BBL-Saisonvorschau
Alle jagen Alba Berlin (1)
Die neue BBL-Spielzeit beginnt in wenigen Tagen. Die große Crossover-Saisonvorschau stellt alle 18 Teams ausführlich vor. Zusätzlich gibt es Tipps für das BuLi-Managerspiel. Los geht es mit den Teams aus Berlin, Frankfurt, Ulm, Düsseldorf, Köln und Trier.
Von Dennis Amedovski (dam), Peter Bieg (bie), Christian Gerne (ger), Thomas Käckenmeister (tk), Martin Vogel (mv) |
15.09.2008 | |
Köln 99ers: Chancen für den Nachwuchs
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Bilanz 2007/08: 10. Platz (16-18)
Crossover BBL-Ranking 2008/09: 16. Platz
(ger). In Köln stehen alle Zeichen auf Neuanfang. Nachdem man in der Saison 2007/2008 mit dem zehnten Tabellenplatz die angestrebte Playoff-Qualifikation verpasste und zwischenzeitlich dank finanzieller Engpässe gar ganz aus der Liga zu verschwinden schien, galt es für die Chefetage dem Team der 99ers in der Sommerpause ein neues Gesicht zu geben.
Neben Head Coach Sasa Obradovic, der zum BC Kiev in die Ukraine wechselte, verabschiedete sich fast das komplette Team, darunter auch die Leistungsträger Brian Greene (Orleans/FRA), Toby Bailey (Manresa/ESP) und Marko Keselj (Roter Stern Belgrad/SRB), während Immanuel McElroy, Aleksandar Nadjfeji (beide Alba Berlin) sowie Toby Bailey (Ricoh Manresa, ESP) die Truppe bereits während des Insolvenz-Hick-Hacks verlassen hatten.
Die Marschrichtung der Mannschaft wird in der kommenden Saison maßgeblich von Drasko Prodanovic bestimmt. Der 61-Jährige war bereits in den letzten Jahren als Direktor des Trainerstabs in Köln aktiv und spielte dort eine größere Rolle, als sein Titel verraten ließ. Neben drei Meistertiteln mit CSP Limoges (FRA) und mehreren jugoslawischen Meisterschaften mit Bosna Sarajevo sprechen auch drei Jahre als Nationaltrainer von Bosnien-Herzegowina (2001-2004) für seine Berufung. Ursprünglich als "Mentor" für den zu Beginn als Trainer noch reichlich unerfahrenen Obradovic eingeplant, übernimmt Prodanovic mit dieser Spielzeit noch einmal selbst und offiziell das Zepter in einem höherklassigen, europäischen Klub. Ihm zur Seite steht der 34-jährige Zoran Kukic, der in Reihen der Kölner bis 2005 als Power Forward spielte und in der Saison 2006/07 das NBBL-Team der 99ers coachte.
Der Kader für die kommende Saison hat bei den Domstädtern einiges mit einer Wundertüte gemeinsam. Man weiß nicht, was drinnen steckt, aber die Verpackung verspricht vieles. Das Sahnestück ist sicher der 25-jährige Flügelspieler Robert Turner. Turner, ein Kalifornier, - der allerdings nicht nur aufgrund seiner Herkunft den Spitznamen "Hollywood" verpasst bekam - war in den letzten drei Jahren Mitglied der Harlem Globetrotters und konnte die Kölner vor allem durch seine außergewöhnliche Athletik und sein Ballgefühl überzeugen. Sportdirektor Stephan Baeck zeigte sich äußerst angetan vom 2,06 Meter großen Small Forward aus Los Angeles und fügte hinzu: "Solche Sprunggewaltigkeit habe ich lange nicht mehr gesehen!" So darf man äußerst gespannt sein, auf den vielleicht spektakulärsten Spieler der neuen Saison, dessen Lieblingswaffe im Fastbreak nach eigenen Angaben Windmill- und Tomahawk-Dunks sind.
Eine weitere wichtige Rolle könnte im kommenden Jahr auch der Samoa-Australier Zarryon Fereti spielen. Fereti der vom College St. Bonaventure (USA) kommt, soll als Shooting Guard für die nötige Gefahr aus der Distanz sorgen. Auf der Center-Position konnten die 99ers den 2,06 Meter großen US-Amerikaner Julian Terrell verpflichten, der in der letzten Saison in Diensten des FC Porto stand und dort ein wichtiger Bestandteil für den Gewinn des Ligapokals und den Einzug ins Playoff-Finale war. Außerdem stand Terell für kurze Zeit bereits auch in der BBL auf dem Parkett, absolvierte er doch in der Saison 2006/2007 immerhin fünf Spiele für die Artland Dragons, bevor er in die USA zurückkehrte.
Positive Überraschung: Aus der Not finanziell geschrumpfter Möglichkeiten wurde am Rhein versucht, eine Tugend zu machen und verstärkt auch auf einheimische Spieler zu setzen: Neben den internationalen Leistungsträgern setzt wird in Köln auch auf den deutschen Nachwuchs gesetzt. Im Aufgebot der 99ers stehen nach aktuellem Stand acht deutsche Spieler, davon sechs Spieler unter einundzwanzig Jahren. Darunter auch Tibor Pleiß, Philipp Schwethelm und Davis Martens, die bereits in der NBBL durch herausragende Leistungen von sich reden machten. Mit der kurzfristigen Verpflichtung von Raed Mostafa konnte die Mannschaft aus der Domstadt außerdem ein weiteres, allerdings bereits 24-jähriges deutsches Talent an sich binden. Der Diplomatensohn, der einst für den Erzrivalen aus Bonn mit 16 Jahren sein erstes Bundesligaspiel machte und als eines der größten deutschen Talente gehandelt wurde, erhält mit einem Zwei-Jahres-Vertrag eine große Chance, sich endlich in der BBL durchzusetzen, nachdem er in der vergangenen Saison in Dänemark aktiv war.

Hinten von links: Athletik-Trainer Markus Lindner, Julian Terrell, Tibor Pleiß, Björn Schoo, Robert Turner, Manuel Krumbach, NBBL-Trainer Admir Kulin.
Mitte von links: Trainer Drasko Prodanovic, Assistenz-Trainer Zoran Kukic, Raed Mostafa, Jasmin Catovic, Philipp Schwethelm, Florian Nesgen, Sportdirektor Stephan Baeck, Assistenz-Trainer Philipp Köchling.
Vorne von links: Team-Arzt Boris Böttemberg, Team-Arzt Dr. Udo Martin, Joel Mondo, Stefan Nikolic, Jeremy Hunt, Zarryon Fereti, Danilo Smigic, Teambetreuer Jakob Markert, Physiotherapeut Sören Stoye
Foto: Filizli
Negative Überraschung: So positiv die große Anzahl an jungen deutschen Spielern für den deutschen Basketball auch sein mag, es bleibt fraglich ob die Kölner mit dieser Truppe um den Playoff-Einzug mitspielen können. Im Vergleich zur vergangenen Saison fehlen die großen Namen, und die Liga ist insgesamt nicht schwächer geworden.
Niemand rechnet damit, dass Björn Schoo wirklich einen soliden Backup-Center geben kann. Doch der bewegliche 2,12-Meter-Mann, der in der vergangenen Saison in Kaiserslautern (ProA) wenig Spielzeit sah, könnte eine Überraschung werden, sollte er endlich konstant Einsatzzeit erhalten. Dies hängt allerdings auch maßgeblich davon ab, wie die Entwicklung von Supertalent Tibor Pleiß (2,13 Meter, Jg. 1989) weitergeht.
MVP: Die Frage nach dem MVP ist bei einem komplett neuen Kader immer schwer zu beantworten. Es dürfte aber auf die beiden Amerikaner Terrell und Turner hinauslaufen, die beim ersten Testspiel gegen Ludwigsburg einen soliden Eindruck hinterließen.
BuLi-Managerspiel-Tipp: Julian Terrell



von Secret 16.09.08 um 21:10:30
Wann kommen die restlichen Teams?
von Suck My Diktiergerät 16.09.08 um 22:57:04
ich spar mir jetzt die standartsprüche...aber wenn ich hier mal zitieren darf:
"Viel Spaß bei der Lektüre! Die nächsten beiden Teile erscheinen am Mittwoch und Freitag."