BBL Finals

Ein Drama in fünf Akten

In einem Thriller im entscheidenden fünften Spiel sicherten sich die Brose Baskets aus Bamberg die Deutsche Meisterschaft und damit das Double. Angeführt von MVP Casey Jacobsen behielten sie gegen die Frankfurter Skyliners die Oberhand. Ein Kommentar.

Von Johannes Goedeking
 19.06.2010 |

Nicht mal Horst Seehofer ließ es sich nehmen. Während in Berlin die schwarz-gelbe Regierung in der Krise steckt, genießt der bayrische Ministerpräsident den Basketballsport. Und den in seiner besten Form. Mit vollem Einsatz der Spieler. Und Dramatik bis zur allerletzten Sekunde. Am Ende haben zwei läppische Punkte über die deutsche Basketball-Meisterschaft entschieden. Ein verlegter Korbleger. Zwei versetzte Freiwürfe. Aber so ist der Sport nun mal, undankbar und ungerecht.

Doch letztlich hat die bessere Mannschaft gewonnen. Die Brose Baskets aus Bamberg, angeführt von Finals-MVP Casey Jacobsen, haben über fünf Spiele lang mehr Qualität als die Skyliners aus Frankfurt gezeigt.

Was bei den Frankfurtern in den ersten beiden Runden so gut funktionierte, ließ sich mit Bamberg nicht machen: das Aufzwingen des eigenen Spiels. Mit aggressiver Verteidigung und schnellem Spiel nach vorn setzten die Skyliners den Gegner unter Druck und zwangen ihn zu schlechten Würfen. Während Bremerhaven und vor allem Berlin diese kontaktreiche Spielweise gar nicht schmeckte, beeindruckte die Franken das gar nicht: Sie zogen ihr Spiel einfach durch, strahlten Gefahr auf den Korb aus und konnten weiter Korberfolge feiern.

So konnten sich die Baskets bis auf Spiel vier bis zur Halbzeit immer eine halbwegs komfortable Führung erarbeiten. Danach begann aber schon das Problem. Anstatt die Partie in die Hand zu nehmen und bis zum Ende zu verwalten, gaben sie das Spiel immer wieder ab.

Dies lag auch am unbändigen Willen der Skyliners. Die Mannschaft steckte nie auf und kämpfte sich, mit Ausnahme von Spiel drei, ein ums andere Mal ins Spiel zurück und holte hartnäckig auf. Zum Auftakt der Serie führte das, mithilfe des Überraschungseffektes, sogar zum Sieg.

Allerdings ließ sich Bamberg vom vergeigten Debüt kaum aus der Ruhe bringen. Es folgten zwei deutliche Siege, die zum ersten Matchball in der Frankfurter Ballsporthalle führten. Der wurde zwar vergeben, im entscheidenden fünften Spiel verhalf dann aber die aggressive Spielweise Anton Gavels und die Kaltschnäuzigkeit John Goldsberrys zum Sieg.

Zum Finals-MVP wurde dennoch, vollkommen zu Recht, der US-Amerikaner Casey Jacobsen gewählt. Der ehemalige NBA-Spieler ist der Kopf der Mannschaft. Er versteht das Spiel und kreiert dank Gefährlichkeit von außen und starken Attacken zum Ring viele Chancen. Jacobsen steht zu jedem Zeitpunkt richtig, findet aber auch den freien Mann.

Auch das deutsche Center-Talent Tibor Pleiß hat maßgeblich zur Meisterschaft beigetragen. Vor allem in der Defensive störte er jeden Wurf der Frankfurter. Sobald der 2,15-Meter-Mann auf der Bank saß, hatten die Bamberger größere Schwierigkeiten in der Verteidigung, besonders mit Forward Derrick Allen.

Während Bamberg das Double feiert, war die Enttäuschung auf Frankfurter Seite schnell vergangen. Immerhin ist für eine Mannschaft, die mit vielen Problemen in die Saison gestartet war, eine Vizemeisterschaft sicherlich ein großer Erfolg.

Außerdem ist es ja nicht so, dass das eine Team das andere abschoss. Nein, es war so knapp, dass sogar der Landesvater sich endlich mal wieder freuen konnte.




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von Crossover 12.02.2012 um 07:42:19


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