Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL-Wochenrückblick

Spannung und Spektakel

In der vergangenen Woche ging es in der Beko BBL drunter und drüber. Frankfurt gewann in ebenso spektakulärer Manier wie Bamberg, Ulm fertigte beim ersten Saisonsieg Göttingen ab und Bonn und Hagen lieferten sich ein hochspannendes Duell bis in die Schlusssekunden.

Von Joshua Wiedmann
 25.10.2010 |

Nach vier Niederlagen in den ersten vier Spielen nahmen nicht wenige das Wort „Krise“ in den Mund. Druck schienen die Basketballer von ratiopharm Ulm beim fünften Saisonspiel allerdings nicht zu verspüren. Wie die Spatzen in der heimischen Kuhberghalle Göttingen demontierten, erinnerte mehr an Aufbruchsstimmung. Ein wahres Offensiv-Feuerwerk brannten die Donaustädter gegen den EuroChallenge-Gewinner beim 95:73-Erfolg ab und legten eine selten gesehene Leichtigkeit an den Tag. Beflügelt durch das Comeback von Rocky Trice hatten die „Veilchen“ dem Sturmlauf der Ulmer ab dem zweiten Viertel (35:14) nichts mehr entgegenzusetzen. „Ulm hat heute wesentlich intensiver und konzentrierter gespielt“, musste BG-Coach John Patrick dem ratiopharm-Team nach Spielende Tribut zollen. Eingeleitet wurde der Durchbruch der Ulmer von Coleman Collins, der seine persönliche Coming-Out-Party feierte: 24 Zähler, darunter 18 im zweiten Spielabschnitt, gelangen dem bis dato in der Saison recht unauffälligen US-Forward. „Coleman war natürlich fantastisch“, meinte Coach Mike Taylor, der aber genauso Per Günther - „er war ein Schlüssel zum Erfolg“ - und Rückkehrer Trice - „er hat auf dem Flügel defensiv einen Unterschied gemacht“- lobend erwähnte.

Da auch der schwäbische Rivale der Ulmer, die Walter Tigers Tübingen, ein hochklassiges Spiel zeigte, sind beide Seiten bestens gerüstet für das „Ländle“-Derby am kommenden Wochenende. Die Tübinger gewannen bei den Baskets Oldenburg fast sensationell mit 68:87. Fünf Tigers im zweistelligen Punktebereich, ein stark aufgelegter Branislav Ratkovica (14 P, 9 A) und eine schwache Oldenburger Wurfausbeute (39% FG) waren die Schlüssel zum Erfolg der Tübinger. Tigers-Coach Igor Perovic konnte daher gar nicht anders, als seiner Truppe ein „Riesenkompliment“ für ein „exzellentes, fast perfektes Spiel“ zu machen.

Hochspannung gab es am Samstag in Bamberg und Frankfurt. Die Brose Baskets kämpften sich nach einer durchwachsenen ersten Hälfte (27:36) noch an die Artland Dragons heran und hatten beim Stand von 60:60 den Mann des Abends in ihren Reihen: 6.800 Augenpaare in der Jako Arena verfolgten den Wurf von Combo-Guard Brian Roberts. Sein Schuss senkte sich zwei Sekunden vor Schluss in den Korb der Dragons. Bei einem offensivgeführten Spiel zwischen Frankfurt und Braunschweig hatten die Hausherren am Schluss etwas mehr Glück und zwei Sieggaranten auf ihrer Seite: Beim Stand von 88:91 griff sich Skyliners-Guard Quantez Robertson einen Offensiv-Rebound und legte für Pascal Roller auf, der per Dreier zum 91:91 ausglich. Auf der Gegenseite vergab Braunschweig, während Frankfurts DaShaun Wood quasi mit der Schlusssirene den Ball über Phantoms-Forward Marcus Goree in den Korb legte.

Eng ging es auch zwischen Bremerhaven und Trier zu. Ohne den verletzten Spielmacher Donald Copeland mussten die Eisbären buchstäblich bis zur Schlusssekunde kämpfen, um gegen die Moselstädter den Sieg unter Dach und Fach zu bekommen. Erst ein erfolgreicher Freiwurf von Craig Callahan (15 P, 6 R) brachte Bremerhaven zwei Sekunden vor Schluss die Führung zum 73:72. Auf Trierer Seite genügte auch ein starker Auftritt von Philip Zwiener (23 P, 6 R) nicht.

Eng wurde auch die Partie zwischen Bonn und den Gästen aus Hagen - dabei hatte es lange Zeit nicht danach ausgehen. Dank eines überragenden zweiten Viertels (12:34) konnten sich die Feuervögel zwischenzeitlich auf bis zu 25 Punkte absetzen. Im dritten Spielabschnitt gelang den Hausherren aber ihrerseits eine Serie, wodurch die Begegnung wieder völlig offen war (86:89). Nach einem spektakulären Schlagabtausch in der Schlussphase war es - ähnlich wie im Bremerhaven-Spiel - ein Freiwurf, der die Entscheidung brachte: Bonns Center Jakob Jaacks traf von der Linie zum 103:102 und machte damit der attraktiven Achterbahnfahrt ein Ende.

Weniger Nerven kostete das Spiel von Alba Berlin in Bayreuth (66:75): Bayreuth konnte die Begegnung mit dem Ligakrösus zwar lange ausgeglichen gestalten (16:15; 34:31), musste in der zweiten Halbzeit dann aber der individuellen Klasse der „Albatrosse“ den Vortritt lassen. Bester Akteur auf Seiten der immer noch unbesiegten Berliner war Aufbauspieler Marko Marinovic (17 P).

Den ersten Heimsieg der noch jungen Runde konnte die EnBW Ludwigsburg feiern. Gegen den Mitteldeutschen BC konnten sich die Schwaben in der Schlussphase absetzen und fuhren so letztlich einen ungefährdeten 73:65-Erfolg ein. Überragend agierte auf Ludwigsburger Seite Center John Bowler mit 21 Punkten, während für den MBC der kanadische Forward Jerome Tillmann mit einem Double-Double glänzte (14 P, 10 R).

Bereits unter der Woche hatte es zwei klare Angelegenheiten gegeben. In einem Nachholspiel des zweiten Spieltags setzten die Artland Dragons ein Zeichen und rupften den starken Aufsteiger Bayreuth in dessen Halle mit 66:92. Dank einer überragenden zweiten Halbzeit (33:50) gelang den Dragons ein hochverdienter Erfolg. Ob der Leistung seines Teams war Dragons-Coach Stefan Koch schließlich auch ganz perplex: „Es kommt nicht jeden Tag vor, dass wir so ein Spiel liefern“, meinte der Übungsleiter, dessen Mannschaft in Darren Fenn (23 P) ihren besten Akteur hatte.

Vorgezogen worden war dagegen die Begegnung vom siebten Spieltag zwischen Göttingen und Düsseldorf. Göttingen dominierte von Beginn an, ohne zu glänzen, und konnte letztlich einen 80:61-Erfolg einfahren. Düsseldorf ging damit bereits zum fünften Mal als Verlierer vom Platz und bleibt weiter sieglos. „Ich hoffe, dass es unserem Team über die Saison hinweg gelingt, eine ähnlich gute Mentalität zu erlangen, wie Göttingen sie heute schon zeigt“, äußerte Giants-Coach Murat Didin im Anschluss. Erneut gelang es dessen Team nicht, konstant gut aus dem Feld zu werfen (30,6% FG) und die Ballkontrolle zu wahren (20 Turnovers).

Notizen: Wechsel im Lazarett, Roller geehrt, Trice zurückgekehrt

Die Frankfurt Skyliners scheinen gerade vom Verletzungsteufel verfolgt zu werden. Nach wochenlanger Abstinenz feierten beim Heimspiel gegen Braunschweig Center Joe Dabbert und Vorzeigeathlet Quantez Robertson ihr Comeback im Skyliners-Trikot. Anstelle der beiden Rekonvaleszenten begaben sich dann gleich zwei neue Sorgenkinder ins Lazarett: Verteidigungsspezialist Jimmy McKinney wird mit einem Innenbandriss bis zu sechs Wochen fehlen, Forward Jermaine Bucknor muss mit einer Dehnung des gleichen Bandes voraussichtlich „nur“ anderthalb Wochen pausieren. Obendrein musste im Laufe der Partie gegen Braunschweig dann auch noch Big Man Bradley Buckman mit einer Blessur vom Feld.

Grund zur Freude gab es dagegen für Pascal Roller. Im Rahmen der Partie gegen die Phantoms wurde der Point Guard mit der Auszeichnung zum Most Likeable Player (MIP), dem beliebtesten Spieler der BBL, geehrt. Der MIP wird alljährlich von den Fans der Beko BBL gewählt.

Zurück in der Beko BBL ist Roderick „Rocky“ Trice. Der athletische Swingman hatte sich mit Ulm im Sommer nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen können, bekam aber auch nicht die erhofften Angebote anderer Klubs. Nun hat sich der 26-Jährige mit Ulm auf einen Vertrag über zwei Monate bis Ende November verständigt. Sollte der Klub es zudem schaffen, weitere finanzielle Mittel aufzubringen, verlängert sich der Kontrakt bis Ende der Spielzeit 2011/12.

ProA: Osnabrück trotzt den Bayern

Für den FC Bayern München läuft auch nach den herben Verlusten der letzten Wochen (Hamann, Green, Kolodziejski) sportlich weiterhin alles nach Plan. In der fünften ProA-Partie konnten die Bayern gegen Chemnitz (63:60) den fünften Erfolg einfahren, mussten dafür aber bis zur Schlusssirene kämpfen. Einsam an der Liga-Spitze stehen die Münchener allerdings nicht: Die GiroLive-Ballers aus Osnabrück blieben am Wochenende ebenfalls weiterhin ungeschlagen und bezwangen die Dragons Rhöndorf mit 97:64. Die erste Pleite mussten die Würzburger einstecken. Sie verloren nach Verlängerung in Karlsruhe mit 73:72.

In der ProB stehen derzeit ebenso zwei Mannschaften einsam an der Spitze. In der Südstaffel hat Lich bis dato alle Partien für sich entscheiden können und war auch gegen Langen nicht um einen Sieg verlegen (83:77). Der frühere Bundesliga-Profi Peer Wente (Göttingen) war mit 29 Zählern der überragende Mann auf dem Parkett. Im Norden führt derweil an Schwelm kein Weg vorbei: Die Nordrhein-Westfalen schlugen Lok Bernau mit 101:88.

Spieler der Woche

Mark Dorris‘ Karriere mag in der ProA ihren Anfang genommen haben, doch mittlerweile ist der US-Guard längst ein Leistungsträger auf Bundesliga-Niveau. Der athletische Combo-Guard zeigte im Spiel seiner Hagener gegen Bonn seine Allround-Fähigkeiten und überzeugte mit 24 Punkten, sechs Assists und fünf Rebounds.




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Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von Dickson 25.10.10 um 11:50:10


ich frag mich wie braunschweig dieses spiel noch verlieren konnte...
In dem spiel waren sie einfach nicht abgezockt genug...

Gab es früher nicht mal unter der zusammenfassung die top5 der woche und die besten deutschen der woche?

fand ich gut...



von Shortyy 25.10.10 um 15:29:36


Immer diese ehemaligen Cuxhaven BasCats!!

Erst Rocky Trice und jetzt Mark Dorris ...



von hornbrillo 26.10.10 um 15:55:58


zum bamberg spiel :
es stand 58:58(!) als roberts MIT DER SIRENE(!!) traf... nix 2 sekunden vorher... so wars in frankfurt (da warns 3 oder so)



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