BBL-Saisonvorschau

Mittendrin und nur dabei

Im zweiten Teil der großen Saisonvorschau zur Beko BBL stellt Crossover mit Trier, Ulm, Tübingen, Düsseldorf und Gießen fünf weitere Mannschaften vor.

Von Peter Bieg (pb), Joshua Wiedmann (jw), Thomas Käckenmeister (tk), Johannes Beyer (jb), Martin Vogel (mv)
 03.10.2009 |

TBB Trier: Trier schielt nach oben

Bilanz 2008/09: 10. Platz (16-18)

(pb). Während viele BBL-Teams ihre Kader über den Sommer hinweg komplett umkrempeln, gibt es aus Trier in diesem Herbst durchweg Erfreuliches zu vermelden: Mit Tyrone Riley und Norman Richardson haben nur zwei Spieler die Mannschaft verlassen, während es mit Samy Picard (Shooting Guard, 1,95 Meter, kam aus Luxemburg) und Alex Andreev (Power Forward, 2,08 Meter, Badalona) auch nur zwei echte Neuzugänge zu vermelden gab, die allerdings beide zunächst mit dem Label „Perspektivspieler“ versehen werden müssen.

Diese erfreulich geringe Fluktuation wird TBB Trier als eines der harmonischsten Teams in die Saison starten lassen, was sich als echter Vorteil herausstellen könnte. „Es ist definitiv ein Vorteil“, findet auch Maik Zirbes, der 19-jährige Rohdiamant im Kader der Trierer, der im Sommer seine Premiere als A-Nationalspieler feiern durfte und auch in der BBL zur neuen Saison seine Chance bekommen wird.

Auf den kleinen Positionen wird mit Derek Raivio (Point Guard, 1,86 Meter), Brian Brown (Point Guard/Shooting Guard, 1,89 Meter) und James Gillingham (Shooting Guard, 1,92 Meter) vor allem ein enorm erfahrenes Trio die Akzente setzen, wobei gerade von Raivio eine Steigerung durchaus zu erwarten ist. So begann der Playmaker aus den USA die vergangene Saison stark, bevor ihn eine langwierige Blessur am Zeh im Saisonverlauf merklich einschränkte und nicht mehr zu seiner Normalform zurückfinden ließ. Von den BBL-Veteranen Gillingham und Brown werden keine Wunderdinge erwartet, Defense und eine Option aus der Distanz (Gillingham) sowie solides Aufbauspiel und ein guter Zug zum Korb (Brown) würden Fans und Verantwortlichen schon ausreichen.

Seine starken Leistungen aus seiner „Rookie-Saison“ in Europa soll Jamal Shuler (1,91 Meter), der auf der Position des Small Forward reichlich Minuten erhalten wird, mehr als nur bestätigen: Der 23-jährige US-Boy mit den Krakenarmen konnte an der Mosel gehalten werden und muss vorrangig versuchen, noch mehr Ruhe und Konstanz in sein Spiel zu bringen sowie seinen Distanzwurf weiter zu steigern.

Gleiches gilt für Power Forward Chris Copeland, der ebenfalls und trotz höher dotierter Angebote aus dem In- und Ausland in Trier verlängerte. Der 25-jährige Power Forward gehört zu den talentiertesten und vielseitigsten Spielern der Liga, lieferte bereits in der vergangenen Saison einige NBA-würdige Auftritte und könnte – konstantere Leistungen vorausgesetzt – einen Angriff auf die Trophäe des besten Scorers der BBL starten.
Auf der Center-Position findet man mit „Sarge“ George Evans (38 Jahre, 2,03 Meter) und dem frischgebackenen Vater Maksym Sthein (29 Jahre, 2,06 Meter) ein ebenso erfahrenes wie offensiv gefährliches Duo mit einigen Schwächen im Rebound- und Defensivverhalten.

Während im vergangenen Jahr mit Richardson und Riley zwei US-Amerikaner die Rotation komplettierten, fällt diese Aufgabe jetzt den jungen Zirbes (19 Jahre), Kosta Karamatskos (Small Forward, 23 Jahre) und Picard (21 Jahre) zu, die viel Verantwortung übernehmen werden müssen. So könnte vor allem der Abgang des NBA-erfahrenen Richardson die Trierer empfindlicher treffen, als zunächst gedacht: Denn auf den Positionen Shooting Guard und Small Forward fehlt der Mannschaft von Head Coach Yves Defraigne einfach ein weiterer starker und erfahrener Spieler, um als klarer Playoff-Kandidat durchgehen zu können.

So bezeichnet sich in Trier bisher auch niemand als „Playoff-Anwärter“, wenngleich allen Beteiligten klar ist, dass das Erreichen der Endrunde mit dieser Mannschaft – sofern Verletzungen oder andere Probleme ausbleiben - alles andere als utopisch ist. Das sieht auch Youngster Zirbes so und fasst zusammen: „Ich würde nicht abstreiten, dass wir Playoff-Chancen haben. So wie wir zusammen spielen und harmonieren, können wir einige Teams definitiv überraschen.“


Foto:Helmut Thewalt

Positive Überraschung: Maik Zirbes wird sich nach einem holprigen Saisonstart in die Rotation kämpfen und in der BBL seinen Mann stehen.

Negative Überraschung: Die Flügelposition erweist sich als zu dünn besetzt, als dass man in Trier von den Playoffs träumen dürfte.

Niemand rechnet damit, dass der Luxemburger Samy Picard mehr darf, als nur zahlungskräftige Zuschauer aus dem Nachbarland anlocken.

MVP: Chris Copeland wird seine Leistungen stabilisieren und an vielen Abenden kaum zu halten sein.

BuLi-Managerspiel-Tipp: Maik Zirbes. Bei seinem Anfangsgehalt sollte man zuschlagen.




Artikel-Funktionen

Bewerte diesen Artikel:
4.86
(7 Bewertungen bisher)
 

Speichere diesen Artikel:


Kommentare

(3 Kommentare bisher)

von Diggler41 03.10.09 um 21:39:33


@jw
wurde Olatunde Adekola nicht schon wieder entlassen? Oder täusche ich mich da?

Aber sonst gute Zusammenfassung von allen!



von MacCess 03.10.09 um 22:02:23


Es würde mich doch sehr wundern, wenn Olatunde Adekola bereits wieder entlassen worden wäre.



von Sevent 04.10.09 um 15:05:52


@Diggler41:

Nein, Adekola ist weiterhin dabei. Er hat während der Vorbereitung sogar zeitweilen mittrainiert - er ist mit 29 Jahren ja noch ziemlich jung -, da immer wieder verschiedene Ulmer verletzungsbedingt aussetzen mussten.



Du benötigst einen myCrossover-Account um Artikel kommentieren zu können!

 Registrieren oder  Einloggen

 





Du bist nicht eingeloggt. Jetzt bei myCrossover registrieren.
  •  
    Passwort vergessen?