Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL Playoffs

Meister und Herausforderer

In den Beko BBL Playoffs 2011 bekommt es der Meister aus Bamberg im Viertelfinale mit den Eisbären Bremerhaven zu tun. In einer weiteren Paarung begegnen sich die Artland Dragons und die New Yorker Phantoms Braunschweig.

Von Dennis Amedovski (dam), Peter Bieg (pb), Thomas Käckenmeister (tk)
 01.05.2011 |

Brose Baskets Bamberg: Titelverteidigung was sonst?

(dam). Was soll man zu diesem übermächtigen Team noch sagen? Sollte man künstlich Spannung erzeugen, indem man die These aufstellt, Bamberg könne nicht Deutscher Meister werden? Humbug. Alles andere als die Double-Verteidigung wäre keine Enttäuschung, nein. Es wäre Sensation. Zu dominant, zu konkurrenzlos, zu stark pflügten die Bamberger durch das Ligafeld. 82 Punkte pro Spiel, knapp 40 Prozent Trefferquote aus der Distanz, durchschnittlich knapp vier Blocks, ein Effizienzwert von fast 93 und eine Defense, die nur 64,8 Zähler zulässt. Selbst Dauer-Pessimisten fällt es schwer, bei solchen Fakten nicht an Meistertitel Nummer vier zu denken.

Trotz des Wissens über die eigene Dominanz betreibt Head Coach Chris Fleming Business as usual. Vor den Playoffs sammelte er seine Mannschaft Richtung Spanien zum Kurz- Trainingslager. „Ich denke, es ist ganz gut, wenn das Team mal rauskommt und etwas anderes sieht. Da bekommt man den Kopf frei“. Als ob die Bamberger Spieler sich nicht über ihr Ziel im Klaren sein würden. Trotzdem verspürt Fleming etwas Ähnliches wie Vorsicht, wenn er über den Erstrundengegner Bremerhaven spricht. „Die Eisbären sind die Mannschaft, die wir am wenigsten kennen. Durch die Neu-Verpflichtungen Terrell Everett und Jamison Brewer sind sie ein anderes Team.“ Eins, das dem Über-Favorit ein Bein stellen könnte? Mitnichten. Die Nordlichter mögen mit Craig Callahan, Everett, Brewer und Andrew Drevo gute Spieler und einen ausgeglichenen Kader haben, aber ihnen gegenüber steht nun einmal die All-Star-Truppe der Brose Baskets.

Eine Zusammenstellung, die bis auf Position zehn durchweg Starter-Kandidaten hat. Einen Spieler daraus hervorzuheben, wäre den Anderen gegenüber respektlos. Das zeigt sich auch in den Statistiken. Gleich sieben Spieler übertreffen oder kratzen regelmäßig am zweistelligen Punktewert. Sechs Akteure treffen mindestens 40 Prozent ihrer Dreier. Wer soll Suput, Jacobsen, Pleiß & Co. schon aufhalten? So sieht es auch Eisbären-Coach Doug Spradley. „Sie haben eben diese individuelle Qualität. Wenn du dich auf Jacobsen konzentrierst, dann kommt Suput. Wenn du dich auf Suput fokussierst, kommt Gavel oder ein anderer. Die Brose Baskets sind definitiv die stärkste Mannschaft der Liga. Die Spieler geraten nie in Panik, das zeichnet sie aus.“

Bamberg hat aus seinen wenigen Rückschlägen gelernt. Sei es durch das unglückliche Aus in der Euroleague oder durch die zwei Saisonniederlagen gegen Düsseldorf und Göttingen. Und auch die engen Partien im Top Four gegen die Artland Dragons und im Finale gegen Braunschweig waren mehr Beweis der Stärke als ein Zeichen von Unkonzentriertheit. Diese Siegermentalität – im Fußball würde man von einer „Mia-san-mia-Philiosophie“ sprechen – ist nicht zu durchbrechen. Sollte es mal knapp werden, ist der Glaube an die eigene Stärke einfach größer. Das zeigte das Top Four, das zeigen die Duelle gegen Berlin und Oldenburg, das werden auch die Playoffs zeigen.

Frühestens am 11. Juni oder eine Woche später, wird Bamberg wieder die größte Party des Jahres erleben. Dann stehen der vierte Meistertitel und die damit erfolgreiche Double-Verteidigung fest. Wer soll daran schon zweifeln?

Eisbären Bremerhaven: Playoff-Aus vorprogrammiert

(tk). Die Eisbären Bremerhaven sind wie schon im Vorjahr in den Playoffs vertreten. Doch die Meisterleistung der Playoffs 2010 dürfte in diesem Jahr nicht zu wiederholen sein. Damals bezwangen die Eisbären Göttingen in fünf spannungsgeladenen Spielen. Danach verloren die Norddeutschen erst im fünften Spiel nach Verlängerung gegen den späteren Vizemeister Frankfurt.

In diesem Jahr heißt der Viertelfinalgegner Bamberg, der in der Hauptrunde nur zwei Niederlagen einsteckte und heiß auf die Eisbären ist. In der Hauptrunde 2010/2011 unterlag Bremerhaven beide Male (75:66, 58:73) gegen den letztjährigen Meister. Es waren zwei der insgesamt 16 Saisonniederlagen für die Seestädter, die insgesamt 23 Spieler im Laufe der Saison unter Vertrag hatten.

Konstanz sieht also anders aus, zumal der zuverlässige Überflieger und MVP-Kandidat Torrell Martin (Topscorer mit 15,4 PpG) weiterhin mit einer Handverletzung ausfallen wird. Kapitän Jan Lipke fehlt außerdem. Auch die kurz vor Ende der Wechselfrist ins Boot geholten US-Guards Jamison Brewer und Terrell Everett sind zwar erstklassige Individualspieler, doch ob sie das Eisbären-System bereits nach zehn Einsätzen verinnerlicht haben und auf die defensive Feinmotorik der Bamberger, in Form von John Goldsberry und Anton Gavel, eine Antwort wissen, bleibt ungewiss und darf arg bezweifelt werden. Kurzum: Für Bamberg sind die Eisbären Kanonenfutter.

Im Vorjahr hatten nur Wenige den Eisbären gegen den frisch gebackenen EuroChallenge-Champion Göttingen eine Chance eingeräumt. Damals überraschte das Team von Coach Doug Spradley – übrigens entschärften damals alle Halbfinalisten den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde –, in diesem Jahr wird die Überraschung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausbleiben. Wenn alles perfekt läuft, könnte Bremerhaven einen Sieg einfahren, doch daran glauben wohl nur die größten Optimisten, denn die Seestädter weisen als einziges Playoff-Team eine negative Heimbilanz auf (8 Siege, 9 Niederlagen). Und die Bamberger Festung wurde in dieser Saison kein einziges Mal gestürmt.

Um vielleicht doch ein Erfolgserlebnis zu verbuchen, sollten die Eisbären vor allem Jagd auf die Dreipunkteschützen der Franken machen, denn im Schnitt fallen zwei von fünf Bamberger Würfe aus der Distanz durch die Reuse. „Wir müssen versuchen, zu einfachen Punkten zu kommen und müssen eine sehr gute Wurfquote von außen haben. Für uns kommt es darauf an, die Spiele offen zu halten“, meinte Coach Spradley kürzlich in einem Interview im Fränkischen Tag. Das klingt einfacher als gesagt, denn gegen den Zusammenhalt der Bamberger, die seit Jahren ein stabiles Spielerpaket beisammen haben, und deren Spielstärke werden die Eisbären kaum etwas entgegenzusetzen haben. Erst recht nicht in einer „Best-of-Five“-Serie.

Tipps der Crossover-Redaktion:

  Bamberg
Bremerhaven
Thomas Käckenmeister 3 0
Johannes Beyer 3 0
Peter Bieg 3 0
Joshua Wiedmann 3 0
Tendenz: 3 0





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Kommentare

(1 Kommentar bisher)

von bene luxxx 02.05.11 um 00:48:32


Oberfranken, nicht Unterfranken!



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