FC Bayern München
"Es war eine Geduldsprobe"
Rückkehrer Bastian Doreth vom FC Bayern München spricht im Exklusiv-Interview auf unserer Partnerseite Lumani 10.7 über sein Comeback nach überstandener Knieverletzung, über das Ende der Auswärtsschwäche der Münchner und wie er um Spielzeit kämpfen wird.
Von Thomas Käckenmeister |
07.02.2012 | |
Lumani 10.7: Was war die häufigste Frage, die dir in den letzten Tagen gestellt worden ist?
Bastian Doreth: In der Woche vor dem Comeback war es die Frage, wann es soweit sein wird, wann werde ich wieder auf dem Feld stehen. Das hat natürlich auch den Druck ein bisschen erhöht. Die Leute haben ja gesehen, dass ich wieder im Training bin und dann dachten sie, es geht alles wieder gleich zackzack und man kann sofort wieder spielen. Aber das ist nach einer so langen Verletzung leider nicht der Fall. Da braucht man einige Trainingseinheiten, um wieder halbwegs mitmischen zu können.
Und nach dem Comeback war es natürlich die Frage, ob ich zufrieden bin und was es für ein Gefühl war, wieder auf dem Feld zu stehen. Natürlich war die Antwort immer die gleiche: Dass ich glücklich bin, und dass es toll war, so von den Fans empfangen zu werden. Mit dem Dreier den hundertsten Punkt (gegen Göttingen) zu machen, war umso schöner.
Kommen wir nochmal auf deine Verletzung zu sprechen: Es war zu lesen, dass du zeitweise nicht mal allein ein Glas Wasser holen konntest, Desmond (Greene) dir beim Einkaufen half und Steffen (Hamann) dich chauffierte. Die Chancen auf Heilung lagen bei 50 Prozent. Gab es einen Plan B, falls der Worst Case, sprich: das Karriereende, doch eingetreten wäre?
Ich habe nie an irgendeinen Plan B gedacht. In den letzten fünf Monaten gab es für mich nur den einen Weg: Ich werde es schaffen! Natürlich denkt man sich auch: Was ist, wenn nicht? Aber ich habe immer versucht, das auszublenden und mir gesagt, dass ich erst dann darüber nachdenken werde, wenn es soweit ist und wenn wirklich nichts mehr geht. Ich glaube, dass mir diese Einstellung dabei geholfen hat, dass es am Ende so schnell ging, weil ich mir auch wirklich selber den Druck gemacht habe, jeden Tag aufgewacht bin und mir gesagt habe: Heute musst du wieder mehr machen als gestern. Dann ist sonst verschwendete Zeit. An einen Plan B hätte ich wirklich erst gedacht, wenn der Arzt gesagt hätte, dass es wirklich gar nicht mehr mit Profisport geht.



von Crossover 17.05.2012 um 10:22:29
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