Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




NBBL Monatsrückblick

Spannung pur

Vorbei ist die Zeit der Feinabstimmung. Die reguläre Saison ist beendet und für 16 der 32 NBBL-Teams geht es nun in den Titelkampf, der Rest muss sich gegen den Abstieg behaupten.

Von Maximilian Selow
 03.03.2009 |

Division Nordwest: Kopf an Kopf

Spannender hätte das Saisonfinale im Nordwesten nicht sein können: In einer im Mittelfeld verbittert umkämpften Division war es der letzte Spieltag der Hauptrunde, der letztendlich Klarheit in das Playoff-Bild einziehen ließ und helle Begeisterung wie auch tiefe Enttäuschung hervorbrachte.

Im Kampf um den vierten und damit letzten Endrundenplatz hatten die Junior Baskets aus Oldenburg zunächst den Kürzeren gezogen, als sie es am elften Spieltag verpassten, mit einem Sieg im direkten Aufeinandertreffen mit Mitkonkurrent Bonn/Rhöndorf dem Playoff-Einzug ein riesiges Stück näher zu kommen und ihr Glück von ihren eigenen Leistung abhängig zu machen. So gingen beide Teams in den vierzehnten und damit letzten Spieltag der Hauptrunde mit einer Bilanz von 14:12-Punkten, wissend, dass eine Niederlage das jähe Playoff-Aus bedeuten würde. Nachdem die Oldenburger mit einem ungefährdeten Sieg gegen Köln vorlegten, lastete der Druck einzig und allein auf der vier Tage später spielenden Spielgemeinschaft Bonn/Rhöndorf, die sich mit Mitfavorit Phoenix Hagen messen musste.

In einem packenden, hart umkämpften Spiel lagen die Basket-Drachen zwar fünf Minuten vor Ende mit 63:70 zurück, doch bewies das Team von Coach Eric Detlev Moral und biss sich hinter seinem starken Star-Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann zurück in die Partie. Dieser sorgte 16 Sekunden vor Ende mit seinem Freiwurf auch für die 74:73-Entscheidung und ließ damit ganz Bonn jubeln. Die Junior Baskets aus Oldenburg und die SG Bonn/Rhöndorf beendeten damit die Hauptrunde zwar punktgleich, doch schafften es die ehemaligen Landeshauptstädter dank der besseren Bilanz im direkten Vergleich in die Endrunde. In der Relegation müssen die Junior Baskets nun gegen den Mitteldeutschen Basketballclub antreten, die Basket-Dragons treffen in den Playoffs auf Alba Berlin.

Weitaus ungefährdeter qualifizierten sich die Paderborn Baskets als Divisionserster und die Bayer Giants Academy, sowie die Phoenix Hagen Juniors für die Playoffs. Während Paderborn seine Dominanz, angeführt vom alles überragenden Robert Huelsewede, fortsetzte und nur eine seiner letzten vier Partien verlor, wankelten die Bayer Giants und die Spieler von Phoenix Hagen eher schlecht als recht der Endrunde hingegen. Die Leverkusener besiegten zwar Paderborn, steckten aber in Köln und Oldenburg unnötige Niederlagen ein, während es die Hagener Junioren versäumten, mit Siegen gegen die Mittelfeld-Teams ein Momentum aufzubauen.

Weitab von den Playoff-Plätzen gab es dann auch noch eine kleine Überraschung. Die Köln 99ers erwachten unter der Führung von Alleinunterhalter Milan Obradovic doch einmal zum Leben und setzte sich nicht nur gegen die Leverkusener durch, sondern erspielten auch einen (Overtime-)Sieg gegen die Newcomer der Metropol Baskets Ruhr. Bezeichnenderweise benötigten die Kölner in beiden Spielen eine Punkte-Gala ihres Superstars Obradovic, der 34 bzw. 32 Punkte erzielte. Kölns Bilanz in den Spielen, in denen Obradovic mehr als 30 Punkte erzielt, stieg damit auf 2-1 an.

Die Metropol Baskets Ruhr hinterließen in ihrer ersten NBBL-Spielzeit einen ordentlichen Eindruck und überraschten mit sechs Siegen in 14 Spielen, während die Young Dragons aus Quakenbrück einmal mehr sang-, klang- und auch sieglos in die Playdowns gehen.

Saisonbestleistungen

Punkte: 44, Milan Obradovic (Köln 99ers)
Rebounds: 19, Marvin Kruchen (Bayer Giants Academy)
Assists: 10, Felix Fuhrmann (Team Bonn/Rhöndorf)
Steals: 9, Milan Obradovic (Köln 99ers)
Blocks: 6, Jonas Wohlfahrt-Bottermann (Team Bonn/Rhöndorf)
Effektivität: 43, Robert Huelsewede (Paderborn Baskets)


Division Nordost: Hauptstadt-Macht

Mit reichlich Wind in den Segeln und hervorragenden Aussichten, in diesem Jahr endlich einmal wirklich tief in die Playoffs vorzustoßen, hat das ?etwas andere? Berliner Nachwuchsteam seine Hauptrunde beendet. Mit vier Siegen in den letzten vier Spielen, darunter gegen die direkte Playoff-Konkurrenz aus Bremerhaven und Ludwigsburg, schwimmen die Central Hoops derzeit auf einer Euphoriewelle, die das Team um Shooting Star Martin Bogdanov, dem 16-jährigen Flügelspieler der Berliner, zu einem kleinen Geheimtipp auf die NBBL-Meisterschaft werden lässt. Der starke Backcourt, der von Spielmacher Janek Schmidkunz ergänzt wird, sowie das Potential im Low Post, das Serge Lopez Nunez verkörpert, machen die Berliner zu einem Team, das man in den Playoffs erst zweimal am Stück schlagen muss.

Während man bei den Central Hoops also noch vom Titelgewinn träumt, ist er beim Nachwuchsteam von Alba Berlin fast Pflicht. Die beendeten die Saison mit weißer Weste, dominierten die Gegner nach Belieben und machten allseits den Eindruck, von der Konkurrenz in der Division lediglich unterfordert zu sein. Mit Niels Giffey und Nico Adamczak haben die Albatrosse nach wie vor eine für die Gegner tötliche Kombination, die sie nun aber auch in den Playoffs unter Beweis stellen müssen.

Ergänzt wird das Playoff-Feld von der Spielgemeinschaft FT/MTV Braunschweig, die sich im direkten Duell gegen die IBBA aus Berlin in die Playoffs schoss, und die Eisbären Bremerhaven, die auf der Schlussgeraden noch heftig ins Straucheln gerieten, sich Alba und den Central Hoops erwartungsgemäß geschlagen geben mussten, aber auch beim Divisions-Schlusslicht Mitteldeutscher BC einen Ausrutscher einräumen mussten. Am Ende reichte jedoch jeweils eine ausgeglichene Bilanz von sieben Siegen und sieben Niederlagen zum Einzug in die Endrunde.

Das dritte Berliner Team, die Internationale Basketballakademie (IBBA), blieb in diesem Jahr außen vor. Im Endspiel um die Playoff-Teilnahme kamen die Berliner zu verschlafen aus der Pause und mussten in Braunschweig somit einem hohen Rückstand hinterherlaufen, der sich am Ende als uneinholbar bewies.

Die IBBA tritt nun genauso wie das Team Göttingen, der Mitteldeutsche Basketballclub und der sportlich in diesem Jahr eine Auszeit nehmende Bramfelder SV in der Relegation gegen den Abstieg an.

Saisonbestleistungen

Punkte: 35, Nino Valentic (IBBA Berlin)
Rebounds: 21, Serge Lopez Nunez (Central Hoops Berlin)
Assists: 9, Anthony Canty (Eisbären Bremerhaven)
Steals: 8, Vukan Veljovic (Bramfelder SV)
Blocks: 8, Enosch Wolf (Team Göttingen)
Effektivität: 43, Felix Neumann (Mitteldeutscher BC)


Division Mitte: Favoritensterben

Vor einem Monat hatte das Ganze noch komplett anders ausgesehen: Mit dem TSV Tröster Breitengüßbach und der zum ersten Mal in der NBBL stark aufspielenden Eintracht Frankfurt schienen die großen Favoriten in der Division Mitte an den Plätzen eins und zwei bereits gesetzt zu sein. Während Tröster zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei seiner zehn Spiele verloren geben musste, hatte sich die Eintracht unter der Führung des starken Flügels Filmore Beck schon fast zu einem kleinen Insider-Tipp für die Playoffs entwickelt.

Was für einen Unterschied doch läppige vier Spieltage machen können! Während es Breitengüßbach aufgrund zweier Niederlagen gegen Trier und das Kellerteam der Franken Hexer nicht nur verpasste, jegliches Momentum für die Playoffs aufzubauen, sondern auch noch vom sicher geglaubten ersten Platz auf den dritten verwiesen wurde, kann die Frankfurter Eintracht von Glück reden, dass sie es überhaupt noch in die Playoffs geschafft hat. Jena, Breitengüßbach, Gießen und die Franken Hexer ? bei allen vier Teams hagelte es auf der Schlussgeraden Niederlagen für die Hessen, in denen sich abzeichnete, dass nur Filmore Beck alleine doch nicht genug sein würde, um Frankfurt auch dauerhaft im oberen Drittel der Tabelle zu halten.

Als große Nutznießer dieser Abstürze dürfen sich die Giessen 46ers und das schon seit Saisonbeginn als Mitfavorit gehandelte Trierer Juniorenteam feiern lassen. Die Gießener, mit einer Serie von acht Siegen in Folge mit voller Fahrt in die Playoffs ?rollend?, können von Spiel zu Spiel auf ihre junge und bewährte Kombo aus Top-Playmaker Falko Theilig (18,5 PpG, 3,9 ApG) und Post-Präsenz Robin Christen (17,9 PpG, 7,4 RpG) vertrauen. Die TBB Juniors sind schon lange nicht mehr die One-Man-Show von Center Maik Zirbes, sondern haben mit Point Guard Maxim Schneider den perfekten Backcourt-Partner für ihren Star-Center gefunden. Der selbstbewusste 16-Jährige erzielt im Schnitt 16,1 Punkte und ergänzt damit das Inside-Spiel von Zirbes mit seiner Schlagkraft aus der Distanz.

Den Funkwerk Junior Baskets aus Jena fehlte im Endeffekt nur das nötige Glück zum Einzug in die Playoffs. Punktgleich mit der Frankfurter Eintracht entschied für sie nachteilig der direkte Vergleich mit dem hessischen Konkurrenten und verwehrte den Jenaern so in ihrer ersten Division-Mitte-Saison die direkte Playoff-Teilnahme.

Der MTV Kronberg, die erst zum Ende hin stärker aufspielenden Franken Hexer und der in diesem Jahr sportlich abgemeldete TV Langen finden sich erwartungsgemäß auf den unteren Tabellenplätzen wieder.

Saisonbestleistungen

Punkte: 35, Philipp Neumann (Franken Hexer)
Rebounds: 20, Alexander Machowski (Franken Hexer)
Assists: 12, Yannick Schicktanz (MTV Kronberg)
Steals: 7, Janis Nath (Eintracht Frankfurt)
Blocks: 6, Maik Zirbes (tbb Junior Team)
Effektivität: 40, Philipp Neumann (Franken Hexer)


Division Süd: Urspring verliert seine weiße Weste

Der Süden präsentierte sich im Gegensatz zu den anderen drei Divisionen der NBBL von einer ganz anderen, von Konstanz geprägten Seite. Keine Last-Minute-Entscheidungen, wenig Spannung und die dringlichste Frage, ob das Team Alba Urspring in diesem Jahr endlich ohne Niederlage durch die Saison kommen würde.

Ganz geschafft haben es die Schelklinger auch in diesem Jahr nicht. Das vierzehnte und damit letzte Saisonspiel stellte sich für die Basketballinternatler als verhängnisvoll heraus. Beim Divisionszweiten ohne seine drei Topspieler Maurice Stuckey, Felix Engel und Julius Wolf angetreten, konnte das derart dezimierte Urspring-Team seine weiße Weste nicht behalten. Bei 13 Erfolgen in den Spielen zuvor und dem ungefährdeten Sieg der Division war das allerdings alles andere als ein Beinbruch. Auch in diesem Jahr kann die Devise für die Talentschmiede nur Titelverteidigung heißen. Obwohl ohne Finals-MVP Christian Standhardinger, dafür mit Megatalent Stuckey sind die Baden-Württemberger dafür jedoch hervorragend gerüstet.

Auf dem zweiten Platz machte die Basketballakademie Ulm die Sensation perfekt und zog zum ersten Mal in die Playoffs ein. In fast ungefährdeter Manier und getragen von einem extrem ausgeglichenen Kader mussten sich die Ulmer nur in drei ihrer vierzehn Spielen geschlagen geben und können sich auch in den Playoffs Hoffnung auf mehr machen. Mit dem TSV Tröster Breitengüßbach wird die Basketballakademie jedoch kein leichtes Los haben.

Die beiden anderen Playoff-Kandidaten des Südens stellen das Basket-College Rhein-Neckar sowie der FC Bayern München, die sich, jeweils von einem echten Top-Scorer getragen, in den Playoffs durchaus Außenseiterchancen ausrechnen können. Dabei vertrauen die Münchner Bayern voll und ganz auf Tobias Korndörfer, den mit 24,7 Punkten pro Partie zweitbesten Scorer der Liga, während die Mannheimer in Danny Rodriguez (17,1 Punkte pro Spiel) ihren besten Korbjäger gefunden haben.

Auf den Relegationsplätzen finden sich das Basketballinternat Speyer, die Spielgemeinschaft Ludwigsburg/Tübingen, BG Karlsruhe und Newcomer BSG Junior Team Kurpfalz wieder, die allesamt zu keiner Zeit in der Spielzeit wirklich etwas mit den Playoff-Rängen zu tun hatten.

Saisonbestleistungen

Punkte: 41, Michael Baumer (BG Karlsruhe)
Rebounds: 16, Kevin Luyeye (BiS Speyer)
Assists: 12, Simon Schmitz (BiS Speyer)
Steals: 9, Johannes Götz (Junior Team Kurpfalz)
Blocks: 5, Jermaine Julian Lippert (FC Bayern München)
Effektivität: 42, Mladen Bogicevic (BIS Speyer)


Die Playoff-Begegnungen im Überblick

Alba Berlin ? SG Bonn/Rhöndorf
Phoenix Hagen Juniors ? Eisbären Bremerhaven
Central Hoops Berlin ? Bayer Giants Academy
Paderborn Baskets ? SG FT/MTV Braunschweig
Team Alba Urspring ? Eintracht Frankfurt
Tbb Junior Team ? Basket-College Rhein-Neckar
Basketballakademie Ulm ? TSV Tröster Breitengüßbach
LTi Gießen 46ers Juniors ? FC Bayern München




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von Crossover 17.05.2012 um 10:44:11


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