BBL Finals

Oldenburg erzwingt fünftes Finale

Die EWE Baskets Oldenburg gewannen das vierte Finale gegen die Telekom Baskets Bonn mit 82:66 und erzwangen damit ein entscheidendes fünftes Spiel. Zu keinem Zeitpunkt konnte Bonn den Gästen das Wasser reichen. Vor allem Rickey Paulding (Foto) und Je'Kel Foster waren nicht zu stoppen.

Von Thomas Käckenmeister
 23.06.2009 |

Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg 66:82 (2-2)

Vier Finalspiele sind in den Playoffs 2009 absolviert, vier Mal gewann jeweils die Gastmannschaft. In Bonn feierten die EWE Baskets einen souveränen Start-Ziel-Sieg, bei dem vor allem die Treffsicherheit von außen spielentscheidend war.

Die ersten sechs Punkte der Begegnung erzielten die Gäste aus Niedersachsen. Sie zeigten auch im weiteren Verlauf des ersten Viertels, dass sie zum Siegen verdammt waren; mit einer Niederlage wollte das Team von Predrag Krunic die Saison 2008/09 nicht beenden. An beiden Enden des Parketts zeigten sich die Oldenburger hochkonzentriert und beendeten das erste Viertel mit einer Zehn-Punkte-Führung (23:13).

Das Spiel wirkte wie eine Kopie der zweiten Begegnung, in der auch die Gäste aus Norddeutschland die spielbestimmende Mannschaft war. Bis zur 16. Minute wuchs der Rückstand der Bonner auf 16 Zähler an, ehe sich ein kurzer Bonner Lauf wie ein Tropfen auf den heißen Stein erwies. Nachdem Bonn auf acht Punkte verkürzen konnte, schlugen die Oldenburger zurück und gingen mit einer 46:33-Führung in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel kam erneut die Männschaft in den blau-gelb-weißen Trikots besser in Fahrt, erzielte die ersten fünf Zähler des dritten Abschnitts. Bonns Möglichkeiten in der Offensive - die ersten neun Dreierversuche verfehlten ihr Ziel - wurden ein ums andere Mal von den Oldenburgern zunichte gemacht. Das war auch auf die aggressive Verteidigungsleistung der Donnervögel zurückzuführen. Nach jedem Aufbäumen der Koch-Truppe schlug das Team von MVP Jason Gardner zurück. Auch der Monsterblock von Brandon Kyle Bowman gegen Gardner kurz vor Ende des dritten Viertels wirkte nicht wie eine Initialzündung, sondern stellte sich als Strohfeuer heraus. Die Bonner Profis suchten vergeblich nach der Form, mit der sie in den Auswärtspartien zu Werke gingen.

Denn Oldenburgs Abwehr verweigerte den Gastgebern fast fünf Minuten lang keinen Punkt im letzten Abschnitt. Als Johannes Strassers Distanzwurf dann im zehnten Dreierversuch seiner Mannschaft endlich die Mitte des Rings fand, war die Entscheidung bereits erfolgt: Zuvor tütete Rickey Paulding (Foto oben, blaues Trikot) zwei Dreier aus dem Dribbling ein, die die 20-Punkte-Führung (73:53) bedeuteten.

Daraufhin plätscherte das Spiel zu Ende. Bonn konnte zwischenzeitlich nochmal auf 13 Zähler verkürzen, musste am Ende aber die weiße Fahne hissen. Entsprechend gefrustet war Bonns Head Coach Michael Koch nach dem Spiel: "Wir sind schlecht gestartet, hatten keinen Rhythmus. Wir waren nicht in der Halle", sagte Koch. "Die Fehler, die gemacht wurden, waren Fehler, die wir sonst nicht machen."

Außerdem kritisierte er die Einstellung seiner Mannschaft und hinterfragte u.a. die Aktion Patrick Flomos, der drei Sekunden vor Schluss ein Foul beging, obwohl die Partie bereits entschieden war. Dennoch bleibt Koch optimistisch: "Wir haben noch ein Spiel, wir haben noch eine Chance. Die Serie ist noch nicht vorbei."

Die Statistik des Abends ist der Vergleich der Dreier-Quote: Bonn traf nur einen von zwölf Versuchen, Oldenburg netzte sieben von 16 Würfen ein. Die besten Spieler der Niedersachsen waren Rickey Paulding (21 Punkte, acht Rebounds) und Je'Kel Foster (20 Punkte, sechs Rebounds). Marko Scekic lieferte 14 Zähler von der Bank. Bei Bonn erreichten lediglich E.J. Rowland (20 Punkte, Foto) und John Bowler (16) Normalform.

Am Donnerstag findet das fünfte Finale in Oldenburg statt. Ab 20.15 Uhr zeigt Sportdigital.tv die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft. Crossover wird ab 21 Uhr mit einem Live-Blog in der zweiten Halbzeit sowie bei der Entscheidung dabei sein.




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Kommentare

(4 Kommentare bisher)

von Dickson 24.06.09 um 14:56:23


ganz ehrlich...
nach dem halbzeitinterview mit jan pommer ist mir aber gehörig der kamm geschwollen...

wie kann man auf der einen seite sagen, dass die bbl mehr deutsche spieler braucht, um mit dem nächsten satz, dass es nicht die aufgabe der bbl ist, diese entsprechend zu entwickeln...
Richtig ärgerlich...

zum spiel:
Bonn wollte, konnte aber nicht. sobald sich die hand hinter der dreierlinie befand, war sie eiskalt. oldenburg abgezockt. ricky paulding (die 2 3er waren amok)



von GreenGoblin01 25.06.09 um 07:34:45


Schön, das Eurosport bisher alle Spiele übertragen hat, aber jetzt beim entscheidenden Spiel 5, dem Saisonhöhepunkt überhaupt, leider nicht überträgt. Die ganze Saison kulminiert in diesem Spiel, aber schauen kann mans nur, wenn man Sportdigital hat. Das ist ja super. Wer macht denn solche Verträge?



von uli14 25.06.09 um 13:06:44


Tatsächlich eine Katastrophe, dass Eurosport das Spiel nicht überträgt. Stattdessen gibt´s das Finale der u17-Fußball-WM der Frauen :D So viel zum Stellenwert des Basketballs in Deutschland.



von criscross 25.06.09 um 19:06:05


Da hab ich mich das erste mal seit Jahren mal wieder für die BBl interessiert, vorallem wegen der spannenden Finalserie und jetzt muss ich feststellen, dass es das entscheidene 5 Spiel nicht zusehen gibt. Also echt bescheuerter als die BBl kann man sich wohl nicht vermarkten.



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