BBL-Wochenrückblick

Gießen siegt in letzter Sekunde

Das Osterwochenende brachte für die Mannschaften der Beko BBL keine Ruhe. Während sich der Kampf um die Playoffs immer mehr zu einem Zweikampf entwickelt, wartet Hagen vergeblich auf Geschenke. Auch die Teams im gesicherten Mittelfeld verteilen fleißig Ostergeschenke an Mannschaften, die diese bitter nötig haben und dankend annehmen.

Von Johannes Beyer
 05.04.2010 |

Ergebnisse
03.04. Düsseldorf - Berlin 73:79
03.04. Göttingen - Hagen 76:69
03.04. Ludwigsburg - Bamberg 72:73
03.04. Bremerhaven - Frankfurt 76:74
03.04. Quakenbrück - Oldenburg 66:52
03.04. Gießen - Tübingen 70:68
05.04. Trier - Ulm 89:74
05.04. Braunschweig - Weißenfels 74:66
05.04. Hagen - Oldenburg 64:73
Die LTI Giessen 46ers haben einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Vor heimischer Kulisse setzte sich die Mannschaft von Head Coach Vladimir Bogojevic mit 70:68 gegen die Walter Tigers Tübingen durch. Zur Halbzeit führten die Schwaben noch 46:35 und sahen auch bis zur 24. Minute wie der sichere Sieger aus. Doch der bis dahin erspielte Vorsprung von 16 Punkten sollte nicht genug sein. Denn „dann haben wir unverständlicherweise den Faden verloren und nicht mehr mit der notwendigen Intensität agiert“, resümierte Tigers-Head Coach Igor Perovic nach der Partie. Angeführt von einem starken Maurice Jeffers (22 Punkte) setzten die Hausherren zur Aufholjagd an. Durch einem 15:0-Lauf kamen die Gießener bis auf drei Punkte an die Schwaben heran. Das letzte Viertel sollte bis in die Schlusssekunden ausgeglichen blieben. Dann scheiterte ausgerechnet der starke Branislav Ratkovica 16 Sekunden vor Ende gleich zwei Mal an der Freiwurflinie. Gießen hatte nun den Sieg in eigener Hand und Lorenzo Williams vollendete in der Schlusssekunde per Korbleger zum vielumjubelten Sieg. „Wir freuen uns riesig und hoffen, dass wir in den nächsten paar Wochen eine etwas ruhigere Zeit haben werden“, freute sich Bogojevic über den wichtigen Punktgewinn.

Weiter um die Playoffs kämpfen die Artland Dragons Quakenbrück. Gegen die EWE Baskets Oldenburg konnten sich die Hausherren mit 66:52 überraschend deutlich durchsetzen. In einer zunächst ausgeglichenen Partie, bis zur Halbzeit erzielte jede Mannschaft 30 Punkte, waren die Drachen am Ende bissiger. Im dritten Viertel hatten dennoch zunächst die Gäste die Nase vorne. Nach jeweils einem Dreier von Jason Gardner und Rickey Paulding zog die Mannschafft von Baskets-Coach Predrag Krunic auf 33:40 davon. Doch danach lief nicht mehr viel bei den Baskets. Ein 14:1-Lauf binnen fünf Minuten brachte die Dragons bis zum Ende des letzten Viertels mit 47:41 auf die Gewinnerstraße. Im letzten Abschnitt gelang den Baskets nicht mehr viel. Immer wieder stibitzen die Spieler von Thorsten Leibenath den Ball und zeigten ihren Willen, das Spiel mit allen Mitteln gewinnen zu wollen. Am Ende stand für die Dragons ein verdienter und wichtiger Sieg im Kampf um die Playoffs zu Buche.

Endgültig können die Eisbären Bremerhaven für die Finalrunde planen. In einer dramatischen Partie setzten sich die Eisbären mit 76:74 gegen Tabellennachbar Deutsche Bank Skyliners Frankfurt durch. In der intensiven Begegnung steckte keine der beiden Mannschaften auf und kämpfte bis zum Schluss. Bis zur Halbzeit konnten sich die Gastgeber ein kleines Polster von sieben Punkten erarbeiten. Dieses sollte aber mit Beginn des dritten Viertels schnell dahin schmelzen. Doch angeführt von Youngster Philipp Schwethelm (14 P) fingen sich die Nordstädter wieder und lagen bis zur Drittelpause 61:44 in Front; die Partie schien entschieden. Doch das Gegenteil war der Fall. Mit einem 7:2-Lauf starteten die Skyliners in den Schlussabschnitt und bewiesen große Moral. Immer wieder kämpften sich die Hessen zurück ins Geschehen, waren am Ende aber die glücklosere Mannschaft. Während die Eisbären mit einem Vorsprung von vier Siegen auf den Neunten aus Quakenbrück wohl kaum noch aus den Playoffs zu verdrängen sind, wird für die Skyliners die Luft nochmals dünn.

Einen weiteren Rückschlag im Kampf um die begehrten Playoff-Ränge musste die EnBW Ludwigsburg hinnehmen. Vor heimischer Kulisse verloren die Schwaben denkbar knapp mit 72:73 gegen die Brose Baskets Bamberg. Die Mannschaft von Tolga Öngören startete verunsichert in die Partie und lag bereits nach dem ersten Viertel mit neun Punkten in Rückstand. Diesen sollten die Barockstädter auch bis zur Halbzeit (30:40) nicht aufholen können. Vor allem gegen Predrag Suput und Brian Roberts, die mit jeweils 14 Punkten überzeugen konnten, fanden die Hausherren keine Mittel. Als auch das dritte Viertel an die Baskets ging, glaubte wohl keiner der 3.100 Zuschauer mehr an einen Sieg ihrer Mannschaft. Doch ein furioses Schlussviertel brachte beinahe die Wende. Während Richard Chaney einen schlechten Tag erwischte, zeigten Michael Haynes (15 P) und TJ Thompson (23 P) ihre Klasse und führten die Ludwigsburger im letzten Spielabschnitt an. Doch am Ende reichte es nicht, nur ein Viertel zu gewinnen und so verlor die EnBW letztendlich knapp aber verdient das Spiel. Bamberg sicherte sich wohl durch den Auswärtserfolg die Teilnahme an den Playoffs. Für Ludwigsburg geht hingegen das Zittern weiter. Am Dienstag treten die Barockstädter in einem Nachholspiel gegen die BG Göttingen an und sind bei einer Niederlage wohl raus aus dem Rennen um die letzten Playoff-Plätze.

Mitten drin statt nur dabei sind hingegen die New Yorker Phantoms Braunschweig. Gegen den MBC Weißenfels konnten die Phantoms wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs einfahren. Mit 74:66 entschieden die Niedersachsen die Partie für sich und zeichnen sich nach dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten immer deutlicher als heißester Kandidat für den letzten Playoff-Platz ab. Bereits zur Halbzeit konnten sich die Gastgeber einen kleinen Vorteil erarbeiten (35:30) und verwalteten diesen souverän über die Zeit. Lediglich das letzte Viertel gaben die Phantoms noch an die Gäste ab. Vor allem das uneigennützige Spiel, Braunschweig verteilte 19 Assists, und die bessere Wurfquote waren am Ende für den Erfolg ausschlaggebend. Auch eine starke Leistung der Wölfe von der Freiwurflinie, alle 17 Versuche fanden ihr Ziel, reichte nicht, um die zwei Punkte zu entführen. Brandon Thomas und Heiko Schaffartzik waren mit jeweils 13 Punkten die erfolgreichsten Schützen der Phantoms. Für Weißenfels erzielte Radenko Pilcevic 15 Zähler.

Ebenfalls in den Playoffs wird die BG Göttingen vertreten sein. Gegen den Vorletzten aus Hagen setzten sich die Veilchen mit 76:69 durch. In einer umkämpften Partie zeigte Phoenix Hagen den Willen, weiterhin in der Liga spielen zu wollen, blieb aber am Ende ohne Glück. 20 Ballverluste waren für die Feuervögel zu viel und so konnten diese die schlechte Wurfausbeute der BG nicht ausnutzen - nur knapp 35 Prozent der Korbversuche fanden auf Seiten der Göttinger das Ziel. Am Ende konnten sich die Veilchen bei den starken Taylor Rochestie (20 P) und Chris Oliver (18 P) bedanken. 20 Punkte von Chase Griffin reichten für wacker kämpfende Hagener nicht, um die zwei Punkte zu entführen. Während man in Göttingen neben dem 100. Erstligaspiel auch die Playoff-Teilnahme feiern darf, musste Hagen bereits zwei Tage später eine erneute Niederlage hinnehmen. Am Ostermontag verlor die Mannschaft von Ingo Freyer mit 73:64 gegen die EWE Baskets Oldenburg. Die Baskets zeigten sich dabei von der Niederlage gegen die Artland Dragons bestens erholt und überzeugten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Während bei Hagen nur John Turek mit 28 Punkten und zehn Rebounds überzeugte, konnten sich die Baskets auf Paulding (21 P) verlassen. Für Hagen wird es nach zwei Niederlagen binnen drei Tagen immer enger im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Niederlagen von Hagen konnten die Giants Düsseldorf nicht für sich nützen. Gegen Alba Berlin schrammten die Rheinländer nur knapp an einer Sensation vorbei und mussten sich am Ende mit 73:79 geschlagen geben. Lange sah es nach der großen Sensation aus. Nach zwei ausgeglichenen Vierteln ging es mit 42:42 in die Kabinen. Aus diesen schienen aber nur die Giants wieder den Weg aufs Parkett gefunden zu haben. Ein furioses drittes Viertel brachte die Hausherren zwischenzeitlich sogar mit elf Punkten in Front und die 3.100 Zuschauer zum Kochen. Doch Berlin steckte nicht auf und kämpfte sich durch einen 7:0-Lauf zurück in die Partie. Auch im letzten Abschnitt zeigte der Favorit, dass die Giants nun nur noch von der Sensation träumen dürfen. Nach dem Ausgleich durch Lucca Staiger bauten die Hauptstädter ihren Vorsprung konsequent aus. Am Ende versuchten die Giants zwar die Uhr anzuhalten, doch die Berliner Schützen leisteten sich keinen Fehler von der Freiwurflinie. Auch wenn sich die Giants vor der Partie wohl nur wenig Hoffnung auf einen Sieg gemacht haben, bedeutet die Niederlage dennoch einen harten Punktverlust im Abstiegskampf.

Pure Erleichterung in Trier. Nach elf Spielen ohne Erfolg konnte die TBB endlich wieder zwei Punkte einfahren. Gegen ratiopharm Ulm gewann die Mannschaft von Aaron McCarthy mit 89:74 und verzeichnete zugleich zwei wichtige Zähler im Abstiegskampf. Vor heimischer Kulisse kämpften die Trierer um jeden Punkt und wurden auch belohnt. Dennoch war McCarthy mit der Verteidigung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Nach einer deftigen Halbzeitansprache sollte diese sich verbessern und ein 16:4-Lauf der Hausherren war die Folge. Bereits vor dem letzten Viertel war die Partie entschieden. Ulm fand keine Mittel mehr gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Trierer und vor allem Christopher Copeland. Der Forward erzielte im Schlussabschnitt 17 der 25 Trierer Punkte und beendete die Partie mit satten 30 Zählern. Für Ulm war Roderick Trice mit 19 Punkten erfolgreichster Korbjäger. Für Ulm geht eine Saison voller Höhen und Tiefen weiter. Ohne Chance auf die Playoffs aber auch nicht in Abstiegsnöten scheinen die Spatzen in der Endphase Federn zu lassen. Für Trier war der Sieg pures Gold wert und so können die Rheinland-Pfälzer etwas entspannter in die letzten Spiele gehen.

Top der Woche: Alba Berlin steht im Final Four des Eurocups. Mit 72:59 setzten sich die Berliner vor 14.500 Zuschauern gegen Hapoel Jerusalem durch und machten damit den Einzug ins Eurocup Final Four perfekt. Nach der BG Göttingen sind die Albatrosse die zweite deutsche Mannschaft in der Finalrunde eines europäischen Wettbewerbs.

Flop der Woche: Der Spielplan der Beko BBL zeigt kein Erbarmen. Oldenburg und Hagen mussten sowohl am Ostersamstag als auch am Ostermontag Spiele austragen. Während Oldenburg einen Sieg feiern konnte, musste sich Hagen gleich zwei Mal geschlagen geben.

Die besten Deutschen der Woche
G: Heiko Schaffartzik (Braunschweig gg. MBC: 13 P, 5 R)
G: Alexander Seggelke (Quakenbrück gg. Oldenburg: 11 P, 6 R)
F: Philipp Schwethelm (Bremerhaven gg. Frankfurt: 14 P, 5 R)
F:
Robin Benzing (Ulm gg. Trier: 12 P)
C: Tibor Pleiß (Bamberg gg. Ludwigsburg: 6 P, 10 R)

Die erste Fünf der Woche
G: Taylor Rochestie (Göttingen gg. Hagen: 20 P, 6 R, 5 A)
G: T.J. Thompson (Ludwigsbur gg. Bamberg: 23 P)
F: Maurice Jeffers (Gießen gg. Tübingen: 22 P, 8 R)
F: Christopher Copeland (Trier gg. Ulm: 30 P, 11 R)
C: John Turek (Hagen gg. Oldenburg: 28 P, 10 R)




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Kommentare

(2 Kommentare bisher)

von rajonrondo9 11.04.10 um 14:41:07


statt T.J. Thompson würd ich eher DeAndre Haynes nehmen

Haynes: (24P, 3A, 2S, 2R 0 TO) und 7/12 (58.3%) 5-8 3er (62.5%) 26 EFF.

Thompson: (23P, 0 REB, 2 A, 3S) 7/14 (50%) 2-8 3er (25%) 17 EFF.



von rajonrondo9 11.04.10 um 14:41:40


ich hab noch was vergessen thompson 3 TO



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