertel, in dem das Team um Go-to-Guy Jonathan Meshgna gleich 38 Punkte erzielte, hielt man die Mannheimer in der zweiten Halbzeit sogar nur bei 19 Punkten.
Nach einer solchen Packung verwunderte es nicht, dass das Basket-College auch im zweiten Spiel der Kronberger Offensive nicht viel entgegenzusetzen hatten. Ein schwaches zweites Viertel der Mannheimer reichte aus, um die schnelle Entscheidung herbeizuführen. 79:53 hieß es am Ende für Kronberg.
Im Viertelfinale kommt es nun zum ersten Kracher der NBBL-Playoffs zwischen Kronberg und Urspring.
BiS Speyer vs. Breitengüßbach (1-1)
(81:76, 87:94, 6. April)
Auf die Entscheidung in der Serie zwischen dem Basketballinternat Speyer und dem TSV Tröster Breitengüßbach müssen sich die Fans noch ein paar Wochen gedulden. Am 6. April findet das Entscheidungsspiel zwischen den beiden Teams statt, die zuvor jeweils ein Spiel für sich entscheiden konnten.
In Speyer nutzten All-Star-MVP Elias Harris und seine Mitspieler ihren Heimvorteil und entschieden das erste Spiel der Serie, trotz herausragender Leistung von Breitengüßbachs Dimitry McDuffie (26 Punkte, 10 Rebounds), mit 81:76 für sich.
Das Rückspiel in Breitengüßbach sah umgedrehte Umstände: Diesmal setzte sich Breitengüßbach frühzeitig in der ersten Halbzeit ab, bevor sie im zweiten Spielabschnitt einen Comeback-Versuch des Gegners abwehren musste. Dem starken Nationalspieler Erik Land (26 Punkte, 12 Rebounds), der von Stefan Dinkel und McDuffie tatkräftig unterstützt wurde, hatte der Nachwuchs aus Speyer vor allem in der Verteidigung nicht genügend entgegenzusetzen. Die Konsequenz war ein 94:87-Sieg der Breitengüßbacher und damit eine ausgeglichene Serie, die jedoch erst Anfang April ihren Sieger finden wird.
TV Langen vs. Bayern München (2-0)
(92:66, 79:74)
Ebenso wenig Probleme wie der MTV Kronberg hatte auch Top-Favorit TV Langen mit seinem Achtelfinalgegner aus München. Die in der Saison ungeschlagenen Langener, die zudem das Final Four ausrichten werden, behielten auch in der ersten Playoff-Runde ihre blütenweiße Weste.
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit im ersten Aufeinandertreffen, zogen die Giraffen das Spiel in der zweiten Hälfte an und entschieden das dritte Viertel deutlich mit 30:13 für sich. Angeführt von den starken Leistungen von Ruben Spoden (28 Punkte, 12 Rebounds, Foto) , Marco Völler (16 Punkte, 10 Rebounds) und Robin Benzing (19 Punkte, sechs Assists) setzte sich Langen dann letztendlich mit 92:66 durch.
Beim zweiten Spiel in München musste Head Coach Jürgen Barth zwar mit Kai Barth und Marco Völler gleich auf zwei seiner Top-Spieler verzichten, doch auch diese Partie endete in einem ungefährdeten Sieg für den Final-Ausrichten. Dass das Ergebnis noch einmal so knapp wurde, lag ausschließlich daran, dass Langen die Zügel im letzten Viertel locker ließ und dem Gastgeber gestattete, das Viertel mit 26:9 für sich zu entscheiden.
Am Ergebnis änderte es jedoch nichts, denn auch hier setzte sich Langen mit 79:74 durch und rollt damit ins Viertelfinale, wo entweder Speyer oder Breitengüßbach auf die Giraffen treffen wird.
Qualifikationsrunde
In der Qualifikationsrunde spielen die Teams, die sich nicht für die Playoffs qualifizieren konnten, gegen den Abstieg aus der NBBL. Der Verlierer der Qualifikationsrunde wird sich letztendlich mit einem Neubewerber für die Saison 2008/2009 messen müssen.
Den Abstieg konnten bisher Braunschweig, Köln, Paderborn, Göttingen, Karlsruhe, Frankfurt, die Franken Hexer und die SG Ludwigsburg/Tübingen vorzeitig abwenden. Um den Verbleib in der Liga spielen nun Jena, Quakenbrück, Team Bremen, der Mitteldeutsche Basketballclub, Freiburg, Trier, die SG Oberramstadt/Rossdorf und die Basketballakademie Ulm.



von Crossover 17.05.2012 um 10:45:02
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