Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL-Saisonrückblick

Die Crème de la Crème

Im dritten Teil des CROSSOVER-Saisonrückblicks machen die besten Teams der vergangenen BBL-Hauptrunde ihre Aufwartung. Bamberg krönte eine historisch gute Saison mit dem Meistertitel, Berlin erreichte nach einer durchwachsenen Saison noch das Finale. Während auch Frankfurt, Quakenbrück und Braunschweig auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurückblicken können, hat Ex-Meister Oldenburg eine inkonstante Saison hinter sich.

Von Johannes Beyer (jb), Joshua Wiedmann (jw), Peter Bieg (pb), Manuel Baraniak (mb)
 06.07.2011 |

Brose Baskets Bamberg (32-2, Meister):Von Brösels zu Brocken

(mb). 27 Heimspiele im nationalen Wettbewerb haben die Brose Baskets Bamberg in dieser Saison ausgetragen. In keiner der 27 Begegnungen konnten die Gegner in der Frankenhölle bestehen. Im Gegenteil, sie verbrannten sich in der Stechert Arena - die Stahlrohrmöbelfirma wurde nach der Insolvenz der JAKO-Arena zum neuen Namenssponsor der Bamberger Heimspielstätte - regelrecht die Hände. Die Bamberger schickten ihre Kontrahenten mit durchschnittlich 20,4 Punkten Differenz wieder nach Hause. Am 18. Dezember fügten die Brose Baskets beispielsweise Alba Berlin die höchste Niederlage (103:52) in deren Vereinsgeschichte zu.

Die Brösels aus Bamberg stellten über die gesamte Saison für den Rest der Beko BBL einen Brocken dar, der nicht aus dem Weg zu räumen war. In der Hauptrunde mussten die Oberfranken einzig zwei Niederlagen (in Düsseldorf und in Göttingen) einstecken. 32 Siege hatte in der Geschichte der Basketballbundesliga noch keine Mannschaft in der Hauptrunde einfahren können.

Dass die Bamberger letztendlich neben dem Meistertitel auch noch den Pokalsieg feiern konnten, und damit nach 2010 das Double wiederholten, war folgerichtig. Zuletzt war es 2003 Alba Berlin gelungen, den Gewinn von Meisterschaft und Pokal zu wiederholen.

Dennoch: Trotz der Überlegenheit in der regulären Saison war die Titelfahrt kein Selbstläufer. Es zeugt auch von der Stärke des von Head Coach Chris Fleming angeführten Trainerstabs, die Mannschaft trotz einer solchen überlegenen Hauptrunde zu den Playoffs richtig einzustimmen, um weiterhin fokussiert zu bleiben.

Denn ganz so leicht sollten es die Bamberger nicht haben. Im Top-Four-Turnier zwangen die Artland Dragons die Brose Baskets im Halbfinale immerhin in die Verlängerung; und auch die Braunschweiger verlangten dem Pokalgastgeber im Finale alles ab. Die Quakenbrücker waren es auch, die die Bamberger im Playoff-Halbfinale zu fünf Spielen zwangen. Auch im Finale mussten die Bamberger über die volle Distanz gehen, ehe sie den Fans den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte präsentieren konnten.

Präsentiert hatten die Bamberger Verantwortlichen um Manager Wolfgang Heyder vor Saisonbeginn mit Kyle Hines und ReyShawn Terry sowie aus der eigenen Nachwuchsarbeit Philipp Neumann lediglich drei Neuzugänge. Als Gegenpol zu vielen anderen BBL-Clubs bauen die Franken auf Kontinuität im Kader. Diese Harmonie und klare Rollenverteilung war neben der Unberechenbarkiet in der Offensive (Predrag Suput war mit nur 12,3 PpG teaminterner Topscorer) und der starken, intensiven Verteidigung eine der Stärken der Truppe von Trainer Chris Fleming.

Die angesprochenen Neuzugänge Hines und Terry unterstützten dabei das Big-Men-Duo um Tibor Pleiß und Predrag Suput, während vor allem Hines trotz seiner geringen Größe von 1,96 Meter für einen Center dank seiner Athletik auf sich aufmerksam machte und sogar zum Finals-MVP (12,2 PpG, 2,2 BpG, 66,7% FG) ernannt wurde. Hines beerbte damit Kapitän Casey Jacobsen, der die meisten Minuten aller Bamberger abspulte und den besten Distanzschützen der Mannschaft stellte. Mit Anton Gavel, John Goldsberry und Brian Roberts (Foto oben) boten die Baskets die wohl beste Guard-Rotation der Liga auf, in der Verteidigungsexperte Karsten Tadda häufiger als noch in der letzten Saison hinzustoßen durfte. Auch Hofmann und vor allem Maurice Stuckey wurden als Nachwuchsspieler weiter an die Bundesliga herangeführt.

Diese Denkweise, ein Beibehalten der Stammrotation sowie Heranführung junger Spieler, wird sich wohl auch zur kommenden Saison fortsetzen. Mit Jacobsen (bis 2014) und Pleiß (um ein Jahr) haben zwei Akteure bereits eine Vertragsverlängerung unterzeichnet. Damit sollte sich auch fortan der Brocken in Oberfranken nur schwerlich von der Stelle bewegen lassen.

Team-MVP: Casey Jacobsen (11,8 PpG, 3,5 RpG, 2,9 ApG, 43,6% 3FG)




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von schorschla 13.07.11 um 18:57:02


Also obwohl ich bei allen Heimspielen war konnte ich keinen "Hofmann" sehen... ;-)
Ansonsten ein sehr schöner Artikel!



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