Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




Donaubeben

Am Ende des Weges

Von Joshua Wiedmann
 15.11.2009 |

Manchmal sind es wenige Augenblicke, die über Sieg oder Niederlage in einem Basketballspiel entscheiden – erfahren mussten das gestern die Ulmer Korbsportler, denen in der Schlussminute in Ludwigsburg doch noch der Erfolg aus den Händen glitt. So unglücklich die Pleite der Donaustädter im Baden-Württemberg-Derby auch sein mochte, so klein wird sie doch, wenn man die Woche in Ulm Revue passieren lässt. Denn während die Niederlage in Ludwigsburg bald in den Untiefen des Liga-Geschehens verschwunden sein dürfte, wird der vergangene Mittwoch noch lange seinen Platz in den Ulmer Geschichtsbüchern haben.

Nach jahrelangem Hin und Her brachte der Gemeinderat der Städte Ulm/Neu-Ulm an besagtem Mittwoch endgültig den Bau einer Multifunktionshalle auf den Weg. Ulms Oberbürgermeister verglich den Entscheidungsprozess anschließend mit einem Marathonlauf, sein Neu-Ulmer Pendant, Gerold Noerenberg, sprach von einem „gewaltigen städtepartnerschaftlichen Symbol“.

So oder so: Mit der Entscheidung endete eine Prozedur, die beide Städte über Jahre hinweg in Atem gehalten hatte. Bereits zu Beginn des neuen Millenniums sollen erste Gespräche über den Bau einer vielfältig verwendbaren Großhalle im Raum Ulm/Neu-Ulm geführt worden sein. Mit dem Aufschwung und schlussendlichen Aufstieg der Ulmer Basketballer, die 2001 noch Insolvenz angemeldet hatten und anschließend in Liga zwei verbannt worden waren, kam zusätzlicher Wind in die Angelegenheit.

Mit ratiopharm Ulm als möglichem Hauptnutzer einer Multifunktionshalle änderte sich auch die Dynamik in der Hallenfrage: Gegner des Großvorhabens warfen dem Klub und seinen Unterstützern Egozentrismus vor; ein solches Millionenprojekt, so der Tenor, könne nicht zum Vorteil einiger weniger gestemmt werden. Befürworter der Multifunktionshalle verwiesen auf den großen Effekt, den die Arena auch auf die Musik-, Sport- oder Messelandschaft haben würde. Im Gemeinderat neutralisierten sich die beiden Parteien so oft, dass nur allmählich Fortschritte zu erkennen waren. Im Sommer 2007 wurde der voraussichtliche Standort festgelegt, im Frühjahr 2008 wurden dann erste Pläne zu Investoren und zur Finanzierung festgelegt –alles jedoch noch unverbindlich. Dass die endgültige Entscheidung am vergangenen Mittwoch dann doch so klar ausfiel (insgesamt 55:25 Stimmen), belegt, welche Notwendigkeit der Hallenbau hat.

Mit dem Abschluss der Hallenfrage wurden zugleich erste Details bekannt gegeben. Bis Anfang Dezember 2011 soll die neue, rund 6.000 Zuschauer fassende Arena auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz stehen. Mit dem Bau ist die Firmengruppe Max Bögl beauftragt worden, die bereits die Fußball-Arenen in Frankfurt sowie Köln errichtete und auch den neuen Berliner Hauptbahnhof zu ihren Bauwerken zählen kann. Firmenchef Johann Bögl zeigte sich begeistert von dem Projekt: „Was hier zwei Städte miteinander realisieren, ist einmalig.“ Ulm und Neu-Ulm greifen dabei tief in die Tasche: Über 27 Millionen Euro investieren die beiden Donaustädte.

Für die Ulmer Basketballer ist der Hallenbau gleichbedeutend mit einem Fortbestehen im Schwabenland. „Jetzt ist Bundesliga-Basketball in Ulm dauerhaft gesichert“, freut sich Manager Thomas Stoll. Ohne den Beschluss zum Bau hätte ratiopharm Ulm an der Donau wohl keine Zukunft gehabt, verlangt die Beko BBL ab 2011 doch neue Gegebenheiten in den ligaweiten Hallen. Die bisherige Ulmer Spielstätte, die Kuhberghalle, ist bereits völlig ausgelastet und hat kaum noch Potenzial.

Nun, da die Halle auf den Weg gebracht ist, können die Verantwortlichen ihre Blicke nach vorne richten. Der Zieletat von 2,2 Millionen Euro für die kommende Saison dürfte mit Hilfe neuer Sponsoren, mit denen in den kommenden Wochen Gespräche geführt werden sollen, nun weitaus realistischer sein. Auch für einen längerfristigen Verbleib von Coach Mike Taylor stehen die Chancen jetzt gut. „Unsere Perspektive ist besser geworden, aber auf uns wartet noch eine Menge Arbeit“, meint Manager Stoll in der Ulmer Südwest Presse. Für den Moment können sich die Basketballer aber über das Ende eines langen und zähen Ringens freuen.



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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von J0J0 15.11.09 um 19:50:52


Sieht ein wenige aus wie die Ludwigsburger Arena-zumindest von außen. MmN ist es sehr optimistisch eine 6000 Zuschauer fassende Hall in Ulm zu bauen-selbst Ludwigsburg bekommt trotz des Erfolges die Halle nicht annährend voll-aber soche Hallen sind ja auch für Konzerte und Messen...bin froh, dass Ulm jetzt in diesem Bereich sicherheit hat-ich würde die Duelle gegen Tübingen vermissen!



von SamSemiLia 16.11.09 um 01:27:21


"...und auch den neuen Berliner Hauptbahnhof zu ihren Bauwerken zählen kann"

Bleibt zu hoffen, dass in Ulm die Stahlträger halten, was sie versprechen ;) Freu mich für die Ulmer, auch wenns schade um die gute Kuhberghalle is.



von Cabalios 24.11.09 um 15:14:33


gute hintergrund infos :)



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