BBL-Wochenrückblick
Berlin und Bamberg dominieren
Quakenbrücks David Holston wurde in Oldenburg vergessen, Tim Ohlbrecht am Blinddarm operiert. Im Wochenrückblick gibt es aber auch Sportliches zu berichten: Berlin feierte den höchsten Saisonsieg, Trier erntete hingegen nur Respekt in München. Bamberg stellte Bremerhaven an die Wand, während Hagen, Tübingen und Frankfurt im Tabellenkeller punkteten.
Von Johannes Beyer |
19.12.2011 | |
Das hatten sich die EWE Baskets Oldenburg anders vorgestellt: Im prestigeträchtigen Niedersachsenderby gegen die Artland Dragons wollte die Mannschaft von Predrag Krunic die deutliche Niederlage bei ratiopharm Ulm eigentlich vergessen machen. Dass daraus nichts wurde, lag vor allem an einer erneut schwachen Defensivvorstellung der Oldenburger. Bei der 81:99-Niederlage zeigten die Gäste aus Quakenbrück spätestens in der zweiten Halbzeit den größeren Willen und siegten am Ende auch in der Höhe verdient.
Dass Oldenburg nicht den zweiten Hunderter in Folge kassierten, konnten sie lediglich Nathan Peavy verdanken, der 0,3 Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene zwei Freiwürfe auf den Ring setzte. Keine Mittel fanden die Huntestädter zudem gegen Anthony King (17 P, 8 R) und Darren Fenn (21 P, 8 R).
„Wir wollten eigentlich keine zweiten Chancen zu lassen, da tun sieben Offensiv-Rebounds von Anthony King natürlich weh“, erklärte der angefressene Krunic bei der Pressekonferenz.
Ganz andere Sorgen nach dem Spiel hatte Quakenbrücks David Holston. Nach dem Duschen suchte der Aufbauspieler verzweifelt den Mannschaftsbus, welcher jedoch bereits die Stadtgrenzen von Oldenburg verlassen hatte. Letztendlich fand der kleinste Spieler der Liga noch Platz in einem Auto eines Assistenztrainers der Dragons.
Bonn wieder auf Kurs
„Ulm ist ein schwieriger Platz, um eine Überraschung zu schaffen“, fand Göttingens Head Coach Michael Meeks eine einfache Erklärung für die 71:82-Niederlage seiner Mannschaft bei ratiopharm ulm. Dennoch schnupperten die Göttinger lange Zeit an eben dieser Überraschung. Bis zum Ende des dritten Spielabschnitts behaupteten die Veilchen eine knappe Führung, dominierten zuvor das erste Viertel (30:18) nach Belieben, um dann in den letzten zehn Minuten völlig einzubrechen.
Ulm, angepeitscht von 6000 Fans in ihrem neuen Zuhause, ließ Göttingen keine Freiräume mehr und agierte offensiv äußerst effektiv. Mit 30:12 entschied der Tabellenzweite das Schlussviertel und letztendlich auch das Spiel für sich. Während die Ulmer weiterhin das heißeste Team der Beko BBL bleiben, steht Göttingen auch über die besinnlichen Tage des Jahres auf dem letzten Tabellenplatz.
Die Telekom Baskets Bonn haben endlich ihre Durststrecke überwunden. Nach fünf verlorenen Spielen in Folge erzitterten sich die Rheinländer bei der EnBW Ludwigsburg einen hauchdünnen 84:83-Erfolg. In einer offensiv geprägten Begegnung konnte sich keine Mannschaft richtig absetzen. Vier Sekunden vor Schluss erzielte Chris Ensminger (6 P, 4 R) nach einem Anspiel des überragenden Jared Jordan (24 P, 5 A) die entscheidenden Zähler für Bonn: „Ludwigsburg war aggressiv auf unseren Schützen, sodass sich nach einem Pick-and-Roll die Option für den Pass auf Chris Ensminger ergab“, beschrieb Bonns Head Coach Mike Koch die letzte Aktion seiner Mannschaft. Für Ludwigsburg stehen nach nur vier Siegen aus zwölf Begegnungen langsam aber sicher schwere Zeiten vor der Tür. Die Bonner konnten nach den schweren letzten Wochen hingegen wieder Anschluss zu den Playoff-Plätzen herstellen.
Daheim ist der FC Bayern München eine Macht. Gegen die TBB Trier feierte der Aufsteiger beim hart umkämpften 76:70-Erfolg bereits den siebten Heimsieg der aktuellen Spielzeit. "Man muss Henrik Rödl und seiner Mannschaft gratulieren. Sie haben uns das Leben schwer gemacht. Man kann von der Leistung dieser jungen Mannschaft nur den Hut ziehen“, fand Bayern-Coach Dirk Bauermann lobende Worte für die unterlegenen Gäste.
Doch obwohl die Trierer erneut eine ansprechende Leistung zeigten, fehlte wie bereits gegen Alba Berlin am Ende das entscheidende Quäntchen Glück und mangelnde Konzentration, um erfolgreich das Parkett zu verlassen.
Letztendlich waren es auch die Freiwürfe (14 von 23), mit denen sich die Gäste selbst den Weg zum Sieg versperrten. Zudem fanden die Moselstädter keine Mittel gegen die Münchner Distanzschützen, die zehn ihrer 20 Versuche von jenseits der Dreipunktline verwandeln konnten. Mit mittlerweile neun Niederlagen steckt Trier weiterhin im Tabellenkeller fest. München wahrt seine Ambitionen auf die Playoffs.
Eindeutige Angelegenheiten
Alba Berlin bleibt in eigener Halle ungeschlagen. Gegen den BBC Bayreuth hatten die Hauptstädter keinerlei Probleme. Im Angesicht der 92:53-Demonstration war Gordon Herber „sehr zufrieden, wie wir mit viel mentalem Fokus ins Spiel gegangen sind“.
Berlin legte bereits im ersten Viertel, welches die Albatrosse mit 29:11 gewannen, den Grundstein zum vierten Heimerfolg der Saison. Bayreuth fand auch im weiteren Spielverlauf nicht in die Partie und Berlin hatte keinerlei Probleme. Folglich durfte sich auch jeder Berliner Spieler auf dem Parkett beweisen. Topscorer der Berliner war Bryce Taylor mit 20 Punkten und sechs Rebounds. Für den BBC erzielte Beckham Wyrick mit 13 Zählern eine persönliche Saisonbestmarke.
Ähnlich eindeutig zeigten die Brose Baskets Bamberg den Eisbären Bremerhaven ihre Grenzen auf. 90:58 lautete am Ende das Ergebnis gegen völlig überforderte Eisbären. Bremerhaven hatte vor allem aus der Distanz das Visier völlig verstellt und traf lediglich zwei Versuche von der Dreierlinie. Einzig Mike Smith (19 P) stemmte sich vehement gegen die Niederlage und erzielte als einziger Eisbär mehr als zehn Punkte. In einer ausgeglichenen Bamberger Mannschaft ließ es Marcus Slaughter (21 P) mächtig krachen, ohne dabei einen Wurf daneben zu setzen.
Die Walter Tigers Tübingen hatten gegen die Giessen 46ers lediglich in den ersten zwanzig Minuten Probleme. Dann legten die Schwaben los wie die Feuerwehr und dominierten schwache Gäste aus Mittelhessen. Garant für den 82:59-Erfolg der Tigers war Reggie Redding, der mit 21 Punkten, acht Rebounds, zwei Assists, zwei Steals und drei Blocks erneut seine Allround-Fähigkeiten unter Beweis stellte.
Durch den Sieg zogen die Tigers mit den 46ers gleich und können sich mit dem zwölften Platz zudem über die beste Platzierung der aktuellen Saison freuen. Gießen-Coach Björn Harmsen war nach der enttäuschenden Vorstellung seiner Mannen sichtbar enttäuscht: „Ich habe alles getan, um die Mannschaft vorzubereiten, aber die Botschaft ist bei meinen Spielern wohl nicht richtig angekommen.“
Wichtige Punkte im Abstiegskampf
Sie leben noch: Phoenix Hagen kann doch noch gewinnen. Gegen die s.Oliver Baskets Würzburg feierten die Westfalen beim 73:70 den vierten Saisonsieg, bleiben aber weiterhin Tabellenvorletzter. In einer intensiven Partie zeigten steckten die Hausherren trotz des kurzfristigen Ausfalls von Brandon Brooks nie auf und bewiesen viel Kämpferherz. „Die Mannschaft hat super auf diese Situation reagiert. Wir hatten am Ende natürlich auch das nötige Glück bei Carters Dreier“, freute sich Hagens Head Coach Ingo Freyer. Vor allem in der Defensive zeigten die Feuervögel eine ungewohnt couragierte Leistung und machten den Würzburgern immer wieder das Leben schwer.
Für Frankfurts Neuzugang Jacob Burtschi hätte das Saisondebut in der Beko BBL wohl kaum besser enden können. Bei den New Yorker Phantoms Braunschweig feierten die Hessen einen wichtigen 77:70 Auswärtssieg und schoben sich auf Platz 15 der Tabelle. Auch wenn Burtschi noch Eingewöhnungszeit benötigt, ließ der ehemalige Hagener immer wieder seine Klasse durchblicken.
Verzichten mussten die Fraport Skyliners auf Tim Ohlbrecht, der sich kurzfristig einer Blinddarmoperation unterziehen musste. Muli Katzurin fand wohl auch in Hinblick auf Ohlbrecht nach der Partie knappe aber kämpferische Worte: „Es waren schwierige Bedingungen für uns in den letzten Tagen, aber was einen nicht umbringt, macht einen stärker. Gerade deshalb war es ein großer Sieg für uns." Den Braunschweigern wurde vor allem die erste Halbzeit zum Verhängnis, in der die Phantome keine Mittel gegen Jermareo Davidson (26 P, 13 R) fanden und auch in der Offensive meist unglücklich agierten.
BuLi-Manager Spieler der Woche: Jermareo Davidson (PF, Frankfurt)
Jermareo Davidson muss nach dem Abgang von Jon Leuer bei den Fraport Skyliners mehr Verantwortung schultern. Mit 26 Punkten, 13 Rebounds, drei Vorlagen, zwei Blocks und einem Steal zeigte der US-Amerikaner gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig eine bärenstarke Leistung. Belohnt wird die gute Leistung des Forwards nicht nur mit dem vierten Saisonsieg, sondern auch mit 39 Fantasy-Punkten im CROSSOVER BuLi-Managerspiel präsentiert von COURT-VISION.DE und BASKETBALL AID e.V.!
Erste Fünf der Woche
G: Jared Jordan (Ludwigsburg gg. Bonn: 24 P, 5 R, 3 R, 2 S)
G: Michael Thompson (Braunschweig gg. Frankfurt: 22 P, 4 R, 4 S, 3 A)
F: Reggie Redding (Tübingen gg. Gießen: 21 P, 8 R, 3 B, 2 A, 2 S)
F: Jermareo Davidson (Braunschweig gg. Frankfurt: 26 P, 13 R, 3 A, 2 B, 1 S)
C: Darren Fenn (Oldenburg gg. Quakenbrück: 21 P, 8 R, 2 A, 2 S)
Deutsche Fünf der Woche
G: Heiko Schaffartzik (Berlin gg. Bayreuth: 5 P, 6 A, 3 R, 1 S)
G: Johannes Strasser (Oldenburg gg. Quakenbrück: 8 P, 3 A, 1 R)
F: Robin Benzing (München gg. Trier: 15 P, 5 R, 1 A)
F: Sven Schultze (Berlin gg. Bayreuth: 15 P)
C: Maik Zirbes (München gg. Trier: 16 P, 12 R, 4 S, 1 A)



von Crossover 17.05.2012 um 09:19:53
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