Giessen 46ers
"Für ewig"
Sportlich straucheln die Giessen 46ers derzeit. Mit vier Siegen und elf Niederlagen stehen sie nur auf dem 16. Tabellenplatz. Doch auch neben dem Feld kämpft der Traditionsverein um das Überleben.
Von Martin Vogel |
10.01.2008 | |
Am Mittwoch stellte Geschäftsführer Dirk Schäfer auf einer Pressekonferenz klar, dass die Lage ?angespannter denn je zuvor? sei. Allein aus den Dauerkartenverkäufen fehlen den Hessen knapp 100.000 Euro im aktuellen Etat, der im Vergleich zur Vorsaison bereits reduziert wurde. Hinzu kamen weniger Einnahmen durch Sponsoren als ursprünglich kalkuliert. ?Obwohl wir uns kurz nach Beendigung der letzten Saison in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation ein umfangreiches Sanierungskonzept auferlegt haben, das auch schon gegriffen hat, können wir die geplanten Ausgaben für das laufende Spieljahr aufgrund der unter den Erwartungen liegenden Einnahmen im Dauerkarten- und Sponsorensektor nach derzeitigem Stand der Dinge teilweise nicht decken.?, so Schäfer.
Die Folgen: Für US-Center Ed Nelson, der das Team im Dezember verließ, wird kein Nachfolger verpflichtet; im VIP-Bereich wird die Speisekarte reduziert; das Hallenmagazin ?GAMETIME? erscheint nur noch ein Mal.
Bereits in der Vergangenheit hatten die 46ers immer wieder mit Finanzproblemen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr rettete eine Ausfallbürgschaft der Stadt Gießen das wirtschaftliche Überleben des fünfmaligen Deutschen Meisters, der seit dem Ausscheiden des Computerversandes Avitos im Jahr 2003 ohne Namenssponsor spielt.
Eine erste Lehre aus den Finanzproblemen kann allerdings bereits gezogen werden: Die vielbeschworene Basketballfamilie funktioniert. Im Fan-Forum des Basketball-Bundesligisten organisierte sich der Widerstand gegen einen eventuell drohenden Untergang. Innerhalb kürzester Zeit wurden Hunderte von Beiträgen verfasst, in denen die Fans konkrete Maßnahmen planen, um ihren Teil zur Rettung des Teams beizutragen. Unter anderem das Verteilen von Flyern, Kuchenverkauf beim kommenden Heimspiel und eine T-Shirt-Aktion (rote Shirts mit der Aufschrift: ?für ewig.?) sollen unter dem Motto ?Volles Haus statt Lichter aus!? dafür sorgen, dass Gießens Sportattraktion Nummer Eins das finanzielle Überleben gelingt.
Der Kampfgeist der Fans setzt sich fort bis ins Management. Geschäftsführer Schäfer rief alle Menschen, denen der Fortbestand des Erstliga-Basketballs in Gießen am Herzen liegt, auf, am Freitag zum Heimspiel gegen Ludwigsburg sowie zu den übrigen Heimspielen in dieser Saison in die Halle zu kommen und die Mannschaft im Abstiegskampf zu unterstützen: "Der
Gießener Bundesliga-Basketball sah sich in seiner Geschichte schon oft mit schwierigen Situationen konfrontiert, und bislang wurden immer Wege gefunden, durch die die Lage gemeistert werden konnte. Wir kämpfen mit aller Macht dafür, dass uns das auch diesmal gelingt."



von Mexicano 10.01.08 um 08:44:29
es ist schlimm wenn mit ansehen muss wie der ferein mit dem mann aufgewachsen ist so den bach runtergeht
sei es durch wirklich "beschiessene" Schitsrichter oder durch zu wenig finanziellen mittel
mann sollte das tv geld so verteilen das die kleinen mehr bekommen vorallem wo viele junge deutsche spielen
von Sechtemfan 10.01.08 um 10:19:59
Welches TV-Geld? Die Zeit ist ja nun auch schon wieder etwas her, als die Liga da noch Geld bekommen hat, anstatt draufzuzahlen.
von BerlinAir 10.01.08 um 17:59:38
Waere mir neu, dass es TV-Geld gaebe. Giessen muss gefaelligst die paar Kroeten zusammenkratzen. Dass man wg. 100k ueberhaupt in die Bredoullie geraet, ist unprofessionell und peinlich. Wie schwer kann es sein, einen Sponsor - IRGENDEINEN Sponsor! - zu finden?? So klein ist die Stadt doch auch wieder nicht. Dann verkauft halt ein paar der Vereinslimousinen oder so was.
von Mexicano 10.01.08 um 18:14:12
@ also wenn ich so wenig ahnung von der stadt
wuerd ich lieber nichts sagen
das problem mit den sponsoren liegt daran das viele zu den handball teams in der umgebung abgewandert sind
und ausserdem spielts du wieder voll in das glische rein das keiner die kleine fereine braucht und diese am besten absteigen sollten
vor allem die die liga mit aufgebaut haben
von Limitless 10.01.08 um 21:50:50
@BerlinAir
In einer Stadt, die fast komplett ohne bedeutende Unternehmen auskommt, kann ein Verein, der de facto keine TV-Präsenz bieten kann also ganz leicht einen Sponsor finden, der mal eben 100k EUR zuschießt? Tja, wie schwer kann das denn sein? Und die geleasten Autos von BMW zu verkaufen, wird schwierig, aber das nur am Rande.
Aber wenn das ja eigentlich nicht so schwierig ist, Sponsoren zu finden, warum hat Berlin dann "nur" 7,5 Millionen Etat? In einer Stadt wie Berlin sollte es doch ein leichtes sein, ein paar Sponsoren zu finden, die Berlin zu DEM europäischen Topverein machen. So klein ist die Stadt ja auch wieder nicht.
von Blackhawk 11.01.08 um 15:24:30
ich denke es liegt allgemein daran, dass in Deutschland der Basketball zu wenig popularität besitzt....
Ich schaue auch lieber NBA-Basketball als die Bundesliga, außerdem gibt es in meiner Heimatstadt (München) nichtmal ein erstligateam
ich habe zwar keine lösung für das problem, doch sollte sich Basketball gut vermarkten lassen durch viele werbeeinschübe (viertelpausen, timeouts)
von Quassy 11.01.08 um 20:34:23
Tja, ich denke der Hauptfaktor warum es dem deutschen Basketball so schlecht geht, ist hauptssaechlich die mangelnde TV-Praesenz. Die meisten neuen Fans gewinnt man nicht im Stadion oder im Sportunterricht, sondern beim Durchzappen... Mehr TV-Praesenz wuerde nicht nur die Stadien langsam fuellen, sondern auch das Weben wieder attraktiver machen. Somit haetten alle Vereine ein bisschen mehr Geld und die Jugendarbeit wuerde auch wieder besser.
Und in 10 Jahren sind wir dann schon Weltmeister xD