BBL Playoffs

Dank Playoff-Phantom im Finale

In einem dramatischen fünften Spiel setzten sich die Frankfurter Skyliners in der Verlängerung gegen die Eisbären aus Bremerhaven durch. Derrick "das Playoff-Phantom" Allen sicherte in den Schlusssekunden den Erfolg an der Freiwurflinie. Nun stehen die Südhessen zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale um die Deutsche Meisterschaft und wollen das Märchen von 2004 wiederholen!

Von Johannes Goedeking
 04.06.2010 |

Playoff-Halbfinale, fünftes Spiel. Verlängerung. In fremder Halle steht Derrick Allen (Foto), seit Jahren als „Playoff-Phantom“ verschmäht, mit fünf Sekunden und zwei Punkten Vorsprung seiner Skyliners an der Linie. „D.A.“ spricht kurz mit sich selbst: „Let’s go, let’s go!“ Sekunden später ist das Spiel entschieden, Allen hat die spielentscheidenden Freiwürfe getroffen und wird von seinen Mitspielern gefeiert.

Wieder mal war es der 2,04-Meter große US-Amerikaner, der für Frankfurt ein Spiel gewinnen konnte. Schon in der Hauptrunde überzeugte er mit 14,7 Punkten pro Partie, in der ersten Runde gegen Alba Berlin spielte er dann groß auf: 17,3 Zähler und 5,5 Rebounds pro Spiel, dazu 26 Punkte im entscheidenden vierten Spiel. Und auch im Halbfinale um die Deutsche Basketball-Meisterschaft enttäuschte Derrick Allen nicht. Mit 13 Punkten im Schnitt führte er seine Mannschaft in dieser Kategorie an.

Doch für einen Sieg in einer Playoff-Serie braucht es mehr als nur Einzelleistungen. Den Unterschied machte die starke Teamverteidigung der Skyliners. Die Rotationen liefen schnell und flüssig. In den drei Siegen hielte die Frankfurter die Eisbären bei durchschnittlich 62,7 Punkten, in den beiden Niederlagen ließen sie 75,5 Punkte zu.

Dank der starken Defense konnten die Frankfurter auch Jeff Gibbs, den besten Rebounder der Hauptrunde, über weite Strecken ausschalten. Greg Jenkins war dabei der Schlüssel: Der 2,06-Meter-Mann übernahm die Deckung von „Mr. Incredible“. Sobald dieser aber seinen Korbgefährlichkeit ausspielen wollte, eilte ein zweiter Verteidiger hinzu.

So lag das Angriffsspiel der Eisbären größtenteils in den Händen Louis Campbells. Der Aufbau spielte fantastisch, erzwang nach seiner 20-Punkte-Show in der vierten Begegnung das fünfte Spiel quasi im Alleingang. Letztendlich bekam Campbell allerdings zu wenig Hilfe, sodass er mal wieder fast durchspielen musste (nur 4:10 Minuten Pause pro Partie).

Dass die meisten Spiele allerdings bei einem niedrigen Spielstand blieben, lag nicht nur an der Verteidigung der Frankfurter. Bremerhavens Coach Doug Spradley nämlich benutzte immer wieder die 3-2-Zone, um einfache Punkte zu verhindern. Dies bemerkte man besonders im vierten Spiel, als die Skyliners kein Mittel finden konnten und häufig von außen abdrücken mussten.

Kuriert wurde dieses Problem dann von Aubrey Reese. Dieser war seit dem dritten Spiel verletzt und kam erst im fünften zurück. Hier attackierte er die Zone und eröffnete so viele Möglichkeiten: Entweder kam der kurze Pass nach innen zu Jenkins oder Allen oder der Kickout zu einem der Schützen. Die Aggressivität in der Offensive ließ die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert allerdings zu oft vermissen.

Die Hürde Bremerhaven ist jedoch mit Ach und Krach genommen. Nun heißt es, wie schon 2004 und 2005 im Finale um die Deutsche Meisterschaft: Frankfurt gegen Bamberg. Die Baskets marschierten bisher durch die Playoffs, wurden nicht einmal besiegt. Beide Teams definieren sich über die Verteidigung. In den drei Aufeinandertreffen in dieser Saison konnte Bamberg zwei für sich entscheiden.

Favorit wird ganz klar Bamberg sein: Pokalsieger, Heimvorteil und eine Woche Pause. Auf der anderen Seite hat Frankfurt sich nun schon zwei Mal als Underdog durchgesetzt. Spannende Finals auf Sport1 sind also garantiert.




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von Crossover 12.02.2012 um 09:55:20


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