BBL Finals
Bowman überflügelt Donnervögel
Die Telekom Baskets Bonn gewinnen das erste Spiel der BBL Finals 2009. Mit 74:72 holen sie den Auftaktsieg bei den EWE Baskets Oldenburg nach einem Acht-Punkte-Rückstand zur Halbzeit. Matchwinner ist Brandon Kyle Bowman (Foto) mit 26 Punkten, sieben Rebounds und vier Assists.
Von Thomas Käckenmeister |
14.06.2009 | |
EWE Baskets Oldenburg gegen Telekom Baskets Bonn 72:74 (0-1)
In der EWE Arena von Oldenburg war Brandon Bowman der Überflieger. Der Forward der Telekom Baskets Bonn setzte die Akzente in einem spannenden Auftaktduell der BBL Finals 2009. Er blockte nicht nur Alpha-Donnervogel Jason Gardner spektakulär und ließ den Ring zweimal seine Kraft spüren, sondern sorgte auch mit zwei Freiwürfen drei Sekunden vor Schluss für den Auswärtssieg seines Teams.
Es war der erste Sieg von drei notwendigen der Finalserie, um die Meisterschaft zu gewinnen. Im 21 Aufeinandertreffen gegen Oldenburg war es der 13. Erfolg der Bonner, die auch die Saisonbilanz gegen die Niedersachsen auf 3-1-Siege ausbauen konnten.
Oldenburg mit besserem Start
Die Oldenburger wussten gleich zu Beginn, die eigenen Fans als sechsten Mann zu mobilisieren. Dank guter Rebound-Arbeit und Spielzüge über die Innenspieler Ruben Boumtje-Boumtje und Milan Majstorovic setzten sich die Gastgeber innerhalb der ersten vier Spielminuten auf 8:2 ab. E.J. Rowland tankte sich daraufhin zweimal kraftvoll zum Korb, zog jeweils das Foul und brachte sein Team mit fünf Punkten innerhalb von 28 Sekunden auf einen Punkt heran.
Der Mann des ersten Abschnitts war jedoch Oldenburgs Je'Kel Foster. Der Shooting Guard ragte mit sechs Punkten und zwei Rebounds heraus. Dennoch gelang es den Bonnern, das Viertel mit einem 5:0-Lauf zu beenden; Artur Kolodziejski verwandelte sechs Sekunden vor Schluss einen Dreier zum 16:16-Pausenstand.
Im zweiten Viertel setzten sich die Donnervögel nach einem 14:4-Lauf in der 18. Minute deutlich ab. Miladin Pekovic besorgte mit einem Dreier aus der Ecke die erste zweistellige Führung des Abends (34:24). Das Punktepolster kam in einer Phase zustande, in der der bis zu diesem Zeitpunkt unauffällige MVP Jason Gardner auf der Bank saß. Für die Bonner versuchte vor allem Brandon Bowman die Kohlen aus dem Feuer zu holen; der Slasher erzielte die letzten neun Punkte seiner Mannschaft vor der Halbzeit.
Zur Pause lagen die Rheinländer trotzdem mit 31:39 in Rückstand, da es unter anderem in den ersten 20 Minuten nicht gelang, die Bretter zu kontrollieren (22:14-Rebound-Vorteil für Oldenburg). Insbesondere Boumtje-Boumtje (sieben Punkte, elf Rebounds), Foster (elf Punkte) und Majstorovic (neun Punkte, fünf Rebounds) kompensierten die ruhigen Auftritte von Gardner und Rickey Paulding (zusammen 0/5 FG).
Bonn dreht die Partie in weniger als drei Minuten
Es waren nicht einmal drei Minuten im dritten Spielabschnitt absolviert, als die Bonner plötzlich als führende Mannschaft auf dem Scoreboard standen; ein 10:3-Zwischenspurt brachte den Vizemeister des Vorjahres mit 43:42 in Front. Daraufhin gestaltete sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Telekom Baskets die Vorteile besser zu nutzen wussten. Denn Oldenburgs lange Garde hatte mit einer Foulbelastung zu haushalten, sodass sich viele Freiräume für die Gäste eröffneten. Erneut nutzte Bowman die offene Bühne für die Fortführung seiner Vorstellung: Auch in diesem Abschnitt netzte er neun Punkte in die Reuse der Niedersachsen.
Nachdem die Bonner im dritten Viertel das Spiel gedreht hatten, gingen beide Teams mit vier Punkten Differenz (53:57) in den Schlussakkord. Mühsam arbeitete sich das Team von Predrag Krunic unter dem Korb in Position, um den Rückstand aufzuholen; Boumtje-Boumtje hielt sein Team mit fünf Zählern im Rennen (61:64, 37. Min.).
Ohnehin sahen die 3.148 Zuschauer in der EWE Arena ein defensiv geprägtes letztes Viertel, in dem die Schlussphase für Nägelkauen sorgen sollte: Bonn lag 3:43 Minuten vor dem Ende mit sieben Punkten vorn, bevor Foster seinen dritten Dreier des Abends versenkte. Verbissen gingen beide Teams in die entscheidende Phase, Gardner und Paulding rissen nun das Zepter für Oldenburg an sich. Nach einem krachenden Tip-Dunk von Bowman, der zehn Sekunden vor Schluss zum 72:68 für Bonn einschlug, nahm Paulding von außen Maß, traf und erhielt den Pfiff. Er glich mit einem seltenen Vier-Punkte-Spiel aus. Auf der Gegenseite wurde Bowman beim Distanzwurf ebenfalls gefoult und netzte zwei der drei folgenden Freiwürfe zum Sieg ein, da die Bonner den Oldenburgern daraufhin keinen letzten Wurf mehr erlaubten.
Trotz Nachteilen im Rebound (30:35 aus Bonner Sicht) entwendete das Team von Michael Koch den Heimvorteil von den EWE Baskets. Das lag vor allem an der athletischen Spielweise seines Teams, das konsquent den Weg ans Brett suchte (50 Würfe aus der Nah- und Mitteldistanz, 54% 2FG) und den drei Big Men der Gastgeber, Boumtje-Boumtje, Scekic und Majstorovic, insgesamt 14 Fouls anhängte.
Die besten Korbjäger der Oldenburger hießen Foster (17 Pkt), Boumtje-Boumtje (14 Pkt, 15 Reb), Majstorovic und Paulding (je 12 Pkt). Bei den Bonnern ragte Bowman mit 26 Zählern, sieben Rebounds, vier Assists und zwei Blocks hervor. Vier weitere Akteure der Magentariesen sammelten mindestens acht Punkte.
Das zweite BBL-Finale findet am Donnerstag im Bonner Telekom Dome statt.



von Crossover 12.02.2012 um 13:12:42
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