Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL-Saisonrückblick

Mitten im Geschehen

Im zweiten Teil des BBL-Saisonrückblicks widmet sich CROSSOVER den Teams im Tabellenmittelfeld. Während es für Göttingen und Bremerhaven gerade noch so für die Playoffs reichte, ging Ludwigsburg einmal mehr leer aus. Trier, Hagen und Tübingen können auf teils sehr abwechslungsreiche Spielzeiten zurückblicken.

Von Peter Bieg (pb), Johannes Beyer (jb), Johannes Hübner (jh), Joshua Wiedmann (jw)
 04.07.2011 |

BG Göttingen (19-15, Viertelfinale): Das (vorläufig) letzte Hurra?

(jw). „Veilchen-Basketball“ - das war in den letzten Jahren ein ganz prägnanter Spielstil. Seit dem Aufstieg in die Beko BBL 2007 kämpfte sich der Klub aus der Traditionsstadt Niedersachsens mit einem unverkennbaren, ganz eigenen Konzept in Richtung Ligaspitze. Unter Coach John Patrick etablierte Göttingen den Fastbreak-Stil in der Bundesliga, prägte die Bezeichnung „Guard-Terror“ und sorgte mit seiner unkonventionellen Art selbst in Europa für Aufsehen. In der BBL gehörten die „Veilchen“ mit einem zweiten Rang (2009) und einem dritten Platz (2010) zweimal in Folge zum Spitzentrio nach der Hauptrunde.

Dass es für einen finanziell allenfalls mittelprächtig aufgestellten Verein auf Dauer nicht so weitergehen konnte, war unschwer zu prophezeien. Und tatsächlich verlor das „Wunder BG“ in der vergangenen Spielzeit erstmals ein wenig den Glanz der Vorjahre. Im Gegensatz zu den beiden glorreichen Jahren 2009 und 2010 durchschritt Göttingen in der letzten Saison ein wahres Wellental der Gefühle.

Mit einem erneut auf einigen Positionen (notgedrungen) umgebauten Kader erlebte die BG einen absoluten Horrorstart: sieben der ersten zehn Begegnungen gingen verloren, darunter wahre Abreibungen wie in Ulm (73:95) oder Braunschweig (56:74). Auf die Pleitenserie folgten fünf Siege nacheinander - darunter ein 76:48 gegen Tübingen -, während es Anfang des neuen Jahres erneut vier Niederlagen in Folge hagelte. Erst mit einer 6-1-Bilanz im Saisonendspurt angelten sich die Niedersachsen noch ein Ticket für den Playoff-Ausflug, der dann gegen Frankfurt in der ersten Runde aber ein rasches Ende (0-3) fand. Kurzum: Göttingen war die ganze Saison über ein Basketball-Abbild von Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Der unstete Saisonverlauf kam aber nicht von ungefähr. Wie kaum ein anderes Team schlugen sich die „Veilchen“ wiederholt mit personellen Problemen herum: Mit Ausnahme von Center Jason Boone und College-Rookie Louis Dale absolvierte kein Akteur alle BBL-Partien. Routinier Kyle Bailey verpasste mit Rückenproblemen fast die Hälfte der Saison, Combo-Guard Trenton Meacham verabschiedete sich im Saisonendspurt mit einer Ellenbogenverletzung ins Lazarett und auch Topscorer Dwayne Anderson (13,5 PpG, 6,9 RpG) blieb von kleinen Blessuren nicht verschont. Mit Adam Waleskowski und Mike Scott gab es zudem interne Querelen; die Verträge mit den beiden US-Amerikanern wurden im Februar respektive April vorzeitig aufgelöst.

Dass es Göttingen trotzdem in die Playoffs schaffte, spricht für die Qualität des Kaders - und die Fähigkeiten von John Patrick, dem Abbild des Göttinger Basketball-Stils. Der diesjährige siebte Platz könnte aber das vorerst letzte Hurra der „Veilchen“ gewesen sein: Der Klub muss aller Voraussicht nach den Gürtel enger schnallen und hat die unausweichlichen Sparmaßnahmen bereits mit dem Abgang von Erfolgscoach Patrick am eigenen Leib erfahren müssen. Dass der bisherige Assistent Stefan Mienack und Michael Meeks - bisher Spieler bei der BG (Foto) - zukünftig die Geschicke am Seitenrand leiten, ist ein klares Indiz dafür, dass den Göttingern das Geld fehlen könnte, um künftig für eine Fortsetzung der Erfolgsstory zu sorgen.

Team-MVP: Dwayne Anderson (13,5 PpG, 6,9 RpG, 46,1% FG)




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von Crossover 17.05.2012 um 09:00:27


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