BBL-Saisonvorschau
Neue Besen
Bremerhaven, Frankfurt, Braunschweig und Ludwigsburg haben die Kader im Sommer merklich umgekrempelt. Ob die neuen Besen gut kehren werden, verrät der dritte Teil der Beko-BBL-Saisonvorschau 2009/10.
Von Dennis Amedoviski (dam), Johannes Hübner (jh), Dennis Klammer (dk), Martin Vogel (mv) |
06.10.2009 | |
Deutsche Bank Skyliners Frankfurt: Skyliners auf Sparkurs
Bilanz 2008/09: 7. Platz (21-13)
(mv). Elf Jahre spielen die Deutsche Bank Skyliners schon in der BBL, und obwohl sie damals ohne Unterbau aus dem Nichts aus dem beschaulichen Rhöndorf am Rhein in die Metropole am Main versetzt worden sind, hat das Team in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen durchlebt, die denen von länger etablierten Vereinen nahe kommen können. Meister 2004, Panathinaikos Athen geschlagen 2005, fast abgestiegen 2006. Mit der Rückkehr von Erfolgstrainer Murat Didin vor zwei Jahren kehrte auch der Erfolg zurück nach Frankfurt. Doch nach zwei Playoff-Teilnahmen in Folge drohte in diesem Sommer der Ausstieg von Hauptsponsor Deutsche Bank, sodass Manager Gunnar Wöbke den Etat der Frankfurter reduzierte. Auch, wenn das Geldinstitut sich noch dazu entschied, den Vertrag mit dem Basketballteam um ein weiteres Jahr zu verlängern, das neue Team in Frankfurt ist offensichtlich preisgünstiger zusammengestellt als seine Vorgängermannschaft.
Teure Leistungsträger wie Ilian Evtimov, Konrad Wysocki und Keith Simmons verließen die Skyliners, für sie scoutete Didin vornehmlich Spieler aus kleineren europäischen Ligen, die nun für kleines Geld in Frankfurt ihr Können unter Beweis stellen sollen. Einzig hinter (!) dem Urgestein Pascal Roller schien man in Mainhattan investieren zu wollen und verpflichtete Aubrey Reese. Der Point Guard spielte zuletzt in der Türkei und gehörte dort zu den Topscorern der Liga.
Als Shooting Guard sollte eigentlich Jimmy McKinney auflaufen. Der US-Amerikaner trug sich im Sommer mit dem Gedanken, seine Karriere mit dem orangenen Leder an den Nagel zu hängen und statt dessen die Baseball-Keule zu schwingen, entschied sich dann aber doch für einen Verbleib bei den Skyliners. Beim letzten Test vor Saisonbeginn zog sich der 26-Jährige allerdings einen Muskelabriss im Oberschenkel zu und fällt mindestens zwei Monate aus. Für ihn müssen Quantez Robertson und Dominik Bahiense de Mello in die Bresche springen: Ersterer kommt frisch vom College, wo er für Auburn 6,0 Punkte, 3,9 Rebounds und 3,2 Assists pro Partie erzielte, letzterer will sich nach einer bestenfalls mäßigen Saison wieder neu in den Fokus spielen.
Überzeugen konnte in der Vorbereitung vor allem Forward Seth Doliboa, der aus Portugal kam. Power Forward Quarraan Calhoun (Houston University, NCAA) und Shooting Guard Grayson Moyer wechseln direkt aus den USA an den Main: „Beide brauchen noch Zeit, um sich an den europäischen Basketball zu gewöhnen, machen aber einen guten Eindruck“, beschreibt Didin seine Schützlinge.
Unter dem Korb setzt der Türke auf ein Duo, das sich bereits aus der Vergangenheit kennt: Greg Jenkins spielte bereits im letzten Jahr in Frankfurt und lieferte eine wechselhafte Saison ab. Ihm zur Seite steht nun wieder Marius Nolte. Der 28-Jährige spielte zuletzt für die Paderborn Baskets, wo er 2007/2008 bereits mit Jenkins zusammen auf dem Feld stand. Nolte gilt als hochgradig solider Spieler, der seine Grenzen kennt und nicht überschreitet – was bei dem traditionell den Big Men nicht sonderlich zugeneigten Didin kein Nachteil sein dürfte. Ob diese Kombination allerdings für die Ansprüche der Frankfurter (Manager Wöbke: „Ich erwarte unser Team zwischen den Plätzen fünf und zwölf“) genügt, wird sich zeigen.

Foto: Joachim Storch
Positive Überraschung: Marius Nolte wird durch seinen Kampfgeist in Frankfurt schnell unverzichtbarer Teil von Rotation und Organisation.
Negative Überraschung: Jimmy McKinney: Nach einem Abriss des großen Brustmuskels vor zwei Spielzeiten nun ein Muskelabriss im Oberschenkel? Das tut doppelt weh!
Niemand rechnet damit, dass die Deutsche Bank den Sponsorenvertrag nach der nächsten Saison verlängert.
MVP: Pascal Roller. Ist und bleibt das Hirn und das Herz des Frankfurter Spiels.
BuLi-Managerspiel-Tipp: Seth Doliboa – in der Vorbereitung bester Skyliners-Spieler.
| Teil 1: Neue Besen |
| Teil 2: EnBW Ludwigsburg: Viele Neuerung, aber alte Ziele |
| Teil 3: Eisbären Bremerhaven: Weg vom Wandel |
| Teil 4: Deutsche Bank Skyliners Frankfurt: Skyliners auf Sparkurs |



von Hegel 07.10.09 um 06:11:18
Steven Esterkamp war leider nicht der Topscorer der Baskets, wenn ich das richtig sehe, sondern Nathan Peavy.
Trotzdem, ein guter Artikel!
von Tomdawg 07.10.09 um 11:18:37
Je nachdem, Hegel. Peavy hatte in 29 Spielen einen Schnitt von 14,0 PpG, Esterkamp erzielte in 39 Partien 12,5 PpG.
Aber:Esterkamp kam auf insgesamt 486 Punkte, Peavy auf 405. Wie gesagt, alles ist relativ. Aber danke für den Hinweis.
von jordan 07.10.09 um 15:37:36
Ein Knallersatz (Anspielung) :
"Niemand rechnet damit, dass sich das Team mit Idbihi, Schaffartzik und Fox in Rauch aufllöst."
von Diggler41 07.10.09 um 17:06:30
Guter Artikel, aber Bremerhaven gehört nicht zu Niedersachsen sondern zum Stadtstaat Bremen.
von WhiteOcean 08.10.09 um 21:25:20
Ich würds dem Verräter Kiffer Fox von Herzen gönnen!