BBL-Wochenrückblick
Deutliche Angelegenheiten
Eine Woche vor der All-Star-Day-Pause in der Bundesliga gaben einige Mannschaften nochmal ordentlich Vollgas: Sechs der neun Ligaspiele wurden mit 14 oder mehr Punkten Differenz entschieden. Vor allem die international spielenden Teams aus Berlin, Quakenbrück und Göttingen verteilten dabei unorthodoxe Geschenke.
Von Thomas Käckenmeister |
18.01.2010 | |
| Ergebnisse | ||
| 13.01. | Düsseldorf - Bremerhaven | 70:76 |
| 16.01. | Düsseldorf - Trier | 62:78 |
| 16.01. | Weißenfels - Bonn | 62:68 |
| 16.01. | Göttingen - Braunschweig | 86:60 |
| 16.01. | Hagen - Tübingen | 70:88 |
| 16.01. | Frankfurt - Oldenburg | 69:75 |
| 16.01. | Quakenbrück - Ludwigsburg | 77:56 |
| 17.01. | Bremerhaven - Paderborn | 91:65 |
| 17.01. | Berlin - Gießen | 80:55 |
Dabei hatten die Eisbären nach der Entlassung von Rodney Buford und der Sprunggelenksverletzung von Center Kevin Lyde kurz nach Tip-off ein Loch im Frontcourt, das jedoch Bryan Lucas (18 P, 5 R) und Jeff Gibbs (13 P, 12 R) einwandfrei zu stopfen wussten.
Nach der Partie personifizierte Baskets-Coach Olaf Stolz, der die zehnte Auswärtsschlappe dieser Saison hinnehmen musste, allerdings den Unterschied zwischen beiden Teams in Form von „den beiden Eisbären-Guards Lou Campbell und Brandon Brooks, die viel Verantwortung übernommen haben“. Sie sorgten mit insgesamt 28 Punkten, zehn Rebounds und 16 Assists dafür, dass die Bremerhavener vor allem die zweite Hälfte mit 54:26 gewannen. Crossover-Tagebuchschreiber Philipp Schwethelm erzielte beim achten Sieg aus den letzten zehn Spielen eine neue Saisonbestmarke mit 14 Zählern.
Auch die Tiger aus Tübingen sind momentan hungrig nach Siegen. Beim Gastspiel in Hagen feierten Romeo Travis (20 P, 9 R), Branislav Ratkovica (17 P, 7 A), Sasa Nadjfeji (15 P, 7 R) und Co. den fünften Erfolg in Serie – Teamrekord. Hagen verlor 21-mal den Ball und lag bereits zur Pause mit 17 Zählern in Rückstand (25:42). Da halfen auch 19 Zähler von Chase Griffin sowie ein Double-Double von Neueinkauf John Turek (14 P, 10 R) nichts.
Bereits zum achten Mal in dieser Saison konnte die BG Göttingen vor eigenem Publikum einen Sieg feiern. Die daheim noch ungeschlagenen Veilchen brachten den New Yorker Phantoms Braunschweig im Niedersachsen-Derby die fünfte Niederlage in Folge bei. Der souveräne 86:60-Start-Ziel-Sieg konnte auch ohne MVP-Anwärter Chris Oliver (Saisonschnitt: 17,0 PpG, 6,6 RpG, 1,3 SpG) und Center Chris McNaughton eingefahren werden, nachdem der 17:0-Start der Göttinger (und zehn Ballverluste der Gäste im ersten Viertel) die 3.474 Fans in der ausverkauften Lokhalle in Feierlaune stimmte.
„Ich denke man hat gesehen, dass wir sehr motiviert in das Spiel gegangen sind. Die Niederlage in Braunschweig vor gut drei Wochen hat uns sehr weh getan. In der Defense war das heute zu 100 Prozent eine Mannschaftsleistung“, resümierte Coach John Patrick. „Chester Frazier ist wieder fit und hat alles gegeben. Meeks hat gezeigt, was er kann [16 P]. Es freut mich, dass wir das Spiel auch ohne Chris McNaughton und Chris Oliver gewonnen haben.“ Dwyane Anderson sammelte 20 Punkte. Bei den Gästen kam Kevin Hamilton auf 15 Zähler.
Ebenfalls deutliche Siege fuhren die Mannschaften aus Trier, Quakenbrück und Berlin ein. Nach sechs Pleiten in Folge konnten die Moselstädter bei den Düsseldorfern mit 62:78 gewinnen. Der nach einer Bänderverletzung wieder zum Einsatz gekommene Power Forward Chris Copeland (20 P) trumpfte dabei ebenso auf wie der Deutsche Maksym Shtein (13 P, 9 R). Das lobte auch Coach Yves Defraigne im Anschlus: „„Fast ein Double-Double in 16 Minuten Spielzeit. Das war sehr stark.“
Ebenfalls eine beeindruckende Vorstellung lieferte Derrick Byars (21 P, 5 R) mit Alba Berlin ab. Gegen Gießen, das die sechste Schlappe hintereinander einstecken musste, feierte der Ligaprimus einen 80:55-Sieg. Allerdings sah es nach drei Vierteln nach einer engen Angelegenheit aus, als nur sechs Punkte (48:42) beide Teams trennten. Als nach 34 Minuten dann die Dämme der 46ers brachen, war die Partie entschieden. Sodann durften auch die beiden Berliner Youngster Oskar Faßler und Andreas Seiferth ran. Letzterer erzielte gar seinen allerersten Punkt überhaupt als Profi.
Die Artland Dragons fuhren derweil einen klaren 77:56-Heimsieg über das strauchelnde Team aus Ludwigsburg ein. Zwar führten die Gäste zur Pause noch mit vier Punkten (31:35), nach dem Seitenwechsel spuckten die Drachen aber Feuer und gestatteten in den letzten zwanzig Spielminuten nur noch 21 Zähler. Die Süddeutschen haben damit lediglich zwei Siege aus den letzten zehn Spielen für einfahren können. Ob das einzig und allein nur am verletzungsbedingten Ausfall von Michael Haynes (10,1 PpG, 3,1 RpG, 1,2 SpG) liegt?
In zwei weiteren Spielen setzte sich der Deutsche Meister aus Oldenburg mit 75:69 in Frankfurt durch und Bonn wies den MBC Weißenfels in die Schranken (62:68). EWE-Baskets-Guard Je’Kel Foster war beim Auswärtssieg mit 23 Punkten und sechs Rebounds nicht aufzuhalten, auch wenn Aubrey Reese und Derrick Allen gemeinschaftlich 46 Punkte für die Skyliners in die Waagschale warfen. Für Bonn zeigten Jared Jordan (16 P, 8 R, 2 A) und Chris Ensminger (14 P, 8 R) ihre Klasse, während bei den Wölfen kein Akteur zweistellig punktete.
Top der Woche: Deutsche Teams in Europa. Obwohl die Oldenburger in der Euroleague sang- und klanglos ausschieden und Bonn nach einem glücklichen Buzzerbeater von Johannes Strasser doch noch einen Sieg einfahren konnten (aber trotzdem nicht weiterkamen), stehen Berlin und Göttingen bzw. Quakenbrück und Bamberg in der Runde der letzten 16 Teams in EuroCup bzw. EuroChallenge.
Flop der Woche: Trier muss zahlen. Die Moselstädter müssen der Liga 8.500 Euro überweisen, weil sie gegen die Spielordnung vorstießen. Beim Auswärtsspiel in Ulm fehlte ein Spieler (1000 Euro Strafe). Schwerer wiegt der Verstoß beim Gastauftritt in Weißenfels: Da missachteten die Trierer die Deutschen-Quote. Die TBB war nur mit drei statt mindestens vier deutschen Spielern angereist.
Die fünf besten Deutschen der Woche
G: Steffen Hamann (Berlin gg. Gießen: 12 P, 3 A)
G: Robert Kulawick (Göttingen gg. Braunschweig: 9 P (3/7 3FG))
F: Philipp Schwethelm (Bremerhaven gg. Paderborn: 14 P (4/7 3FG), 3 R)
F: Yassin Idbihi (Braunschweig gg. Göttingen: 8 P, 3 R, 1 S)
C: Maksym Shtein (Trier gg. Düsseldorf: 13 P, 9 R)
Die erste Fünf der Woche
G: Louis Campbell (Bremerhaven gg. Paderborn: 14 P, 5 R, 13 A, 3 S)
G: Branislav Ratkovica (Tübingen gg. Hagen: 17 P, 2 R, 7 A , 2 S)
F: Torrell Martin (Bremerhaven gg. Düsseldorf: 19 P, 15 R)
F: Derrick Byars (Berlin gg. Gießen: 21 P (4/7 3FG), 5 R, 2 A)
C: John Turek (Hagen gg. Tübingen: 14 P, 10 R, 1 B)



von Dickson 18.01.10 um 14:07:05
mal wieder ein guter artikel, wie jeder wochenrückblick...
da beim letzten mal mein vorschlag mit den ergebnissen umgesetzt wurde, bin ich dafür am ende des artikels die aktuelle tabelle einzublenden...
und ein artikel über junge deutsche spieler wie z.b per günther, die nicht wie benzig oder harris im fokus stehen wäre toll...
von Cabalios 19.01.10 um 00:35:04
Maksym Shtein ??- Say WHO, kid?!
von Cabalios 19.01.10 um 00:40:57
Aber echt mal wieder ne richtig gute Zusammenfassung :-)