Dirk Bauermann
„Es wird ein Sommer der Sportdirektoren“
Dirk Bauermann spricht im exklusiven Crossover-Interview über die Doppelfunktion, den FC Bayern, die neuen Gesichter bzw. die junge Generation der deutschen Nationalmannschaft und natürlich die bevorstehende Europameisterschaft mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman.
Von Björn Lehmkühler, Florian Lindemann |
18.04.2011 | |

Als wir Dirk Bauermann um 13 Uhr in der Lobby eines Paderborner Hotels treffen, wirkt er trotz der dauerhaften Diskussionen um Deutschenquote und Doppelfunktion gewohnt entspannt. Ganze 45 Minuten nimmt sich der Head Coach der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern München Zeit, um sich mit uns über die wichtigsten Themen des deutschen Basketballs zu unterhalten. Eine basketballerische Weltreise zwischen München und Dallas, Bamberg und Spokane, Ulm und Los Angeles.
Crossover: Lange Zeit dominierte die Diskussion um ihre Doppelfunktion als Vereinstrainer des FC Bayerns und Nationaltrainer die Medien. Nun deutet sich ein Kompromiss an: Da sich beide Funktionen terminlich nicht überschneiden, soll die so genannte Doppelfunktion eigentlich gar keine mehr sein. Wie zufrieden sind sie mit dieser Lösung?
Bauermann: Wir haben kluge Leute auf diesen Positionen, die am Ende darüber entscheiden müssen, wie man mit dieser schwierigen Situation umgeht. Am Ende habe ich immer gehofft, dass sie sich daran orientieren, was gut für den Basketball, die Nationalmannschaft und die Beko BBL ist. Gut für die BBL ist es, einen starken FC Bayern im Boot zu haben. Das wertet die Liga auf und macht die Sportart attraktiver. Erstens gibt es allen neue Möglichkeiten, egal ob es höheres Fernseh-, Sponsoren- oder Medieninteresse insgesamt bedeutet. Zweitens wäre es für die Nationalmannschaft überhaupt nicht gut, wenn wir, nachdem wir die junge Mannschaft zwei Jahre auf den Moment des Zusammenspielens mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman vorbereitet haben, im vollen Galopp den Jockey wechseln würden. Insofern ist das eine gute Lösung, mit der auch die Vereine gut leben können.
„Das Nationalteam darf nicht im vollen Galopp den Jockey wechseln“
Crossover: Also sehen sie keine Interessenkonflikte zwischen beiden Funktionen?
Bauermann: Das ist ein Thema, das in anderen Ländern kaum diskutiert wird. Bei uns wird es immer wieder diskutiert. In Wahrheit, glaube ich, ist es viel einfacher und unkomplizierter, als der ein oder andere glaubt. Das Problem scheint mir eher zu sein, dass dies immer wieder gegen mich instrumentalisiert werden könnte. In dieser Saison war das noch nicht der Fall, aber im nächsten Jahr könnte dies zum Beispiel bei einer Entscheidung des Schiedsrichters zu Ungunsten des Gegners des FC Bayerns der Fall sein. Dann wird es gleich heißen, dass da eben auch der Bundestrainer auf der Bank sitzt.
Auch wenn es einen Transfer eines Nationalspielers nach München geben wird, könnte dies mit meiner Person in Verbindung gebracht werden. Als ob alle Nationalspieler immer nur unter dem Bundestrainer spielen wollen… Wenn mich nicht alles täuscht, sind momentan bei Alba Berlin mit fünf Nationalspielern die meisten unter Vertrag und die haben noch nicht mal einen deutschen Trainer. Ich glaube, inhaltlich ist es gar kein Problem, aber es wird immer wieder zu einem gemacht und das ist das eigentlich Problematische daran.
Ich finde allerdings, dass man sich durchaus darüber Gedanken machen muss, ob nicht BBL-Trainer zumindest die U-Mannschaften trainieren dürfen. Wir haben die besten Erfahrungen gemacht, als Chris Flemming die U20 trainiert hat. Das gleiche gilt für Mutapic. Es gibt viele, auch nicht-deutsche Trainer, die ein Herz für junge deutsche Spieler haben und dass wir die nicht in der U16, U18 und U20 einsetzen dürfen, ist ein viel größeres Problem als das des Trainers der A-Nationalmannschaft. Darüber muss man noch einmal sehr intensiv nachdenken, denn wir brauchen für unsere Jungmannschaften die besten Trainer und die sind in der Regel in Beko BBL. Warum soll ein Mike Taylor, der mit Per (Günther) und Robin (Benzing) gute Arbeit leistet, nicht die U18 trainieren? Warum Gordon Herbert nicht die A2? Ich finde die Angst, dass die dann einen Rekrutierungsvorteil haben, paranoid. Deswegen würde ich empfehlen, dass wir wenigstens noch einmal drüber nachdenken, ob wir diese Regelung nicht wenigstens für die U-Mannschaften aufweichen oder auflösen.
Crossover: Wo sehen sie den FC Bayern in fünf Jahren?
Bauermann: Uli Hoeneß hat gesagt, dass er es richtig macht, wenn in diesem Jahr die Ziele Aufstieg, Faninteresse, positive Begleitung durch die Medien erreicht werden. Der FC Bayern ist natürlich eine internationale Marke, der immer eine internationale Perspektive haben muss und sich national immer an der Spitze orientiert. Das ist der Benchmark und Zweiklang, den es geben muss. Auf Augenhöge mit Alba, Bamberg, Frankfurt und Oldenburg usw. Das wird von allen anderen so gesehen, dass es in diese Richtung gehen muss.
Crossover: Bislang haben fünf Spieler Verträge für die kommende Saison (Steffen Hamann, Demond Greene, Aleksandar Nadjfeji, Jonathan Wallace und Bastian Doreth). Was ist dran an den Spekulationen der letzten Wochen, dass Jan Jagla und/ oder Robin Benzing (beide nach der Saison vertragslos) in München anheuern könnten?
Bauermann: Es ist ja klar, dass bei so großem Interesse für den FC Bayern in den Medien und bei den Menschen immer auch überlegt wird, wer dort im nächsten Jahr spielt. Da wird dann im Zweifel jede Woche ein anderer Spielername durchs Dorf getrieben. All diese Spieler sind hochinteressant, weil sie Nationalspieler sind, aber wir haben klar gesagt, dass wir erst nach dieser Saison eine gründliche Analyse durchführen. Momentan gibt es ja beispielsweise noch gar kein Budget für die nächste Saison. Ich habe noch nicht mal einen Vertrag unterschrieben. Das geht alles in die richtige Richtung. Aber ob ich hier bleibe oder nicht ist noch nicht endgültig entschieden. Insofern macht es auch keinen Sinn jeden Namen zu kommentierten. Was meine Situation angeht, muss ich zuerst mit Ingo Weiß, Wolfgang Brenscheidt und Wolfgang Hilgert reden, wie wir weiter machen. Dann muss ich mit dem Verein reden. Bis dahin werden sicher noch drei bis sechs Wochen verstreichen.
Crossover: Wie sehen Sie die Entwicklung von Bastian Doreth? Am Anfang der Saison wurde er ja quasi ins kalte Wasser geworfen, als Hamann und Greene verletzungsbedingt pausieren mussten. Ist er ein Kandidat für die A-Nationalmannschaft?
Bauermann: Das wäre er sicher. Er hat sich hervorragend entwickelt. Er ist neben Per Günther der interessanteste Point Guard der jungen Generation. Er ist ja noch ein Jahr jünger als Per, ein exzellenter Werfer und Verteidiger. Sein Entscheidungsverhalten ist besser geworden. Er ist ein harter Arbeiter und guter Junge. Er bringt all das mit, was man haben muss. Die Entscheidung, ob wir ihn zur A-Nationalmannschaft einladen, ist noch nicht entschieden, aber momentan tendiere ich dazu, ihn in diesem Jahr nicht einzuladen. Ich möchte ihm lieber in der A2-Nationalmannschaft während der Universiade die Möglichkeit geben, Leistungsträger zu sein und 25 bis 30 Minuten zu spielen. Ich glaube, das ist für ihn zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere besser, als in der Nationalmannschft der dritte oder vierte Aufbau zu sein. Gäbe es keine Universiade, würde er eingeladen, aber die A2-Nationalmannschaft ist für seine momentane Entwicklung sinnvoller. Die A-Nationalmannschaft folgt dann im nächsten Jahr.
Crossover: In der BILD-Zeitung wurde Anfang April geschrieben, dass die College-Akteure Jon Diebler (21) und Tyler Zeller (21) eingebürgert werden sollen, um die Nationalmannschaft zu verstärken. Widerspricht die Einbürgerung nicht ihrem angedachten Konzept, die Nationalmannschaft aus jungen, deutschen Talenten aufzubauen? Ist der deutsche Nachwuchs nicht gut genug ausgebildet, um dadurch die Konkurrenz zu beleben?
Bauermann: Das widerspricht sich nicht, denn es geht ja nicht darum, in der Breite zehn Amerikaner einzubürgern, sondern es geht darum sicherzustellen, dass der deutsche Basketball in den nächsten Jahren nach der Ära Nowitzki auch eine angemessene Rolle spielen kann. Wenn man den ein oder anderen, ganz ausgesuchten Spieler aus den USA einbürgern kann und damit, weil er eine überragende Qualität hat, den Verbleib in der europäischen Spitze sichern kann, muss man das meiner Ansicht nach tun. Aber nicht wenn sie in Konkurrenz zu einem deutschen Nationalspieler stehen. Nur wenn sie eine so hohe Qualität haben, die wir auf der Position bisher nicht besitzen und er uns deshalb deutlich stärker macht. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist dies ähnlich wie bei Kaman nicht nur möglich, sondern auch nötig. Sie haben ganz Recht, man darf dies nicht wahllos und in großer Form machen, aber wenn uns jemand substantiell weiterbringt und wir davon etwas über viele Jahre haben, dürfen wir das nicht kategorisch ausschließen.
Crossover: Gab es denn schon konkreten Kontakt zu Zeller oder Diebler?
Bauermann: Noch keinen konkreten. Wir sind gerade dabei über Mittelsmänner, die ich kenne (Freunde, Trainer in den USA), in Erfahrung zu bringen, wie die Situation ist. Hat er überhaupt deutsche Vorfahren oder sind das Österreicher? Wie lang ist das her? Nach unserem Recht ist es viel schwieriger jemanden einzubürgern als beispielsweisE in Osteuropa, wo es auch Amerikaner ohne jegliche europäische Wurzeln gibt. Ich denke, es ist einen Versuch wert. Bei Chris Kaman hat es damals sehr lange gedauert und es hat nur geklappt, weil er bestimme Kriterien erfüllt hat. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass es mit den beiden klappt.
Crossover: Aber es ist ja auch weiterhin so, dass nur ein eingebürgerter Spieler im Kader stehen darf.
Bauermann: Absolut richtig. So lange Kaman spielt, der ja ein Sternchen hat, ist das sowieso kein Thema. Aber sobald Kaman 2012 nicht mehr spielt, ist natürlich so jemand wie Zeller ein interessanter Spieler. Zumal er ein anderer Spielertyp ist als Tibor Pleiß.
Crossover: Ein anderer College-Spieler, Elias Harris, galt letztes Jahr als potentieller Erstrunden-Pick, hat seitdem aber leider nicht so eine gute Entwicklung durchlaufen (Bauermann atmet einmal tief durch und nickt schwermütig). Hätten Sie ihm im Nachhinein lieber doch nicht geraten, am College zu bleiben und wozu raten Sie ihm dieses Jahr?
Bauermann: Wir versuchen jetzt seit einigen Tagen erfolglos miteinander zu telefonieren. Es ist ein besonderes Jahr wegen des angedrohten Lockouts. Wie ich höre, wird es ihn wohl sicher geben und es droht auch ein langer Lockout zu sein. Ob es Sinn macht, sich in einem solchen Jahr draften zu lassen, nach einer schwierigen Saison, ist da die andere Frage.
Und wegen letzten Jahres: Hinterher ist man immer klüger und in der Rückschau würde man vielleicht sagen, es wäre, so wie die Saison gelaufen ist, wohl besser gewesen. Aber es hilft ja nichts. Und ich glaube, dass es für ihn ganz wichtig ist, sich jetzt extrem gut auf die Europameisterschaft vorzubereiten, denn das ist eine große sportliche Bühne. Ich glaube, dass er dort viele Augen öffnen und seine Aktien verbessern kann.
„Niels Giffey ist der nächste Henrik Rödl“
Crossover: Zwei andere interessante Namen aus der College-Liga sind Mathis Mönninghoff und – vor allem nach seinem Titelgewinn – natürlich Niels Giffey. Wie sehen Sie deren Perspektiven?
Bauermann: Niels gehört eindeutig zu den jungen Spielern, die bisher noch nicht in der A-Nationalmannschaft aufgetaucht sind, es aber relativ schnell schaffen werden, da bin ich sicher. Er ist von Henrik Rödl und Alba Berlin extrem gut ausgebildet worden. Er kann alle Positionen von Eins bis Vier verteidigen, macht alles für die Mannschaft ist, ein guter Dreierwerfer, hoch intelligent, macht fast keine Fehler, hat das Spiel verstanden. Also im Grunde ist er für mich der nächste Henrik Rödl. Es ist durchaus denkbar, dass wir ihn schon in diesem Sommer nach der U20-EM gleich zur A-Nationalmannschaft holen, denn ich traue ihm zu, schon auf höchstem Niveau eine gute Rolle zu spielen.
Solche Spieler wie er, die unauffällig aber sehr effektiv sind, keine Fehler machen, gut verteidigen, gut rebounden, all die kleinen Dinge tun, helfen einem am Ende erfolgreich zu sein. Deshalb steht er von den jungen Spielern, die bisher noch nicht den Sprung geschafft haben, ganz oben auf der Liste. Mathis braucht sicher noch Zeit, aber ich glaube, er ist da in einem sehr guten Programm, in dem er sich weiter entwickeln wird.
Crossover: Robin Benzing wird dieses Jahr sicher im Draft sein. Wie sehen Sie seine Chancen?
Bauermann: Robin ist natürlich ein besonderer Spieler. Jemand, der bei der Größe eines Centers die Fähigkeiten eines Aufbauspielers besitzt. Insofern gehört er sicher neben Tibor und Elias zu unseren ganz großen Talenten. Er hat sich weiter entwickelt in diesem Jahr in Ulm und trotz des einen oder anderen Hängers alles in allem eine starke Saison gespielt. Meine Hoffnung ist, dass wenn er sich konsequent körperlich und basketballerisch konsequent weiterentwickelt, dies der Sommer sein wird, in dem er an der Seite von Nowitzki und Kaman den großen internationalen Durchbruch schafft. Und insofern ist er sicher einer, auf den wir große Hoffnungen setzen.
Wie es mit dem Draft wird, muss man abwarten. Es sind ja glaube ich schon vier Europäer, von denen man glaubt, dass sie unter den ersten Zehn gedraftet werden. Das zeigt, wie viele Talente der europäische Basketball in jedem Jahr produziert. Aber man muss abwarten, ob er am Ende gedraftet wird und wenn ja, an welcher Stelle.
Crossover: Tibor Pleiß wurde letztes Jahr schon gedraftet. Wissen Sie, wie seine Entwicklung nach dieser guten Saison weiter gehen wird?
Bauermann: Ich glaube, dass die NBA für ihn zu früh käme. Sogar ohne Lockout wäre es für Tibor wohl besser, erst einmal in Europa zu bleiben. Es gab ja bereits im letzten Jahr Interesse von großen Vereinen, beispielsweise aus Spanien, aber er hat sich richtigerweise für Bamberg entschieden. Ich war ja auch an diesem Prozess beteiligt und habe ihm dies auch sehr stark nahegelegt. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass er weiterhin in Bamberg bleibt. Er hat dort eine hervorragende Mannschaft, mit der er in jedem Fall international spielen wird und in der er eine gute Rolle spielt.
Crossover: Vor zwei Jahren in Münster haben wir über die Struktur des DBB gesprochen. Sie prägten damals den Begriff des „Amsterdam-Systems“, also eines pyramidalen Systems in Anlehnung an Ajax Amsterdam. Wie sieht diese Entwicklung bisher aus?
Bauermann: Das läuft sehr gut! Wir hatten dieses Jahr das beste Bundesjugendlager, seitdem ich es beobachte. Es wurde nicht mehr nur wild gespielt, sondern es waren schon gewisse Strukturen, Regeln und Automatismen sichtbar. Die Stimmen, die behaupten, den jungen Spielern solle mehr Freiraum gegeben werden, sind nun auch mehr und mehr verstummt, weil sie merken, dass sie mehr Spielkultur entwickeln, wenn sie aus einer Struktur heraus improvisieren, als einfach nur zu zocken. Insofern setzen die Landesverbandstrainer und die Nationaltrainer Frank Menz und Kai Blümel die Vorgaben hervorragend um.
Crossover: Damals war die Quotendiskussion das großes Thema (Bauermann stimmt lachend zu). Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Liga seitdem entwickelt?
Bauermann: Das war keine angenehme Zeit, aber es war einfach ein Konflikt, von dem ich dachte, dass ich ihn führen muss, damit sich die Dinge verändern. Nach wie vor wäre für mich ein 1-2-3-Modell ideal: ein Deutscher auf dem Feld in der ersten Liga, zwei in der ProA und drei in der ProB. Aber ich denke, dass die aktuelle Lösung sicher stellt, dass die deutschen Spieler einen viel höheren Status haben als noch vor fünf Jahren und es wird sich noch verstärken. Dass der Einsatz deutscher Spieler funktioniert, sieht man auch in Trier, worüber ich mich sehr freue. Also insofern sehe ich die Entwicklung durchaus positiv.
Crossover: Denken Sie, dass ein NBA-Lockout Auswirkungen auf die BBL haben wird, indem NBA-Spieler nach Europa kommen?
Bauermann: Ich glaube nicht, dass die ganz Großen nach Europa kommen. Es wird aber sicher Vereine in Europa geben, die kurzfristigen Erfolg suchen und Spieler holen, die sie womöglich nach dem Ende des Lockouts sofort wieder gehen lassen. Das ist riskant, aber einige Vereine werden so versuchen Punkte zu sammeln und Fans anzulocken. Die großen Clubs werden aber nur Spieler für ein ganzes Jahr verpflichten. Das werden wenige echte NBA-Stars tun, aber es gibt ja auch diese „Bubble Spieler“ und natürlich die Jungen, die jetzt gedraftet werden. Das sind die beiden interessanten Zielgruppen und sie könnten in Europa einen Verdrängungsprozess auslösen. Wenn einige NBA-Spieler nach Spanien gehen, werden plötzlich einige spanische Spieler erstmals über den deutschen Markt nachdenken. Das wird sicher sehr interessant sein und man darf sehr gespannt sein. Es wird ein Sommer der Sportdirektoren...
„Wenn du Dirk hast, ist immer alles möglich“
Crossover: Noch mal zur NBA: Dirk Nowitzki war wie jedes Jahr vor dem Playoff-Start sehr euphorisch. Nun geht es gegen Portland. Wie sehen Sie die Chancen der Mavericks, dieses Jahr etwas zu reißen?
Bauermann: Wenn du Dirk hast, ist immer alles möglich. Aber es ist ein unfassbar schwerer Gang. Portland finde ich total unangenehm, aber vielleicht ist es Dirks Jahr. Ich würde es ihm sehr wünschen.
Crossover: Hat er Ihnen persönlich mitgeteilt, dass er im Sommer für die Nationalmannschaft spielen wird?
Bauermann: Wir haben getextet, aber seine klare Zusage hat er gegenüber dem Präsidenten, Vize-Präsidenten und Sportdirektor des DBB gemacht und es nochmal durch diese Videobotschaft bekräftigt. Ich wusste es also schon vorher, aber es ist dann doch schön, es noch einmal aus dem Mund des Athleten zu hören.

Crossover: Damit steigen natürlich auch die Chancen auf einen Einsatz von Chris Kaman (Foto). Haben Sie mit ihm kürzlich geredet?
Ja, Chris ist da auch ein anderer Typ. Dirk ist immer sehr fokussiert auf seine Saison, aber Chris textet mal von alleine, fragt wie es Steffen (Hamann) geht, ob das Bier immer noch kalt getrunken wird und solche Sachen. Und natürlich steigen die Chancen, dass er dabei ist. Aber man muss auch abwarten wie es seinem Fuß geht und wie sich die Situation mit den Clippers entwickelt. Wenn es einen Lockout gibt, interessieren die Clippers natürlich nicht mehr. Dann spielt Chris mit, wenn er gesund ist. Also es könnte für Deutschland der interessanteste Sommer seit vielen Jahren werden, weil da einerseits diese junge Generation ist, mit der wir zwei Jahre lang gearbeitet haben, und jetzt die NBA-Profis dazu kommen – das ist schon eine sehr interessante Mischung.



von Hegel 18.04.11 um 18:46:14
Ein schönes Interview, aber:
Vor allem zur "Doppelfunktion" hätte ich mir einige kritische Nachfragen gewünscht. Dass Bauermann seiner eigenen Meinung von vor einigen Jahren quasi völlig widerspricht, soll er doch bitte mal genauer erklären.
von el_turco_1987 18.04.11 um 19:44:59
Nettes interview..ein wort noch zu mr. kaman...
Chris Kaman wird natürlich dabei sein weil ja dirk auch dabei ist...interessant das dirk bauermann versucht einen kaman als teamplayer dastehen und somit etwas identifikation zum dfb aufblühen zu lassen aber Kaman ist und bleibt ein Söldner..
Das gegenteil hätte er in den letzten beiden Jahren beweisen können als Dirk nicht dabei war, denn er war nicht immer verletzt!
Das ständige "ich geh mit wenn dirk dabei ist" sollte doch langsam auch den letzten DBB - Fan nerven..oder glaubt mr. kaman das dass "D" in DBB - Auswahl für "dirk" steht..
Im hinblick auf die EM wird Nowitzki allein nicht reichen um die (meiner meinung nach viel zu hoch gestecktes ziel) olympiaqualifikation zu erreichen auch mit chris kaman wirds unheimlich schwer denn sowohl die aktuelle als auch bzw. vor allem die Überkreuzgruppe hat es total in sich...
Die gruppen A und B verglichen zu den anderen gruppen ist ja mal der totale witz aber das kapitel hatten wir ja schon ...
Allerdings muss man auch sagen, die Länder, die sich aus der Gruppe E dann fürs viertelfinale qualifizieren gelten dann alle als titelfavoriten das würde auch deutschland falls sie ins viertelfinale kommen sollten einschließen..
Ich befürchte allerdings das die teams aus den gruppen A und B nachdem sie sich gegenseitig zerfleischt haben total KO in die Knockoutphase gehen werden..
von mariofour 19.04.11 um 07:08:41
Im Prinzip reißt ihr da die richtigen Themen an, aber letztlich werdet ihr da vom Coach abgebügelt, der euch mit wachsweichen Begründungen zum Thema Diebler/Zeller und auch zur Doppelfunktion abbürstet. Finde ich ein bisschen schade, weil ihr da glaube ich ein bisschen eine Chance verschenkt habt.
Insbesondere die Doppelfunktion bei seiner Argumentation: Glaubt jemand, dass der FC Bayern nicht stark wäre, wenn es da einen anderen Coach gäbe? Wenn Bauermann die Entwicklung des deutschen Basketballs so am Herzen liegt, wäre es dann nicht konsequent, sich auf die Nationalmannschaft zu konzentrieren? Offensichtlich stand das für ihn aber nie zur Debatte, sondern entweder beides oder nur die Bayern. Was wiederum auch zeigt, wo seine wahren Interessen und persönlichen Eitelkeiten liegen. Und der Vergleich mit ALBA hinkt ja ganz massiv - man muss doch nur mal schauen, wer alles in Bauermanns Amtszeit nach Bamberg gewechselt ist. Da die Behauptung stehenzulassen, dass der Bundestrainer keinen Vorteil bei der Spielerrekrutierung hätte, ist schon gewagt. Schade...ansonsten ist das sicherlich ne gute Sache, aber der Bauermann tut doch immer so tough - da könnt ihr ihm beim nächsten Mal ruhig etwas mehr auf den Zahn fühlen. ;-)
von Joe Asberry 19.04.11 um 12:38:30
Gutes Interview keine Frage, bei den brisanten Themen weicht Bauermann aber wirklich...
"Zweitens wäre es für die Nationalmannschaft überhaupt nicht gut, wenn wir, nachdem wir die junge Mannschaft zwei Jahre auf den Moment des Zusammenspielens mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman vorbereitet haben, im vollen Galopp den Jockey wechseln würden."
Das ist einfach nur albern, Bauermann nimmt sich eindeutig zu wichtig, als ob die NM nicht ohne ihn könnte und nur er Dirk & Kaman integrieren könnte.
Er gibt auch keine Antwort darauf, warum ausgerechnet nur für ihn diese Ausnahmeregelung getroffen werden muss, das beste für die Bayern UND die NM ist es jedenfalls nicht, egal was Bauermann erzählt.
Und Amis werden nur eingebürgert, wenn sie eine überragende Qualität haben, nee ist klar - tolles Prinzip. Man biegt sich halt so zurecht wie es einem passt, nicht mehr nicht weniger.
Solange aber auch Dirk bei der NM antanzt, gerade auch wegen Bauermann? solange muss man ihn wohl noch tolieren als Bundestrainer, hoffentlich dankt er aber dann endlich mit Dirk zu Olympia(hoffentlich) ab? Wird Zeit für einen neuen Coach.
von Indiana 19.04.11 um 23:34:57
Also wenn Bauermann seine prioritäten bei Bayern sieht dann liegt das vor allem am wahrscheinlich am dickeren Gehalt.
In Amerika interessiert es niemanden ob Coach K die NM und Duke trainiert und hier würde auch keiner auf die Idee kommen Coach K zu kritisieren oder ??
Das Bauermann sich zu wichtig nimmt mag sein und dass er mit seinem Coaching Stil die letzten Jahre sich nicht beliebter gemacht hat steht für mich auser Frage aber wer soll ihn denn ersetzen welcher Coach hat einen gleichwertiges Standing UND ist deutscher Staatsbürger UND ist bereit seinen Job aufzugeben ???
von Julio 20.04.11 um 17:43:48
Stefan Koch
von Cabalios 27.04.11 um 20:06:57
gutes Interviews. Etwas kritischere Nachfragen wären aber angesagt gewesen. Lustiger letzter Absatz mit Kaman und dem Bier^^