Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




Beko BBL Allstar Day

Die Ulmer haben gut lachen

6.000 Zuschauer sahen im Bonner Telekom Dome einen Tag voller Highlights. Taylor Rochestie gewann den Dreipunktewettbewerb, Jamal Shuler wurde bester Dunker, Nachwuchsspieler Patrick Heckmann führte sein Team zum 72:68-Overtime-Sieg und Chris Ensminger sowie die Ulmer Nationalspieler Robin Benzing und Per Günther hatten jede Menge Spaß beim dritten Sieg des Südens (102:92) überhaupt.

Von Björn Lehmkühler, Florian Lindemann
 23.01.2010 |

Beko BBL All-Star Game: Süd gegen Nord 102:92

Vom Einlaufen bis in die Dusche hatte Robin Benzing ein breites Grinsen im Gesicht. Dabei hatte er aus sportlicher Sicht mit lediglich zwei Treffern bei sieben Versuchen keinen Glanztag erwischt. Doch das war bei seinem ersten All-Star-Game-Auftritt ganz klar zweitrangig. Bereits zum Sprungball war ihm die Vorfreude von den Lippen abzulesen und auch in der Umkleidekabine wirkte der Schlacks noch euphorisiert: "Es ist ein tolles Gefühl und hat sehr viel Spaß gemacht!"

Auch Teamkollege Günther war von der Erfahrung begeistert: "Am Anfang fühlt man sich noch wie ein Fan, sitzt auf der Tribüne und beobachtet die Dreierschützen und Dunker wie jeder andere Fan." Natürlich sei er aufgeregt gewesen, denn "man spielt mit den Besten der Besten zusammen". Dass er am Ende als einziger Süd-Spieler ohne Punkt blieb, war ihm in diesem Moment zu Recht vollkommen egal.

Gesteigert wurde die Freude der beiden Ulmer dadurch, dass der Süden letztendlich mit 102:92 über den Norden triumphierte. Seit 1999 war dies zuvor erst einmal passiert. Dieses Mal war der Süden jedoch das abgezocktere Team in einem All-star-Spiel, welches eher durch Passspiel, Post Moves und Sprungwürfe geprägt war als durch krachende Dunks.

Obwohl das Spiel weder übermäßig spektakulär noch besonders spannend war, vermochten die Spieler für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Basketballabend mit einigen sehenswerten Spielzügen und Einzelaktionen zu sorgen. Auch der Umzug in den ausverkauften Bonner Telekom Dome dürfte sich angesichts der guten Stimmung aus Sicht der BBL-Verantworlichen gelohnt haben.

Gefördert wurde die Stimmung nicht zuletzt von Lokalmatador Chris Ensminger, der in seinem siebten All-Star Game für einige der wenigen echten Highlights sorgte. So brachte er die Menge beispielsweise durch einen Dreier und einen Floater von der Freiwurflinie zum Toben. Da er sich zudem durch mehr als solide 16 Punkte, neun Rebounds und drei Assists hervor tat, wurde er am Ende zum MVP des Spiels gewählt. Zuvor waren im Telekom Dome bereits lautstarke „M-V-P“-Rufe zu hören gewesen.

Ansonsten waren auf Seiten des Südens vor allem Michael King (17 Punkte, 4/6 3FG) und George Evans (16 P, 8/8 FG) besonders treffsicher, während im Norden Jeff Gibbs (16 P, 6 R, 6 A), Darren Fenn (14 P) und Je’Kel Foster (13 P) die meisten Punkte erzielten.

NBBL All-Star Game: Süd gegen Nord 72:68 nach Verlängerung

Den Anfang des Beko BBL All-Star Day 2010 machten, wie seit einigen Jahren schon, die Talente aus der Nachwuchs-Bundesliga NBBL. Die zahlreichen bereits anwesenden Fans bereuten dabei nicht, drei Stunden vor Beginn der Hauptattraktion in den Telekom Dome gekommen zu sein, denn ihnen wurde ein durchaus ansprechendes Spiel mitsamt Verlängerung und spektakulären Würfen in den Schlusssekunden geboten.

Dabei begann die Partie wie so häufig mit einigen Ballverlusten, wobei vor allem der Norden mit hektischem Spielaufbau auffiel. Im Süd-Team, welches ohne die beiden Urspring-Talente Kevin Bright und Justin Raffington antrat, waren der treffsichere Guard Beshnik Bekteshi (BBA Ludwigsburg) und Forward Patrick Heckmann (ASC Theresianum Mainz) mit je sechs Zählern hauptverantwortlich für den 16:10-Start. Im zweiten Viertel kam der Norden jedoch besser ins Spiel. Nicht zuletzt dank acht Punkten von Niels Giffey (Alba Berlin) im zweiten Abschnitt gingen die Nord-Talente mit einer 31:27-Führung in die Pause.

Nach der Pause drückte vor allem Center Philipp Neumann (Tröster Breitengüßbach) dem Spiel seinen Stempel auf. Mit seiner Mischung aus Physis, Post Moves und Aggressivität erzielte er im dritten Spielabschnitt sechs Punkte, zwei Rebounds und zwei Blocks. Einen würdigen Gegenspieler fand er in Nord-Center Daniel Theis (Braunschweig/ Wolfenbüttel). Der 2,05-Meter-Mann sorgte mit einem krachenden Dunk über Neumann und Forward Dennis Ogbe (Franken Hexer) auch für das Highlight des dritten Viertels.

Eben jener Ogbe sollte diese Aktion jedoch am Ende des Spiels noch einmal überbieten. Nach einem langen Dreier und zwei verwandelten Freiwürfen von Giffey lag der Norden 12,6 Sekunden vor Schluss mit 63:60 in Führung. Im Gegenzug ließ der Süden den Ball um die Dreierlinie wandern und fand in der Ecke den 1,97 Meter großen Ogbe, der 1,2 Sekunden vor Schluss eiskalt den Dreier zum Ausgleich einnetzte. Fast wäre noch Ole Wendt zum Mann des Spiels avanciert, doch sein Reverse-Korbleger nach erfolgreichem Pass über das gesamte Feld wurde von Neumann geblockt. Diese Aktion des Süd- Centers sah zwar ganz stark nach „Goaltending“ aus, doch die Referees entschieden auf Verlängerung.

In den drei Extraminuten hielt die Spannung weiter an. Auf der einen Seite traf Giffey für drei, ehe der starke Heckmann mit einem Dreipunktespiel konterte. Hackmann war es auch, der mit einem wilden Fadeaway-Dreier wenige Sekunden vor Schluss die Fans von den Sitzen riss und für den 72:68-Endstand sorgte. So wurde Heckmann, der mit 19 Zählern Topscorer des Südens war und starke 7/8 aus dem Feld verbuchte, nicht zu Unrecht zum MVP des Spiels gekürt.

Neben Heckmann konnte sich vor allem der erst 17-jährige Philipp Neumann (12 P, 6/9 FG, 7 R, 5 B) als Mann für die Zukunft präsentieren. Zudem traf der quirlige Besnik Bekteshi (18 P, 4/7 3FG, 7 R) enorm sicher von außen. „Gamewinner“ Dennis Ogbe war mit elf Punkten und vier Rebounds der vierte Südler mit zweistelliger Punktausbeute.

Im Norden stach vor allem Niels Giffey mit 22 Punkten und vier von fünf Dreiern hervor. Eine positive Überraschung war der oben erwähnte Daniel Thies (12 P, 8 Reb, 2 B), während die Junioren-Nationalspieler Mathis Mönninghoff (8 P, 2/4 3FG), Ole Wendt (6 P, 2/9 FG, 3 A) und Lars Wendt (7 P, 2/7 3FG, 4 R) zumindest phasenweise ihr Potential unter Beweis stellen konnten. Vor allem die Wendt-Zwillinge ließen jedoch offensiv die gewohnte Treffsicherheit vermissen.

Shuler fliegt allen davon

„It’s over, it’s over“ – mit diesem Ausruf und der passenden Vince-Carter-Gedächtnis-Geste drehte Triers Guard Jamal Shuler nach seinem finalen Dunk die wohl verdiente Ehrenrunde durch den Telekom Dome. Jeder seiner vier Versuche war mit der Höchstpunktzahl „30“ bewertet worden, also einer „10“ von den drei Juroren Stephan Baeck, Henrik Rödl und John Bowler.

Dabei wies Baeck zu Recht darauf hin, dass auch Shulers Teamkollege Derek Raivio die „10“ verdient gehabt hätte. Schließlich war es Raivio, der beim dritten Versuch per Kopfball und beim vierten Dunk per „Okocha-Trick“ vorlegte. Auch bei den ersten beiden Versuchen hatten Teamkollegen geholfen: zunächst Chris Copeland mit einem Pass aus dem Publikum und anschließend George Evans, der den Ball unmittelbar vor dem Brett hochwarf, ehe Shuler mit links an selbiges tippte und die Pille schließlich mit rechts in der Reuse versenkte.

Auf dem zweiten Rang landete am Ende Quantez Robertson (Frankfurt Skyliners), der 116 von 120 möglichen Punkten erzielte. Besonders sein Behind-the-Back-Dunk ganz am Ende riss die Fans von den Sitzen. Das Finale der letzten Drei wurde von Qualifikant Stefan Groothoff komplettiert, der nach 27, 30 und 28 Punkten in seinem letzten Versuch jedoch eine Nullnummer hinlegte.

Vorzeitig ausgeschieden waren Adeola Dagunduro (MBC, 25-30-28), Benjamin Salu Tadi (Qualifikant, 21-30-28) und Paderborns Sefton Barrett (24-24-30), der zwei enttäuschende Durchgänge erst am Ende mit einem spektakulären zweihändigen Reverse-Windmill-Dunk relativieren konnte.

Rochestie gewinnt Dreipunktewettbewerb

Beim Dreipunkte-Wettbewerb konnte sich Taylor Rochestie von der BG Göttingen relativ souverän durchsetzen. Nach 21 von 30 möglichen Punkten in der ersten Runde gelangen ihm im Finale 18 Zähler. Damit verwies er den Tübinger Dane Watts (12 bzw. 16) und den Trierer Derek Raivio (12 bzw. 13) auf die Plätze. Qualifikant Florian Plexa verpasste mit zehn Punkten den Sprung ins Finale.




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Kommentare

(7 Kommentare bisher)

von DaKey 24.01.10 um 01:36:45


Insgesamt war es ein netter Abend. Ein paar Dunks hätten dem Spiel gut getan, aber es war auch so okay. King war auf der Seite des Südens seht stark und hat mit eigentlich am besten gefallen, aber es führte halt kein Weg an Ensminger vorbei...
Der Dunking Wettbewerb war teilweise erbärmlich, einfach eine Flut Fehlversuchen und wenig spektakuläres, aber es hat schon der klar beste gewonnen.
Allerdings waren sicherlich mehr als 6000 Leute in der Halle, also zumindest im Vergleich zu normal ausverkauften Heimspielen



von Suck My Diktiergerät 24.01.10 um 02:49:51


hat eigentlich noch jemand das spiel auf dsf gesehen? kamen euch die kommentatoren auch so furchtbar scheiße vor?
mindestens 3 mal gings drum, wie in nem schlechten glücksspiel, zu tippen, wer im nächsten angriff punktet. schwach.



von MyThoN 24.01.10 um 08:58:54


Das schlimmste an den Moderatoren wahr wohl, dass man krampfhaft versucht hat die "Was für ein netter Abend" - Atmosphäre aufzubauen.



von Pain1899 24.01.10 um 11:51:35


um es wie waldemar hartmann zu halten: ein erneuter tiefpunkt der kommentatoren auf dem DSF, leider, leider. körner sollte endgültig beim poker bleiben.



von sev da chef 24.01.10 um 12:00:03


fand es auch grausam und die Stimmung kam bei mir nicht an,trotz Versuche duch die Kommentatoren
gleiches galt für die Zusammenfassung des 3er und Dunk-Contest, so langweilig, ohne Einblendungen wie es steht und so monotonem Kommentar.

fand das Spiel aber auch nicht berauschend.
Schade das bei Benzing nicht so viel geklappt hat, aber probiert hat er es wenigstens



von mercator_oris 24.01.10 um 19:20:25


Auch das Spiel war über weite Strecken langweilig.
Die Spieler waren abgesehen von Chris Ensminger nicht um spektakuläre/lustige Szenen bemüht.

Da half es auch nichts, dass alle in den Interviews sagten:
" es macht Spaß sich so ein ernsthaftes Spiel anzuschauen"

Ich glaube Allstar-Day technisch war das dieses Jahr der Tiefpunkt.

Außerdem sollte man wieder einführen, dass jede Mannschaft einen Spieler stellt.

Zu den Kommentatoren ist denke ich alles gesagt worden.
"Na los jetzt leg dich mal feest wer macht den nächsten Punkt für den Süden" - " Am ehsten vielleicht ... oder doch der ... der den Ball hat



von acidflash11 25.01.10 um 11:28:29


war in der halle.

nbbl-game:
highlight war die komplette 2. halbzeit, für mich mit shulers dunks höhepunkte des abends.

dreierwettbewerb:
naja, außer rochestie wars mau, der qualifikant nervös( 3mal in and out) und trotzdem nur 3 treffer vom finale weg.

dunkwettbewerb´:
shuler verdient sieger, keine ahnung wie die jury bei 1 oder 2 dunks (keine ahnung mehr wer es noch war) nach 6 oder 7 fehlversuchen noch ne 9 oder 10 zieht.
auffallend:
beim warmmachen wurden 3 oder 4 360° gezogen, im wettbewerb war davon nichts mehr zu sehen.
vergleich:
ich war letztes jahr in bremerhaven bei einem allstargame, cuxhaven gegen ne nordauswahl, da war dunkintechnisch wesentlich mehr los muss man sagen (inkl dunk von der freiwurflinie)

allstargame:
lahm wie nichst gutes, postmoves noch und nöcher, etwas geballer, 2 oder 3 dunks. dazu einige aktionen wo ein schöner dunk hätte kommen können, aber dann foulen die jungs beim Dunkversuch!!!
WAS SOLL DAS, es ist ein allstargame und kein ligaspiel???
anmerkung:
kashirov kaum eingesetzt, weiß einer warum, kam nur in der 2. halbzeit zu maximal 5 min!!

gesamt:
nbbl war noch am besten, das sagt alles, da war die halle laut was das 4. viertel verlängerung angeht.



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