NBBL Monatsrückblick
Halbzeitpause
Die Hinrunde der dritten NBBL-Saison ist fast vorbei. Es wird Zeit, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen. Wer sind die Favoriten, wer wird am Ende ganz vorne liegen? Crossover hat nachgeschaut.
Von Maximilian Selow |
19.11.2008 | |
Division Nordwest: ?Blowout? Baskets
Vielseitigkeit und Flexibilität sind die Kernkompetenzen, die das junge Team der Paderborner Baskets derzeit auf einem Höhenflug über der Nordwest-Division tragen. Seit Saisonbeginn ungeschlagen haben sich die Basketballer aus Nordrhein-Westfalen kurz vor Ende der Hinrunde schon die beste Positionen für den Kampf um die Playoff-Plätze gesichert und fegten ihre Gegner dabei mit dem ein oder anderen Blowout-Sieg aus der Halle. Nicht nur die Dragons aus Quakenbrück, die sich am zweiten Spieltag mit 61:105 geschlagen gaben, mussten dabei schmerzlich erfahren, mit wie viel Effizienz die Paderborner in ihrer Offensive agierten. Selbst kleine Leistungseinbrüche ihres Topspielers Robert Huelsewede konnte das Team somit durch seine hervorragende Tiefe kompensieren. So fackelte Bankspieler Lars Wendt im Spiel gegen den Mitfavoriten aus Hagen sein ganz eigenes Feuerwerk ab, als er sieben seiner neun Versuche aus der Distanz verwertete und die Partie mit 26 Punkten und fünf Rebounds beendete.
Schon fast weit entfernt scheinend, tobt hinter der Spitze der Dreikampf zwischen der Bayer Giants Academy, den Metropol Baskets Ruhr und den eben genannten Phoenix Juniors aus Hagen. Während Liganeuling Metropol Basket seine überraschend starke Debüt-Runde mit einem beeindruckenden Heimsieg gegen Leverkusen fortsetzte, scheinen die Bayer Giants ihrer nach dem ersten Spieltag angedachten Topfavoriten-Rolle doch nicht ganz gerecht zu werden. In den Niederlagen gegen Paderborn und die Metropol Baskets ließ es das Team von Denis Wucherer vor allem an Unterstützung für seinen Star, den 16-jährigen Mathis Mönninghoff vermissen, der sich mit 22 Punkten im Schnitt immer mehr zu dem Spieler der Nordwest-Division herauskristallisiert.
Die Phoenix Hagen Juniors sorgten für das Highlight der bisherigen NBBL-Saison, als sie einen rabenschwarzen Tag der 99ers aus Köln nutzten, um das Team der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit 100:33 abzufrühstücken. Der 67-Punkte-Unterschied bedeutet - wer hätte es gedacht - NBBL-Rekord. Für die Hagener war es der Höhepunkt einer durchaus erfolgreichen Hinrunde, die nur durch eine Niederlage gegen Spitzenreiter Paderborn getrübt wurde. Der bisher starke Swingman Tim Schönborn markierte dabei den Unterschied.
Im Mittelfeld treiben die SG Bonn/Rhöndorf und die Junior Baskets aus Oldenburg so vor sich hin. Gut genug, um gegen die grauen Mäuse der Division zu bestehen, jedoch schlecht genug, um keine Chance gegen die Top-Teams zu haben. Nach zwei Siegen in Folge zu Saisonbeginn ist bei den Oldenburgern nun die Luft scheinbar wieder raus.
Für die 99ers folgten nach der heftigen Schlappe gegen Hagen weitere Rückschläge, wie etwa eine 56-Punkte-Niederlage gegen Leverkusen oder eine 30-Punkte-Pleite gegen die SG Bonn/Rhöndorf. Auf dem Gipfel der Niederlagenfrustrationen werden die Kölner dabei wohl nur noch von den jungen Drachen aus Quakenbrück übertroffen, die nach sechs Spielen eine Punktedifferenz von sage und schreibe -213 aufweisen. Das bedeutet im Schnitt -35,5 Punkte pro Niederlage.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 29, Thomas Reuter (Phoenix Hagen Juniors)
Rebounds: 17, Daniel Iremiren (Junior Baskets Oldenburg)
Assists: 7, Lars Wendt (Paderborn Baskets)
Steals: 8, Chiwendu Nwaigbo (Junior Baskets Oldenburg)
Blocks: 6, Jonas Wohlfahrt-Bottermann (SG Bonn/Rhöndorf)
Effektivität: 39, Jonas Wohlfahrt-Bottermann (SG Bonn/Rhöndorf)
Division Nordost: Alba wieder in Front
Ein wenig verwunderlich mutet die Tabelle der Division Nordost nach sechs Spieltagen schon an, denn ein klares Bild über den Stand der in diesem Jahr insgesamt vielleicht schwächsten NBBL-Division kann sie nicht liefern.
Nur eines steht fest: Die Albatrosse von Head Coach Henrik Rödl sind wieder einmal die ganz klaren Favoriten im Nordosten. Bisher noch ungeschlagen thront das von Niels Giffey und Nico Adamczak geführte Team über der Konkurrenz. Dank seiner starken Defense und individuellen Klasse wird es für die eher unterklassigen Kontrahenten im Nordosten wohl auch schwierig werden, das Albatros-Team in der regulären Saison noch einmal kalt zu ertappen.
Glücklicherweise gibt es noch drei weitere Playoff-Plätze, um die sich die restlichen Teams der Division streiten werden. Die beiden Berliner Teams IBBA und Central Hoops, die Eisbären aus Bremerhaven, sowie die Spielgemeinschaft aus Braunschweig sind hier im Rennen, wobei die Central Hoops und die Bremerhavener die besten Chancen haben dürften, schließlich mussten sie sich bisher nur der Alba geschlagen geben. In allen anderen Partien fuhren beide Klubs jeweils überzeugende Siege ein. Der erst 16-jährige Hooper Martin Bogdanov sorgt dabei mit seinen 20,3 Punkten pro Partie weiterhin für Furore, während auf Seiten der liganeuen Eisbären das Duo aus Eco Sadam und Femi Oladipo, die zusammen für 32 Punkte und 19,4 Rebounds verantwortlich zeichnen, von sich reden macht.
Für Braunschweig und die IBBA stehen kurz vor Hinrundenschluss noch alle Türen offen. Traditionsgemäß immer im Mittelmaß der Division vorzufinden, haben beide Teams auch in diesem Jahr den Sprung in die Spitzenränge nicht vollziehen können. Ausgeglichen, aber ohne jegliche Star-Spieler-Besetzung dürfte dies auch in der Rückrunde nur schwer möglich sein.
Überraschend abgeschlagen am Ende der Tabelle ist weiterhin der Bramfelder Sportverein vorzufinden, der die Abgänge seiner Spitzenspieler Simon Michaelis und Malte Schwarz in keinster Weise kompensieren konnte und sich bisher lediglich knapp gegen die noch schwächeren Wölfe vom Mitteldeutschen Basketballclub durchsetzen konnte.
Der wiederum ist, auch ganz traditionell, Tabellenletzter und wieder einmal mit der Perspektive auf einen erneuten Abstiegskampf ausgestattet. Nach fünf Niederlagen in fünf Spielen können die Wölfe den Gedanken an die Playoffs verwerfen.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 34, Felix Neumann (Mitteldeutscher BC)
Rebounds: 21, Serge Lopez Nunez (Central Hoops)
Assists: 7, Martin Bogdanov (Central Hoops)
Steals: 8, Brian Wenzel (ALBA Berlin)
Blocks: 8, Enosch Wolf (Team Göttingen)
Effektivität: 43, Felix Neumann (Mitteldeutscher BC)
Division Mitte: Enge Kisten
Während sich in den nördlichen Divisionen der NBBL bereits jetzt ein klares Bild über die Machtverhältnisse abzeichnet, ist das Rennen in der Divison Mitte so offen und spannend, dass wohl erst zum Ende der regulären Saison mit einer Entscheidung gerechnet werden kann.
Nach dem guten Saisonstart des MTV Kronberg, der in seinen ersten drei Spielen jeweils zwei Punkte einkassierte, nahm das Team um Aufbauspieler Yannick Schicktanz ausgerechnet gegen den letztjährigen Favoriten, doch in dieser Saison unterklassig spielenden TV Langen eine Niederlage hin und musste sich danach auch dem von Center Maik Zirbes angeführten TBB Junior Team geschlagen geben.
Die Trierer ihrerseits scheinen so weit gehen zu können, wie ihr Super-Center sie trägt. In der einzigen Saisonniederlage gegen die Eintracht aus Frankfurt, musste TBB auf Zirbes verzichten und kassierte prompt eine 66:76-Schlappe. Davon abgesehen scheint das Trierer Juniorenteam für einen tieferen Gang in die Playoffs gerüstet, was nicht zuletzt an der überragenden Präsenz des Maik Zirbes liegen wird, der zuletzt in drei Partien 25 Punkte und elf Rebounds im Schnitt auflegte.
Ebenso wie Trier musste auch der TSV Tröster Breitengüßbach erst eine Saisonniederlage einstecken, der, im Gegensatz zum TBB, auf seine Ausgeglichenheit vertraut, die es Gegnern schwer macht, das Spiel der Breitengüßbacher zu berechnen. Mal ist es Daniel Leithner, mal Niklas Jungbauer, mal Daniel Schmidt, der hervorsticht. Auch für den TSV entwickelte sich die Frankfurter Eintracht zum Favoritenschreck, die jedoch Konstanz in ihren Leistungen vermissen ließ und auf die guten Partien gegen die Spitzenmannschaften ernüchternde Niederlagen gegen Gießen und Kronberg folgen ließ.
Die Gießener selbst haben das Ruder nach anfänglichen Schwierigkeiten zumindest scheinbar herumgerissen und errangen zuletzt, angeführt vom selbstbewussten Power Forward Robin Christen, der 21,5 Punkte pro Partie auflegt, drei Siege in Serie. Damit reihen auch sie sich in die lange Liste der Playoff-Kandidaten der Division Mitte ein, die mit Funkwerk Junior Baskets Jena, den Franken Hexern und dem TV Langen lediglich drei Außenseiter sieht. Die letzteren beiden scheinen sogar gänzlich ohne Chance auf die Playoff-Plätze zu sein, angesichts ihrer Bilanzen in der Hinrunde.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 32, Yannick Schicktanz (MTV Kronberg)
Rebounds: 16, Kilian Dietz (TBB Junior Team)
Asssists: 10, Daniel Schmidt (TSV Tröster Breitengüßbach)
Steals: 6, Lionel Schäfer (Eintracht Frankfurt)
Blocks: 3, Philipp Neumann (Franken Hexer)
Effektivität: 33, Philipp Neumann (Franken Hexer)
Division Süd: Turnaround in Ulm
Das schöne an der NBBL ist, dass sich durch die stetig wechselnden Kaderzusammenstellungen von Saison zu Saison die Machtverhältnisse schlagartig ändern können.
Ein perfektes Beispiel dafür dürfte die Basketballakademie aus Ulm sein, die im letzten Jahr noch mit aller Macht gegen den Abstieg kämpfte und nun mit einer Bilanz von vier Siegen bei null Niederlagen zusammen mit dem Favoritenteam Alba Urspring die Division anführt. Dabei legten die Ulmer nicht nur die Leichtgewichte aufs Kreuz, sondern besiegten auch ein immer besser in Tritt gekommenes Speyer-Team. Grund für den Wandel in Ulm dürften vor allem die beiden Twin Tower, Alexander Heide und Nemanja Kekic, sein, die von ihren Gegnern bisher kaum zu stoppen waren. Während Heide 17 Punkte und zwölf Rebounds pro Partie auflegte, kam Kekic auf 15,5 Punkte und ebenfalls zwölf Rebounds. Beste Voraussetzungen also, um in diesem Jahr nicht nur endlich den Sprung in die Endrunde zu packen, sondern auch dort erfolgreich zu wirken.
Den Sprung in die Endrunde geschafft haben dürfte das Team Alba Urspring schon jetzt. Wie in den Vorjahren dominiert die Schelklinger Basketballschmiede auch in diesem Jahr die Division Süd und zeigt gleichzeitig, dass ein Abgang wie der von Christian Standhardinger durchaus verschmerzbar sein kann. Für ihn in die Bresche sprangen andere Talente, wie beispielsweise Kevin Bright oder Maurice Stuckey. Sechs überzeugende und ungefährdete Siege in sechs Spielen sprechen eine klare Sprache. Mit der Urspringschule wird auch in diesem Jahr zu rechnen sein.
Hinter den beiden Spitzenreitern kommt das Basketballinternat Speyer so langsam in Schwung. Nach zwei Niederlagen in den ersten Spielen folgten drei Siege, größtenteils den Leistungen der beiden Speyer Top-Spieler Melvin Gyau und Simon Schmitz zu verdanken, die für die Punktausbeute sorgten. Die echten Tests für Speyer werden aber erst noch kommen; nur Erfolge gegen die Kellerteams einzufahren, wird am Ende nicht reichen, um den dritten Platz in der Division zu halten.
Der FC Bayern München und das Basket-College Rhein-Neckar dümpeln nach jeweils vier gespielten Partien mit einer ausgeglichenen Bilanz im Mittelfeld herum und warten in Lauerstellung auf ihre Chance, sich entscheidend abzusetzen. Dabei verkaufen sich vor allem die Münchner bisher noch unter Wert. Dank ihrer gefährlichen Kombo aus Tobias Korndörfer und Jermaine Julian Lippert muss mit den Bayern noch gerechnet werden.
Abgeschlagen am Ende der Division finden sich die SG Ludwigsburg/Tübingen und die BG Karlsruhe mit jeweils nur einem Sieg, sowie Liga-Neuling Team Kurpfalz, das noch gänzlich ohne Punktgewinn geblieben ist.
Bisherige Saisonbestleistungen
Punkte: 41, Michael Baumer (BG Karlsruhe)
Rebounds: 16, Kevin Luyeye (BiS Speyer)
Assists: 11, Simon Schmitz (BiS Speyer)
Steals: 8, Michael Baumer (BG Karlsruhe)
Blocks: 5, Jermaine Julian Lippert (FC Bayern München)
Effektivität: 40, Simon Schmitz (BiS Speyer)



von Stijepan 25.11.08 um 19:12:05
was ist mit michael frimpong von fc bayern
würde gerne ein artikel über das wahrscheinlich größte nicht entdeckte talent deutschlands hören
von kommts alle 06.03.09 um 01:20:44
genau michael frimpong ist der wahnsinn wie der mit den ball umgehen kann ist echt zum zunge schnaltzen würde mich auch auf ein bericht des jungen chris paul freuen