BBL-Wochenrückblick
Ulmer Basketballfest
Im Mittelpunkt des zwölften Spieltags der Beko BBL stand die Eröffnung der hochmodernen ratiopharm arena in Ulm. Die Schwaben beglückten ihre Fans dabei mit 101 Punkten und bleiben den Brose Baskets Bamberg auf den Fersen. Im Tabellenkeller konnte Göttingen nach neun Niederlagen in Serie wieder einen Sieg feiern.
Von Johannes Beyer |
12.12.2011 | |
Zur Eröffnung der ratiopharm arena, einer 6.000 Zuschauer fassenden Multifunktionshalle, wurden am Samstag in Ulm keine Mühen gescheut, um den Anhängern ein rauschendes Fest zu bereiten. Angefangen von einer aufwendigen Laser-Show über den packend inszenierten Einzug des „Spirits“ der alten Kuhberghalle in die Arena bis hin zum Spiel selbst ließ der Abend keine Wünsche offen.
Was der Ulmer Head-Coach Thorsten Leibenath kurzum als „bestes Spiel des Jahres“ bezeichnete, war die schlichte Demontage des Gegners aus Oldenburg. Die „Donnervögel“, die mit einer Serie von acht Siegen nacheinander an die Donau gereist waren, wurden beim Ulmer 101:83-Erfolg spätestens in der zweiten Hälfte zu Statisten.
Nach dem Seitenwechsel (43:36) ließen sich die Hausherren von der grandiosen Atmosphäre in der ratiopharm arena tragen und schossen quasi die Lichter aus (56,5% FG). Herausragend dabei: Center John Bryant (23 P, 15 R) und Aufbauspieler Tommy Mason-Griffin (15 P, 3 A), der im positionsinternen Kampf gegen Oldenburgs Bobby Brown (30 P) aber zumindest statistisch den Kürzeren zog.
Ebenfalls vor einer neuen Kulisse präsentierten sich die Eisbären Bremerhaven. Für das Spiel gegen den FC Bayern München zogen die Norddeutschen in die knapp 10.000 Zuschauer fassende ÖVB-Arena nach Bremen um und wurden mit einem engen 73:71-Erfolg belohnt.
Doch die 9.780 Fans mussten zunächst einige Rückschläge einstecken: Erst erwischten die Bayern einen Traumstart, lagen nach wenigen Minuten bereit mit zehn Zählern in Front, dann knickte auch noch Torrell Martin unglücklich um und konnte fortan nicht mehr eingesetzt werden. Doch die Eisbären ließen sich nicht unterkriegen:
"Nach der Pause haben uns die Bankspieler und die tolle Kulisse einen echten Schub gegeben“, erklärte Doug Spradley die Leistungssteigerung seiner Mannschaft. In einer dramatischen Schlussphase profitierten die Hausherren immer wieder von unnötigen Ballverlusten der Münchner und sicherten sich so den siebten Saisonsieg.
Bonn verliert an Boden
Die Brose Baskets bleiben auch nach dem zwölften Spieltag Tabellenführer der Beko BBL. Beim Derby gegen die s.Oliver Baskets Würzburg ließ die Mannschaft von Chris Fleming nichts anbrennen. Vor dem Spiel wurde den Zuschauern in der s.Oliver Arena, wie den Fans in Ulm, eine spektakuläre Laser-Show geboten. Doch dies alles half nichts, die nach dem Sieg gegen Unicaja Malaga hoch motivierten Bamberger zu stoppen. Letztendlich sorgte der stark aufspielender Anton Gavel (19 P) für den verdienten 75:59-Sieg der Gäste aus Bamberg.
Eine weitere Niederlage kassierten die Telekom Baskets Bonn. Gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig verloren die Baskets mit 76:80 und stehen nach der fünften Niederlage in Folge nur noch auf dem elften Tabellenplatz. In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel trafen die Phantome vor allem im Schlussviertel die richtigen Entscheidungen. Letztendlich waren es die Braunschweiger Bankspieler, welche die entscheidenden vier Punkte mehr erzielten.
Trier verpasst Überraschung
Die TBB Trier schrammte gegen Alba Berlin nur knapp an einer Überraschung vorbei. „Wir haben heute ein riesen Spiel vor einer riesen Kulisse gemacht“, zeigte sich Head Coach Henrik Rödl mit seiner Mannschaft zufrieden. Zwar verlor die Mannschaft des ehemaligen Berliner Spielers und Übungsleiters gegen den Vizemeister etwas unglücklich mit 74:78, zeigte sich über das gesamt Spiel jedoch enorm kämpferisch.
Ein Grund, dass es nicht zum Sieg für die Trierer reichte, war wohl auch die schwache erste Halbzeit, welche die Hausherren mit 13 Punkten abgaben. Hinzu kam eine magere Ausbeute am defensiven Brett, die mit 19 Offensivrebounds der Albatrosse bestraft wurde. Kurios: Auch Trier pflückte sich satte 18 Bälle am gegnerischen Brett. Berlin hält mit dem achten Saisonsieg weiter Anschluss an das Spitzenduo aus Bamberg und Ulm.
Direkt dahinter setzen sich langsam aber sicher die Artland Dragons in der Tabelle fest. Gegen die EnBW Ludwigsburg hatten die Dragons lediglich im ersten Viertel kleinere Probleme und setzten sich in der Folge souverän ab. Beim am Ende ungefährdeten 95:79-Erfolg zeigten vor allem Nathan Peavy (22 P, 6 R) und David Holston (19 P, 6 A) eine starke Leistung. Auf der Seite der Ludwigsburger konnte Mark Dorris (22 P) überzeugen.
Enge Kisten im Tabellenkeller
Die BG Göttingen kann es also doch noch. Gegen die Walter Tigers Tübingen gewannen die Niedersachsen in einer emotionalen Partie mit 80:75. Göttingen nahm bereits zu Beginn den Kampf auf und ließ im Gegensatz zur Vorwoche auch in der zweiten Halbzeit nicht locker. Vor allem Neuzugang Matt Bauscher zeigte von der Bank kommend ein überzeugendes Spiel. Mit 17 Punkten und fünf Vorlagen hielt der US Amerikaner seine Mannschaft auch in schwierigen Phasen im Spiel. Bei den Schwaben konnte lediglich Pavelas Cukinas eine normale Form zeigen. Der Center erzielte mit 16 Punkten und zehn Rebounds sein erstes Double-Double der Saison. Nach dem Spiel gaben die Göttinger bekannt, dass Aufbauspieler Kwadzo Ahelegbe nicht länger im Aufgebot der BG steht. Trotz des zweiten Saisonerfolgs liegen die Veilchen weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz.
Die Feuervögel konnten nach vier Niederlagen in Folge auch gegen die LTi Giessen 46ers keinen Sieg einfahren. In einer umkämpften Partie erspielte sich Hagen zunächst einen kleinen Vorteil, brach jedoch im Schlussabschnitt komplett ein. Diesen gewannen die 46ers, angetrieben von den heimischen Fans, deutlich mit 30:19. „Wir hatten am Ende Leute auf dem Feld, die einfach schlecht waren. Ich hoffe, die Verantwortlichen gucken sich das an und werden Konsequenzen ziehen“, zeigte sich Hagens Coach Ingo Freyer über die 75:86-Niederlage erbost. Gießen verschaffte sich im Abstiegskampf hingegen etwas Luft und steht nun auf dem zwölften Tabellenplatz. Hagen bleibt mit neun Niederlagen weiter auf einem Abstiegsplatz.
Angespannt bleibt die Lage auch bei den Fraport Skyliners Frankfurt. Gegen den BBC Bayreuth zogen die Hessen mit 71:79 den Kürzeren. Dabei mussten die Skyliners das erste Spiel ohne Jon Leuer auskommen, der sich nach dem Ende des Lockouts wieder zu den Milwaukee Bucks begeben hat. Dennoch spielten die Frankfurter zunächst auf und konnten sich vor allem auf die Dienste von Tim Ohlbrecht verlassen (27 P, 6 R). In der zweiten Hälfte glückte den Gastgebern jedoch nichts mehr und Bayreuth gab die erspielte Führung nicht mehr aus der Hand.
BuLi-Manager Spieler der Woche: John Bryant (C, Ulm)
John Bryant mag ja nach außen wie ein Zementsack wirken, doch wie der Center-Spieler von ratiopharm Ulm sich auf dem Parkett bewegt, zeugt von großer Eleganz. Gegen die EWE Baskets Oldenburg demonstrierte der US-Amerikaner wieder einmal seine Klasse und 23 Punkten, 15 Rebounds und drei Blocks seinen vierten Doppelpack der Saison. Mit 45 Fantasy-Punkten erzielte Bryant den Topwert im Managerspiel!
Erste Fünf der Woche
G: Bobby Brown (Ulm gg. Oldenburg: 30 P, 3 R, 3 A)
G: Maurice Jeffers (Gießen gg. Hagen: 26 P, 4 R)
F: Rich Melzer (Bonn gg. Braunschweig: 20 P, 6 R, 2 B, 1 A, 1 S)
F: Nathan Peavy (Quakenbrück gg. Ludwigsburg: 22 P, 6 R, 2 A, 1 S)
C: John Bryant (Ulm gg. Oldenburg: 23 P, 15 R, 3 B, 2 S, 2 A)
Deutsche Fünf der Woche
G: Heiko Schaffartzik (Trier gg. Berlin: 10 P, 7 R, 3 A)
G: Demond Grenne (Bremerhaven gg. München: 15 P, 3 R, 2 S)
F: Philip Zwiener (Trier gg. Berlin: 12 P)
F: Tim Ohlbrecht (Frankfurt gg. Bayreuth: 27 P, 6 R, 1 B)
C: Chris McNaughton (Bremerhaven gg. München: 17 P, 3 R)



von Schlangbang 12.12.11 um 12:51:58
Der Center der "Deutschen Fünf der Woche" scheint etwas fragwürdig. Zum einen spelt Chris McNaughton bei Bremerhaven und nicht bei Braunschweig oder Bonn zum anderen hat er im Spiel gegen den FC Bayern München 17P, 3R, 4 TO fabriziert.
Die dort angegebenen Stats gehören wohl eher Chris "dem Ellenbogen" Ensminger! ;-)
von Schlangbang 12.12.11 um 12:53:10
Edit sagt: die Stats gehören tatsächlich McNaughton, nur das Spiel ist falsch. So machen wir also alle unsere Fehler! :-)
von Tomrock 12.12.11 um 15:37:45
Vielen Dank für den Hinweis. Der Fehler wurde behoben.
von Dickson 13.12.11 um 10:26:05
warum ist der beste deutsche point guard hier in dem artikel nicht aufgeführt??? ^^
von Marius1999 17.12.11 um 12:20:38
John hat den Platz absolut verdient. Kein Center kommt von den Leistungen an ihn ran! In der neuen Arena und dem besten Team in Ulm allerzeiten kann es da noch mehr Überaschungen geben.