BBL-Wochenrückblick
Aufwärmen und Auslaufen
Die reguläre Saison 2009/10 steht kurz vor ihrem Abschluss! Für gut die Hälfte der Liga steht in diesen letzten Wochen daher ein gemächliches Auslaufen auf dem Programm. Die andere Hälfte dagegen sucht vor der entscheidenden Saisonphase, den Playoffs, nach der Topform.
Von Joshua Wiedmann |
26.04.2010 | |
| Ergebnisse | ||
| 22.04. | Tübingen - Bonn | 93:76 |
| 23.04. | Göttingen - Bremerhaven | 100:72 |
| 23.04. | Quakenbrück - Ulm | 82:70 |
| 23.04. | Oldenburg - Weißenfels | 71:46 |
| 23.04. | Gießen - Bamberg | 89:70 |
| 23.04. | Paderborn - Frankfurt | 72:83 |
| 23.04. | Trier - Hagen | 78:77 |
| 25.04. | Bremerhaven - Düsseldorf | 86:76 |
| 25.04. | Quakenbrück - Tübingen | 88:67 |
| 25.04. | Paderborn - Bamberg | 66:78 |
| 25.04. | Ludwigsburg - Frankfurt | 77:67 |
| 25.04. | Braunschweig - Hagen | 88:83 |
| 25.04. | Gießen - Bonn | 52:59 |
| 25.04. | Göttingen - Berlin | 81:74 |
| 25.04. | Oldenburg - Ulm | 90:88 |
| 25.04. | Trier - Weißenfels | 66:95 |
Das erfuhren am vergangenen Freitag auch die Eisbären Bremerhaven. 35 Punkte schenkte der Wurfspezialist den Nordlichtern beim deutlichen 100:72-Erfolg der Veilchen ein und verpasste damit nur knapp, um vier Zähler, den Saisoneinzelrekord von Triers Jamal Shuler (39 Pkte).
Für Rochesties Göttinger war der Sieg indes ein großer Schritt in Richtung Heimvorteil in der ersten Runde. Eisbären-Coach Doug Spradley musste sich dagegen für die Leistung seiner Mannschaft entschuldigen: „Sei es als Spieler oder Trainer, heute ist das erste Mal, dass ich mich für ein Spiel richtig schäme“, bekundete der US-Amerikaner, dessen Truppe noch knietief im Playoff-Kampf steckt.
Von „schämen“ wollte Björn Harmsen, Coach des Mitteldeutschen BC, nicht sprechen, aber auch seine Mannschaft ging bei einem Auswärtsspiel unter. Bei der 71:46-Pleite in Oldenburg war der Aufsteiger nur Statist, was Harmsen später dem Meister zu Gute hielt: „Ich war sehr beeindruckt von der gezeigten Aggressivität und der damit verbundenen Verteidigung“, lobte der Großverbraucher von Haargel unter den BBL-Coaches. Eine erwähnenswerte Statistik brachten bei der Partie dennoch die Gäste aus Weißenfels zustande: Center Anatoly Kashirov verbuchte 25 Zähler und damit mehr als die Hälfte der jungfräulichen 46 MBC-Punkte – eine rekordverdächtige Marke! Immerhin schienen die „Wölfe“ von den großen Oldenburgern einiges gelernt zu haben und demontierten zwei Tage später ihrerseits die TBB Trier (95:66).
Der Abstiegskrimi spitzt sich zu
Während in den oberen Tabellenregionen verbittert um die Playoffs gerungen wird, kämpfen die Teams im Tabellenkeller aus purer Existenzangst gegen den Abstieg. Neben den Paderborn Baskets, die bereits als Absteiger feststehen und am Wochenende auch einmal mehr als Verlierer vom Platz gingen (72:83 in Frankfurt), ist noch ein Ticket in Richtung ProA zu vergeben. Für die Giessen 46ers hat sich der Blick nach unten erledigt, die Mittelhessen bleiben zum 45. Mal in Folge erstklassig. Sie katapultierten sich mit einem 89:70-Erfolg über Bamberg aus dem Tabellenkeller und können dank der Niederlagen der Konkurrenz die Korken knallen lassen.
Richtig kritisch ist die Lage noch für die Giants Düsseldorf und Phoenix Hagen, die wohl bis zum (bitteren) Ende um den Freifahrschein in die zweite Liga „streiten“ werden. Beide Teams konnten in der vergangenen Woche keinen wichtigen Sieg gegen den Abstieg erringen: Hagen schrammte in Trier denkbar knapp an einem Erfolgserlebnis vorbei (77:78) – die TBB schaffte damit endgültig den Klassenerhalt – und hatte wenige Tage später auch in Braunschweig das Nachsehen (83:88). Die Giants, die momentan den 17. und damit einen Abstiegsrang inne haben, blieben in Bremerhaven erfolglos (76:86).
Fernduelle um die Playoff-Plätze
In den Playoff-Regionen der Beko BBL sitzen die Teams bekanntlich sehr dicht aufeinander. Vor allem die Frankfurt Skyliners, Phantoms Braunschweig und Artland Dragons kämpfen noch um die Plätze sieben und acht, welche die Teilnahme an der Endrunde gestatten. Vor allem die Dragons, die vor dem letzten Spieltag noch auf dem undankbaren neunten Rang sind, konnten durch zwei wichtige Erfolge ihre Playoff-Chancen wahren: Gegen Ulm gewann die Mannschaft von Coach Thorsten Leibenath mit 82:70, ehe sie bei der 88:67-Demontage gegen Tübingen eine ordentliche Portion Selbstvertrauen tankte.
Während Braunschweig wie bereits erwähnt knapp gegen Kellerkind Hagen triumphierte, blieben die Frankfurt Skyliners in Ludwigsburg erfolglos (67:77) und müssen nun gar noch um die Playoff-Teilnahme bangen. Wie es der Zufall so will, kommt es am kommenden Wochenende zum Knüllerspiel zwischen den Frankfurtern und Braunschweig, während die Dragons in Bremerhaven auf einen Erfolg hoffen müssen.
An der Spitze der Liga ringen die Titelfavoriten indes ebenfalls um eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs, wobei es vor allem um das so oft genannte Heimrecht in der Endrunde geht. Ein packendes Duell lieferten sich dabei die BG Göttingen und Alba Berlin: Die Veilchen triumphierten schlussendlich mit 81:74, und das obwohl mit Jason Boone und Dwayne Anderson einmal mehr wichtige Rotationsspieler gefehlt hatten. In einer starken Schlussphase kauften die Göttinger dem Hauptstadtklub noch den Schneid ab. „Wir haben die großen Würfe getroffen, so wie Ben Jacobson bei seinem Wurf im vierten Viertel", bestätigte „Veilchen“-Coach John Patrick.
Eine gute Ausgangslage in Richtung Playoffs haben auch die Telekom Baskets Bonn – und das, obwohl die vergangene Woche getrost mit dem Prädikat „mäßig“ versehen werden kann. Nach einer 93:76-Klatsche in Tübingen lieferten die Baskets auch in Gießen nur schwere Kost. Trotz unterirdischer 32,8 Prozent aus dem Feld sackte Bonn durch einen 52:59-Sieg zwei wichtige Punkte ein.
Schwer taten sich auch die Baskets Oldenburg gegen Ulm. Das Heimspiel gegen die Donaustädter, für die es im Niemandsland der Tabelle um nichts mehr geht, verkam zur Zitter- und Nervenpartie für den amtierenden Meister. Erst nach zwei Verlängerungen konnten sich die „Donnervögel“ letztlich mit 90:88 durchsetzen und die Hauptrunde als Spitzenreiter beschließen.
Einen Spieltag vor Saisonende führt Oldenburg damit die Tabelle mit 58 Punkten an. Dahinter befinden sich gleichauf Göttingen und Bonn mit 56 Punkten vor Berlin (55 Zähler). Bamberg (54 Punkte), das nach einem Erfolg in Paderborn (66:78) auf dem fünften Rang liegt, kann sich am letzten Spieltag theoretisch noch den vierten Platz und damit den Heimvorteil sichern.
Top der Woche: Einen Spieltag vor Saisonende sei schon mal ein Blick auf den diesjährigen Ausbildungsfonds gestattet. Erfreulich ist dabei einmal mehr das Abschneiden der Ulmer Basketballer. Nach rund 45.000 Euro in der vergangenen Spielzeit sind die Donaustädter momentan auf dem besten Wege, an die 55.000 Euro durch Minuten für ihre deutschen Jünglinge in die Kassen zu spülen. Umso erfreulicher, dass die Ulmer das Geld aus dem Ausbildungsfonds komplett in ihre Jugendarbeit stecken.
Flop der Woche: An sich ist es ja durchaus erfreulich, dass die Paderborn Baskets – und dann auch noch als Absteiger – einen neuen Sponsor gewinnen konnten. Allerdings dürfte der Name „webmoebel Baskets“ den geneigten Fan zu einem belustigten Kopfschütteln bewegen. Man soll ja nicht unken, aber wie heißt es so schön: „Nomen est omen!“
Die besten Deutschen der Woche
G: Per Günther (Ulm gg. Oldenburg, 18 P, 5 A, 3 R)
G: Gordon Geib (Düsseldorf gg. Bremerhaven, 10 P, 2 R)
F: Robin Benzing (Ulm gg. Quakenbrück, 15 P, 5 R)
F: Tibor Pleiß (Bamberg gg. Paderborn, 20 P, 13 R)
C: Robert Oehle (Paderborn gg. Bamberg, 13 P, 6 R, 2 A)
Die erste Fünf der Woche
G: Taylor Rochestie (Göttingen gg. Bremerhaven, 35 P, 6 R, 4 S)
G: Roderick Trice (Ulm gg. Oldenburg, 16 P, 7 R, 3 A, 5 S)
F: Chris Burns (Ulm gg. Oldenburg, 27 P, 7 R)
F: Chris Copeland (Trier gg. Hagen, 30 P, 8 R, 3 A)
C: Anatoly Kashirov (MBC gg. Oldenburg, 25 P, 8 R)



von Crossover 30.05.2012 um 13:15:44
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