BBL-Saisonrückblick
Kein Land in Sicht
Die Spielzeit 2010/11 in der Beko BBL ist Geschichte! In den kommenden Tagen blickt CROSSOVER auf die Saisonverläufe aller 18 Mannschaften zurück. Den Anfang machen die Teams aus Bonn, Ulm, Gießen, Bayreuth, Weißenfels und Düsseldorf, die - teils überraschend - tief im Tabellenkeller landeten. Abgestiegen sind der MBC und die Giants.
Von Thomas Käckenmeister (tk), Joshua Wiedmann (jw), Dennis Amedovski (da) |
02.07.2011 | |
Telekom Baskets Bonn (14-20): Ein trostloses Jahr
(tk). Die Telekom Baskets Bonn waren in den vergangenen Jahren Dauergast in den Playoffs. Das Team von Headcoach Mike Koch zählte mit der gelungenen Mischung Angriffs- und Defensivbasketball stets zu den besseren Mannschaften der Liga. Doch wie es im Sport nun mal ist, reißt jede Serie einmal. Erstmals seit sieben Jahren verpassten die magentafarbenen Hünen die Meisterschaftsrunde. Die Saison endete auf einem ungenügenden 13. Tabellenplatz.
Nach den Vizetiteln in der Vergangenheit fahren die Verantwortlichen in Bonn weiter eine klare Linie und arbeiten weiter mit Coach Michael Koch. "Wir halten nichts davon, den im Profisport gängigen Reflexen bei Erfolglosigkeit zu erliegen und als erstes mal einen Trainer zu entlassen, der in sechs Spielzeiten fünfmal die Playoffs erreichte, dazu zweimal das Finale", begründete Präsident Wolfgang Wiedlich. Der Cheftrainer unterschrieb im Mai einen neuen Zweijahresvertrag. Ebenfalls am Start bleibt Center-Legende Chris Ensminger, der bis Saisonende 2012/2013 gebunden werden konnte. "Seine Einstellung ist beispielhaft und seine Führungsqualitäten stehen außer Frage. Mit seiner Weiterverpflichtung ist einer der Grundsteine für die Saison 2011/12 gelegt", erklärt Koch.
Die Saison 2010/2011 glich einer Achterbahnfahrt mit angezogener Bremse. War vor Beginn der Spielzeit noch die Rede von der neuen Flexibilität, sodass Spieler wie Folarin Campbell, Mark Tyndale oder Jeremy Hunt auf unterschiedlichen Positionen für mehr Unberechenbarkeit sorgen sollten, war die Bilanz nach zehn Partien negativ (4-6). In den letzten Spielen des Kalenderjahres 2010 fingen sich die Bonner: Sie gewannen fünfmal hintereinander, darunter gegen Oldenburg, Frankfurt und Quakenbrück. Wer nun aber dachte, dass der Aufwärtstrend im Rheinland anhalten würde, wurde bitter enttäuscht. Es hagelte gleich zwei Niederlagen gegen Tübingen und vier weitere Pleiten am Stück, sodass die Hoffnungen auf ein Playoff-Ticket von Spiel zu Spiel sanken. Den Tiefpunkt der Saison bildete wohl die Auswärtsniederlage in Düsseldorf (68:64), Teil der bis zum Hauptrundenende anhaltenden Talfahrt von sechs Niederlagen in Folge.
Ein Hauptgrund für das miserable Abschneiden waren die Verletzungssorgen. Nur Hunt und Jacob Jaacks absolvierten alle 34 Punktespiele. Die einzige Konstante im Baskets-Spiel war Center-Oldie Ensminger, der 12,4 Punkte, 8,1 Rebounds und knapp 3,1 spitze Ellenbogen pro Partie einsammelte bzw. austeilte. Mit einem durchschnittlichen Effizienzwert von 15,3 belegte Ense ligaweit den sechsten Rang. Nur ein Akteur im Baskets-Dress erzielte ebenfalls einen zweistelligen Effizienzwert im Schnitt: Nic Wise (13,7 PpG, 2,2 RpG, 3,1 ApG) absolvierte als Europa-Rookie kein schlechtes Jahr - aber auch kein wirklich gutes. Welche Akteure dürfen außerdem nicht unerwähnt bleiben? Auf alle Fälle ist der deutsche Nationalspieler Tim Ohlbrecht zu nennen, der in seinem zweiten Jahr in Bonn leistungstechnisch etwas abbaute. Das mag an seiner Handverletzung gelegen haben, die ihn sieben Spiele verpassen ließ. Sein Vertrag wird zumindest nicht verlängert.
Die Baskets-Fans haben hohe Erwartungen an ihr Team für die neue Spielzeit. Noch so ein durchwachsenes Jahr dürfte niemandem schmecken. Mit Koch (Foto), Dauerbrenner Ensminger, der im März seinen 400. Bundesligaeinsatz feierte, sowie den Nachwuchsspielern Fabian Thülig und Jonas Wohlfarth-Bottermann haben die Bonner bereits einen soliden Kern, der von Rückkehrer Jared Jordan (2009/2010: 9,0 PpG, 4,2 RpG, 5,3 ApG), Schütze Benas Veikalas, Ohlbrecht-Nachfolger Zvonko Buljan und Combo-Guard Daniel Hain ergänzt wird. Es sind noch einige Positionen zu besetzen, um wieder Jagd auf einen Playoff-Platz machen zu können und an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen.
Team-MVP: Chris Ensminger (12,4 PpG, 8,1 RpG)



von kevin kuranyi 02.07.11 um 17:05:44
sächsischen Weißenfels.?
wusste garnicht das Weißenfels in sahsen liegt ;)
von Sevent 02.07.11 um 17:14:10
Genau genommen liegt Weißenfels tatsächlich nicht in Sachsen, sondern in Sachsen-Anhalt. Weißenfels liegt aber recht nahe der sächsischen Grenze, von daher dürfte das noch durchgehen. ;)
von Michster 04.07.11 um 09:48:02
Lass das mal keinen Weißenfels hören ... nicht dass Bamberg und Würzburg dann plötzlich in Bayern liegen.