Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL Playoffs

Von wegen Chaos

Alba Berlin qualifizierte sich souverän als erstes Team für das Halbfinale in den Playoffs der Basketball Bundesliga. Dabei herrschte im Vorfeld Unruhe im Team.

Von Thomas Käckenmeister
 21.05.2008 |

Alba Berlin gegen Eisbären Bremerhaven (3-0)
(105:65, 83:78, 95:73)

Es war keine einfache Saison für Alba Berlin. Trotz zahlreicher Verletzungssorgen gelang es dem Team von Cheftrainer Luka Pavicevic, den enormen Ansprüchen gerecht zu werden und die Saison als Tabellenführer abzuschließen. ?Wenn eine Saison so unruhig verläuft wie diese, dann ist es schwierig, Stabilität aufzubauen, die gerade in den Playoffs sehr wichtig ist. Aber ich denke, die Voraussetzungen sind geschaffen.?, äußerte sich Geschäftsführer Marco Baldi vor Beginn der Playoffs in einem Interview. Damit sprach er nicht zuletzt die Situation um Dijon Thompson (Foto) an, der nach dem TopFour-Turnier in Hamburg ? Alba belegte den vierten Rang ? aus dem Kader geworfen wurde.

Somit fehlte dem Meisterschaftsanwärter, der während der Saison die ehemaligen Kölner Leistungsträger Immanuel McElroy und Aleksandar Nadjfeji an den Verein binden konnte, ein vermeintlich vielseitiges Puzzlestück im Kampf um den Titel, jedenfalls auf dem Papier. Denn obwohl Thompson mit individueller Klasse des Öfteren während der Hauptrunde überzeugte, mangelte es dem US-Forward zuletzt in Sachen Einstellung. Ohne den drahtigen 25-Jährigen kehrte quasi über Nacht die erhoffte Stabilität zurück, von der Baldi im Interview sprach.

Auch Luka Pavicevic, Albas explosiver Dirigent an der Seitenlinie, sagte vor Beginn der Playoffs dem Rest der Liga den Kampf an: ?Die Playoffs sind eine völlig neue Saisonphase, die wir mit klarem Kopf und heißem Herzen angehen müssen. Der Ausgang ist völlig offen, aber wir werden für unsere Ziele kämpfen. Schon in der ersten Runde wartet eine sehr schwere Aufgabe auf uns, denn Bremerhaven ist viel besser als ihr Tabellenplatz vermuten lässt.?

Dass Berlins Head Coach die Bremerhavener nicht in die Schublade mit der Aufschrift ?Leichter Gegner? legen wollte, ist nur allzu gut verständlich, hatten es die Berliner doch im Vorjahr mit den Artland Dragons zum Playoff-Auftakt zu tun, die ebenfalls als Achter ins Rennen gingen. Damals verloren die Hauptstädter sieglos mit 0-3.

Um diesem Malheur nicht erneut ausgesetzt zu sein, zeigten die Berliner gleich im ersten Duell gegen Bremerhaven, wer in der Serie das Sagen hat. Mit 40 Punkten Differenz endete die Auftaktbegegnung, in der sich die Albatrosse in einen Rausch spielten. Bei der Galavorstellung vor über 7.500 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle erneuerten die Hausherren insgesamt drei Bestmarken der aktuellen Saison: Sie erzielten 13 Dreier ? diese Marke verbesserten sie gar auf 14 im dritten Spiel der Serie ? sowie 105 Punkte und gewannen gleichzeitig mit der höchsten Punktedifferenz in dieser Spielzeit.

Im einzigen Spiel der Serie, das in Bremerhaven stattfand, bewiesen die Basketballer von der Spree, dass sie trotz zweistelligen Rückstands gewillt war, nicht aufzustecken. In einer von Verteidigung geprägten Schlacht drehten die Berliner das Spiel und gewannen letztlich mit fünf Punkten Vorsprung dank der Routine von Aleksandar Nadjfeji und Julius Jenkins (Foto).

Zurück in Berlin schaltete Jenkins einen Gang herunter. Erzielte der MVP der aktuellen Saison in den ersten beiden Partien insgesamt 54 Zähler und beendete beide Spiele jeweils als bester Werfer seines Teams, legte er diesmal nur acht Punkte in die Waagschale. Sein Team überrollte die Eisbären erneut, diesmal mit 23 Punkten Unterschied.

Auf der abschließenden Pressekonferenz analysierte Bremerhavens Trainer Dr. Sarunas Sakalauskas die Stärken der Sieger: ?Sie [Alba Berlin] waren offensiv und defensiv überlegen und mental hundertprozentig präsent. Ein gutes Beispiel dafür ist Immanuel McElroy (Foto), der über die Saison ca. 20% Dreier trifft und in dieser Serie mehr als 50% (8/12 3FG, 66,7%; Anm. d. Red). Diese Steigerung liegt nicht am Training, sondern nur am Kopf und an der richtigen Einstellung.?

Das scheinbare Chaos, das noch vor kurzem bei den Berlinern herrschte, ist der Stabilität gewichen. Alba zählt aufgrund der überzeugenden beiden Vorstellungen vor heimischem Publikum und der Cleverness in fremder Halle zu dem Titelanwärter dieses Jahr, gerade im Hinblick auf die Konkurrenz: Sowohl der amtierende Meister (Bamberg) als auch der Vizemeister (Quakenbrück) stehen vor dem vorzeitigen Aus.

Ob Alba Berlin auch im Halbfinale den derart erfolgreichen Basketball fortsetzen wird, zeigt sich am 27. Mai 2008. Dann steigt das erste Duell gegen den Sieger der Serie Oldenburg und Meister Bamberg.


Die Bestleistungen dieser Serie

Punkte: 28, Julius Jenkins (2. Spiel)
Rebounds: 11, Matt Haryasz (2. Spiel)
Assists:  7, Bobby Brown (3. Spiel)
Steals: 4, Jan Lipke (3. Spiel)
Blocks: 2, 3 Spieler
Dreier: 5, Julius Jenkins (2. Spiel), Immanuel McElroy (3. Spiel)




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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von dreiergott 21.05.08 um 17:59:04


so wie alba bremerhaven dominiert hat, sind sie der absolute topfavorit auf die meisterschaft, vor allem bei den rückständen von bamberg und quakenbrück. jedoch sollte man vor allem bamberg noch nicht aufgeben. es werden auf jeden fall die spannendsten und besten bbl-playoffs aller zeiten...



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