BBL-Saisonrückblick
Im Niemandsland
Die Mannschaften aus Gießen, Trier und Ulm mussten sich während der Saison 2009/10 phasenweise an den Abstiegsrängen orientieren, landeten am Ende aber im bedeutungslosen Niemandsland der Tabelle.
Von Peter Bieg (bie), Patrick Schweitzer (ps), Joshua Wiedmann (jw) |
13.06.2010 | |
LTi Giessen 46ers: Erwartungen erfüllt
(ps). Trotz einer sehr durchwachsenen Saison erreichten die LTi Giessen 46ers in der Saison 2009/10 den Klassenerhalt und müssen damit nicht wie im letzten Jahr auf das Erteilen einer Wildcard warten. Durch den Verbleib in der Klasse konnten die 46ers die vor der Saison an sie gestellten Erfahrungen erfüllen. Damit bleibt der Beko BBL ein weiteres Jahr ihr Gründungsmitglied, das seit Anfang an dabei ist, erhalten.
Die Saison der Hessen begann ganz und gar nicht gut. Sieben Niederlagen eröffneten eine Saison der Gießener, die sich einzig und allein auf das Ziel fokussierten, die Klasse zu halten. Jedoch gab es zu Beginn der Saison auch einen Lichtblick, da der im Sommer verpflichtete Guard David Teague – übrigens der Cousin des Rookies der Atlanta Hawks, Jeff Teague – einen überragenden Start hinlegte. In den ersten 15 Saisonspielen war der US-Amerikaner 14-mal Topscorer der Gießener, wobei er immer mindestens 18 Punkte erzielte.
Da die Gießener sich zudem immer weiter stabilisieren konnten, holten sie aus den restlichen zehn Hinrundenspielen fünf Siege, an denen David Teague fast immer maßgeblich beteiligt war. Seinen persönlichen Höhepunkt erreichte er übrigens ausgerechnet im Heimspiel gegen den Liga-Krösus Alba Berlin, in dem er 35 Punkte erzielte, und das die Gießener nur knapp nach Verlängerung verloren. Doch trotz der positiven Phase zum Ende der Hinrunde standen die Hessen nach 17 Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz, der den Abstieg bedeutet hätte.
Deshalb nahmen sich die Gießener auch mehr für die Rückrunde vor. Leider wurden diese Hoffnungen aber jäh gestoppt, als bekannt wurde, dass sich Leistungsträger David Teague so schwer verletzt hatte, dass er für den Rest der Saison ausfallen würde. Als Reaktion auf die Verletzung wurden die Gießener gleich doppelt tätig. Zum einen verpflichtete man auf Teagues Position den ehemaligen Nördlinger Scharfschützen, Osvaldo Jeanty; außerdem wurde der ehemalige Oldenburger und Kölner Center Elvir Ovcina verpflichtet. Beide schlugen voll ein und entwickelten sich neben dem verbesserten Maurice Jeffers zu den Topscorern der Gießener.
Nach nur einem Sieg aus den ersten acht Rückrundenspielen holten die Gießener mit ihren beiden neuen Spielern noch vier weitere Siege aus den letzten neun Saisonspielen. Somit erzielten die Gießener zwar auch in der Rückrunde nur fünf Erfolge, die insgesamt zehn Siege sollten aber dennoch zum souveränen Klassenerhalt verhelfen, was vor allem am Leistungsabfall von Teams wie TBB Trier oder vor allem Giants Düsseldorf lag. Somit stand am Ende der Saison der 14. Tabellenplatz für die 46ers, den sie mit zehn Siegen und 24 Niederlagen erreichten.
Überraschenderweise holte Gießen vor allem Siege gegen die Teams oder spielte zumindest sehr gut mit solchen Mannschaften mit, die weiter oben in der Liga angesiedelt waren. So holten die Mittelhessen Heimsiege gegen den deutschen Meister Oldenburg, Quakenbrück oder sie bezwangen den Finalisten und Pokalsieger Bamberg daheim mit 19 Punkten. Auch auswärts gewannen die 46ers u.a. bei den beiden Halbfinalisten Braunschweig und Bremerhaven. Diesen Siegen stehen eben aber auch u.a. jeweils zwei Niederlagen gegen den Absteiger aus Düsseldorf oder den Aufsteiger aus Hagen gegenüber, weshalb sie nicht mehr als den Klassenerhalt erreichen konnten.
Für den Aufreger der Saison sorgten aber nicht die sportlichen Ergebnisse, sondern Martin Lischka, der Vater des deutschen Forwards der Gießener. Dieser fragte den Coach Gießens, Vladimir Bogojevic, in einer Pressekonferenz nach der Heimniederlage gegen Düsseldorf, ob er die Mannschaft denn noch im Griff habe, vermutlich aus Verärgerung über die geringe Einsatzzeit seines Sohnes. Diese Frage sorgte nicht nur für Unverständnis bei Bogojevic, sondern auch bei dem zu der Zeit noch angestellten Trainer der Düsseldorfer, Achim Kuczmann. Bogojevic und sein Team ließen sich von diesem Zwischenfall jedoch nicht beeinflussen, was der Klassenerhalt zum Ende der Saison ja auch beweist.
| Teil 1: Im Niemandsland |
| Teil 2: TBB Trier: Eine Saison zum Vergessen |
| Teil 3: ratiopharm Ulm: Neuanfang mit Startschwierigkeiten |



von MacCess 13.06.10 um 14:16:11
Nicht Osvaldo Jeanty sondern sein ehemaliger Teamkollege Omari Westley war 2008/2009 Topscorer der BBL. Osvaldo Jeanty hatte lediglich die meisten Dreier in der Saison getroffen.