BBL Finals

Pure Dominanz aus Franken

Die Brose Baskets Bamberg stehen kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 2007. Die Franken setzten mit dem 97:52-Erfolg im dritten Finalspiel gegen die Frankfurt Skyliners ein dickes Ausrufezeichen. Am kommenden Dienstag können die Bamberger den großen Triumph mit einem Auswärtserfolg in Frankfurt perfekt machen.

Von Joshua Wiedmann
 13.06.2010 |

Zwei Spiele, zwei Auswärtssiege. So las sich die Bilanz vor Beginn des dritten Finalspiels zwischen den Brose Baskets Bamberg und den Deutsche Bank Skyliners. Nach dem hauchdünnen Sieg der Frankfurter zum Auftakt der Serie in Bamberg (63:65) gelang den „Brösels“ in der Ballsporthalle am Main ein relativ deutlicher 68:77-Erfolg. Würde sich die Serie der Auswärtserfolge im dritten Aufeinandertreffen fortsetzen?

Der Beginn des Spiels erweckte aus Frankfurter Sicht wenig Hoffnung, dass es zu einem erneuten Erfolg in der Bamberger Jako Arena kommen könnte. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr, spielten vorne wie hinten mit großer Intensität und erarbeiteten sich so früh ein deutliches Polster. Frankfurt konnte zunächst nur zusehen, wie die Brose Baskets immer weiter davon zogen (19:6) und fand kein Mittel gegen die furios aufspielenden Franken. Auch die ersten Wechsel sorgten nicht unbedingt für Besserung, ganz im Gegenteil: Gerade Mark Forward Worthington hatte mit zehn schnellen Zählern erheblichen Anteil daran, dass Frankfurt immer weiter zurückblieb (29:9).

Erst im Laufe des zweiten Spielabschnitts schienen die Frankfurter den Sturmlauf der Gastgeber ein wenig abbremsen zu können. Immerhin pendelte sich der Vorsprung der „Brösels“ nun bei rund 20 Punkten ein. Nichtsdestotrotz blieb Bamberg in völliger Kontrolle und punktete konstant von überall auf dem Feld. Predrag Suput scorte am Brett, Casey Jacobson von außen und selbst Elton Brown bugsierte einen Halbdistanzwurf in den Korb – symptomatisch für die Kräfteverhältnisse in der ersten Halbzeit. Nach 20 Minuten erlöste die Halbzeitsirene beim Stand von 43:24 das Leiden der Skyliners.

Bisher hatte sich Frankfurt in diesen Playoffs als sehr beharrliches, nie aufsteckendes Team präsentiert. Doch nach dem Seitenwechsel schien ein Comeback der Skyliners äußerst unwahrscheinlich. Zu dominant und zu selbstbewusst hatte sich Bamberg bis dato präsentiert, zu wenig war den Frankfurtern gelungen, die sich an der starken Defensive der Franken bisher die Zähne ausgebissen hatten (8/32 FG).

Tatsächlich setzte sich die Begegnung im dritten Viertel fort, wie sie im zweiten Viertel aufgehört hatte. Die Gastgeber bewegten den Ball gut und trafen mit teils traumwandlerischer Sicherheit. Insbesondere Predrag Suput lief nun heiß. Auf der Gegenseite übernahm Skyliners-Guard Aubrey Reese viel Verantwortung, scheiterte aber ebenso häufig an der Defensivwand der „Brösels“ wie Derrick Allen, der unter dem Korb relativ erfolglos ackerte. Zugleich wurde nun der Frust auf Seiten der Frankfurter, die sich zahlreiche Fouls einfingen, immer offensichtlicher. Skyliners-Coach Gordon Herbert griff nun mehr denn je auf seine Bankspieler zurück, die allerdings mitnichten den Rückstand verringern konnte. Die Führung der Bamberger vergrößerte sich auf bis zu 46 Punkte (91:45). Zwischenzeitlich schnupperten die Brose Baskets gar am Nonplusultra, dem Erreichen der doppelten Punktezahl ihres Gegners. Während bei Bamberg weiterhin das Bällchen exzellent lief und fast jeder Wurf zu fallen schien, fügte sich Frankfurt in das blamable Ergebnis. Passend zum Spielverlauf traf Frankfurt erst mit der Schlusssirene seinen ersten Dreier im Spiel (1/15 3FG) zum finalen Ergebnis von 97:52.

Die Dreierstatistik war nur eine von vielen, bei denen Frankfurt deutlich unterlegen war. Bamberg netzte hochprozentig ein (50,0% FG) und agierte gut im Teamgefüge (16 Assists), wohingegen die Gäste nie in einen Rhythmus kamen (28,1% FG). Auch individuell waren die Franken mit Mark Worthington (20 P, 8 R) oder Casey Jacobson (18 P) deutlich überlegen.

Im Anschluss an das Spiel stellte sich Frage, wie sich die Skyliners nach diesem Ergebnis wohl in Spiel vier in eigener Halle präsentieren würden. „Bamberg war uns in allen Belangen überlegen“, äußerte Skyliners-Assistent Klaus Perwas. „Sie haben uns heute richtig bloßgestellt. Wir waren die ganze Saison eine charakterstarke Mannschaft. Am Dienstag werden wir ein ganz anderes Team auf dem Parkett sehen.“ Auch Stephan Baeck meinte: „Sich jetzt so aufzugeben, liegt nicht im Naturell der Frankfurter.“




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Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von Dickson 13.06.10 um 20:04:36


also so dominant fand ich bamberg gar nicht...
war eher ein engeres spiel...

wenn die bamberger nicht 5 minuten vor schluss in spiel 1 aufgehört hätten basketball zu spielen, wären die jetzt meister...

schön, dass der land massig lehrgeld zahlen durfte, aber wieso musste der den letzten dreier nehmen???



von Chef 14.06.10 um 01:52:54


Ähm...welches Spiel hast Du denn gesehen??
Bamberg ist heute mit dem Selbewusstsein,dem Willen raus gekommen ein Zeichen zu setzten.Davon schien Frankfurt mehr als überrascht und vorallem völlig überfordert.2Punkte in den ersten 6Minuten sprechen dafür eine deutliche Sprache.Am Ende war es fast ein Rausch,der aber endlich mal durch 40konstant,konzentriert vorgetragene Minuten erzeugt wurde.
Respekt an Frankfurt für die ersten beiden Spiele,aber ich denke und hoffe das Bamberg heute sein Meisterstück abgeliefert hat.Ich bin auf die Frankfurter Reaktion am Dienstag gespannt.Heute jedenfalls hat Bamberg das erste Mal in den Playoffs so imposant gespielt,wie ich das von einem Deutschen Meister erwarte!



von Dickson 14.06.10 um 07:33:19


ein spiel, das mit 29:9 für bamberg angefangen hat...
spätestens beim 2ten satz hätte man hören können, dass das eher ironisch gemeint war... ;-)

suput ist jetzt schon finals-mvp, was der im 3ten viertel an würfen am stück getroffen hat, unglaublich...


Meiner meinung nach spielt bamberg schon die ganze serie wie der deutsche meister, hat sich aber in spiel eins die butter unnötigerweise vom brot nehmen lassen...

mit nem jacobsen der endlich wieder wie 07 spielt und dreierschützen die sich warm geschossen haben, müssen reese, allen und roller mindestens 60 punkte machen, damit die frankfurter ein spiel 5 erzwingen können...

wobei, zurück in die frankenhölle???

(schon ironisch, dass ich in jeder serie dieses jahr gegen meine geburtsstadt bin...)

ist eigentlich och jemanden aufgefallen, wie pissig der buschi war, als tennis endlich rum war?
und dann später diese beschwichtigenden worte, geil...



von SZ01 15.06.10 um 08:48:31


"Nach dem hauchdünnen Overtime-Sieg der Frankfurter zum Auftakt der Serie in Bamberg (63:65) gelang den „Brösels“ in der Ballsporthalle am Main ein relativ deutlicher 68:77-Erfolg. "
Der Sieg wurde in der regulären Spielzeit erzielt.



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