BBL-Wochenrückblick

Kleingeld und Kamelle

Die Giants Düsseldorf können aufatmen, die Kölner verschachern ihre Tribüne bei Ebay, Romeo Travis gesellt sich zu den Fans und der Deutsche Meister ballert aus allen Rohren. Außerdem kehrt eine alte Bekannte wieder zurück in die Beko BBL.

Von Thomas Käckenmeister
 15.02.2010 |

  Ergebnisse  
11.02. Göttingen - Oldenburg 79:69
12.02. Trier - Ludwigsburg 88:92
13.02. Oldenburg - Bremerhaven 93:77
13.02. Ulm - Berlin 77:86
13.02. Paderborn - Braunschweig 58:80
13.02. Gießen - Göttingen 56:84
13.02. Tübingen - Düsseldorf 82:79
13.02. Bonn - Frankfurt 80:77
14.02. Weißenfels - Hagen 86:66
14.02. Bamberg - Quakenbrück 82:80

Am vergangenen Wochenende war in den Karnevalshochburgen der Republik Festimmung angesagt. Während bei den Telekom Baskets die Parole "Kumm loss mir fiere" (komm lass uns feiern) angesagt war, nachdem sie die Deutsche Bank Skyliners - ohne Topscorer Aubrey Reese, der nach seiner Knie-OP ca. einen Monat fehlen wird - mit 80:77 besiegten, vermiesten die Walters Tigers Tübingen den Giants Düsseldorf gehörig die Partystimmung.

Mit 82:79 verloren die Rheinländer bei den Schwaben in einem Spiel, das insgesamt 52 Foulpfiffe sowie zwei Spielerdisqualifikationen sah. Dabei wurde vor allem Alphatiger Romeo Travis ein Foul zum Verhängnis, das man in die Kategorie „harmlos-alltäglich“ einordnen kann, jedoch als sein zweites unsportliches Vergehen im Spiel geahndet wurde. Als er dieses Urteil der Unparteiischen vernahm, setzte er sich ohne Murren zu den Zuschauern auf die Tribüne, musste sodann aber in die Kabine, weil es die Ligastatuten so vorsehen. Auch Düsseldorfs Brant Bailey verlor eine Sekunde vor dem Ende die Nerven und räumte Dane Watts beim Dunking-Versuch unnötig hart ab. Bailey wurde umgehend disqualifiziert. „Das war nicht unbedingt schön!“, gestand Düsseldorfs Coach Achim Kuczmann.

Trotz der Pleite im Schwabenland erfuhren die Düsseldorfer Basketballer in der vergangenen Woche einen Geldsegen. Die Giants können damit ihre gröbsten Finanzsorgen (Crossover berichtete) erstmal ad acta legen. Die Rheinische Post berichtete, dass ein Beitrag in Höhe von 480.000 Euro für Sondersponsoring für die Giants-Rettung von der Stadt aufgebracht werden soll. Zudem sollen dem Profiverein in der laufenden Saison die Mietnebenkosten in der Spiel- und Trainingshalle der Giants erlassen werden. Dieses Szenario erinnert ein wenig an die Situation der Köln 99ers, die im Sommer 2009 Insolvenz anmelden mussten. Bleibt zu hoffen, dass den Düsseldorfern ein ähnliches Schicksal erspart bleibt, denn in diesen Tagen wird beim Online-Händler Ebay die ehemalige Tribüne des Energy Domes für schlappe 150.000 Euro angeboten, da die Halle demnächst abgerissen werden soll.

Keine Kamelle, sondern Knaller von der Dreierlinie gab es bei den fünf BBL-Partien zu sehen, die mit mindestens neun Punkten Unterschied entschieden wurden; die Gewinnermannschaft versenkte jeweils mindestens neun Dreipunktewürfe! So traf Alba Berlin beim 77:86-Auswärtssieg neunmal von außen, Braunschweig netzte zwölf Würfe von Downtown beim 58:80 in Paderborn ein, Göttingen verwandelte elf Treffer von jenseits der Dreierlinie beim 56:84-Erfolg in Gießen, Weißenfels traf neunmal daheim gegen Mitaufsteiger Hagen (86:66) und Oldenburg brachte die Eisbären Bremerhaven beim 93:77 mit insgesamt 16 Distanzbomben zur Verzweiflung.

Doch neben diesen deutlichen Erfolgen gab es zuletzt auch spannende Begegnungen in der Beko BBL. Am Freitag hat der TBB Trier einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg verpasst. Das Team von der Mosel musste sich in eigener Halle EnBW Ludwigsburg mit 88:92 geschlagen geben. 23 Punkte und acht Rebounds des Deutschen Maksym Shtein reichten nicht aus, um die 14. Pleite der laufenden Saison für den Tabellen-14. zu verhindern. Bei den Barockstädtern feierte Neuverpflichtung T.J. Thompson sogleich ein starkes Debüt mit 16 Punkten und vier Vorlagen.

Ein weiteres packendes Duell lieferten sich die Finalisten der Saison 2006/07: Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und dem daraus resultierenden 82:80-Sieg gegen die Artland Dragons verbesserten sich die Brose Baskets Bamberg auf den siebten Platz und halten Kurs in Richtung Playoffs. Die Dragons rutschten einen Rang ab und belegen nun Platz elf. Die Franken gewannen am Ende vor allem dank ihrer Sicherheit von der Freiwurflinie. Zufrieden war Coach Fleming aber nicht: „Wir müssen als Team lernen, vierzig Minuten konsequent zu spielen und ein Spiel zu Ende zu bringen. Wir kamen mit der nötigen Konsequenz und Energie ins Spiel haben dann aber nach dem Motto: ‚Mach du deine Punkte, ich mach meine Punkte’ gespielt. Das reicht nicht. Wenn es uns offensiv gut geht, müssen wir defensiv noch konsequenter sein. Am Ende haben wir das Spiel gut gemanagt und ein schwieriges Ding nach Hause gebracht.“ Hervorzuheben ist bei den Bambergern vor allem die Leistung von Youngster Tibor Pleiß, der mit acht Punkten, neun Rebounds und sieben Blocks in 30 Minuten Spielzeit beeindruckte.

Top der Woche: Kürzlich kritisierte Bremerhavens Philipp Schwethelm in seinem Tagebuch bei CROSSOVER die Tabellensituation: "Man kann nicht mehr nur einen flüchtigen Blick auf die Tabelle werfen, um zu wissen, wo man steht, sondern sie muss regelrecht studiert werden." Letzte Woche ruderte die Beko BBL zurück. Ab der Saison 2010/11 kehrt die alte Tabelle zurück.

Flop der Woche: Alba Berlin und die deutschen Nationalspieler. Beim Gastspiel in Ulm stand Neueinkauf Lucca Staiger erstmals im Kader, sah jedoch keine Sekunde auf dem Feld. Steffen Hamann und Philipp Zwiener kamen zusammen auf 18:30 Minuten sowie drei Pünktchen und einen Assist. Zum Vergleich: Bei Ulm standen Per Günther und Robin Benzing je etwa 21 bzw. 27 Minuten auf dem Parkett, in denen sie 16 Punkte und sechs Vorlagen produzierten.

Die besten Deutschen der Woche
G:
Pascal Roller (Frankfurt gg. Bonn: 12 P, 4 A)
G: Dominik Bahiense de Mello (Frankfurt gg. Bonn: 13 P, 2 R)
F: Johannes Lischka (Gießen gg. Göttingen: 16 P, 10 R)
F: Tibor Pleiß (Bamberg gg. Quakenbrück: 8 P, 9 R, 7 B)
C: Maksym Shtein (Trier gg. Ludwigsburg: 23 P, 8 R, 3 A)

Die erste Fünf der Woche
G: Brendan Winters (Düsseldorf gg. Tübingen: 22 P, 6 R, 6 A)
G: Taylor Rochestie (Göttingen gg. Gießen: 28 P, 5/8 3FG, 2 S)
F: Chris Copeland (Trier gg. Ludwigsburg: 22 P, 7 R, 4 A)
F: Chris Burns (Ulm gg. Berlin: 23 P, 5 R, 2 S)
C: Darren Fenn (Quakenbrück gg. Bamberg: 23 , 10 R, 2 A)




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
5.00
(2 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von Dickson 16.02.10 um 10:03:54


wow, also wie oldenburg die bremerhaver (oder -havener???) mit jedem 3er weiter demoralisiert haben war net schlecht...
you live by the 3 or you die by the 3...

ist schön, dass das dsf jetzt endlich nen festen sendeplatz für die bundesliga hat.
samstag 19.45 ist cool, wenn man net gerade selbst ein spiel hat.
(was in meinem fall, wenn ich samstags ein spiel hab immer so ist)
ich bin für eine wiederholung am sonntag evtl mit highlights aus den anderen spielen (inside beko bbl?) oder sonntag nachmittag 16 oder 18 uhr noch ein spiel zu zeigen...



von AndreasKnopp 16.02.10 um 12:36:53


meinem vorschreiber kann ich mich nur wehmement anschliessen...Basketball sounds GREAT in good old Germany!!!
Sicherlich kann sich das beißen mit den eigenen Spielen im Verein, aber das betrifft nicht nur uns beide daher mehr Basketball grundsätzlicher Art ist von Nöten !



von Dickson 17.02.10 um 08:59:20


und den pokal könnte das dsf auch übertragen...



von Cabalios 18.02.10 um 23:44:03


gerade auch in der Pro B/A sind zudem auch viele spiele am Samstag, 20 Uhr, zumindest bei uns in Vechta ist das so *gg*



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?