Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




Donaubeben

Ultimatum an Ulm

Von Joshua Wiedmann
 06.10.2009 |

Es kommt Wind in die Hallenfrage in Ulm – jedoch kein angenehmer, sondern ein eisig kalter. Seit dem vergangenen Wochenende, als sich Vertreter der Beko BBL, der Presse und der 18 Klubs aus dem Oberhaus anlässlich des Champions Cups in Oldenburg zur Diskussions- und Informationsrunde trafen, steht fest, dass die Ulmer Kuhberghalle spätestens zur Saison 2011/2012 ausgesorgt haben wird. Das machen die neuen Hallen-Standarts der Beko BBL unmissverständlich klar: „Die Vereine Ulm und Paderborn benötigen spätestens in zwei Jahren eine neue oder umgebaute Spielhalle“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesliga ihre Anforderungen bezüglich der BBL-Spielstätten nach oben korrigiert und damit die Ulmer Basketballer in Bredouille bringt. Die Liga möchte die Aufbesserung des gesamten Produkts „Beko BBL“ offensichtlich weiter vorantreiben – das unterstrich nicht zuletzt die Partnerschaft mit dem Haushaltsgeräte-Hersteller, dessen Name nun im Ligatitel steckt, sowie die langfristige Zusammenarbeit mit dem DSF. Während die Ulmer den Forderungen in den vergangenen Jahren allerdings immer mehr oder weniger nachkommen konnten, so stellt die Donaustädter die diesmalige Ankündigung – so weit das Jahr 2011 auch noch weg sein mag – möglicherweise vor haushohe Probleme. Denn die altehrwürdige Kuhberghalle scheint schlicht nicht in der Lage zu sein, einen weiteren Umbau verkraften und mitmachen zu können.

Die detaillierten Beschlüsse der Liga lassen nicht einmal den Gedanken zu, am Kuhberg eben einfach weitere Um- und Ausbauarbeiten vollziehen zu lassen. Das zigfach erweiterte Sportzentrum stieß bereits in den vergangenen Jahren deutlich an seine Grenzen. Nun verlangt die Beko BBL beispielsweise, dass ab 2011 die Korbanlagen am Boden angebracht sind – in der Kuhberghalle, die gemeinhin als Halle für diverse am Kuhberg angesiedelte Schulen und Sportprogramme dient, ein undenkbares Unterfangen. Ebenso verhält es sich mit dem Beschluss, der einheitliche Linien auf dem Parkett vorsieht. Vielleicht ließe sich bei diesen Aspekten noch etwas tun – sei es, indem die Liga zeitweilen ein Auge zudrücken würde, oder dadurch, dass man weitere Umbauarbeiten einleiten könnte. Eine Forderung macht den Hoffnungen auf eine verlängerte Lebensdauer der Kuhberghalle jedoch den sofortigen Garaus: Die Beko BBL will Sitzplatztribünen auf allen vier Spielfeldseiten. Ein solcher Ausbau würde wohl gleich die komplette Kuhberghalle zu Grabe tragen und die Ulmer Verantwortlichen in tiefe Finanznöte stürzen. Dieser Umbau sei am Kuhberg auf keinen Fall umzusetzen, bekräftigt Manager Thomas Stoll.

Auf eine Minderung oder teilweise gar auf einen Erlass der BBL-Forderungen ist also nicht zu offen. Das Ziel, das wohl auch die Liga mit den verschärften Festsetzungen verfolgt, scheint ganz offensichtlich der schnelle Bau moderner Spielstätten in ganz Basketball-Deutschland zu sein, sofern diese noch nicht vorhanden sind.

An der Donau verläuft der Hallen-Prozess jedoch quälend langsam: Bereits seit Jahren plädieren die Basketballer für eine Multifunktionshalle im Raum Ulm, immer wieder werden endgültige Entscheidungen oder gar voraussichtliche Grundsteinlegungen verschoben. Die Notwendigkeit einer solchen Arena, die ja auch Musik, Messen oder anderen Sportarten zu Gute kommen wurde, wird seit Langem von diversen Obrigkeiten der Städte Ulm/Neu-Ulm bezweifelt.

Mitte November soll in einer Gemeinderats-Sitzung nun definitiv abgemacht werden, ob die neue Halle gebaut wird oder nicht. Sollte die dortige Abstimmung positiv für die neue Arena ausfallen, so könnte, meint Manager Stoll, quasi sofort losgebaut werden. Sollte einmal mehr aber kein klares Bekenntnis fehlen oder gar der Bau abgelehnt werden, stünde Bundesliga-Basketball in Ulm wohl vor dem Aus. Eine Apokalypse, die in Basketball-Deutschland eine der Erfolgsgeschichten der letzten Jahre völlig zunichte machen würde.



Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
4.75
(4 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:



Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von jordan 07.10.09 um 15:12:45


@ Liebe Stadt Ulm:

HER MIT DER NEUEN HALLE !!!



von ulmercenter 07.10.09 um 23:11:34


Für Ulm wäre es sehr wichtig die richtige Entscheidung zu treffen.



von RUN & GUN 09.10.09 um 10:48:08


es ist ja an sich etwas positives, wenn die verantwortlichen der bbl das Produkt "Bundesligabasketball" vorantreiben will, aber muss das zu jedem Preis sein?

Leider erschwert man damit nicht nur bereits bestehenden BBL-Klubs das weitere Verbleiben in der höchsten deutschen Spielklasse, sondern macht es den 2.Ligavereinen, die sportlich aufsteigen auch schwer durch solche Auflagen. Somit bleiben Vereine, die die nötige Halle haben, aber sportlich abgestiegen wären in der 1. BBL und umgekehrt bleiben die 2.Ligavereine dort wo sie sind. Auch wenn sie sich willig zeigen den Aufstieg auch finanziell zu stämmen wird es für viele 2.Ligavereine einfach nicht drin sein.



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?