Interview
"Die BBL ist sehr interessant"
Matt Haryasz, Center der Eisbären Bremerhaven, spricht im Interview über seine Wurzeln zum Spiel, die Unterschiede zwischen Italien und Deutschland, Bremerhavener Fans und seine sportliche Zukunft.
Von Thomas Käckenmeister |
14.02.2008 | |
Crossover: Wie bist du zum Basketball gekommen? Seit wann hast du Liebe fürs Spiel?
Matt Haryasz: Ich habe im Alter von sieben Jahren begonnen, Basketball zu spielen. Ich bin damals jeden Tag mit meinem Vater in den Park gegangen, um zu üben. Auch zu Hause war Basketball ein großes Thema. Gemeinsam mit meinem Dad habe ich viele NBA und NCAA-Spiele vor dem Fernseher verfolgt.
Hattest du sportliche Vorbilder in deiner Jugend?
Meine Lieblingsspieler in der NBA waren Larry Bird, Michael Jordan und Dan Majerle. Ihnen habe ich damals begeistert zugeschaut.
Du gehörst zu den zehn Besten der Liga bei den Punkten, Rebounds und Blocks. Jedoch war es damals ein Pass, der für die entscheidenden Punkte gegen Paderborn sorgte (Nate Funk traf per Buzzerbeater zum Sieg). Welche Fähigkeiten sind du am wichtigsten bei einem Basketballer?
Entscheidend ist, dass du Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten und Stärken hast. Außerdem ist es wichtig, hart an sich zu arbeiten und das Team in den Vordergrund zu stellen.
Du bist nach deiner Entlassung in Neapel mehr oder weniger aus dem Flugzeug gestiegen und warst sofort der Dreh- und Angelpunkt des Angriffsspiels in Bremerhaven. Wieso hat es in Italien nicht geklappt und warum läuft es bei den Eisbären für dich auf Anhieb so hervorragend?
Nun, der größte Unterschied ist, dass ich hier in Bremerhaven die Möglichkeit habe, zu spielen. In Italien hat man plötzlich gesagt, ich sei zu jung. Von da an hatte ich kaum noch Einsatzzeit. Insofern bin den Eisbären sehr dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben, mein Können in der BBL zu zeigen.
Die erste italienische Liga gilt als eine der besseren Ligen in Europa, von der BBL kann man das ja nicht gerade behaupten. Was unterscheidet die italienische Lega A am meisten von der BBL? Betrachtest du deinen Wechsel nach Deutschland als einen ?Abstieg??
Italien hat zwar eine gute Liga, aber auch die BBL ist sehr interessant. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass der Wechsel nach Deutschland ein sportlicher Abstieg sein könnte. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich in einer sehr guten Liga Basketball spielen kann.
Das Management und der Trainerstab der Eisbären haben mit dem Rauswurf von RT Guinn schwere Geschütze gegen die Mannschaft aufgefahren. Wie hat das Team den Rauswurf aufgenommen, wie groß ist die Unruhe in der Mannschaft?
Es gibt keine Unruhe, das Thema ist längst abgehakt. Natürlich waren wir zunächst ein wenig traurig, denn RT war ein guter Kumpel. Aber jetzt kommt es einzig darauf an, dass wir als Mannschaft nach vorne schauen, uns auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren und so viele Spiele gewinnen wie möglich.
Thema Heimstärke: Das Team hat im bisherigen Saisonverlauf vor allem in der heimischen Stadthalle extrem große Probleme seine Spiele zu gewinnen. Woran liegt das deiner Meinung nach?
Fakt ist, dass wir zu Hause einen besseren Job machen müssen. Die Gegner sind in Bremerhaven besonders motiviert, gehen immer bis ans Limit. Wir müssen lernen, diese Herausforderung anzunehmen.
Die Fans in Bremerhaven machen sich wenig Illusionen, dass man einen Spieler wie dich über die Saison hinaus bei den Eisbären halten kann. Wie stellst du dir deine weitere Karriere vor? Den Traum von der NBA hast du doch bestimmt noch nicht zu den Akten gelegt?
Ich liebe die Bremerhavener Fans, sie sind einfach klasse! Aber im Moment kann ich noch nicht sagen, was nach der Saison passiert. Ich möchte mich voll und ganz auf die Eisbären und die Rückrunde in der BBL konzentrieren. Die NBA ist natürlich nach wie vor ein Traum von mir. Dort zu spielen, ist für einen Basketballer einfach das Größte.



von Crossover 17.05.2012 um 10:31:09
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