BBL-Wochenrückblick

Zeichen in Schwarz-Rot-Gold

Pascal Roller und Heiko Schaffartzik erzielen jeweils mindestens 20 Punkte, Philip Zwiener und Lucca Staiger sehen Minuten und liefern Zählbares, Bambergs Tibor Pleiß rockt weiter und Bonn beendet den Lauf der Göttinger Veilchen.

Von Thomas Käckenmeister
 15.03.2010 |

Am 27. Spieltag der Beko BBL-Hauptrunde 2009/10 standen vor allem zahlreiche deutsche Spieler im Rampenlicht. Seit langem gab es mal wieder zwei einheimische Bundesligaprofis, die für ihre Mannschaft mindestens 20 Punkte in einer Partie aufgelegt haben. So geschehen beim Spiel zwischen Frankfurt und Quakenbrück, in dem Pascal Roller (siehe unten) sein Team zu einem ungefährdeten 77:65-Erfolg führte, und in der hochdramatischen Partie zwischen Tübingen und Brauschweig, die erst nach Verlängerung an die Norddeutschen ging.

Schaffartzik als Wildkatzenjäger

Im Raubkatzengehege erwies sich Nationalspieler Heiko Schaffartzik als Wildjäger: Innerhalb von nur 67 Sekunden versenkte er drei Dreier, um das Spiel noch in die Overtime zu retten. Zuvor hatten die Braunschweiger 81:70 hinten gelegen. Kurze Zeit später zündete Schaffartzik seine Distanzbomben und aus dem 86:76 der Hausherren mit 2:51 Minuten verbleibender Spielzeit entwickelte sich ein 14:4-Lauf der Gäste. In der Extrazeit ging den Schwaben dann die Luft aus. Dennoch war das 104:112 das höchste Ergebnis in dieser Saison. „Am Ende hat Heiko Schaffartzik den Unterschied gemacht, indem er wichtige Würfe getroffen hat“, stellte auch Tigers-Coach Igor Perovic fest. „Wir haben es nicht verstanden, dass Spiel nach regulärer Spielzeit zu entscheiden. Braunschweig hat am Schluss mit Herz gespielt und am Ende dann auch verdient gewonnen.“ Die Tübinger knallten nach der vierten Pleite in Folge zurück ins Tabellenmittelfeld (12. Platz), Braunschweig hingegen führt im Kampf um den letzten Playoff-Platz mit 15 Siegen, gefolgt von Quakenbrück, Weißenfels (die in Bremerhaven mit 82:69 verloren) und Ludwigsburg mit jeweils 14 gewonnenen Spielen.

Benzings Rückkehr im Derby

Vor allem für die Barockstädter aus Ludwigsburg war der zurückliegende Spieltag von besonderer Brisanz. Das Derby gegen Ulm stand auf der Agenda. Am Ende hieß es 76:84 für das Team von Coach Tolga Öngören, das vor allem durch seine Treffsicherheit aus der Distanz (11/27 3FG) zu gefallen wusste. Ulms Coach Mike Taylor sah andere Ursachen für den Punktverlust trotz guter Atmosphäre: „Es war eine perfekte Derby-Atmosphäre – eine ausverkaufte Kuhberghalle – nur wir waren leider nicht fokussiert genug. Wir haben den Ball nicht gut bewegt und das Eins-gegen-eins-Spiel zu sehr forciert.“ Bei den Ulmern stand Robin Benzing nach seiner Knöchelverletzung wieder im Aufgebot, kam in 20 Minuten jedoch nur auf fünf Zähler (1/6 FG). Teamkollege Per Günther sammelte neun Zähler und zwei Assists, während Rocky Trice mit 19 Punkten und sechs Boards groß aufspielte. Bei Ludwigsburg überragte Richard Chaney mit 25 Punkten. Auch der deutsche Nachwuchsspieler David McCray wusste mit zehn Punkten und vier Rebounds zu gefallen.

Zwiener und Staiger spielen und punkten

Gefallen fanden wohl auch die Anhänger von Alba Berlin. Die Hauptstädter sind nach zwei Ligapleiten in Folge zurück in der Spur. Gegen Hagen feierten die Albatrosse einen mühelosen 50:83-Erfolg in Hagen, bei dem Philip Zwiener in knapp 17 Minuten Parkettzeit zwölf Punkte und zwei Steals verbuchte. Auch Lucca Staiger sah Spielminuten und markierte seine ersten Punkte (5) überhaupt in Deutschlands Eliteliga. Durch den 20. Saisonsieg bleiben die Berliner an der Tabellenspitze, Hagen kassierte die 20. Pleite des Spieljahres und die zehnte Niederlage in Folge. Bei den Feuervögeln scheint langsam die Flamme zu erlöschen, denn sie verbleiben auf dem 18. Tabellenplatz.

Pleiß überragt erneut

Ebenfalls im Abstiegsstrudel befinden sich die Paderborn Baskets und die Giants Düsseldorf. Bei den Rheinländern brachte auch der Trainerwechsel – Hansi Gnad übernahm das Amt von Achim Kuczmann – nichts. Beim Gastspiel in Bamberg gerieten die Giganten vor allem im Schlussviertel (33:18 Punkte) zu Zwergen, sodass am Ende ein 90:68 von der Punktetafel prangte. Für die Brose Baskets erzielte Tibor Pleiß starke 17 Zähler, garniert mit acht Rebounds und zwei Blocks. Auch Paderborn bleibt im Tabellenkeller nach dem 69:84 gegen die EWE Baskets Oldenburg. Sowohl Bamberg als auch die Donnervögel aus Oldenburg reiten derzeit auf eine Erfolgswelle von je sechs Siegen in Folge.

Strasser, Ohlbrecht, King und Co. ringen Göttingen nieder

Damit weisen die beiden "Baskets" die längste positive Erfolgssträhne auf, denn die Baskets aus Bonn stoppten die seit acht Partien unbezwungenen Göttinger in einem intensiv geführten Duell mit 85:76. Nach der Verletzung von Bryce Taylor rückte Alex King bei den Bonnern in die erste Fünf und kam schlussendlich auf sechs Zähler. Tim Ohlbrecht warf sieben Punkte und ebenso viele Rebounds in die Waagschale, während Johannes Strasser sein Kämpferherz zeigte und 14 wichtige Punkte beisteuerte. Bonn bleibt nach diesem Erfolg auf dem zweiten Rang, Göttingen steht auf Platz sieben, hat jedoch nur einen Sieg weniger als die Magentafarbenen.

Ging es in der Begegnung zwischen Bonn und Göttingen darum, ein Ausrufezeichen in Richtung Playoffs zu setzen, setzten die LTi Giessen 46ers eine Duftmarke in Richtung Klassenerhalt. Der zweite Sieg in Folge gelang gegen die seit acht Spielen sieglosen Trierer. In der Gießener Sporthalle Ost feierten 3.420 Fans einen grandiosen Comeback-Sieg. Lagen die 46ers nach zehn Minuten mit 10:22 und zur Halbzeit mit 33:37 in Rückstand, zündeten sie im Schlussabschnitt den Nachbrenner: Aus einem 54:58 entwickelte sich ein ungefährdeter 84:67-Sieg, der die Hessen auf den 14. Platz hievt, Trier derweil auf den 15. Platz schiebt. „Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt und unsere Lage im Kampf um den Klassenerhalt verbessert, dürfen uns darauf aber nicht ausruhen“, gab 46ers-Coach Vladimir Bogojevic die Parole für die kommenden Wochen vor.

Top der Woche: Alba Berlin steht im Viertelfinale des Eurocup. Am vergangenen Dienstag sicherten sich die Albatrosse in Badalona das Ticket für die Runde der letzten Acht. Dort wartet nun Hapoel Jerusalem. Hin- und Rückspiel finden am 24. bzw. 31. März statt.

Flop der Woche: In der ProA gewann Karlsruhe mit 163:44 gegen den USC Freiburg. Das besondere daran war nicht nur das Ergebnis, sondern auch wie es überhaupt zu solch einem Spiel kommen konnte, in dem drei Freiburger fast 39 Minuten gegen die Karlsruhe bestehen mussten. Die Ligaführung lehnte einen Antrag auf Spielverlegung ab, obwohl der USC krankheits- und verletzungsbedingt nicht ausreichend Spieler aufbieten konnte.

Die besten Deutschen der Woche
G: Pascal Roller (Frankfurt gg. Quakenbrück: 20 P, 4 A)
G: Heiko Schaffatzik (Braunschweig gg. Tübingen: 21 P, 3 A)
F: Yassin Idbihi (Braunschweig gg. Tübingen: 12 P, 13 R)
F: Maksym Shtein (Trier gg. Gießen: 14 P, 9 R)
C: Tibor Pleiß (Bamberg gg. Düsseldorf: 17 P, 8 R, 2 B)

Die erste Fünf der Woche
G: Kevin Hamilton (Braunschweig gg. Tübingen: 21 P, 3 R, 5 S)
G: Julius Jenkins (Berlin gg. Hagen: 21 P, 5 A)
F: Ronald Dupree (Bonn gg. Göttingen: 26 P, 6 R, 2 S)
F: Jeff Gibbs (Bremerhaven gg. Weißenfels: 26 P, 11 R, 4 A)
C: Chris Ensminger (Bonn gg. Göttingen: 11 P, 10 R, 4 A)




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von Dickson 15.03.10 um 14:09:05


G: Heiko Schaffatzik (Braunschweig gg. Tübingen: 21 R, 3 A)

net schlecht, mit seinen punkten hat er doch dann ein schönes double-double aufgelegt... ;-)



von Florre23 15.03.10 um 14:30:59


Wahnsinns Spiel von Pleiß!



von J0J0 15.03.10 um 14:36:40


Das was Schaffartzik gegen Tübingen abgeliefert hat, bereitet mir immer noch Bauchschmerzen...eigentlich müsste ich Heiko dem WWF melden, denn der Tiger steht doch unter Naturschutz...mal im Ernst: Es macht Freude, einen Nationalspieler zu sehen, der so eiskalt in der Crunch-Time agiert. Die drei 3er waren alle sehr gut verteidigt-der Erste war step back ins Gesicht, der Zweite ebenfalls ins Gesicht eines Tübingers und der dritte, gegen Dane Watts (der gefühlt einen Kopf größer ist), ebenfalls ins Gesicht wobei er selbst die Hand von Dane im Gesicht hatte...der Junge agiert als Leader, Ballverteiler und Vollstrecker-das macht mich zuversichtlich für die Nationalmannschaft.



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